Groupon beendet Schnäppchenjagd in der Schweiz und Österreich

Das Schnäppchen-Portal Groupon macht dicht: Die Nutzer in Österreich und der Schweiz haben einen Brief bekommen, dass die Geschäftsbeziehung eingestellt wird.

Groupon beendet Schnäppchenjagd in der Schweiz und Österreich

Ende der Rabattjagd in gleich vier Ländern. Groupon kommt offenbar mit den Rabattjägern in Österreich nicht auf Augenhöhe.

Das Rabatt-Portal Groupon macht dicht. In Österreich und der Schweiz wurde mit gestrigem Tag die Seite quasi Offline gestellt. Die Schnäppchenjagd ist für den US-Konzern in Österreich nach gut fünfjähriger Geschäftstätigkeit und der Schweiz beendet. 2011 startet der US-Rabattjäger in Österreich. Im Vorjahr wurde für Österreich sogar noch von einer Expansion gesprochen. Neben Österreich und der Schweiz wird Groupon auch in Portugal und der Ukraine zusperren.

Auf der Homepage bezeichnet sich Groupon noch immer als einer zu den "erfolgreichsten E-Commerce-Anbietern in Deutschland, der Schweiz und in Österreich". Das Produktangebot hat Groupon aber seit heute Offline gestellt.

"Es tut uns leid, Sie informieren zu müssen, dass Groupon am 25. Januar 2016 seine Geschäftstätigkeiten in Österreich eingestellt hat und wir Ihnen daher heute keine Deals anbieten können" - heißt es in der Mitteilung von Groupon. Bestehende Deals werden noch abgewickelt. Retouren von Waren oder Umtausch sollen bis spätestens 15. März 2016 erfolgen.

Das im Jahr 2008 gegründete US-Unternehmen galt einst als das am schnellsten wachsende Unternehmen der Interneteconomy. Via Internet werden sogenannte Deals angeboten. Groupon versteh sich dabei als Mittler, der dem Konsumenten entsprechende Rabatte verspricht. Per E-Mail bekamen die Nutzer bisher neues Deals in ihre Mail-Box geschickt.

Vom Menü im Top-Restaurant, Schuhen, Fotoshooting, Spielzeug, Heilmassagen bis hin zu Computern oder Schuhen hatte Groupon Rabatte von bis zu 70 Prozent versprochen. Voraussetzung für das Zustandekommens des Kaufs war eine bestimmte Anzahl von Nutzern in einem festgelegten Zeitraum.

Gelassenheit im Internet

Im Internet hält sich die Enttäuschung in Grenzen. Groupon hat bei Gewerbetreibenden nicht gerade den besten Ruf. "Einmal ausprobiert und wieder abgemeldet", sagte ein Händler dem trend.at. Vor allem aus der Gastronomie hagelte es immer wieder Kritik, weil Groupon die vereinbarten Bedingungen oft nicht eingehalten hat und höhere Rabatte versprochen hatte. "Die haben mit Druck verkauft", meinte ein Gastronom. Und die Preisvorschläge seitens Groupon waren zum Teil "betriebswirtschaftlicher Nonsens".


In den vergangenen Jahren hatte es auch immer wieder Warnungen gegeben, dass die Konditionen aus den versprochenen Deals nicht gehalten werden. Gropon soll angeblich selbst mehr der lukrativen Deals angeboten haben, als mit seinen gewerblichen Kunden vereinbart wurde.

Der Werteverfall

Vom einstigen Börsenstar ist nicht mehr viel geblieben. Der Groupon-Kurs (ISIN US3994731079) ist von einst über 25 Dollar binnen vier Jahren auf 2,78 Dollar abgestürzt. Google hatte im Jahr 2010 noch 6 Milliarden Dollar für das Unternehmen geboten, das zum Börsengang 2011 noch 13 Milliarden Dollar Börsenwert hatte. Heute ist das Unternehmen noch 1,7 Milliarden Dollar an der Börse wert.

Groupon beschäftigt noch 12.000 Mitarbeiter in 47 Ländern, verzeichnet eigenen Angaben zufolge weltweit rund 53 Millionen aktive Nutzer, über 250 Millionen Newsletter-Abonnenten und kooperiert mit über 800.000 Partnern. Vier Länder sind nun von der Liste zu streichen.

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