Handelsbilanz: 2015 gab es keine großen Sprünge

Handelsbilanz: 2015 gab es keine großen Sprünge

Der Internethandel und stationäre Geschäfte erzielten zusammen ein reales Umsatzplus von 0,6 Prozent. Der größte Zuwachs kommt aus dem Lebensmittelhandel - Branche tut sich schwer, geeignetes Personal zu finden.

Der heimische Einzelhandel hat im vergangenen Jahr hauptsächlich aufgrund des Internet-Geschäfts und der guten Entwicklung im Lebensmittelhandel (LEH) Steigerungsraten erzielt. Während die Umsätze im Internet nominell um 7 Prozent auf 3,3 Mrd. Euro zulegten, stiegen sie im stationären Einzelhandel nur um 1,1 Prozent auf 66,3 Mrd. Euro.

Umsätze, die von heimischen Konsumenten auf ausländischen Seiten wie Amazon oder Zalando lukriert werden, zählt die KMU Forschung Austria nicht mit.

Für 2016 hofft die Branche auf positive Effekte durch die Steuerreform. Die Wirtschaftsforschungsinstitute Wifo und IHS erwarten deutlich höhere Konsumausgaben als 2015. "Daher sehen wir 2016 positiv entgegen", sagte Handelsobmann Peter Buchmüller am Mittwoch bei der Präsentation der Jahresbilanz.

Zusammengerechnet ergab sich 2015 ein nominelles Umsatzplus von 1,4 Prozent, real (inflationsbereinigt) blieb jedoch nur ein leichtes Plus von 0,6 Prozent übrig. "Ein Drittel des gesamten Umsatzes fällt dabei auf den Lebensmittelhandel", so Buchmüller. Die Preise im stationären Handel stiegen im Vorjahr im Schnitt um 0,8 Prozent und blieben damit etwas unter der Inflationsrate von 0,9 Prozent. Für 2016 wird nach letzter Schätzung eine höhere Inflationsrate erwartet - es wird sich aber zeigen, ob diese angesichts der Ölpreisentwicklung hält.

Nach Branchen betrachtet war der Lebensmittelhandel 2015 der Gewinner. Die Lebensmittelhändler erzielten reale Umsatzzuwächse von 3,2 Prozent. Besonders gut entwickelten sich die Diskonter Hofer und Lidl, die noch etwas besser abschnitten als die klassischen Supermärkte, erläuterte Ernst Gittenberger von der KMU Forschung Austria. Die Großpleite der Lebensmittelkette Zielpunkt spiegle sich in den Zahlen noch nicht wieder.

Auch der Spielwarenhandel (+1,8 Prozent), Kosmetikhandel (+1,1 Prozent) sowie Uhren- und Schmuckgeschäfte (+ 0,9 Prozent) erzielten im Vorjahr mehr Umsatz. Weniger gut lief es für den Elektrohandel, der reale Umsatzrückgänge von 2,3 Prozent verzeichnete. Diese Branche ist von der Abwanderung der Konsumenten Richtung Internet besonders betroffen. Sämtliche modischen Bereiche litten wiederum unter dem stets falschen Wetter zur falschen Zeit. In Schuhgeschäften (-2,1 Prozent) sowie bei Bekleidungshändlern (-0,6 Prozent) gingen die Umsätze zurück.

Das Weihnachtsgeschäft steuerte im Vorjahr rund 1,63 Mrd. Euro zum Gesamtumsatz bei - gegenüber 2014 war das ein leichter Zuwachs von 0,5 Prozent.

Die Zahl der Beschäftigten im Einzelhandel blieb 2015 annähernd stabil (+0,4 Prozent) bei rund 327.600. Etwa die Hälfte davon arbeitet Teilzeit. Der Einzelhandel beschäftigt rund 16.000 Lehrlinge. Zu den besten Zeiten seien es etwa 20.000 gewesen, meinte Buchmüller. "Wir tun uns schwer, geeignete Lehrlinge zu finden", räumte der Handelsobmann ein. Auch sonst hätte man Probleme, in verschiedenen Bereichen Arbeitskräfte zu finden, so Buchmüller. Dabei zählte der Handel in den vergangenen Monaten zu jenen Branchen, die in der Arbeitslosenstatistik eher schlecht abschnitten.

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