Handelsstreit: USA sind die Verlierer

Angezettelt hat den Konflikt zwischen den USA und China US-Präsident Donald Trump. Wie sich nun zeigt, leidet Amerika stärker darunter als sein Kontrahent.

Handelsstreit: USA sind die Verlierer

Der US-Handelskonflikt währt seit zwei Jahren. Ein Ende ist nicht in Sicht.

Handelskriege sind selten gut und nie leicht zu gewinnen. Stattdessen verursachen sie sowohl kurzfristige Schmerzen als auch langfristige Schäden, und zwar auf allen Seiten. Es dauert jedoch oft eine Weile, bis sich ihre volle Wirkung in der Handelsstatistik zeigt. Nun zeigen sich bereits deutlich die Auswirkungen.

Zwei Jahre Handelskonflikt
Der Handelskonflikt zwischen den USA und China läuft inzwischen bereits seit etwa zwei Jahren. Bereits im Wahlkampf 2016 hatte sich der spätere US-Präsident Donald Trump kritisch über das aus seiner Sciht zu große Handelsbilanzdefizit der USA gegenüber China geäußert. Anfang 2018 begann der zu diesem Zeitpunkt gewählte Trump dann, immer stärker gegen das von ihm diagnostizierte Ungleichgewicht zu wettern und verhängte Strafzölle auf diverse chinesische Importe.

US-Importe seit Beginn der Feindseligkeiten eingebrochen
Die chinesischen Exporte in die USA haben laut einem Vergleich der Fondsgesellschaft DWS seit Beginn der Einführung von Zöllen durch beide Länder im Juli 2018 recht gut behauptet. Sie sind immer noch acht Prozent höher als zu dem Zeitpunkt, als Präsident Trump sein Amt antrat. Die US-Exporte nach China hingegen sind seit Beginn der Feindseligkeiten eingebrochen und liegen acht Prozent niedriger als im Januar 2017.

US-Exporte nach China sind seit Herbst 2018 eingebrochen.


In den letzten 20 Jahren hat sich China zu einem dominierenden Produzenten entwickelt, nicht nur bei einer Vielzahl von Konsumgütern wie Kleidung, Spielzeug und Elektronik, sondern auch bei zahlreichen Zwischengütern. Dazu gehören sowohl Gesichtsmasken als auch die aktiven Wirkstoffe in vielen pharmazeutischen Produkten, wie die Welt seit Beginn der Covid-19-Pandemie erfahren hat. Nun haben viele Staaten, darunter auch die USA, nun in der Krise feststellen müssen, dass diese Abhängigkeit zu hoch ist.

China bestimmt aufgrund hohem Absatz die Weltmarktpreise
Die Verlagerung der Produktion aus China erfordert Zeit und hohe Investitionen. Aufgrund der niedrigeren Kosten durch hohe Absatz wurden die Weltmarktpreise vieler Güter zunehmend in China bestimmt. Diese Verlagerung hat jedoch auch Nachteile für die USA: Die Beschaffungskosten amerikanischer Unternehmen steigen und damit das gesamten Preisniveaus in den USA.

Andere asiatische Staaten übernehmen Produktion für USA
Wie das britische Magazin Economist kürzlich beschrieb, gibt es bereits Anzeichen dafür, dass die US-Importe aus anderen Ländern Südostasiens aufgrund von Produktionsverlagerungen aus China zunehmen. Es ist aber ein langsamer und schwieriger Prozess, bei dem voraussichtlich die US-Verbraucher die Rechnung über höhere Preise bezahlen dürften.

US-Öllieferanten wurden rasch ersetzt, US-Techlieferanten als unzuverlässig beurteilt
Im Gegensatz dazu exportieren die USA hauptsächlich Rohstoffe wie Öl - wo China in kurzer Zeit neue Lieferanten finden konnte - und höherwertige Waren und Dienstleistungen. Letztere leiden unter verschärften Exportkontrollen für US-Technologie, wodurch amerikanische Unternehmen als unzuverlässige Lieferanten gesehen werden könnten. Ob solche Maßnahmen Präsident Trump bei der Kandidatur zur Wiederwahl politisch helfen werden, bleibt abzuwarten. Selbst wenn er verliert, dürfte der Schaden aus den Handelskriegen aber noch lange nachwirken.

TRIGOS 2022: Die nachhaltigsten Unternehmen Österreichs

TRIGOS 2022: Die nachhaltigsten Unternehmen Österreichs

Die TRIGOS-Sieger 2022 stehen fest: Bereits zum 19. Mal wurde heuer die …

Günther Ofner, der neue Aufsichtsratschef der Staatsholding ÖBAG

Günther Ofner, der neue ÖBAG-Aufsichtsratschef [Porträt]

Mit Flughafen-Chef Günther Ofner übernimmt ein äußerst erfahrener, …

Das Cyber-Risiko für Unternehmen ist zuletzt stark gestiegen. Dennoch bleiben effiziente Schutzmaßnahmen oft außen vor.

Cybercrime: Jeder kann das nächste Opfer sein

Die Bedrohung von Cyberattacken wächst. Hacker nehmen vermehrt kleinere …

KSV1870 Group CEO Ricardo-José Vybiral

"Unternehmen fordern eine Ausbildungsoffensive"

Ricardo-José Vybiral, CEO der KSV1870 Holding AG, im trend-Interview über …