Griechenland weiter mit höchstem Schuldenstand in Europa

Griechenland weiter mit höchstem Schuldenstand in Europa

Die Verschuldung in der Eurozone ist laut Eurostat im ersten Quartal 2015 leicht auf 92,9 Prozent angestiegen - im vierten Quartal des Vorjahres lag sie bei 92 Prozent. Wenig überraschend hat das von der Pleite bedrohte Griechenland mit 168,8 Prozent die höchste Schuldenquote gemessen am BIP, allerdings deutlich weniger als im Quartal zuvor (177,1 Prozent). Österreichs Schulden stiegen auf 84,9 Prozent an.

Im Durchschnitt aller 28 EU-Staaten stieg der Schuldenstand auf 88,2 Prozent an. Hinter Griechenland weisen Italien (135,1 Prozent) und Portugal (129,6 Prozent) die höchsten Werte aus.

Dann folgen Belgien (111,0 Prozent), Zypern (106,8 Prozent), Spanien (98,0 Prozent), Frankreich (97,5 Prozent), Großbritannien (88,5 Prozent), Kroatien (87,7 Prozent), Österreich (84,9 Prozent), Slowenien (81,9 Prozent), Ungarn (77,6 Prozent), Deutschland (74,4 Prozent), Malta (70,3 Prozent), Niederlande (68,9 Prozent), Finnland (60,3 Prozent), Slowakei (54,0 Prozent), Polen (50,8 Prozent), Dänemark (44,4 Prozent), Schweden (44,0 Prozent), Tschechien (42,4 Prozent), Rumänien (38,4 Prozent), Litauen (38,1 Prozent), Lettland (35,5 Prozent), Bulgarien (29,6 Prozent), Luxemburg (21,6 Prozent) und Estland (10,5 Prozent). Keine Daten lagen aus Irland vor.

Auch wenn sich laut Eurostat Griechenlands Schuldenstand im ersten Quartal 2015 auf 168,8 Prozent verringert hat, wächst der Schuldenberg Athens seit 2008. Die EU-Kommission rechnet in ihrer Prognose für 2015 mit rund 180,2 Prozent. Griechenland hat rund 313 Milliarden Euro Schulden. Einem Papier des Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge rechnet die Behörde aus Washington bis Ende 2018 mit einem Schuldenstand von fast 200 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung.

Die griechischen Schulden seien im ersten Quartal vor allem durch die Tilgung von Krediten gefallen, erklärte eine Eurostat-Sprecherin auf Anfrage. "Der größte Teil waren Darlehen des EFSF an den HFSF zur Rekapitalisierung von Banken und zur Bankenabwicklung." Abgesehen von diesen 10,9 Milliarden Euro sei der Rest der Schuldenverringerung "fast ausschließlich" durch Rückzahlungen von Krediten an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zustandegekommen. In absoluten Zahlen verringerten sich Griechenlands Schulden Eurostat zufolge von Quartal zu Quartal um 15,5 Milliarden Euro auf 301,5 Milliarden Euro.

Österreich 0,3 Prozent mehr Schulden

In zwölf EU-Staaten verringerte sich vom vierten Quartal 2014 auf das erste Quartal 2015 der öffentliche Schuldenstand. Dabei konnte Griechenland mit einer Schulden-Reduktion um 8,3 Prozent am meisten punkten. Dann kommen Lettland (-5,1 Prozent), Litauen (-2,7 Prozent), Rumänien (-1,4 Prozent), Großbritannien (-0,9 Prozent), Dänemark (-0,8 Prozent), Zypern (-0,7 Prozent), Portugal (-0,6 Prozent), Deutschland und Luxemburg (je -0,5 Prozent) sowie Estland und Tschechien (je -0,2 Prozent).

Eine Zunahme der Schuldenquote wurde in 15 Ländern registriert. Dabei mussten Belgien (+4,5 Prozent) und Italien (+3,0 Prozent) die höchsten Anstiege hinnehmen. Dann folgen Kroatien (+2,6 Prozent), Bulgarien (+2,0 Prozent), Frankreich (+1,9 Prozent), Malta (+1,8 Prozent), Niederlande, Finnland und Slowenien (je +1,0 Prozent), Polen und Ungarn (je +0,7 Prozent), Slowakei (+0,5 Prozent), Spanien und Österreich (je +0,3 Prozent) sowie Schweden (+0,1 Prozent). Wieder keine Vergleichsdaten gibt es aus Irland.

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