Gute Roboter: Künstliche Intelligenz steigert Wirtschaftswachstum

Gute Roboter: Künstliche Intelligenz steigert Wirtschaftswachstum

Automatisierung, Roboter und andere Formen der Künstlichen Intelligenz können das Wirtschaftswachstum in Österreich bis zum Jahr 2035 verdoppeln und die Produktivität um 30 Prozent steigern.

Schlecht beraten ist, wer sich gegen Automatisierung, Roboterisierung und andere Formen der Künstlichen Intelligenz (Artificial Intelligence, AI) sträubt. Wer angesichts des ohnehin unausweichlichen technologischen Fortschritts lediglich an den möglichen Verlust von Arbeitsplätzen denkt.

Die Mehrheit der österreichischen Unternehmen hat die Notwendigkeit der Digitalisierung mittlerweile auch schon erkannt. Dem neuen Mittelstandsbarometer der Beratungsgesellschaft EY spielen digitale Technologien inzwischen bei mehr als jedem zweiten heimischen Unternehmen (56 Prozent) für das eigene Geschäftsmodell eine markante große Rolle. Besonders groß ist ihre Bedeutung bei Dienstleistern und bei großen Unternehmen.

Im Mittelstand gibt es allerdings noch Luft nach oben. Hier ist erst knapp ein Drittel der Betriebe der Meinung, dass sich ihr Geschäftsmodell durch die neuen Technologien verändert hätte. Ebenso viele sind der Meinung, dass sich noch überhaupt nichts verändert hätte. Und sie wähnen sich in Sicherheit: Dass in den nächsten fünf Jahren bislang branchenfremde Mitbewerber mit Hilfe neuer Technologien zu harten Konkurrenten werden könnten fürchten nur die wenigsten (8 %). Die Mehrheit (55 %) denkt, dass das wenn, dann nur in überschaubarem Umfang geschieht und die restlichen 37 Prozent sind der Meinung, dass das gar nicht der Fall sein wird.

Dem widersprechen allerdings die Erwartungen der Unternehmen, die bereits investiert haben. Sie erwarten sich dadurch sehr wohl, neue Geschäftsmodelle entwickeln zu können und damit auch neue Märkte und Kunden und Kunden - bei obendrein besseren Margen - ansprechen zu können.

Die Wirtschaft profitiert

In einer länderübergreifenden Studie, bei der auch Österreich inkludiert war, hat das Beratungsunternehmen Accenture die positiven Effekte der Technologien auf das Wirtschaftswachstum von insgesamt zwölf Nationen (darunter auch darunter die USA, Japan, Deutschland und Großbritannien) untersucht. Die positive Erkenntnis für Österreich: Die Studienautoren rechnen damit, dass das Wirtschaftswachstum im Land durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz bis zum Jahr 2035 jährlich um drei Prozent steigen wird - sich also gegenüber des auf der Basis des heutigen technologischen Stands errechneten Wachstums von 1,4 Prozent pro Jahr verdoppeln wird.

Weitere positive Effekte von intelligenten Robotern und selbstlernende Maschinen: Die zusätzliche Bruttowertschöpfung in Österreich wird mit 137 Millionen Euro innerhalb der nächsten zwanzig Jahre beziffert. Außerdem würde die Produktivität der Beschäftigten um 30 Prozent steigen. Hintergrund ist, dass sich die Beschäftigten viel stärker mit kreativen Aufgaben und Innovationsfragen befassen können, die eine höhere Wertschöpfung als die bisher ausgeübten Tätigkeiten nach sich ziehen. Viele Arbeitsabläufe und monotone Prozesse in der Fertigung und im Büro könnten außerdem durch den Einsatz dieser neuen Technologien effizienter ausgeführt werden.

Roboter, an die Arbeit!

„In den nächsten zwanzig Jahren wird Künstliche Intelligenz unsere Wirtschaft und unsere Art zu arbeiten mehr denn jede andere Technologie verändern”, sagt Michael Zettel, Country Managing Director Accenture Österreich. „Österreich kann von der Nutzung intelligenter Roboter und selbstlernender Maschinen besonders profitieren. Künstliche Intelligenz ist ein wichtiger Treiber für zukünftiges Wirtschaftswachstum." Gerade im Dienstleistungsbereich gäbe es zahlreiche Möglichkeiten für Künstliche Intelligenz, etwa die Beantwortung von Kundenanfragen durch virtuelle Agenten oder die Automatisierung von standardisierten Abläufen.

Damit das wirtschaftliche Potenzial voll zum Tragen kommen kann, ist aber auch ein neues gesellschaftliches Verständnis im Umgang mit künstlicher Intelligenz nötig, so die Studienautoren. Es stellt sich etwa die ethische Frage, wie Menschen und Maschinen zukünftig zusammenarbeiten sollen und wie autonom Roboter Entscheidungen treffen und umsetzen dürfen.

Die Autoren fordern flexible regulatorische Rahmenbedingungen, die den schnellen technologischen Fortschritt auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz auch abbilden. Außerdem halten sie eine breite gesellschaftliche Debatte nötig, in der diskutiert und aufgeklärt wird wie Volkswirtschaften vom Einsatz neuer Technologien profitieren können

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