Großbanken droht im Devisen-Skandal Milliarden-Strafe

Großbanken droht im Devisen-Skandal Milliarden-Strafe

Fünf Großbanken fassen als Folge eines Devisenskandals insgesamt über sechs Milliarden Dollar Strafe aus. Ein eingeleitetes Verfahren würde mit dem Einlenken der Banken gestoppt. Laut Nachrichtenagentur Reuters könnten die Schuldeingeständnisse der Banken bereits am Mittwoch erfolgen.

Zürich/Derby/Edinburgh. Der Devisenskandal kommt fünf internationale Großbanken teuer zu stehen. Einem Bericht der "Financial Times" (FT) zufolge müssen die Schweizer UBS sowie zwei amerikanische und zwei britische Banken insgesamt wohl mehr als 6 Milliarden Dollar auf den Tisch legen, um die Verfahren des US-Justizministeriums (DoJ) sowie weiterer Behörden beizulegen.

Das DoJ sei erpicht darauf, bereits am Mittwoch eine Einigung bekanntgeben, doch sei auch ein Aufschub um einen oder zwei Tage möglich, falls sich die Schlussverhandlungen hinziehen sollten, berichtete die Zeitung.

Die höchste Strafe muss dem Bericht zufolge die britische Barclays bezahlen. Rund 3,1 Milliarden Dollar dürfte die Buße der britischen Finanzmarktbehörde, des DoJ und dreier weiterer US-Behörden erreichen. Bei der Royal Bank of Scotland (RBS), JP Morgan und Citigroup werde sich die Zahlung auf jeweils bis zu eine Milliarde Dollar belaufen. Tochtergesellschaften der vier Banken dürften sich strafrechtlich schuldig bekennen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen weiter. Citigroup bestätigte bereits in einer Pflichtmitteilung, dass sich die Bank in einem Devisen-Kartellverfahren schuldig bekennen könnte.

Die Schweizer Großbank UBS kommt einem Bericht der "Financial Times" vom Dienstag zufolge glimpflicher davon als andere Banken. UBS müsse eine Geldstrafe von weniger als 800 Millionen Dollar bezahlen, hieß es mit Bezug auf Insiderquellen.

Die Buße für die UBS falle geringer aus, weil sie die US-Behörden zuerst auf die Missstände im Devisenmarkt hingewiesen hatte. Insgesamt belaufe sich die Strafe von amerikanischen und einer britischen Behörde für die fünf Banken auf mehr als sechs Milliarden Dollar.

Ende 2012 hatte die größte Schweizer Bank die Untersuchung der Verstrickung in den Libor-Skandal mit einer Zahlung von 1,4 Milliarden Franken beigelegt. Im vergangenen November zahlte die UBS zwar 774 Millionen Franken an Behörden in den USA, Großbritannien und der Schweiz. Das Verfahren des US-Justizministeriums wurde dabei aber ausgeklammert. Die UBS wollte sich zu dem "FT"-Bericht nicht äußern.

Weltweit gehen Aufseher dem Verdacht nach, dass Banken am billionenschweren Devisenmarkt ebenfalls getrickst haben. Die Deutsche Bank als einer der größten Devisenhändler der Welt hat Finanzkreisen zufolge mehrere Händler vom Dienst suspendiert. Sie stehen offenbar im Verdacht, an Referenzkursen gedreht zu haben. Das Institut hat erklärt, dass sie zur Aufklärung des Skandals mit verschiedenen Aufsichtsbehörden zusammenarbeitet und zudem eine interne Untersuchung gestartet hat.

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