Griechenland fällt in die Rezession zurück

Griechenland fällt in die Rezession zurück

Griechenlands Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im vierten Quartal um 0,6 Prozent. Experten hatten stärkeren Rückgang erwartet. Der Sparkurs belastet Konsum, Investitionen und Exporte. Griechenland ist somit Schlusslicht in der Eurozone.

Athen/Brüssel. Trotz eines Rückfalls in die Rezession hat die griechische Wirtschaft ihre Talfahrt gebremst. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im vierten Quartal 2015 zwar um 0,6 Prozent, wie das EU-Statistikamt Eurostat am Freitag mitteilte. Das war aber weniger als halb soviel wie in den drei Monaten zuvor und geringer als von Experten erwartet.

Die Einigung mit den Geldgebern aus der Eurozone im Sommer brachte etwas Entlastung. Doch noch immer drückt der Sparkurs, zu dem sich die Regierung im Gegenzug für die internationalen Hilfen verpflichtet hat, auf Konsum, Investitionen und Export. Der hoch verschuldete Staat bleibt damit Schlusslicht im Währungsraum.

Auch für 2016 sieht es trübe aus. Die EU-Kommission sagt den Griechen ein schwieriges Jahr voraus: Die Wirtschaft wird demnach um 0,7 Prozent schrumpfen, ehe sie 2017 mit 2,7 Prozent spürbar steigen soll. Die Arbeitslosigkeit war zuletzt mit 24,6 Prozent immer noch mehr als doppelt so hoch wie im Schnitt der Eurozone, die Industrie stagnierte.

Dennoch schlug sich das Land im Kampf gegen die Schuldenkrise "trotz der massiven Verwerfungen zur Jahresmitte und neuen empfindlichen Einschnitten der Regierung" besser als gedacht, wie die NordLB erklärte. Eurobank-Volkswirt Platon Monokroussos verwies darauf, dass die Daten auf ein BIP-Minus von 0,7 Prozent im Gesamtjahr 2015 hindeuten. Das wäre nur halb soviel wie von der EU-Kommission noch kürzlich befürchtet.

Die Wirtschaft war im dritten Quartal um 1,4 Prozent eingebrochen, nachdem sie im Frühjahr noch leicht gewachsen war. Das monatelange Ringen mit den Geldgebern brachte sie wieder aus dem Tritt. Wegen des drohenden Euro-Abschieds räumten viele Griechen ihre Konten. Der Staat führte Kapitalkontrollen ein und schloss die Banken zeitweise, um Pleiten der Geldhäuser zu verhindern. Die Einigung auf neue Hilfen sorgte für etwas Erleichterung, doch zuletzt wuchsen wieder die Sorgen vor einem erneuten Aufflammen des Dramas.

Denn Griechenland hängt noch immer am Finanztropf seiner Euro-Partner. Die Regierung des Links-Politikers Alexis Tsipras tut sich angesichts des Widerstands in der eigenen Partei und in der Bevölkerung schwer mit der Umsetzung der verlangten Reformen und Einsparungen. Die EU-Kommission hält den Abschluss der ersten Überprüfung des dritten Hilfspakets zwar bis Ende März für möglich. Davor stehen aber noch einige Hürden.

Neben Privatisierungsplänen erhitzt vor allem die Pensionsreform die Gemüter der Griechen. Am Freitag liefen Bauern dagegen Sturm. Bei einer Protestaktion von rund 800 Landwirten aus Kreta in Athen kam es zu Ausschreitungen. Die Polizei ging mit Tränengas gegen die Demonstranten vor, die Steine auf das Landwirtschaftsministerium warfen. Dabei gingen auch Scheiben zu Bruch. Nach Behördenangaben versuchten die Bauern zudem, die Polizisten vor dem Gebäude abzudrängen. Die Wut richtet sich gegen die Pläne, Steuern und Rentenbeiträge zu erhöhen.

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