Griechenland will nach "Troika" auch EU-"Task Force" loswerden

Griechenland will nach "Troika" auch EU-"Task Force" loswerden

Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras will der EU wieder einmal eine Institution abmontieren.

Griechenland will offenbar die Aufseher der EU-Kommission loswerden. Nachdem die "Troika" mit Regierungsantritt schon abgelehnt wurde und eine "Task Force" deren Tätigkeit übernommen hat, streben die Griechen die nächste Demontage eines EU-Gremiums an.

Athen/Brüssel. Die nächste Konfrontation zwischen Griechenland und der EU inklusive einer weiteren Auseinandersetzung mit Deutschland steht bevor. Die griechische Regierung will nach der Umbenennung der bisherigen Troika nun auch deutliche Veränderungen bei der Task Force der EU-Kommission durchsetzen. So soll das bisher von dem Deutschen Horst Reichenbach geführte Team einen neuen Namen erhalten und nicht mehr allein für Griechenland zuständig sein, wie die Nachrichtenagentur Reuters von mit der Sache vertrauten Personen erfuhr.

Die Dramaturgie im Schuldenstreit dürfte bis zum nächsten EU-Finanzministertreffen am 24 April in Riga auf einen weiteren Höhepunkt zusteuern. Dort wollen die EU-Mnister über die nächste Auszahlung der Hilfstranche beraten: Griechenland benötigt unbedingt 7,2 Milliarden Euro, um die Pleite abzuwehren.

Kaum vorstellbar, dass die EU sich die Forderungen Griechenlands diktieren lässt, wo doch doch die Reformliste der Griechen noch immer unzählige Lücken aufweist. Und einen Blankoscheck wird die EU Griechenland kaum ausstellen.

Die etwa 50 Mitarbeiter der "Task Force", vormals Troika, sollen nach dem Willen der Griechen zudem an einen anderen Teil der EU-Kommission angegliedert werden. Die Task Force wurde 2011 ins Leben gerufen und sollte den wechselnden griechischen Regierungen beim Neuaufbau der Verwaltung, der Umsetzung von Reformen und den Anträgen für Gelder aus EU-Fonds helfen. Das Team koordiniert zudem die Arbeit von Experten aus EU-Mitgliedsländern in Griechenland, die beispielsweise die Finanzverwaltung beim Kampf gegen Steuersünder beraten sollen.

Neue EU-Institution

Einem griechischen Regierungsvertreter zufolge hat EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker dem griechischen Regierungschef Alexis Tsipras gesagt, dass das Mandat der Task Force Ende April ausläuft und durch eine neue Institution ersetzt wird, die zwar die gleichen Aufgaben haben soll, aber für alle EU-Länder zuständig ist. Bereits länger geplant ist das Ausscheiden Reichenbachs als Task-Force-Chef in den kommenden Wochen.

Die Bezeichnung für verschiedene EU-Organe ist in Griechenland hoch politisch, weil die vom Linksbündnis Syriza geführte Regierung der Bevölkerung eine neue Politik gegenüber den internationalen Geldgebern versprochen hat. Viele Griechen verbinden mit der "Troika" von EU-Kommission, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) sowie der "Task Force" eine Bevormundung aus Brüssel. Die bisher als Troika bekannten Teams firmieren mittlerweile unter der Bezeichnung "die Institutionen". Inhaltlich hat sich an ihrem Auftrag - der Bewertung der Finanzlage Griechenlands und der Überprüfung von Reformfortschritten - aber nur wenig geändert.

Lesen Sie hier weiter => Griechenland - Das Schuldendrama => So geht es weiter

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