Lockdown bis 6. Jänner verlängert, teilweise Öffnung ab 7. Dezember

In Österreich wird der zweite Lockdown etwas gelockert. Es gibt aber auch Verschärfungen. Die Schulen werden teilweise wieder geöffnet. Der Handel darf wieder öffnen, Gastronomie bleibt zu. Weihnachtsmärkte und Punschstände bleiben zugesperrt. Sporteinrichtungen, Oper und Theater bleiben ebenso geschlossen. Ausnahmen gibt es für Skiliftbetreiber. Auch Friseure und Masseure dürfen wieder ihre Dienste anbieten. Die Infektionszahlen bleiben hoch.

Lockdown bis 6. Jänner verlängert, teilweise Öffnung ab 7. Dezember

Vizekanzler Werner Kogler (Grüne), Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne)

Ab Montag 7. Dezember werden in Österreich die aufgrund der Corona-Epidemie von der Regierung verfügten Lockdown-Maßnahmen in Teilen wieder gelockert. Die Pflichtschulen werden wieder voll geöffnet. Schüler dürfen zum Teil wieder zurück in ihre Klassen. So kehren die Oberstufenklassen nicht in die Schulen zurück, außer die Maturaklassen. Es gilt aber Maskenpflicht. Für die Weihnachtsmärkte kommt für heuer nun das endgültige Aus: Es werden keine Weihnachtsmärkte, aber auch keine Punschstände genehmigt. Auch der Ausschank von offenen alkoholischen Getränken sowie deren Abholung ist untersagt.

Bis 6. Jänner zugesperrt bleibt auch die Gastronomie: Hotels und Gasthäuser, Restaurants, Kaffeehäuser, Pubs, Bars und Diskotheken bleiben gesperrt.

Keine Entwarnung gibt es zu Weihnachten für Einreisende nach Österreich, die aus Risikogebieten kommen. Für sie gilt Quarantänepflicht. Ab Mitte Dezember gelten die Einschränkungen für Personen, die aus Staaten mit einer 14-Tages-Inzidenz von mehr als 100 (pro 100.000 Einwohner) nach Österreich kommen. Sie müssen zehn Tage in Quarantäne und können sich nach fünf Tagen freitesten. Die Quarantäne-Pflicht gilt nur für die Einreisenden, nicht für deren Familienmitglieder, auch wenn sie im gleichen Haushalt wohnen.

Das Vorweihnachtsgeschäft wird ab Montag 7. Dezember sozusagen eingeläutet: Der Handel, Einzelhändler, Shopping-Malls, aber auch Baumärkte haben ab Montag wieder geöffnet. Es gilt dabei die konkrete Abstandsregel: Pro Kunde muss die Zehnquadratmeterregel garantiert sein.

Auch die Gewerbe der "Körpernahen Dienstleistungen, dazu zählen Friseure und Masseure, dürfen ab Montag wieder ihre Dienste anbieten.

Museen und Bibliotheken dürfen ebenso ab Montag wieder öffnen. Kulturveranstaltungen bleiben weiterhin untersagt. Ebenso bleiben die Kinos gesperrt.

Nicht gelockert werden hingegen die Ausgangsbeschränkungen. Von abends 20 Uhr bis am nächsten Morgen 6 Uhr gelten die bekannten Ausgangsbeschränkungen. Ab da dürfen sich zwei Haushalte - je bis zu sechs Erwachsene und sechs Kinder - treffen. Mit einer Ausnahme zu Weihnachten und Silvester: da dürfen sich zehn Personen treffen und die Ausgangsbeschränkungen sind aufgehoben.

Die Lockerungen wurden am Dienstag, den 2. Dezember 2020, vom sogenannten "Virologischen Quartett" der österreichischen Bundesregierung, bestehend aus den Türkisen Bundeskanzler Sebastian Kurz, Innenminister Karl Nehammer sowie den Grünen Regierungsmitgliedern Vizekanzler Werner Kogler sowie Sozial- und Gesundheitsminister Rudolf Anschober bekanntgegeben.

Kanzler Kurz appellierte an die Bevölkerung, weiter „gemeinsam an einem Strang“ zu ziehen. Innenminister Nehammer hat angekündigt, dass die Polizei verstärkt die Einhaltung der Regeln überwachen werde.

Gesundheitsminister Anschober betonte, dass die Maßnahmen im Zuge des neuerlich verhängten zweiten Lockdown Wirksamkeit zeigen. Das "erarbeitete Kaptial", so Anschober, müsse über die kommenden Wochen gebracht werden.

Weiterhin Zugesperrt

Schlecht schaut es aus für Veranstaltungen in Sport und Kultur. Einzelsportarten sind ab 24. Dezember erlaubt. Sport in Hallen bleibt aber weiterhin verboten. Mannschaftssportarten, sowohl indoor als auch outdoor, dürfen im Amateurbereich wohl erst ab 7. Jänner 2021 wieder ausgeübt werden. Erst dann dürfen Sportanlagen wieder geöffnet werden. Gleiches gilt für die Kulturhäuser des Landes: Konzertsäle, Theater und Kinos dürfen aller Voraussicht nach ebenso im Jänner öffnen dürfen. Unter einer Voraussetzung: Das Infektionsgeschehen muss sich weiter abschwächen. Die Zahl der Infizierten darf sich auf keinen Fall erhöhen. Ein Evaluierung Anfang Jänner soll die Entscheidung bringen.

Ausnahmen im Sportbetrieb gibt es für die Skiliftbetreiber des Landes. Sie dürfen schon am 24. Dezember wieder ihre Liftanlagen in Betrieb nehmen.


Das Infektionsgeschehen in Österreich:

400 Neuinfektionen, 121 Tote


Die Zahl der registrierten Neuinfektionen in Österreich blieb auch am Mittwoch auf hohem Niveau: In den vergangenen 24 Stunden wurden 3.972 neue Fälle eingemeldet, im Schnitt der vergangenen sieben Tagen waren es täglich 4.136. Seit Dienstag wurden 121 Covid-19-Tote gemeldet, so die Zahlen von Innen- und Gesundheitsministerium. Die Patientenanzahl in Spitälern und Intensivstationen geht weiter leicht zurück, auch die Siebentages-Inzidenz sinkt nur langsam und steht bei 325,2.

Die Zahl der Infizierten pro 100.000 Einwohner ist also mehr als dreimal so hoch, wie jene 100, die laut den Plänen der Bundesregierung das Limit für Einreisende aus dem Ausland nach Österreich über die Weihnachtsfeiertage sein sollen. Vor dem Beginn des harten Lockdowns vor zwei Wochen lag der Wert aber sogar noch bei 560.

Vor einer Woche wurde der bisherige Höchststand an belegten Intensivbetten erreicht, 709 Covid-19-Patienten benötigten damals intensivmedizinische Behandlung. Am Dienstag lagen noch 691 Erkrankte auf Intensivstationen, am Mittwoch waren es nunmehr 674. Auch insgesamt geht die Zahl der Hospitalisierten zurück. Die meisten Patienten wurden am 24. November registriert, 4.689 waren es am Dienstag vergangener Woche. Am heutigen Mittwoch meldeten die Behörden 4.245 SARS-CoV-2-Erkrankte in Spitälern - nach 4.482 am Dienstag.

Innerhalb einer Woche kamen 779 Tote hinzu. Mittlerweile sind in Österreich 3.446 Menschen an den Folgen des Coronavirus gestorben. Bis vor einer Woche wurden noch 2.667 Tote gemeldet. Seit Beginn der Pandemie wurden in Österreich 289.461 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet. 233.657 gelten als genesen, die Zahl der aktiven Fälle beläuft sich aktuell auf 52.358.

Siebentages-Inzidenz bleibt hoch

Die meisten Neuinfektionen wurden am Mittwoch mit 677 aus Oberösterreich gemeldet. 636 neue Fälle gab es in Niederösterreich, 593 in der Steiermark, 553 in Wien und 450 in Salzburg. In Tirol kamen 332 Neuinfektionen in den vergangenen 24 Stunden hinzu, in Kärnten 358, in Vorarlberg 222 und das Burgenland meldet 151 neue Fälle ein.

Die Siebentages-Inzidenz sinkt weiter nur leicht und befand sich am Mittwoch bei 325,2 nach 345,8 am Vortag. Im Bundesländervergleich schwanken die Werte zwischen den niedrigen 227,7 in Wien bis zu 478,9 beim derzeitigen Spitzenreiter Salzburg, wo dieser Wert im Vergleich zu gestern auch noch weiter gestiegen ist. Kärnten (454,4), Oberösterreich (395,0) und Tirol mit einer Siebentages-Inzidenz von 378,4 sind die weiteren drei Länder, die über dem Durchschnitt liegen, hier gingen die Werte im 24-Stundenvergleich jedoch jeweils leicht retour.

Insgesamt wurden am Mittwoch die Ergebnisse von 27.862 PCR-Tests bekannt gegeben, der Anteil an positiven Testergebnissen im Sieben-Tage-Schnitt betrug knapp 15 Prozent, nach 16 am Vortag. Auch hier weist bei den Bundesländern Wien mit rund zehn den niedrigsten Wert und Salzburg mit 22,1 den höchsten auf.


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