+++Griechenland-Newsticker+++

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Griechenland will die Detail-Verhandlungen mit den internationalen Gläubigern über ein drittes Hilfspaket innerhalb eines Monats abschließen. Am Mittwoch findet im Parlament in Athen wieder ein Votum statt.

Seit Montag haben die Banken in Griechenland wieder geöffnet, die Bevölkerung musste aber drastische Einschnitte in Kauf nehmen. Die Mehrwertsteuer auf bestimmte Lebensmittel erhöhte sich von 13 auf 23 Prozent, auch Taxi- oder Busfahrten wurden teurer. Am kommenden Mittwoch muss Tsipras seine Koalition für ein Votum wieder einschwören: Diesmal geht es um die Umsetzung der EU-Richtlinie über angeschlagene Kreditinstitute. +++ Die aktuellen Entwicklungen zu Griechenland im FORMAT Newsticker. +++

22. Juli 2015

+++EZB erhöht Rahmen für Notfall-Hilfen an Banken+++16:21 Uhr

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den angeschlagenen griechischen Banken Insidern zufolge mit der erneuten Aufstockung von Notfall-Hilfen weiteren Spielraum verschafft. Die Währungshüter erhöhten die Obergrenze für die sogenannten ELA-Liquiditätshilfen an die Institute um 900 Mio. Euro, wie zwei mit dem Vorgang vertraute Personen am Mittwoch sagten.

"Es würde mich nicht überraschen, wenn das weiterhin in diesem Niveau steigt Woche für Woche," sagte einer der Insider. Am vergangenen Donnerstag hatte der EZB-Rat erstmals seit Ende Juni den Rahmen für die Notkredite erhöht und zwar ebenfalls um 900 Mio. Euro. Damit dürfte das Limit für die Bankenhilfen inzwischen bei annähernd 91 Mrd. Euro liegen.

+++EU strebt Verhandlungsabschluss nach Mitte August an +++15:01 Uhr

Die EU-Kommission strebt einen Abschluss der Verhandlungen über das neue Hilfsprogramm für Griechenland nach Mitte August an. Der vorgesehene Zeitplan der inzwischen laufenden Gespräche führe zum "Beginn" der zweiten Augusthälfte, sagte EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici am Mittwoch in Brüssel. Ob dies erreichbar sei, hänge von den erzielten Fortschritten ab.

+++Tsakalotos: Gläubiger-Gespräche könnten Freitag starten+++12:21 Uhr

Griechenland könnte schon an diesem Freitag Gespräche mit den Gläubigern über ein neues Hilfspaket aufnehmen. Eine Einigung müsse dann bis spätestens zum 20. August stehen, fügte der Finanzminister Euklides Tsakalotos am Mittwoch im Parlament in Athen hinzu. Bis dahin muss Athen knapp 3,2 Mrd. Euro an die Europäische Zentralbank (EZB) zurückzahlen.

Der Minister äußerte sich zuversichtlich, dass das Parlament am Mittwochabend die letzten Reformgesetze billigen werde. Sie sind Teil der mit den Geldgebern vereinbarten Voraussetzungen für die Gespräche über weitere Finanzhilfen. Es geht um Reformen im Bereich Justiz und Bankwesen.

+++Juncker: Angst führte zu Einigung+++11:08 Uhr

Nach Einschätzung von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker war es vor allem die Angst vor den unkalkulierbaren Folgen eines Grexit, die eine Einigung im griechischen Schuldendrama ermöglicht hat. "Man hat nicht das Schlimmste verhindert, weil man besonders klug war, sondern weil man Angst hatte", sagte der Luxemburger der belgischen Tageszeitung "Le Soir" (Mittwoch).

"Es ist die Angst, die das Abkommen ermöglicht hat," sagte Juncker. Er kritisierte gleichzeitig, dass sich bei den jüngsten Verhandlungen in der EU ein Bruch der solidarischen Bindungen gezeigt habe. Dies sei nicht nur beim Thema Griechenland, sondern auch beim Thema Migration der Fall gewesen. Mit Blick auf die Zukunft stimme ihn dies sehr besorgt, sagte der Kommissionspräsident.

+++Griechischer Finanzminister wirbt um Reform-Zustimmung+++10:30 Uhr

Der griechische Finanzminister Euklid Tsakalotos hat die Abgeordneten aufgerufen, das von der Regierung beantragte zweite Reformpaket zu verabschieden. Mit Blick auf das mit den Euro-Partnern abgesprochene dritte Hilfspaket sagte Tsakalotos am Mittwoch zu Beginn der Parlamentsdebatte: "Es ist extrem wichtig, dieses Verfahren der vorrangigen Maßnahmen durchzuziehen, um die Verhandlungen am Freitag aufnehmen zu können." Die Verabschiedung der sogenannten prior actions, darunter neue Regeln zu Abwicklung notleidender Banken, ist eine Bedingung dafür, dass die Gespräche über ein neues Hilfspaket für Griechenland im Volumen von bis zu 86 Milliarden Euro mit den Geldgebern starten können.

Zwar gilt die Zustimmung wegen der Unterstützung der Opposition als sicher. Das Votum gilt als Test dafür, wie gut Ministerpräsident Alexis Tsipras nach der Entlassung von Reform-Gegnern aus dem Kabinett seine Gefolgschaft noch im Griff hat. Zusammen mit seinem Koalitionspartner kommt er auf 162 Sitze im 300 Mandate zählenden Parlament. Sollten ihm weniger als 120 Abgeordnete seiner Partei folgen, werden in der Syriza vorgezogenen Neuwahlen im Herbst nicht ausgeschlossen. Jüngsten Umfragen zufolge könnte Tsipras dann eine absolute Mehrheit der Sitze erreichen.

+++ IWF tauscht Verhandlungsleiter aus+++09:10 Uhr

Der Internationale Währungsfonds (IWF) tauscht seinen Leiter bei den Verhandlungen mit Griechenland über neue Gelder aus. Der Finanzökonom Rishi Goyal werde noch "in dieser Woche" andere Aufgaben übernehmen, teilte der Fonds am Dienstag (Ortszeit) mit. Seinen Posten in der Verhandlungsleitung übernimmt demnach die Wirtschaftswissenschafterin Delia Velculescu.

Velculescu arbeitete bereits in den vergangenen Jahren mit der griechischen Seite zusammen und verhandelte für den IWF zuletzt in Slowenien und Zypern. Das hoch verschuldete Griechenland hatte am Montag mit der Rückzahlung seiner Kreditraten an den IWF begonnen.

21. Juli 2015

+++Über was am Mittwoch im griechischen Parlament abgestimmt wird+++15:46 Uhr

Am Mittwoch geht es um die Umsetzung einer im Zuge der globalen Finanzkrise erlassenen EU-Richtlinie zur Abwicklung von angeschlagenen Kreditinstituten in das griechische Recht. Diese soll Steuerzahler davor schützen, bei der Rettung von Banken einspringen zu müssen. Sie legt fest, dass zuerst Aktionäre und Gläubiger herangezogen werden, bevor öffentliche Mittel zum Einsatz kommen. Die EU-Kommission verlangt die Annahme dieser Reform. Ende Mai erhielten neben Griechenland Italien, Frankreich und weitere Länder zwei Monate Zeit, die Vorgaben einzuführen.

+++Welche Lebensmittel sind von der Mehrwertsteuererhebung betroffen?+++15:44 Uhr

Die Länderseite zu Griechenland der Wirtschaftskammer Österreich listet detailliert auf, welche Lebensmittel und sonstigen Dienstleistungen von der Erhöhung der Mehrwertsteuer betroffen sind.

+++Neues Hilfspaket binnen eines Monats verhandeln+++13:55 Uhr

Die griechische Regierung hofft, binnen eines Monat Verhandlungen über neue internationale Finanzhilfen unter Dach und Fach zu bringen. Unmittelbar nach der Parlamentsabstimmung am Mittwoch über ein weiteres Reformpaket würden Gespräche mit den Gläubigern aufgenommen, teilte eine Regierungssprecherin am Dienstag mit. "Das Abschlussdatum ist der 20. August."

Das Reformpaket, das am Mittwoch zur Abstimmung steht, ist eine der Voraussetzungen dafür, dass Verhandlungen mit den internationalen Gläubigern Griechenlands über ein drittes Hilfspaket aufgenommen werden.

+++Fraport wartet auf neue Gespräche zu Hellas-Flughäfen+++10:44 Uhr

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport steht weiterhin bereit, 14 regionale Flughäfen in Griechenland zu übernehmen. "Es ist vereinbart, dass demnächst die Gespräche wieder aufgenommen werden. Schaun 'mer mal", sagte Fraport-Vorstandschef Stefan Schulte am Montagabend vor Journalisten in Frankfurt.

Der deutsche Konzern hatte im November 2014 gemeinsam mit einem griechischen Partner die Privatisierungsausschreibung der Griechen für sich entscheiden können. Die mit festen Investitionszusagen verbundene Übernahme dreier Flughäfen auf dem Festland und elf Insel-Airports unter anderem auf Korfu, Mykonos und Santorin wurde aber nach der Syriza-Regierungsübernahme auf Eis gelegt.

+++Tsipras bringt weiteres Reformgesetz ins Parlament ein+++10:23 Uhr

Die griechische Regierung hat am Dienstag als Voraussetzung für neue internationale Finanzhilfen ein weiteres Reformgesetz ins Parlament eingebracht. Es geht um die Aufnahme einer im Zuge der globalen Finanzkrise erlassenen EU-Richtlinie zur Abwicklung von angeschlagenen Kreditinstituten in das griechische Recht. Diese soll Steuerzahler davor schützen, bei der Rettung etwa von in die Schieflage geratenen Banken einspringen zu müssen. Sie legt fest, dass zuerst Aktionäre und Gläubiger herangezogen werden, bevor öffentliche Mittel zum Einsatz kommen.

Ministerpräsident Alexis Tsipras hat bis Mittwochnacht Zeit, das Parlament davon zu überzeugen, die Regeln anzunehmen. Die Abstimmung über das Gesetz wird somit ein Test für seine Regierungsfähigkeit. In der vergangenen Woche hat er ein erstes Spar- und Reformpaket nur mit Unterstützung der Opposition bewilligt bekommen, da viele Mitglieder seiner Koalition gegen das Vorhaben stimmten. Die Abgeordneten mussten allerdings über deutlich umstrittenere Maßnahmen entscheiden als diesmal. Die Gesetze sind eine Voraussetzung dafür, dass Verhandlungen mit den internationalen Gläubigern Griechenlands über ein drittes Hilfspaket aufgenommen werden.

+++Griechische Regierung schließt Neuwahlen "im Moment" aus+++09:15 Uhr

Trotz des Widerstandes in den eigenen Reihen gegen die Sparauflagen hat die griechische Regierung nicht die Absicht, vorgezogene Neuwahlen in Erwägung zu ziehen. Wahlen seien "im Moment" nicht nützlich und "die Regierung hat nicht die Absicht, welche zu organisieren", sagte die neue Regierungssprecherin Olga Gerovassili am Montag der halbstaatlichen griechischen Presseagentur Ana.

Ziel sei es derzeit vielmehr, das Abkommen mit den Europäern zum Abschluss zu bringen und "Normalität und Stabilität" wieder herzustellen.

20. Juli 2015

+++Währungsfonds bestätigt Schulden-Rückzahlung+++17:16 Uhr

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat die Rückzahlung der überfälligen Kreditraten durch Griechenland bestätigt. Die Summe von rund 2 Mrd. Euro sei eingegangen, erklärte IWF-Sprecher Gerry Rice am Montag. Damit sei Athen nicht länger im Zahlungsverzug. Der Währungsfonds stehe bereit, Griechenland bei "seiner Rückkehr zu finanzieller Stabilität und Wachstum" weiter zu unterstützen.

+++60.000 griechische Firmen wollen angeblich nach Bulgarien ziehen +++15:06 Uhr

Laut zweier griechischer Quellen sollen 60.000 griechische Geschäftsleute einen Antrag zur Übersiedelung nach Bulgarien gestellt haben. Sie wollen so der Kapitalkontrolle entgehen, berichtet die bulgarische Nachrichtenagentur Focus mit Verweis auf GreekReporter und den griechischen Fernsehsender SKAI. Der Parlamentssprecher der regierenden linken Partei Syriza, Nikos Phillis, dementierte.

+++Griechenland weist Zahlung an EZB und IWF an+++11:19 Uhr

Griechenland hat nach Informationen aus dem Finanzministerium die Zahlung von insgesamt 6,25 Milliarden Euro an die Europäische Zentralbank (EZB) und den Internationalen Währungsfonds (IWF) angewiesen. 4,2 Milliarden Euro würden termingerecht an die EZB gezahlt, hieß es am Montag. Hinzu kämen 2,05 Milliarden an den IWF, die seit 30. Juni überfällig seien. Außerdem zahle die Regierung einen 500 Millionen-Euro-Kredit an die Notenbank des Landes zurück.

+++Bloomberg: Athen will Geldgebern Schulden zurückzahlen+++10:13 Uhr

Der griechische Staat will nach Informationen der Finanznachrichtenagentur Bloomberg seine aktuellen Schulden gegenüber großen öffentlichen Gläubigern begleichen. Insgesamt sollen Forderungen im Wert von 6,8 Mrd. Euro bedient werden, hieß es am Montag unter Berufung auf einen Mitarbeiter des griechischen Finanzministeriums.

+++Griechische Banken nach drei Wochen wieder geöffnet+++09:22 Uhr

Nach einer dreiwöchigen Pause haben die griechischen Banken am Montag ihre Türen wieder geöffnet. Vor Geldhäusern in Athen bildeten sich Schlangen, weil viele Kunden an den Schaltern ihre Bankgeschäfte erledigen wollten. Zwar bleibt der Kapitalverkehr beschränkt. Bürger können aber Schecks einlösen, Überweisungen in Auftrag geben, Geld auch ohne Bankkarte abheben und zu ihren Schließfächern gelangen.

Die Kunden können am kommenden Freitag auch gebündelt 300 Euro holen, falls sie in den Tagen zuvor nichts abgehoben haben. Kommende Woche soll dieser Betrag auf 420 Euro (sieben Tage mal 60 Euro) angehoben werden. Vor den meisten Banken bildeten sich am Morgen lange Warteschlagen.

Die Wiedereröffnung der Aktienbörse lässt indes weiter auf sich warten. Sie wurde wie die Banken am 29. Juni geschlossen.

+++EU-Kommission fordert schnelle Umsetzung der Reformen+++8:17 Uhr

Die EU-Kommission hat Griechenland vor einer Verzögerung bei den vereinbarten Reformen gewarnt. "Der Euro-Gipfel hat einen klaren Fahrplan vorgegeben, was von Athen erwartet wird", sagte Kommissions-Vizepräsident Valdis Dombrovskis in einem am Montag veröffentlichten "Bild"-Interview.

Für Verhandlungen über ein drittes Hilfspaket müssten die nächsten Reformgesetze "sehr schnell" beschlossen werden. Nur wenn wieder Stabilität und Vertrauen einkehrten, "kann Griechenland wieder wachsen und Arbeitsplätze und Zuversicht gerade auch für die Schwächsten in der Gesellschaft schaffen". Dombrovskis drohte zugleich, dass die EU "im schlimmsten Falle" die Auszahlung von Mitteln aus ihrem Budget zurückhalten werde, wenn Griechenland die Vereinbarungen breche.

Nach ersten Beschlüssen wie eine teilweise Erhöhung der Mehrwertsteuer stehen in dieser Woche im Athener Parlament weitere Abstimmungen über das Reformpaket bevor, dem die Regierung im Gegenzug für Finanzhilfen zugestimmt hatte. Die EU-Kommission erwartet ein Abkommen über ein neues Hilfspaket bis Mitte August. Bis dahin bekommt Griechenland eine Brückenfinanzierung von sieben Milliarden Euro über einen Finanztopf der EU, um eine Staatspleite abzuwenden. Damit soll das Land am Montag eine Überweisung an die Europäische Zentralbank (EZB) in der Höhe von 4,2 Milliarden Euro sowie an den Internationalen Währungsfonds (IWF) von mehr als zwei Milliarden Euro bestreiten.

+++ Insider: Anklage gegen Chef-Statistiker abgewiesen +++00:17 Uhr

Ein Gericht in Griechenland hat Justizkreisen zufolge die Anklage gegen den Chef der nationalen Statistikbehörde wegen des Vorwurfs einer Manipulation zur Aufblähung der Defizitzahlen fallen gelassen. Damit würden die Ermittlungen gegen den ehemaligen IWF-Manager Andreas Georgiou eingestellt, sagte ein Gerichtsvertreter am Sonntag.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Wirtschaftswissenschafter vorgeworfen, das griechische Staatsdefizit für 2009 übermäßig hoch dargestellt zu haben. Georgiou war 2010 zum Präsidenten des Statistikamts Elstat ernannt worden. Er sollte die Glaubwürdigkeit der griechischen Statistiken ein paar Monate nach Ausbruch der Schuldenkrise wiederherstellen.

Eine ehemalige Mitarbeiterin hatte Georgiou beschuldigt, die Daten damals verfälscht zu haben. Der Vorwurf lautete: Georgiou habe als Teil einer von Deutschland angeführten Verschwörung mit dem Ziel gehandelt, strenge Sparmaßnahmen durchzusetzen. 2013 hatte die Staatsanwaltschaft Anklage gegen Georgiou wegen angeblicher Manipulation erhoben. Georgiou war von 2004 bis 2010 stellvertretender Leiter der Statistikabteilung des Internationalen Währungsfonds (IWF). Er hat die Anschuldigungen stets zurückgewiesen.

19. Juli 2015

+++Nobelpreisträger Krugman enttäuscht von Regierung+++22:43 Uhr

Wirtschafts-Nobelpreisträger Paul Krugman hat die linksgeführte griechische Regierung in ihrem Kampf gegen die von den internationalen Gläubigern geforderten Sparmaßnahmen lange unterstützt - inzwischen ist er von Athen enttäuscht. Er habe die Kompetenz der griechischen Regierung vielleicht überschätzt, sagte Krugman am Sonntag in einem Interview mit dem US-Fernsehsender CNN.

Das Referendum gegen ein weiteres Spar- und Reformpaket habe die regierende Syriza-Partei angesetzt, ohne einen Plan B in der Tasche zu haben für den Fall, dass die Finanzhilfen ausblieben.

"Sie haben erstaunlicherweise geglaubt, dass sie bessere Bedingungen verlangen können, ganz ohne einen Notfallplan in der Tasche zu haben", sagte Krugman. Mit dem dritten Hilfspaket habe sich Griechenland nun "deutlich schlechtere Bedingungen" eingehandelt. "Das ist natürlich ein Schock."

Krugman hatte in seinen Kolumnen in der "New York Times" immer wieder die von den meisten Euro-Staaten und den Kreditgebern geforderten Sparmaßnahmen für Griechenland scharf kritisiert. Er argumentierte, dass eine radikale Sparpolitik eine rezessionsgeplagte Volkswirtschaft nicht gesunden, sondern noch tiefer in die Krise rutschen lasse.

Bei der Volksabstimmung am 5. Juli waren mehr als 60 Prozent der Griechen dem Aufruf ihrer Regierung gefolgt und hatten gegen ein mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF), der Europäischen Kommission und der Europäischen Zentralbank (EZB) ausgehandeltes Spar- und Reformprogramm votiert. In der Folge stimmte die Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras im Gegenzug für ein weiteres Hilfspaket aber dennoch weitreichenden Steuererhöhungen, Privatisierungen und Sozialreformen zu.

17. Juli 2015

+++Dombrovskis: 7,16 Mrd. am Montag nach Athen+++15:43 Uhr

Der Vizepräsident der EU-Kommission Valdis Dombrovskis, hat die Auszahlung von 7,16 Mrd. Euro (richtig, erste Angaben waren 7,15 Mrd.) aus dem früheren Rettungsschirm EFSM kommenden Montag nach Athen angekündigt. Dombrovskis erklärte am Freitag in Brüssel, über die Brückenfinanzierung sei Einigung erzielt worden.

Außerdem werde die Kommission das Verhandlungsmandat für ein drittes Hilfspaket für Griechenland bei der folgenden Eurogruppen-Telefonkonferenz am heutigen Nachmittag erteilt bekommen. Dombrovskis wollte keine konkreten Zeiten nennen, wie lange die Verhandlungen dauern und wann mit einer Entscheidung zu rechnen sei. Er glaube, dass "das doch einige Wochen dauern wird".

+++Zwei Raten aus EFSM-Brückenfinanzierung für Hellas möglich+++15:37 Uhr

Die Auszahlung der Mittel aus dem Rettungsfonds EFSM als Brückenfinanzierung für Griechenland erfolgt womöglich in zwei Tranchen. Mit der Summe von bis zu 7,16 Milliarden Euro könne die griechische Regierung in der kommenden Woche ihre Zahlungsverpflichtungen gegenüber EZB und IWF begleichen, teilt der EU-Rat mit. Die Laufzeit der EFSM-Hilfen beträgt drei Monate.

+++EU-Kommission - ESM-Abkommen soll bis Mitte August stehen+++15:27 Uhr

Der für den Euroraum zuständige Vizepräsident der EU-Kommission, Valdis Dombrovskis, hofft auf den Abschluss der Verhandlungen über das neue Hilfsprogramm bis etwa Mitte August. Die Brückenfinanzierung für Griechenland soll nach seinen Worten zunächst 7,16 Milliarden Euro aus dem Rettungsfonds EFSM umfassen.

+++Telefonkonferenz von ESM und Eurogruppe am Nachmittag+++14:25 Uhr

Der Gouverneursrat des Euro-Rettungsfonds ESM, in dem die Euro-Finanzminister vertreten sind, hält um 15.00 Uhr (MESZ) eine Telefonkonferenz ab. Das teilt der Sprecher von Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Anschließend gebe es eine Telefonkonferenz der Eurogruppe. Beide Gremien müssen die Aufnahme von Verhandlungen über das dritte Hilfsprogramm formal beschließen.

+++Bundestag gibt Regierung grünes Licht für Verhandlungen mit Athen+++13:58 Uhr

Der Bundestag hat am Freitag grünes Licht für die Aufnahme von Verhandlungen über ein drittes Griechenland-Hilfsprogramm gegeben. Von den 598 Abgeordneten, die ihre Stimme abgegeben hatten, stimmten 439 mit Ja, wie Bundestagspräsident Norbert Lammert nach der Sondersitzung in Berlin mitteilte. 119 stimmten gegen den Antrag der Bundesregierung, 40 enthielten sich.

Damit erteilte der Bundestag der Regierung ein Mandat, im Kreis der Euro-Länder über die detaillierten Reformauflagen für weitere Hilfskredite von bis zu 86 Milliarden Euro zu verhandeln. Über das Ergebnis muss der Bundestag erneut abstimmen. Damit wird frühestens in einigen Wochen gerechnet.

+++- Österreich bürgt bei Brückenkredit mit 55 Mio. Euro+++13:08 Uhr

Bei der Brückenfinanzierung für Griechenland aus dem EFSM-Topf ist Österreich mit 55 Mio. Euro an Bord, wie eine Sprecherin des Finanzministeriums auf APA-Anfrage mitteilte. Im Detail gehe es um den bisher nicht verwendeten anteiligen Zentralbankgewinn.

Österreich bürgt zusammen mit den anderen Euro-Ländern dafür, dass die übrigen am EFSM beteiligten EU-Länder von Haftungsrisiken freigestellt sind. Der EFSM-Kredit soll aber nach den Vereinbarungen über das geplante dritte Hilfsprogramm aus dem Schutzschirm ESM zurückgezahlt werden.

+++Nationalrat beschloss Verhandlungsmandat für Hilfspaket +++13:02 Uhr

Der Nationalrat hat am Freitag in einer Sondersitzung das Verhandlungsmandat für ein weiteres Griechenland-Hilfspaket abgesegnet. Zugestimmt haben wie bereits im gestrigen ESM-Unterausschuss nur die Koalitionsparteien SPÖ und ÖVP. Die Opposition stimmte wie angekündigt nicht mit. Mehrere Entschließungsanträge aus deren Reihen blieben wie erwartet in der Minderheit.

+++Berlin bürgt bei Brückenfinanzierung mit 532 Mio. Euro+++12:46 Uhr

Die Verhandlungen über ein drittes Hilfspaket für Griechenland werden sich nach Einschätzung der deutschen Regierung über einen längeren Zeitraum hinziehen. "Wir reden hier mindestens von Wochen", sagte der Sprecher des deutschen Finanzministeriums, Martin Jäger, am Freitag in Berlin. Es lasse sich kein Enddatum nennen.

Laut Jäger bürgt Deutschland zusammen mit anderen Euro-Ländern bei der geplanten Brückenfinanzierung für Griechenland aus dem EU-Fonds EFSM dafür, dass die übrigen EU-Länder von Haftungsrisiken freigestellt werden. Es gehe hier um einen Betrag von 532 Mio. Euro, der auf Deutschland entfalle. Dieser EFSM-Kredit werde aber nach den Vereinbarungen über das geplante dritte Hilfsprogramm aus dem Schutzschirm ESM zurückgezahlt.

+++Insider: Banken zu Öffnung am Montag bereit+++12:45 Uhr

Die griechischen Banken sind einem Insider zufolge bereit, am Montag wieder zu öffnen. Die Institute warteten aber noch auf die Zustimmung der Zentralbank und der Regierung, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person aus dem griechischen Bankenverband am Freitag zu Reuters. Zudem seien einige technische Fragen zu klären.

+++Estnisches Parlament machte Weg für Verhandlungen frei+++12:44 Uhr

Der Europa-Ausschuss des estnischen Parlaments hat am Freitag grünes Licht für Verhandlungen über ein neues EU-Hilfspaket an Griechenland gegeben und Finanzminister Sven Sester ein entsprechendes Mandat erteilt. Zwei Oppositionsparteien, die Zentrumspartei und die Konservative Volkspartei stimmten laut Sester dagegen.

+++Auch Bulgarien will Brückenfinanzierung billigen+++12:28 Uhr

Das ärmste EU-Land Bulgarien will einen Brückenkredit für Griechenland aus dem Rettungsfonds EFSM doch billigen. Nach dem ursprünglichen Widerstand des Nicht-Euro-Landes habe die EU-Kommission Bulgarien die geforderten Garantien gegen mögliche Verluste gegeben, erklärte Regierungschef Boiko Borissow am Freitag in einer Fragestunde des Parlaments.

"Wir werden mit unserem Ja gute Nachbarschaft bekunden." Anhaltende Anarchie und Vertiefung der Krise in Griechenland würden Bulgarien direkt bedrohen, warnte Borissow.

Vertreter der Mitte-Rechts-Regierung in Sofia hatten zuvor eine Beteiligung Bulgariens an dem Brückenkredit für Athen ausgeschlossen, da das arme Land im Gegensatz zu Griechenland schmerzhafte Reformen umsetze und eine strikte Finanzdisziplin einhalte. Die oppositionellen Sozialisten lehnten eine Zusage weiter ab.

+++Lettische Regierung erteilte Auftrag für Verhandlungen+++12:21 Uhr

Die lettische Regierung hat Finanzminister Janis Reirs in einer Sondersitzung des Kabinetts am Freitag den Auftrag zur Verhandlung eines neuen EU-Hilfspakets für Griechenland erteilt. Gleichzeitig wurde einhellig beschlossen, das in den kommenden Wochen oder Monaten erwartete Verhandlungsergebnis zwischen der EU und Athen einer freiwilligen Parlamentsabstimmung zu unterziehen.

In der Erklärung des Kabinetts hieß es außerdem, die Regierungskoalition bleibe bezüglich eines neuen Hilfspakets an Griechenland weiterhin "skeptisch". Vor allem das nationalistische Rechtsbündnis, das der Regierung von Ministerpräsidentin Laimdota Straujuma angehört, hatte sich stets gegen weitere Hilfen für Griechenland gewehrt.

+++Insider - Griechenlands Energieminister wird abgelöst+++11:41 Uhr

Der griechische Energieminister Panagiotis Lafazanis wird Reuters-Informationen zufolge abgelöst. Sein Nachfolger werde der bisherige Arbeitsminister Panos Skourletis, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person am Freitag. Lafazanis ist Anführer der sogenannten "Linken Plattform" innerhalb der Regierungspartei Syriza. Er hatte gegen das Reformprogramm gestimmt, das vom griechischen Parlament in der Nacht zum Donnerstag gebilligt wurde und das eine Voraussetzung für Verhandlungen über ein drittes Hilfspaket ist.

+++Schäuble - Griechenland muss Vertrauen zurückgewinnen+++11:35 Uhr

Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble wirbt im Bundestag für die Aufnahme von Verhandlungen über ein drittes Hilfspaket für Griechenland. "Es ist ein letzter Versuch, um diese außergewöhnlich schwierige Aufgabe zu erfüllen", sagt er. Es komme nun aber vor allem auch darauf an, dass Griechenland verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinne.

+++IWF-Chefin Lagarde will Schuldenerleichterung+++11:22 Uhr

Ein Hilfsprogramm für Griechenland ohne Schuldenerleichterungen kann aus Sicht von IWF-Chefin Christine Lagarde nicht funktionieren. Im Radiosender "France's Europe1" sagte die Präsidentin des Internationalen Währungsfonds am Freitag auf die Frage, ob die jüngste Einigung auf weitere Hilfsmaßnahmen ausreiche: "Die Antwort ist ziemlich kategorisch: Nein."

Lagarde sagte, Erleichterungen bei der Schuldenlast seien auch eine Bedingung für eine weitere Beteiligung des Währungsfonds an den Sanierungsprogrammen. "Damit er mitmacht, muss es ein komplettes Programm geben." Und dazu zähle sie neben Reformen und Haushaltsdisziplin in Griechenland auch eine Verringerung der Schuldenlast.

+++Dombrovskis: Brückenfinanzierung steht bis Mittag im Detail+++11:20 Uhr

Die Brückenfinanzierung für Griechenland wird bis zum Freitagmittag im Detail stehen. Das kündigte der Vizepräsident der EU-Kommission, Valdis Dombrovskis, in einem Interview mit Bloomberg-TV an. Ein Kreditrisiko für EU-Staaten, die nicht Mitglied der Eurozone sind, sei durch das Konzept ausgeschlossen.

+++Griechische Eurobank übernimmt Teile von Rivalen Alpha+++11:19 Uhr

In Griechenland kommt Bewegung in die angeschlagene Finanzbranche. Die Eurobank wird Insidern zufolge dem Rivalen Alpha Bank dessen defizitäres Filialgeschäft in Bulgarien abkaufen. Wie zwei mit der Situation vertraute Personen am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters sagten, wird der Transaktion ein Wert von nur einem Euro zugrundegelegt. Der Deal sollte demnach von den Vorständen beider Banken noch am Freitag abgesegnet werden.

+++Gabriel - Griechenland kämpft um Selbstbehauptung+++10:58 Uhr

"Griechenland kämpft um seine Selbstbehauptung" und darum, aus dem Status des Almosenempfängers herauszukommen, sagt SPD-Chef Sigmar Gabriel vor dem Bundestag. "Dieser Kampf hat durchaus etwas Großartiges an sich." Dafür habe Griechenland jede Unterstützung verdient.

+++Merkel - Kein Euro-Staat ist zu einem Grexit bereit+++10:26 Uhr

Bundeskanzlerin Angela Merkel macht klar: Weder die Regierung in Athen noch die anderen Euro-Länder waren bereit für ein Ausscheiden Griechenlands aus der Währungsunion. Zugleich warnt die Kanzlerin in der Debatte im Bundestag zur Abstimmung über die Aufnahme von Verhandlungen über ein drittes Hilfspaket, bloße Absichtserklärungen der Athener Regierung reichten nicht aus. Merkel bittet den Bundestag "aus voller Überzeugung" um Zustimmung zur Aufnahme der Verhandlungen. Die Alternative dazu wäre Chaos.

+++Steinbrück plädiert für Grexit+++

Der frühere Bundesfinanzminister und Ex-Kanzlerkandidat der SPD, Peer Steinbrück, lehnt ein neues Hilfspaket für Griechenland ab. Das Land sollte stattdessen für einen Euro-Austritt einen Schuldenerlass, Überbrückungshilfen hin zu einer neuen nationalen Währung und ein Aufbauprogramm für Wirtschaft, Infrastruktur und Verwaltung erhalten. "Wo kein Wille ist, da ist auch kein Weg", erklärt Steinbrück mit Blick auf die Erwartung, Griechenland würde nun Reformen umsetzen.

+++Nationalrat startete plangemäß Sondersitzung+++09:21 Uhr

Die Sondersitzung des Nationalrats zur Griechenland-Hilfe konnte am Freitag plangemäß starten. Die Oppositionsparteien Grüne, NEOS und Team Stronach ermöglichten die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit. Den Beschluss des Verhandlungsmandats für das neue Griechenland-Paket werden dann nur SPÖ und ÖVP absegnen.

Da die Auflagefrist von 24 Stunden nach dem ESM-Unterausschuss unterschritten wurde, war vor Sitzungsbeginn ein Beschluss mit Zwei-Drittel-Mehrheit nötig. Diese stellten Grüne, NEOS und Team Stronach sicher, nur die Freiheitlichen verweigerten wie angekündigt die Zustimmung.

+++Tusk - Europa war wegen Hellas nahe an der Katastrophe+++09:14 Uhr

Die Verhandlungen zwischen Griechenland und seinen Geldgebern wären am vergangenen Wochenende nach Angaben von EU-Ratspräsident Donald Tusk beinahe an einem Streit über 2,5 Milliarden Euro gescheitert. Europa sei wegen dieser Summe einer Katastrophe nahe gewesen, sagt Tusk griechischen Zeitung "Kathimerini".

+++Großbritannien gibt Widerstand gegen EFSM-Fonds auf+++09:12 Uhr

Großbritannien hat seinen anfänglichen Widerstand gegen eine Nutzung des Alt-Rettungsfonds EFSM bei einer Brückenfinanzierung für Griechenland aufgegeben. Die Regierung in London teilte am Donnerstag mit, sie habe Garantien bekommen, dass Großbritannien bei einem Zahlungsausfall nicht haften müsse.

Wie aus dem Finanzministerium verlautete, wurde eine Vereinbarung erzielt, Großbritannien und die anderen Nicht-Euro-Länder durch einen Schutzwall vor möglichen Verlusten zu bewahren. Großbritannien hatte es zuvor strikt abgelehnt, sich an der Griechenland-Rettung zu beteiligen.

+++Lagarde stellt IWF-Beteiligung an Programm in Aussicht +++09:10 Uhr

IWF-Chefin Christine Lagarde hält Schuldenerleichterungen für Griechenland für nötig. Es sei möglicherweise ausreichend, wenn die Laufzeiten verlängert würden, sagt sie im französischen Radio. Der IWF werde sich an einem dritten Hilfspaket beteiligen, wenn das Programm "vollständig" sei. Langfristiges Ziel sei, dass sich Griechenland selbst am Markt finanziere.

+++Nowotny zweifelt an Bankenöffnung am Montag+++09:09 Uhr

Der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank und EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny zweifelt daran, dass die griechischen Banken am Montag nach drei Wochen wieder öffnen können. Dafür seien noch einige Überprüfungen nötig, sagt Notownty dem Ö1-"Morgenjournal" des ORF-Radio. Er erwartet, dass es noch "sechs bis acht Wochen" dauert bis das dritte Hilfsprogramm für Griechenland steht.

Die griechische Regierung hatte angekündigt, dass die griechischen Banken am Montag wieder öffnen. Laut Finanzministerium in Athen können Bankkunden in Griechenland weiterhin aber nur 60 Euro pro Tag abheben. Mit den gestern zusagten 900 Mio. Euro von der EZB soll es laut Nowotny vor allem den Griechen möglich gemacht werden, Medikamente oder Ersatzteile im Ausland zu kaufen.

16. Juli 2015

+++Griechische Banken öffnen am Montag wieder+++16:16 Uhr

Die griechischen Banken werden nach Angaben eines Branchen-Insiders am Montag wieder öffnen. Die EZB habe dies mit ihrer Anhebung der ELA-Nothilfen möglich gemacht.

+++CSU stimmt mehrheitlich für Griechenland-Verhandlungen+++16:13 Uhr

Die CSU wird im Bundestag voraussichtlich mit großer Mehrheit für die Aufnahme von Verhandlungen über ein drittes Hilfspaket für Griechenland stimmen. In einer vierstündigen Debatte gab es nach Angaben von Teilnehmern eine klare Mehrheit für ein "Ja" in der Sondersitzung des Bundestags am Freitag. Nur eine Handvoll Abgeordneter habe ein Nein angekündigt. Eine Probeabstimmung gab es nicht. Ein Meinungsbild in der gesamten Union wird in der CDU/CSU-Bundestagsfraktionssitzung am Donnerstagabend erwartet. Dort dürfte es zu einer Probeabstimmung kommen.

+++Dijsselbloem - Ziel von Hellas-Privatisierungen realistisch+++15:58 Uhr

Der Verkauf von griechischen Vermögenswerten biete Griechenland die Möglichkeit zur Schuldenabzahlung für mehr als 20 Jahre, sagt Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem. Das Ziel von 50 Milliarden Euro für den griechischen Privatisierungsfonds sei realistisch.

+++Brückenfinanzierung bis Mitte August steht+++15:45 Uhr

Die EU-Finanzminister haben grünes Licht für kurzfristige Finanzhilfen an Griechenland gegeben. Der Rat der EU-Finanzminister habe sich auf den Vorschlag der EU-Kommission geeinigt, den Rettungsfonds EFSM als Brückenfinanzierung bis Mitte August zu nutzen, sagte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker am Donnerstag in Nikosia. Der EFSM soll genutzt werden, um Griechenland bis zu sieben Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen. Damit kann es die nächsten fälligen Raten an seine Gläubiger bedienen. So gewinnt das Land Zeit für die Verhandlungen über ein drittes Hilfsprogramm, das Griechenland in Aussicht gestellt wurde. Der Bundestag will am Freitag über die Billigung neuer Verhandlungen abstimmen.

+++Draghi: Griechenland braucht Schuldenerleichterung+++15:13 Uhr

EZB-Chef Mario Draghi macht sich für eine Schuldenerleichterung zugunsten Griechenlands stark. "Es ist unbestritten, dass eine Schulderleichterung notwendig ist", sagte der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag in Frankfurt. "Niemand hat das jemals infrage gestellt." Die Frage sei, welche Art die beste sei. Dies sollte in den kommenden Wochen in den Mittelpunkt der Diskussion rücken.

Für Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ist ein Schuldenschnitt nicht mit der Mitgliedschaft Griechenlands im Euro vereinbar. Die Euro-Länder hatten einen Schuldenerlass ausgeschlossen, wollen aber über eine weitere Verlängerung der Kreditlaufzeiten sprechen. Dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge müssten alle bisherigen und künftigen Hilfskredite auf mindestens 30 Jahre gestreckt werden, um die Schuldenlast tragbar zu machen.

+++EZB erhöht Notfall-Hilfen für griechische Banken+++14:59 Uhr

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den angeschlagenen griechischen Banken wieder etwas mehr Luft zum Atmen verschafft. Dies gab EZB-Chef Mario Draghi am Donnerstag nach der Zinssitzung bekannt. Die Währungshüter stockten den Rahmen für die Gewährung von Notfall-Kredithilfen (ELA) an die Institute um 900 Millionen für eine Woche auf. Die EZB habe eine Anfrage der griechischen Notenbank genehmigt. Die Obergrenze für die ELA-Notkredite lag Insidern zufolge zuletzt bei etwa 89 Milliarden Euro.


Die sogenannten ELA-Hilfen werden von der Athener Notenbank gegen Sicherheiten vergeben. Über die Gewährung entscheidet aber der EZB-Rat. Die Institute benötigen die Liquiditätsspritzen mittlerweile für ihr Überleben. Denn aus Furcht vor einem Ausscheiden des Landes aus dem Euro hatten Bankkunden zuletzt massiv ihre Konten leergeräumt. Den Banken droht daher das Geld auszugehen.

+++Österreich erwartet Brückenfinanzierung für Hellas bis Freitag+++12:46 Uhr

Österreich erwartet bis Freitagnachmittag eine Einigung der internationalen Geldgeber auf eine Brückenfinanzierung für das von der Pleite bedrohte Griechenland. "Es hat in den letzten 48 Stunden intensivste Gespräche auf technischer Ebene gegeben. Wir sind jetzt davon überzeugt, dass bis morgen später Nachmittag eine Einigung zu erzielen ist, um diese Brückenfinanzierung herzustellen", sagte Österreichs Finanzminister Hans Jörg Schelling am Donnerstag im ORF-Radio. Die Europäische Zentralbank werde nach seiner Einschätzung ihre Nothilfen für griechische Geldhäuser verlängern. "Was wir aus Kreisen der EZB hören, soll das so passieren."

+++ EZB will ELA-Nothilfen nicht erhöhen+++12:06 Uhr

Die Europäische Zentralbank (EZB) will offenbar die Nothilfe für griechische Banken vorerst nicht erhöhen. Demnach würden die ELA-Notkredite ("Emergency Liquidity Assistance") vorerst auf derzeit 88,6 Mrd. Euro begrenzt bleiben, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag mit Bezug auf informierte Kreise.

Griechenlands Banken bleiben damit stark unter Druck. Weil die Griechen aus Angst vor der Staatspleite und einem möglichen Euro-Ausstieg Milliarden von ihren Konten abgehoben haben, sind Überweisungen und Bargeldauszahlungen nur noch begrenzt möglich.

Die griechische Zentralbank habe deshalb um weitere Hilfen in Höhe von 1,5 Milliarden Euro gebeten, berichtete Bloomberg weiter und berief sich auf zwei namentlich nicht genannte Personen, die mit der Sache vertraut sind. Ein EZB-Sprecher sowie ein Sprecher der griechischen Notenbank wollten sich auf Nachfrage von Bloomberg nicht äußern. Die Banken in Griechenland sind seit rund zwei Wochen geschlossen.

+++Griechischer Rettungsfonds mit neuem Chef+++11:36 Uhr

Neuer Chef des griechischen Bankenrettungsfonds HFSF wird Aris Xenofos. Der bisherige Fondsmanager der Eurobank übernimmt den Posten der im Mai zurückgetretenen Anastasia Sakellariou, erfährt die Nachrichtenagentur von einem Insider. Der Rettungsfonds speist sich aus den internationalen Hilfskrediten von 240 Milliarden Euro und hat etwa den heimischen Bankensektor rekapitalisiert.

+++ESM-Unterausschuss erteilte Verhandlungsmandat+++09:59 Uhr

Das österreichische Parlament hat einen weiteren Schritt Richtung zusätzliche Hilfen für Griechenland gesetzt: Der ESM-Unterausschuss erteilte Donnerstagfrüh mit den Stimmen der Regierungsparteien SPÖ und ÖVP Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) das Mandat, im Gouverneursrat über ein neues Griechenland-Paket zu verhandeln, bestätigte Ausschuss-Vorsitzende Gabriele Tamandl (ÖVP) der APA.


Es habe im Ausschuss eine umfassende Information und Faktendarlegung durch den Finanzminister gegeben, sagte Tamandl. Danach habe eine konstruktive Diskussion stattgefunden. Die Oppositionsparteien stimmten nicht mit.

+++Ökonom schlägt höheren Soli-Zuschlag für Griechenland vor+++08:48 Uhr

Der Ökonom Clemens Fuest bringt zur Finanzierung der milliardenschweren Griechenland-Rettung einen höheren Soli-Zuschlag in Deutschland ins Spiel. "Das könnte beispielsweise durch die Erhöhung des Solidaritätszuschlags von 5,5 auf 8 Prozent für drei Jahre finanziert werden", schreibt der künftige Ifo-Präsident in einem Gastbeitrag für die FAZ.

+++Euro-Finanzminister diskutieren Brückenfinanzierung+++08:42 Uhr

Die Eurogruppe wird bei ihrer Telefonkonferenz am Donnerstagvormittag aller Voraussicht nach auch über die drängende Frage einer Brückenfinanzierung für Griechenland beraten. In EU-Ratskreisen in Brüssel hieß es, noch in der Nacht sei auf technischer Ebene der jüngste Vorschlag der EU-Kommission über eine EFSM-Lösung erörtert worden.

+++Schäuble stellt Verhandlungen über ESM in Aussicht+++08:34 Uhr

Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble hat die Zustimmung des griechischen Parlaments zu den mit den Geldgebern abgesprochenen Reformplänen als Fortschritt begrüßt. "Wir sind einen Schritt weiter", sagte er am Donnerstag im Deutschlandfunk. "Das ist ein wichtiger Schritt." Die Eurogruppe werde nun vermutlich empfehlen, konkrete Verhandlungen über ein ESM-Hilfspaket aufzunehmen.

15. Juli 2015

+++Oppositionsparteien in Estland gegen neues Hilfspaket+++15:04 Uhr

In Estland haben sich die Oppositionsparteien im Parlament gegen ein neues Hilfspaket für Griechenland ausgesprochen. "Es ist klar, dass sich ein derzeit insolventes Griechenland nicht in ein solventes verwandelt nach den Sparmaßnahmen", sagte Kadri Simson, Chefin der linksgerichteten Zentrumspartei, am Mittwoch in Tallinn.

+++Spanien setzt Kongress-Debatte für Mitte August an+++14:24 Uhr

Im früheren Krisenland Spanien wird das Parlament Mitte August über die neuen Milliardenhilfen für Griechenland debattieren und abstimmen. Wie bei früheren Hilfsprogrammen im Rahmen des Euro-Rettungsschirmes ESM solle es im "Congreso" erneut nicht einfach eine Kommissions-, sondern eine Plenarabstimmung geben, auch wenn diese vom Gesetz im südeuropäischen Land nicht zwingend vorgeschrieben sei.

Das bestätigte der konservative Ministerpräsident Mariano Rajoy am Mittwoch vor dem Parlament in Madrid. Wirtschaftsminister Luis de Guindos erklärte, man erwarte, dass die Eurogruppe bis Mitte August über die neue Hilfe für Griechenland entscheiden werde, "allerdings wohl nicht vor dem 12. oder 13."

+++Stichwort EFSM - Europas erster Rettungsfonds+++14:06 Uhr

Trotz Vorbehalten und Kritik von Großbritannien, Kroatien und Tschechien strebt die EU an, Athen mit dem EFSM-Rettungsfonds kurzfristig zu finanzieren. 2010 war der Finanzstabilisierungsmechanismus (EFSM) als provisorischer Rettungsfonds aller EU-Staaten in der Finanzkrise geschaffen worden. Er kann Kredite bis zu 60 Mrd. Euro vergeben. Diese werden von der EU-Kommission aufgenommen und durch eine Garantie des EU-Haushalts gedeckt. Deutschlands haftet dabei für knapp 20 Prozent.

Bisher hat der EFSM Programme für Irland und Portugal von insgesamt 48,5 Mrd. Euro aufgelegt. Beide Länder haben ihre Programme beendet, wobei Portugal auf die Auszahlung einer letzten Rate von 1,7 Mrd. Euro verzichtet hat. Damit sind im Fonds noch 13,2 Mrd. Euro verfügbar.

Eigentlich haben sich die EU-Staaten schon Ende 2010 darauf verständigt, Europas ersten Rettungsfonds nicht mehr für neue Hilfsprogramme zu nutzen. Darauf verweist jetzt insbesondere das Nicht-Euro-Land Großbritannien, das sich keinesfalls an der Griechenland-Rettung beteiligen will.

+++Einige Tausend Demonstranten protestieren in Athen gegen Hilfspaket+++13:52 Uhr

In Griechenland haben am Mittwoch einige Tausend Menschen gegen die neuen Vereinbarungen mit den Gläubigern demonstriert. Apotheker und Beamte gingen im Zentrum der Hauptstadt Athen mit Spruchbändern wie "Kippt das Rettungspaket" oder "Nein zur Politik von EU, EZB und IWF" auf die Straße. Für den Tagesverlauf waren weitere Demonstrationen geplant. Bislang allerdings hält sich der öffentliche Protest in Grenzen. Einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage zufolge sind mehr als 70 Prozent der Griechen dafür, dass das Parlament den Abmachungen zu einem dritten Rettungspaket zustimmt, das das Land vor dem Kollaps bewahren soll.

+++Dombrovskis: Bei EFSM-Geld Nicht-Euroländer schützen+++12:48 Uhr

Der Vizepräsident der EU-Kommission, Valdis Dombrovskis, hat trotz Bedenken einiger Nicht-Euro-Staaten die Verwendung von EFSM-Mitteln als "einzige Möglichkeit" für eine Brückenfinanzierung von Griechenland bezeichnet. Dombrovskis sagte am Mittwoch, es gehe gleichzeitig darum, die Nicht-Euro-Staaten vor einer Nicht-Rückzahlung der Darlehen zu schützen. Großbritannien ist unter diesen Bedingungen womöglich doch dazu bereit, Mittel aus dem Rettungsfonds EFSM als Brückenfinanzierung für Griechenland zu akzeptieren. Man brauche aber Garantien, dass kein Geld der britischen Steuerzahler verloren gehe, sagt eine Regierungssprecherin. Es könnten Lösungen gefunden werden, die den britischen Forderungen Rechnung tragen. Aber auch andere Länder hätten Vorbehalte gegen die Nutzung des EFSM für die Brückenfinanzierung.

+++Griechische Vize-Finanzministerin kündigt Rücktritt an+++12:21 Uhr

Die stellvertretende griechische Finanzministerin Nadia Valavani kündigt in einem Brief an Ministerpräsident Alexis Tsipras ihren Rücktritt an.

+++Energieminister - Griechenland wird zerstört+++12:09 Uhr

Energieminister Panagiotis Lafazanis nennt die Hilfsprogramme für sein Land zerstörerisch. Die Griechen hätten Syriza nicht gewählt, damit diese ein neues Sparprogramm durchsetze, sagt der Anführer der Linken Plattform der Regierungspartei. Er werde am Abend gegen das Programm stimmen.

+++Auch Kroatien gegen Überbrückungsfinanzierung aus EFSM+++11:45 Uhr

Kroatien lehnt die Idee, die kurzfristige Finanzspritze für Griechenland aus den Mitteln des früheren Europäischen Eurorettungsschirms EFSM zu finanzieren, ab. "Die Lösung soll innerhalb der Mechanismen des Euroraums gefunden werden", sagte der kroatische Finanzminister Boris Lalovac am Dienstag laut Medienberichten.

"Unsere Position ist klar. Die Lösung für die Überbrückungsfinanzierung Griechenlands soll innerhalb der Euroländer gefunden werden. Wir haben weder an Verhandlungen noch an den Entscheidungen teilgenommen", sagte der Finanzminister des jüngsten EU-Mitgliedes.

Gegen die Einsetzung des im 2010 aufgelegten Finanzstabilisierungsmechanismus, an dem alle EU-Staaten beteiligt sind, sprachen sich bereits Großbritannien und Tschechien aus.

+++EU-Kommission und Athen streben EFSM als Brückenfinanzierung an+++11:14 Uhr

Die EU-Kommission und die Regierung in Athen wollen den kurzfristigen Finanzbedarf Griechenlands über den Rettungsfonds EFSM abdecken. Das geht aus einem Dokument hervor, das der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch vorlag und den EU-Staaten als Entscheidungsgrundlage dienen soll. Demnach sollen sieben Milliarden Euro aus dem 2010 aufgelegten Fonds genutzt werden, um den Bedarf des von der Pleite bedrohten Landes bis Ende Juli zu decken. Voraussetzung dafür ist, dass das griechische Parlament an diesem Mittwoch eine Reihe von Reformen verabschiedet, auf die sich der Euro-Sondergipfel am Wochenende geeinigt hatte.

+++EU-Kommission sieht Risiko für Euro-Zone ohne ESM-Programm+++11:05 Uhr

Die EU-Kommission nennt das ESM-Hilfsprogramm für Griechenland notwendig, um Risiken für andere Länder und die Euro-Zone als Ganzes zu vermeiden. Die griechischen Banken hätten Ableger in anderen Ländern, was zu Ansteckungseffekten führen könnte. Die hohe Schuldenrate und der Finanzbedarf von mindestens 74 Milliarden Euro bis Juli 2018 werfen laut Kommission Sorgen über die Schuldentragfähigkeit des Landes auf.

+++Parlamentsabstimmung zu Deal in Lettland angekündigt+++11:01 Uhr

Lettlands Ministerpräsidentin Laimdota Straujuma hat eine Parlamentsabstimmung über das neue Griechenland-Maßnahmenpaket angekündigt, nachdem die Angelegenheit innerhalb ihrer Koalition Thema geworden war. Straujuma selbst ist für die Griechenland-Hilfe. Laut Medienberichten vom Mittwoch wünscht eine Mehrheit der 100 lettischen Parlamentsabgeordneten, das letzte Wort zu neuen Maßnahmen zu haben.

Straujuma hatte die Parlamentsabstimmung am Dienstagnachmittag angekündigt, noch gibt es aber keinen Termin dafür. Lettland wäre bei einer Einigung über neue Kredite aus dem Eurofonds ESM mit einer Garantiesumme von bis zu 240 Mio. Euro behaftet. Die nationalkonservative Oppositionspartei "Für Lettland von Herzen" beantragte am Mittwoch eine Abstimmungspflicht im Parlament.

+++Griechischer Finanzminister - Reformdeal schadet Wirtschaft+++10:35 Uhr

Die Schuldenvereinbarung mit den Gläubigern wird nach den Worten des griechischen Finanzministers Euklid Tsakalotos in vielen Punkten zur Rezession der Wirtschaft beitragen.

+++ Auch Spaniens Parlament soll über Deal entscheiden+++10:33 Uhr

Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy kündigt an, das Parlament über das neue Griechenland-Programm abstimmen zu lassen. "Auch wenn dieser Schritt in unserem Land nicht erforderlich ist, ist es meine Absicht, dass die Frage im Parlament diskutiert und womöglich zugestimmt wird", sagte Rajoy am Mittwoch vor dem Parlament in Madrid. Es stünden "viele Mittel der spanischen Steuerzahler" am Spiel.

Die konservative Volkspartei von Rajoy hat im spanischen Parlament eine absolute Mehrheit. Wann die Abstimmung sein soll, ist noch unklar. Einige nationale Parlamente der Eurostaaten stimmen diese Woche über die Aufnahme von Verhandlungen ab - bei deren Abschluss und vor der Ausschüttung von neuen Hilfskrediten des Eurofonds ESM sind weitere Voten etwa im Bundestag in Berlin und im Europaparlament fällig.

+++Griechische Parlamentspräsidentin gegen Reformpaket+++10:22 Uhr

Die griechische Parlamentspräsidentin Zoe Konstantopoulou plädiert für die Ablehnung der Vereinbarung mit der Euro-Zone. Das Parlament dürfe der Erpressung der Gläubiger nicht nachgeben und nicht aufgefordert werden, unter solch engen Zeitvorgaben darüber zu entscheiden, sagt sie in Athen.

+++Pressestimmen aus Griechenland+++09:37 Uhr

"Tag der Entscheidung für Tsipras im Parlament", titelte die konservative Zeitung "Kathimerini". Sollte es mehr als 40 Abweichler seitens des linken Flügels der Linkspartei Syriza geben, dann könnte es vorgezogene Wahlen geben. Auf jeden Fall werde das Parlament auch mit den Stimmen der Opposition das Sparprogramm billigen, damit es zu keinen Komplikationen mit den weiteren Hilfen seitens der Gläubiger für Griechenland kommt.

Das Boulevardblatt "Ethnos" wertet, das fast vier Milliarden Euro schwere neue Sparprogramm werde "Eine schwere Last" für die Bürger sein.

Auch das linke Blatt "I Efimerida ton Syntakton" titelt: "Maßnahmen, die wie Feuer brennen". Ein Steuern-Sturm komme auf die Griechen zu.

+++Griechenlands Banken bleiben bis Donnerstag geschlossen+++09:28 Uhr

Die griechischen Banken bleiben bis einschließlich Donnerstag geschlossen, wie das Finanzministerium in Athen mitteilt.

+++Bundesbank-Vorstand Dombret: Zeit für Banken drängt+++09:22 Uhr

Die Deutsche Bundesbank fordert rasche Antworten der europäischen Bankenaufsicht zur Zukunft des griechischen Bankensystems. "Die griechischen Banken liegen seit zweieinhalb Wochen in einem künstlichen Koma - dank Kapitalverkehrskontrollen und Bankfeiertagen", sagte Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret laut Redetext am Mittwoch in München.

"Diese künstliche Stabilität entbindet die europäische Bankenaufsicht meines Erachtens aber nicht davon, eine Diagnose zu stellen und sich über die richtige Behandlung des griechischen Bankensystems Gedanken zu machen."

+++Staatsbedienstete streiken gegen Sparprogramm+++09:09 Uhr

Aus Protest gegen neue Einsparungen sind am Mittwoch die griechischen Staatsbediensteten in einen 24-stündigen Streik getreten. Dem Streik schloss sich das Personal der staatlichen Krankenhäuser an, das nur noch Notfallpatienten behandeln wollte. Auch die griechischen Eisenbahnen (OSE) werden seit Mitternacht für 24 Stunden bestreikt.

Einige U-Bahn-Linien in Athen ruhten am Vormittag für drei Stunden, auch zahlreiche Apotheken blieben geschlossen. Die Gewerkschaften riefen für den Nachmittag zu Demonstrationen im Zentrum Athens auf. Am Abend waren Demonstrationen vor dem Parlament in Athen geplant.

+++Tsipras: "Unterstützung durch Österreich"+++08:58 Uhr

Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras hat am Dienstag "Frankreich, Italien, Zypern und Österreich" als Unterstützer seines Landes in der Nacht des Euro-Gipfels genannt. Kritik übte er an Deutschlands Finanzmininister Wolfgang Schäuble, der einen Plan für das Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro gehabt habe. Dies sei ihm aber nicht gelungen. "Dieses Europa gehört nicht Herrn Schäuble".

+++ Eurozone muss Athen weitere Schuldenerleichterungen gewähren+++1:06 Uhr

Die Eurozone muss laut einer neuen Analyse des Internationalen Währungsfonds (IWF) ihre Schuldenerleichterungen für Griechenland deutlich ausweiten. "Griechenlands Schulden können nur mit Maßnahmen zur Schuldenerleichterung tragfähig sein, die viel weiter gehen, als Europa bisher vorgesehen hat", heißt es in dem am Dienstag in Washington veröffentlichten Bericht, der bereits am Samstag den Regierungen der Euro-Länder vorgelegt worden sei.

Die Schuldenquote des Krisenlandes würden von derzeit rund 175 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in den kommenden beiden Jahren auf 200 Prozent nähern, heißt es in dem IWF-Papier weiter. Damit sei Griechenlands Schuldenlast "absolut untragbar".

Der IWF schlägt daher drei Möglichkeiten vor: Die Verlängerung der Zeit, in der das Land keine Schulden an die europäischen Partner zurückzahlen muss, von zehn auf 30 Jahre, zweitens jährliche Transferleistungen an Griechenland und drittens schlicht und einfach einen Schuldenerlass. Die Entscheidung zwischen den genannten Optionen liege "bei Griechenland und seinen europäischen Partnern".

14. Juli 2015

+++EZB-Direktor - ESM-Kredite für Banken-Abwicklungsfonds nutzen+++17:22 Uhr

EZB-Direktor Yves Mersch hat sich für eine rasche Einigung über eine Brückenfinanzierung des Banken-Abwicklungsfonds zur Vervollständigung der Bankenunion ausgesprochen. "Denkbar wäre eine Kreditlinie des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM)", sagte Mersch am Dienstag auf einer Kapitalmarktkonferenz in Frankfurt laut Redetext. Der ESM diente bisher dazu, Finanzmittel für in finanzielle Schieflage gerate Länder der Eurozone gegen Reformauflagen bereitzustellen.

+++Kein Rücktritt von Tsipras+++17:21 Uhr

Der unter Druck geratene Ministerpräsident Alexis Tsipras wird Regierungskreisen zufolge nicht zurücktreten. Es sei aber wahrscheinlich, dass es nach der am Mittwoch geplanten Parlamentsabstimmung über das Hilfspaket zu einer Kabinettsumbildung komme, sagt ein Regierungsvertreter.

+++Faymann steht zu Brückenfinanzierung+++16:40 Uhr

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) hat heute, Dienstag, am Rande eines industriepolitischen Gespräches betont, dass er zur Brückenfinanzierung für Griechenland steht. Wie diese aussehen werde, sei in den nächsten Tagen zu entscheiden - nachdem Griechenland im Parlament das Sparpaket abgesegnet hat.

+++Tsipras-Koalition wackelt vor Reform-Abstimmung in Athen+++16:31 Uhr

Griechenlands Regierung steht nach dem Reformkompromiss mit der Euro-Zone vor der Zerreißprobe. Der Junior-Koalitionspartner "Unabhängige Griechen" (ANEL) kündigte am Dienstag an, nicht alle Vereinbarungen mitzutragen. Ein erstes Gesetzesbündel steht am Mittwoch im Parlament zur Abstimmung. Wegen schwerer Verwerfungen in der Syriza-Partei von Ministerpräsident Alexis Tsipras wurde anschließend eine Kabinettsumbildung erwartet.

+++EU wird EFSM-Gelder für Hellas-Hilfe empfehlen+++15:07 Uhr

Trotz Widerstands aus Großbritannien soll Griechenland nach dem Willen der EU-Kommission mit Geldern aus dem Rettungsfonds EFSM vorerst über Wasser gehalten werden. Die Brüsseler Behörde werde den EU-Finanzministern einen entsprechenden Vorschlag unterbreiten, sagten Insider am Dienstag zu Reuters. In dem 2010 aufgelegten Europäischen Finanzstabilisierungsmechanismus (EFSM) sind noch 13,2 Mrd. Euro vorhanden. Großbritannien und Tschechien haben bereits klar gemacht, dass sie diese Variante ablehnen.

+++Gauck weist Kritik an deutscher Politik zurück+++15:06 Uhr

Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck hat Kritik an einer angeblich zu harten Haltung seines Landes gegenüber Griechenland zurückgewiesen. "Ich teile diese Kritik nicht", sagte Gauck am Dienstag während seines Staatsbesuchs in Irland.

"So ein großes Land muss sich auch Überlegungen gestatten für verschiedene Lösungswege, und deshalb kann man nicht sagen, dass es irgendeine deutsche Regierung gegeben hat oder gibt, die daran interessiert ist, dass Griechenland scheitert", fügte er hinzu.

Gauck sagte weiter, er könne nicht erkennen, dass es ein Defizit der Solidarität der Deutschen mit Griechenland gebe. "Wir haben über viele Jahre hinweg gezeigt, dass wir ein Interesse am Zusammenhalt in Europa haben, und dass uns eine Politik des Abbröckelns an den Rändern nicht gefällt."

+++IWF: Hellas-Schuldenberg wächst mit 3. Hilfspaket+++14:40 Uhr

Nach neuen Berechnungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) mit dem anvisierten dritten Hilfsprogramm der Eurozone noch einmal drastisch wachsen. Bis Ende 2018 sei mit einem Schuldenstand von fast 200 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung zu rechnen, heißt es laut Reuters in einer dreiseitigen IWF-Unterlage.

Das dritte Hilfspaket beläuft sich auf ein Volumen von bis zu 86 Milliarden Euro. Es ist damit um 25 Milliarden Euro höher als es der IWF noch Ende voriger Woche angenommen hat. Für das Jahr 2022 war zunächst von einer Schuldenstandsquote in der Höhe von 142 Prozent die Rede. Nach der Einigung Griechenlands mit der Eurogruppe wird laut IWF im Jahr 2022 die Schuldenquote auf 170 Prozent gemessen am Bruttonationalprodukt belaufen. Ausgeschlossen wurde bislang seitens der Euro-Länder ein Schuldenerlass. Die Kreditlaufzeiten sollen hingegen verlängert werden.

+++ "Grexit auf Zeit": Keine Gefahr für die Eurozone+++14.30 Uhr

Der Vorschlag eines temporären Ausscheidens Griechenlands aus der Eurozone stellt nach Einschätzung führender Ratingagenturen keine Gefahr für den Währungsraum dar. Griechenland sei das einzige Land, dem das Verlassen der Euro-Zone drohe, bekräftigen die drei wichtigsten Ratingagenturen Standard & Poor's, Moody's und Fitch.

+++Schäuble verteidigt Option "Grexit auf Zeit"+++14:29 Uhr

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble hat den deutschen Vorschlag eines Grexit auf Zeit verteidigt. Er habe diese Option gegenüber seinen Euro-Amtskollegen vorgebracht, "weil es einige in der Bundesregierung gibt, die der Meinung sind, dass das die bessere Lösung für Griechenland sein könnte", sagte Schäuble nach einem Treffen mit EU-Finanzministern am Dienstag in Brüssel.

+++Griechischer Minister erwartet Kabinettsumbau am Mittwoch+++14:23 Uhr

Ministepräsident Tsipras wird nach Angaben des griechischen Wirtschaftsministers Georgios Stathakis wahrscheinlich nach der Parlamentsabstimmung am Mittwoch das Kabinett umbilden. Bei Bloomberg TV sagt der Minister weiter, die Banken des Landes würden erst wieder geöffnet, wenn die EZB ihre finanzielle Unterstützung erneuert habe.

+++Schäuble: Erarbeitung des Hilfsprogramms dauert mindestens einen Monat+++13:45 Uhr

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble schätzt, dass die Erarbeitung eines neuen Hilfsprogramms für Griechenland mindestens vier Wochen dauern wird. Das Risiko müsse bis zum Abschluss der Verhandlungen bei Griechenland liegen, sagt Schäuble in Brüssel. Der Druck der Realität dürfe in dieser Zeit nicht gemindert werden. Das neue Programm sei außerordentlich schwierig. In den nächsten Tagen werde es weiter um die kurzfristige Finanzierung gehen.

+++Gesundheitsminister hat Export von 25 Medikamenten verboten+++13:35 Uhr

Der griechische Gesundheitsminister Panagiotis Kouroublis hat den Export von 25 Medikamenten verboten. Der Minister spreche mit den Marktteilnehmern, um die normale Versorgung mit Arzneimitteln in Griechenland zu sichern, sagt eine Sprecherin. Das Land leidet darunter, dass bestimmte importierte Medikamente wieder an andere Länder exportiert werden.

+++Oppositionspartei To Potami will Tsipras unterstützen+++13:28 Uhr

Die griechische Oppositionspartei To Potami kündigt ihre Unterstützung für Ministerpräsident Tsipras an. Die Abgeordneten aller Parteien müssten verantwortlich handeln, Griechenland blieben keine anderen Möglichkeiten.

+++Tschechischer Präsident sieht Euro-Beitritt in Gefahr+++13:13 Uhr

Der tschechische Präsident Milos Zeman sieht in der Krise in Griechenland ein Hindernis für eine baldige Euro-Einführung in seinem Land. "Die finanzielle Lage Griechenlands ist nicht förderlich für einen Beitritt Tschechiens, weil es dann als Mitglied der Eurozone für griechische Schulden bezahlen müsste", erläuterte ein Sprecher am Dienstag die Position des Präsidenten.

+++EU-Vertreter - Bis zu 50 Mrd Euro Hellas-Hilfe vom ESM+++13:12 Uhr

Der neue Kredit des Euro-Rettungsfonds ESM im Rahmen des geplanten neuen Hilfspakets für Griechenland wird 40 bis 50 Milliarden Euro betragen. Dies teilt ein EU-Vertreter mit. Weiteres Geld komme vom Internationalen Währungsfonds (IWF). Dieser habe 16 Milliarden Euro aus einem im März ausgelaufenen Programm zur Verfügung.

+++Gabriel vor Entscheidungen in Griechenland optimistisch+++12:23 Uhr

Der deutsche Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel zeigt sich bei einem Besuch in Peking überzeugt, dass das griechische Parlament und Tsipras alles tun werden, um den Beschluss umzusetzen. Der politische Preis einer Nicht-Einigung wäre sehr hoch gewesen, sagt der Vizekanzler. Auch die Gesprächspartner in China seien erleichtert, dass Europa zusammengeblieben sei.

+++Ökonomen zweifeln an Privatisierungsplänen Griechenlands+++12:11 Uhr

In einer Reuters-Umfrage bezweifeln zwei Drittel der befragten Ökonomen, dass Griechenland durch Privatisierungen die geplanten 50 Milliarden Euro flüssigmachen kann. Die Wahrscheinlichkeit, dass Griechenland die Euro-Zone verlassen wird, wird auf 30 (Vorwoche: 55) Prozent geschätzt. Die Mehrheit der Volkswirte hält zudem eine Schuldenerleichterung zugunsten des Landes für erforderlich.

+++Britische Notenbank - Hellas-Deal zeigt Eurozonen-Defizite+++11:51 Uhr

Die Umsetzung der Übereinkunft zwischen Griechenland und seinen Gläubigern wird dem britischen Notenbankchef Mark Carney zufolge für alle Beteiligten eine Herkulesaufgabe sein. Der Prozess, bei dem der Kompromiss erzielt worden sei, zeige zudem die institutionellen Defizite der Eurozone auf, sagt Carney.

+++Faymann - Auch späterer Grexit nicht auszuschließen+++11:24 Uhr

Die Gefahr eines ungeplanten Ausscheidens von Griechenland aus der Euro-Zone ist nach Einschätzung von Österreich noch nicht gebannt. "Dorthin kann man schlittern - in jeder Phase unserer weiteren Entwicklung. Ein Versagen ist nie auszuschließen", sagt Kanzler Werner Faymann.

Im Parlament kommen Syriza (149 Sitze) und ANEL (13 Sitze) auf 162 der 300 Mandate. Sollte Tsipras eine eigene Mehrheit verfehlen, wäre er auf Konservative (76 Sitze) oder Sozialdemokraten (13 Sitze) angewiesen, die den Reformkurs mittragen.

+++ Apotheker streiken am Mittwoch gegen Reformprogramm+++11:08 Uhr

Aus Protest gegen geplante Reformen wollen die griechischen Apotheker am Mittwoch für 24 Stunden streiken. Ihre Gewerkschaft wendet sich gegen die sogenannte geplante Liberalisierung des Marktes, bei der rezeptfreie Medikamente in Supermärkten verkauft werden sollen. Zudem sollen Supermärkte die Erlaubnis erhalten, Apotheken in ihren Räumlichkeiten eröffnen dürfen.

"Das werden wir nicht erlauben. Morgen (Mittwoch) werden die Apotheken zu sein", sagte der Präsident des Apothekerverbandes, Giorgos Lourantos, im griechischen Rundfunk.

+++Hellas-Brückenfinanzierung wohl Mix mehrerer Varianten+++11:07 Uhr

Die Euro-Finanzminister werden voraussichtlich am Mittwoch in einer Telefonkonferenz über die Brückenfinanzierung für das vom Finanzkollaps bedrohte Griechenland entscheiden. "Es ist nicht davon auszugehen, dass wir zwingend einen Eurogruppen-Gipfel brauchen, sondern wenn sich ein vernünftiger Vorschlag ergibt, kann man das über eine Telefonkonferenz der Euro-Finanzminister regeln", sagte Österreichs Finanzminister Hans Jörg Schelling am Dienstag. Zuerst müsse jedoch Griechenland eine Vorleistung erbringen und die Maßnahmen für das Hilfsprogramm im Parlament beschließen.

Derzeit beschäftigt sich eine technische Arbeitsgruppe mit dem Thema Brückenfinanzierung. Laut Schelling liegen verschiedene Vorschläge auf dem Tisch, die jetzt geprüft werden müssten. "Es gibt wahrscheinlich keine Einzelvariante, die zur Ziehung kommt, sondern es muss ein Mix aus verschiedenen Varianten sein."

+++Mittwoch Telefonkonferenz der Euro-Finanzminister zu Hellas+++10:51 Uhr

Nach Angaben des österreichischen Finanzministers Hans Jörg Schelling wird es am Mittwoch eine Telefonkonferenz der Finanzminister der Euro-Zone geben, um über eine Brückenfinanzierung für Griechenland zu beraten. Wenn es einen vernünftigen Vorschlag gebe, sei kein Eurogruppen-Gipfel erforderlich. Für die Brückenfinanzierung sei ein Mix aus verschiedenen Varianten nötig.

+++ Briten gegen Brückenfinanzierung auf EU-Ebene+++10:22 Uhr

Der britische Finanzminister George Osborne hat eine Beteiligung seines Landes an deiner Brückenfinanzierung für Athen ausgeschlossen. "Die Idee, dass britische Steuerzahler dabei sein könnten, ist absolut ausgeschlossen", sagte Osborne vor einem Treffen mit seinen EU-Amtskollegen am Dienstag in Brüssel. "Die Eurozone wird ihre eigene Rechnung zahlen müssen".

+++Abstimmung in Athener Parlament wohl Mittwochabend+++10:18 Uhr

Das griechische Parlament soll nach Informationen aus Regierungskreisen voraussichtlich am Mittwochnachmittag über das erste Bündel von Spar- und Reformmaßnahmen beraten. Die entscheidende Abstimmung würde dann kurz vor Mitternacht Ortszeit (23.00 Uhr MESZ) beginnen. Die namentliche Abstimmung könnte dann etwa eine Stunde dauern, berichtete das Staatsradio (ERT).

Dieses erste Gesetz wird hauptsächlich Maßnahmen über die Erhöhung von Mehrwertsteuern und die Abschaffung von Frührenten sowie einige Rentenkürzungen beinhalten.

+++Griechischer Innenminister - Parlament wird für Deal stimmen+++09:49 Uhr

Der griechische Innenminister Nikos Voutsis rechnet mit einer Zustimmung des Athener Parlaments zu den mit den Gläubigern ausgehandelten Reformauflagen. Trotz Abweichlern in den eigenen Reihen könne Ministerpräsident Alexis Tsipras mit einer Billigung durch die Abgeordneten rechnen, sagte Voutsis am Dienstag vor Journalisten. "Die Entscheidung, die die Rückkehr zur Normalität erleichtert, wird fallen." Die sozialen Härten durch die Reformauflagen könnten durch politische Maßnahmen abgefedert werden, ergänzte der Minister.

+++Griechenland zahlt Schulden an japanische Investoren zurück+++09:45 Uhr

Während Griechenland gegenüber dem IWF noch tiefer in Zahlungsverzug geraten ist, hat es seine Schulden bei japanischen Investoren beglichen. Wie die Großbank Mizuho am Dienstag in Tokio mitteilte, überwies Athen 20 Mrd. Yen (146,7 Mio. Euro). Die sogenannten Samurai-Bonds hatte die griechische Regierung vor genau zwei Jahrzehnten an private japanische Investoren ausgegeben. Sie wurden am Dienstag fällig.

Die Bank habe am Morgen 20 Mrd. Yen an Kapital und Zinsen erhalten, sagte ein Sprecher der Bank in Tokio. Die Einnahmen würden nun an die Investoren zurückgegeben.

+++Tsipras muss starken Widerstand in Parlament fürchten+++09:01 Uhr

Ministerpräsident Alexis Tsipras sieht sich innenpolitisch starkem Widerstand ausgesetzt. Eine Gruppe von Syriza-Abgeordneten am äußersten linken Flügel der Partei erwägt nach Angaben eines Parteivertreters eine Ablehnung der Einigung mit den Geldgebern.

Auch der Juniorpartner in der Regierungskoalition erhöht den Druck auf Ministerpräsident Alexis Tsipras. Die rechtspopulistische Partei Unabhängige Griechen machte vor dem Hintergrund der Reformzusagen von Tsipras an die Gläubiger deutlich, dass ihre Unterstützung begrenzt sei. Eine Parteisprecherin verwies am Dienstag auf die Parlamentswahl im Januar und das jüngste Referendum. In beiden Abstimmungen votierte eine Mehrheit der Griechen gegen weitere Reformauflagen im Gegenzug für neue Finanzhilfen. Eine Koalition mit der Opposition schloss die Parteisprecherin aber ebenfalls aus.

+++Griechenland gerät gegenüber IWF noch tiefer in Zahlungsrückstand+++08:50 Uhr

Griechenland ist gegenüber dem Internationalen Währungsfonds (IWF) noch tiefer in Zahlungsverzug geraten: Die für Montag fällige Rate von 456 Millionen Euro sei nicht eingegangen, teilte IWF-Sprecher Gerry Rice in Washington mit. Dies war bereits erwartet worden. Die beim IWF überfällige Summe stieg damit auf gut zwei Milliarden Euro.

13. Juli 2015

+++Dijsselbloem als Eurogruppen-Chef bestätigt +++18:04 Uhr

Die Euro-Finanzminister haben am Montag den amtierenden Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem im Amt bestätigt. Wie die amtierende EU-Ratspräsidentschaft Luxemburg auf Twitter mitteilte, setzte sich der Niederländer gegen seinen Konkurrenten, den spanischen Finanzminister Luis de Guindos, durch.

Vor dem Hintergrund der griechischen Schuldenkrise war eine Wahl Dijsselbloems erwartet worden, um in einer solch heiklen Situation keine Wechsel an der Spitze durchzuführen. Zudem hatten viele Finanzminister dem Niederländer gute Arbeit bescheinigt. De Guindos war vor allem von der deutschen Kanzlerin Angela Merkel unterstützt worden.

+++Athen leistet am Montag fällige IWF-Rate von 450 Mio Euro nicht +++18:02 Uhr

Griechenland wird nicht die am Montag fällige IWF-Rate von 450 Mio Euro leisten.

+++Euro trotz Hellas-Einigung gefallen+++17:50 Uhr

Trotz der Einigung im Schuldenstreit mit Griechenland hat der Euro am Montag geschwächelt. Am Nachmittag fiel die Gemeinschaftswährung auf ihr Tagestief bei 1,1006 US-Dollar und lag damit fast eineinhalb Cent tiefer als vor Bekanntgabe der Einigung in der Früh.

+++Hellas-Schuldendeal hilft Europas Börsen auf die Sprünge+++17:48 Uhr

Die europäischen Anleger haben am Montag erleichtert auf die Einigung im Schuldenstreit mit Griechenland reagiert. Der Dax verabschiedete sich mit einem Plus von 1,5 Prozent bei 11.484 Punkten in den Feierabend. Der EuroStoxx50 stieg um 1,8 Prozent auf 3591 Zähler. Auch an der Wall Street ging es mit den Kursen bergauf. Der Euro profitierte allerdings nur kurz von dem Hellas-Deal.

+++Prag gegen Brückenfinanzierung durch alle EU-Staaten+++17:43 Uhr

Das Nicht-Euro-Land Tschechien will unter keinen Umständen für neue Kredite an Griechenland geradestehen. Ministerpräsident Bohuslav Sobotka lehnte es am Montag ab, den alten Eurorettungsfonds EFSM für eine Brückenfinanzierung zu reaktivieren. "Wir halten das nicht für einen geeigneten Weg", sagte der Sozialdemokrat im Sender CT24. Der EFSM sei als Provisorium angelegt gewesen, betonte Sobotka.

+++IWF - Zur Zusammenarbeit mit Griechenland und Europa bereit+++17:19 Uhr

Der Internationale Währungsfonds (IWF) steht nach eigenen Angaben bereit, bei den Bemühungen zur Lösung der griechischen Schuldenkrise zu helfen. Der IWF sei willens, hierbei mit Griechenland und Europa zusammenzuarbeiten, sagte ein Sprecher des Währungsfonds am Montag. IWF-Chefin Christine Lagarde habe das Führungsgremium des Fonds über den Ausgang der Schuldengespräche am Wochenende informiert.

+++Eurogruppe berät über 12 Mrd. Euro Brückenfinanzierung+++17:15 Uhr

Die Euro-Finanzminister suchen nach Wegen, Griechenland mit einer Brückenfinanzierung von rund 12 Mrd. Euro zu helfen. Damit könnte Athen seinen unmittelbaren Finanzbedarf decken und seine Banken wieder eröffnen. "Wir werden nur nach Möglichkeiten der Brückenfinanzierung schauen", sagte Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem am Montag in Brüssel am Rande der Sitzung der 19 Minister.

Der österreichische Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) sagte: "Es gibt verschiedene Optionen." Dazu gehörten etwa bilaterale Kredite einzelner Staaten oder der Rückgriff auf Anleihegewinne der Europäischen Zentralbank aus angekauften griechischen Staatspapieren (sogenanntes SMP-Programm). Die Vorbedingung für eine solche Überbrückung ist ein neues Hilfsprogramm für Griechenland.

+++S&P stellt Heraufstufung Griechenlands in Aussicht+++16:57 Uhr

Die Ratingagentur S&P könnte die Bonität Griechenlands "recht rasch" heraufstufen, falls sich das dritte Hilfsprogramm als tragfähig erweist. Dies sagt der Chefanalyst bei S&P für europäische Ratings, Moritz Kraemer. Im Basismodell gehe S&P weiter davon aus, das Griechenland den Euro verlassen werde.

+++Bundestag berät am Freitag über Griechenland+++16:31 Uhr

Der Bundestag stimmt nach Angaben aus Koalitionskreisen am Freitagvormittag über die Billigung neuer Griechenland-Verhandlungen ab. Die Abgeordneten müssen dafür zum Teil aus ihren Feriendomizilen zurückkommen.

+++Schelling zufrieden mit Gipfel-Einigung+++16:07 Uhr

Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) hat sich am Montag zufrieden mit der Einigung des Euro-Gipfels zu Griechenland gezeigt. "Fast hundert Prozent" dessen, was die Finanzminister vorgeschlagen hätten, sei auch vom Gipfel bestätigt worden, sagte er. Er rechne damit, dass "Griechenland den Ernst der Lage erkannt hat" und die geforderten "Vorleistungen erbringen wird", so Schelling in Brüssel.

Die Euro-Finanzminister beraten am Montag über eine sogenannte Brückenfinanzierung für Athen, die solange die Lücke füllen soll, bis ein drittes Hilfspaket in Kraft treten kann. Wie dies geschehen solle, dafür habe man "derzeit noch keine Lösung", sagte der Finanzminister. Optionen seien etwa eine Finanzierung über den alten Eurorettungsfonds EFSM, durch Ankaufprogramme für griechische Staatsanleihen (SMP) oder eine mögliche bilaterale Finanzierung durch einzelne EU-Staaten.

+++Ifo-Chef Sinn: "Geld wird nicht genügen, um griechische Bürger zufriedenzustellen"+++15:59 Uhr

Ifo-Chef Hans-Werner Sinn über die Einigung im Schuldenstreit: "Viele Leute glauben, dass das vorliegende Papier gut für Griechenland ist. Das ist es nicht. Während der Beschluss den Rest Europas viel Geld kosten wird, wird all dieses Geld nicht genügen, um die griechischen Bürger zufriedenzustellen. Griechenland ist zu teuer und deshalb nicht mehr wettbewerbsfähig. Es macht keinen Sinn, die Probleme des Landes mit immer mehr Geld zuschütten zu wollen. Das ist teuer und verhindert die Schaffung wettbewerblicher Wirtschaftsstrukturen. Nachhaltige Arbeitsplätze erzeugt der Geldsegen nicht."

+++Die Reformforderungen im Kurzüberblick+++15:46 Uhr

+++CSU signalisiert Zustimmung zu Einigung mit Griechenland+++15:24 Uhr

CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt signalisiert Zustimmung zur Vereinbarung von Brüssel. Der Kompromiss sei getragen vom Prinzip Hilfe gegen Reformen, sagt sie der "Rheinischen Post". Zwingende Voraussetzung für ein Bundestagsvotum sei, dass die Regierung in Athen den Kompromiss rasch durch das Parlament bringe.

+++UPDATE Griechische Banken bleiben vorerst bis Mittwoch dicht+++15:17 Uhr

Die griechischen Banken bleiben zwei weitere Tage geschlossen, wie aus Finanzkreisen verlautet. Nach dieser erneuten Verlängerung soll die Lage am Mittwoch geprüft werden, hieß es von Insidern. Die Banken sind bereits seit rund zwei Wochen dicht.

+++Malta: Grexit war am Tisch - Klippe umschifft+++15:16 Uhr

Der Verhandlungsmarathon des Euro-Gipfels für eine Lösung mit Griechenland sei von Extremen geprägt gewesen. Es habe einen Punkt gegeben, "wo der Grexit am Tisch war. Wir haben den Punkt erreicht, sind dann von der Klippe zurückgewichen", sagte der maltesische Finanzminister Edward Scicluna vor der Sitzung der Eurogruppe am Montag in Brüssel.

Immerhin handle es sich beim dritten Hilfspaket für Griechenland um "eine Menge Geld". Über die nun folgende Brückenfinanzierung macht sich Scicluna keine Sorgen. "Das sollte kein Problem sein".

+++Tschechiens Finanzminister fordert weiter "Grexit"+++15:03 Uhr

Der tschechische Finanzminister Andrej Babis hat die Einigung zur griechischen Schuldenkrise als "keinen guten Schritt" kritisiert. In ein paar Jahren werde die Eurozone wieder in der gleichen Lage sein wie heute oder bereits im Jahr 2011, sagte er am Montag der Agentur CTK. "Eine Lösung ist nur der Austritt Griechenlands aus der Eurozone und ein teilweiser Schuldenerlass", forderte der liberale Politiker und Großunternehmer.

Tschechiens Ministerpräsident Bohuslav Sobotka begrüßte das Verhandlungsergebnis hingegen. "Ein Abkommen mit harten Bedingungen für Griechenland ist besser als ein total zusammengebrochener Staat innerhalb von EU und NATO", teilte der Sozialdemokrat am Montag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mit. Tschechien will frühestens 2020 den Euro einführen, hat sich aber auf kein Zieldatum festgelegt.

+++EZB hält ELA-Notkredite für griechische Banken konstant+++14:34 Uhr

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält den Druck auf Griechenland aufrecht. Die Höchstgrenze für ELA-Notkredite sei nicht verändert worden, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montag mit Bezug auf eine mit der Sache vertraute Person. Damit liegen die Hilfen, die von der griechischen Zentralbank gewährt werden und vom EZB-Rat genehmigt werden müssen, weiter bei knapp 90 Mrd. Euro.

+++Bundestag entscheidet wohl Freitagfrüh+++14:23 Uhr

Der deutsche Bundestag wird nach Angaben von Parlamentspräsident Norbert Lammert wohl Freitagfrüh über die Aufnahme formaler Verhandlungen mit Griechenland entscheiden. "Es sieht ganz danach aus", sagte Lammert am Montag in Berlin der Nachrichtenagentur AFP. Voraussetzung sei aber, dass bis dahin die erforderlichen Entscheidungen in Griechenland getroffen worden seien, betonte Lammert.

+++Banken bleiben weiter zu - Noch unklar wie lange+++14:19 Uhr

Die seit zwei Wochen geschlossenen Banken in Griechenland bleiben weiter zu, hat am Montag ein Vertreter des griechischen Finanzministeriums ankündigt. Wann die Schließung voraussichtlich endet, ließ er offen. Griechische Bürger können pro Tag maximal 60 Euro in bar abheben.

+++Gabriel erwartet Zustimmung der Parlamente+++12:55 Uhr

SPD-Chef Sigmar Gabriel rechnet mit einer Zustimmung des Bundestages zu den Vereinbarungen für Griechenland. Er gehe davon aus, dass die griechische Regierung und da, wo es nötig sei, auch die Parlamente der Euro-Länder dem Verhandlungsergebnis zustimmen werden, sagte der Bundeswirtschaftsminister in Berlin vor dem Abflug nach China. Die Einigung sei "ein gutes Ergebnis".

+++Sondersitzung des Nationalrats Donnerstag oder Freitag+++12:52 Uhr

Der österreichische Nationalrat soll voraussichtlich am Donnerstag oder Freitag das Hilfsprogramm für Griechenland beschließen. Das sieht der Vorschlag von Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) vor, hieß es am Montag auf Anfrage der APA aus ihrem Büro. Sollte das Parlament in Athen die von den Euro-Partnern verlangten Reformen bis Mittwoch beschließen, könnte in Österreich Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) mittels Dringlichkeitsverfahren ohne Befassung des Ministerrates dem Parlament noch am Mittwoch einen Beschlussvorschlag für das dritte Hilfspaket für Griechenland vorlegen. Dieser muss unverzüglich im ständigen ESM-Unterausschuss behandelt werden. Der Ausschuss könnte daher bereits am Donnerstag tagen.

+++ Lettland fordert von Athen zügige Reformen+++12:16 Uhr

Lettlands Regierungschefin Laimdota Straujuma Griechenland hat zur unverzüglichen Verabschiedung von Reformen aufgefordert. "Wir erwarten konkrete Entscheidungen des griechischen Parlaments in den kommenden Tagen", sagte sie am Montag. Mit den ersten Beschlüssen sollten eine tiefgreifende Reform des Rentensystems und eine Neuausrichtung des Steuersystem vorgenommen werden.

Europa habe jegliches Vertrauen in die von Griechenland gegebenen Versprechen verloren, sagte Straujuma einer Mitteilung der Staatskanzlei zufolge. Die einzige Chance, es wiederherzustellen sei eine sofortige Umsetzung von Reformen im Rentensystems und in den Bereichen Beschäftigung und Privatisierung.

Estlands Regierungschef Taavi Roivas schrieb nach den 17-stündigen Verhandlungen in Brüssel auf Twitter: "Europa hat sich auf einen Fahrplan festgelegt. Jetzt hängt alles von der Umsetzung ab."

+++DIW-Chef: "Grexit"-Gefahr trotz Einigung groß+++12:15 Uhr

Deutsche Ökonomen halten den Schuldenstreit mit Griechenland trotz der Verständigung auf ein neues Hilfsprogramm für noch lange nicht gelöst. "Es wäre verfrüht, die Einigung als einen Erfolg anzusehen", sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, am Montag in Berlin.

"Es ist lediglich ein erster Schritt, die wirtschaftliche Abwärtsspirale Griechenlands aufzuhalten." Ökonomen von Banken sehen das ähnlich. "Die Kuh ist nicht vom Eis, aber das Eis ist dicker geworden", sagte der Chefvolkswirt der Berenberg Bank, Holger Schmieding. "Es wird nicht leicht sein, diese Einigung umzusetzen - insbesondere für die griechische Seite."

Binnen drei Jahren sollen weitere 82 bis 86 Mrd. Euro nach Athen fließen. Im Gegenzug muss die griechische Regierung Sofortmaßnahmen wie eine Mehrwertsteuer- und eine Rentenreform beschließen. "Griechenland hat sich zu weitreichenden Reformen und Einschnitten im Staatshaushalt verpflichtet", sagte Schmieding. "Das ist nahezu das Gegenteil dessen, was Ministerpräsident Alexis Tsipras seinen Wählern im Jänner und beim Referendum versprochen hatte."

Sein Kollege Jürgen Michels von der BayernLB hält das Risiko eines Euro-Abschieds von Griechenland nach wie vor für größer als die Chancen für einen Verbleib in der Währungsunion. "Dieser Gipfel hat den 'Grexit' jetzt verhindert", sagte der Chefvolkswirt. "Aber es wird unglaublich schwer sein, die genannten Sofortmaßnahmen als auch die folgenden Reformen in Griechenland durchzusetzen. Die Folgerung daraus lautet: 'Grexit' nicht heute, aber später."

Die harten Verhandlungen haben zudem die Risse zwischen den Euro-Ländern deutlich gemacht, ergänzten andere Experten. "Der Euroraum ist tief gespalten", so Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer.

+++Parlamente entscheiden über Griechenland-Paket +++11:50 Uhr

Die Staats- und Regierungschefs haben am Montagmorgen sich zwar auf die Umrisse eines neuen Hilfsprogramms geeinigt. Nun haben die Parlamente noch das Wort. Griechenland muss bis Mittwoch die Reform im Parlament in Athen absegnen lassen. Tsipras hat mehr Gegenwind in den eignen Reihen als in der Opposition. 17 Syriza-Mitglieder haben ihm zuletzt beim Referendum ihe Stimme versagt. In sieben der 19 Euro-Länder muss über das neue dritte Hilfspaket im Parlament abgestimmt werden, darunter auch in Österreich.

Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras muss bis Donnerstag die Zustimmung in seinem Parlament einholen.

+++Finnland legt sich nicht auf Ja zu Verhandlungen fest+++11:43 Uhr

Trotz des Durchbruchs beim Euro-Sondergipfel will sich Finnland nicht auf ein Ja zu neuen Verhandlungen über weitere Griechenland-Hilfen festlegen. "Die Vorschläge des Gipfels für das griechische Parlament sind ein Schritt in die richtige Richtung", sagte Ministerpräsident Juha Sipilä dem finnischen Rundfunk am Montag.

"Die finnische Regierung wird sie sehr genau verfolgen und entscheiden, ob sie eine ausreichende Grundlage bilden, Verhandlungen mit Griechenland einzuleiten." Finnland könne nicht garantieren, dass es diesen zustimmen würde - auch wenn Griechenland sich zu allen erforderlichen Maßnahmen bereiterklärte. Besonders die Rechtspopulisten in der finnischen Regierung pochen auf eine harte Linie im Umgang mit Griechenland.

+++Wifo-Aiginger: Griechen müssen nun mehr Jobs schaffen+++11:42 Uhr

Wifo-Chef Karl Aiginger hat sich am Montag sehr erleichtert über das Grundsatzübereinkommen zur Rettung Griechenlands gezeigt. Ein Scheitern hätte das europäische Projekt gefährdet, doch der "Grexit" scheine nun vom Tisch zu sein. Nun müsse es der griechischen Regierung gelingen, in der Tourismus-Hochsaison Arbeitsplätze zu schaffen.

Hierzu müsse es zu einer Öffnung des Arbeitsmarktes kommen, so Aiginger auf APA-Anfrage. Und die Griechen müssen einander soziale Hilfe leisten, der Wifo-Chef sieht hier die orthodoxe Kirche, die Reeder und die Auslandsgriechen gefragt.

+++ Anleiherenditen werden nach Einigung deutlich billiger+++11:25 Uhr

Die Montagfrüh nach einem Verhandlungsmarathon doch noch erzielte Einigung zwischen Griechenland und der Eurozone hat die Anleiherenditen für Athen deutlich sinken und damit billiger werden lassen. Der 10-Jahreswert ging in den vergangenen drei Tagen von 19,278 auf 12,011 Prozent zurück. Die Zwei-Jahresrendite verringerte sich sogar von 57,728 auf 23,78 Prozent um mehr als die Hälfte.

Im Gegenzug verteuerten sich die Renditen in den starken Euroländern, allerdings nur geringfügig. Marktführer Deutschland notierte bei 0,922 Prozent - vor vier Tagen waren es lediglich 0,648 Prozent gewesen. Dann folgen Finnland (1,124 Prozent), Niederlande (1,173 Prozent), Österreich (1,287 Prozent), Frankreich (1,301 Prozent) und Belgien (1,355 Prozent). In all diesen Staaten gab es etwas höhere Renditen.

+++Kritik von deutscher Wirtschaft: "Insolvenzverschleppung"+++11:23 Uhr

Aus der deutschen Wirtschaft kommt scharfe Kritik am Schuldendeal mit Griechenland. "Die europäischen Steuerzahler werden wieder einmal genötigt, für viel Geld ein bisschen Zeit zu erkaufen", sagte der Präsident des Verbandes der Familienunternehmer, Lutz Goebel, am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. "Das ist Insolvenzverschleppung. Griechenland wird seine Schulden nie zurückzahlen können. Es wird nur weiteres Geld ins Feuer geworfen."

Jeder Bürger müsse für einen Kredit Sicherheiten oder Liquidität nachweisen. "Griechenland kann das kaum und bekommt trotzdem Milliarden", ergänzte Goebel. "Keine private Bank würde sich darauf einlassen." Der Bundesverband Öffentlicher Banken (VÖB) forderte die Regierung in Athen auf, die vereinbarten Reformen nun auch durchzusetzen. "Jede weitere Unsicherheit oder Verzögerung wird den Euro zusätzlich schwächen", sagte VÖB-Hauptgeschäftsführerin Liane Buchholz. "Griechenland muss nun liefern."

+++Steinmeier - Noch schwierige Schritte bis zum Hilfspaket+++11:21 Uhr

Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier geht davon aus, dass Griechenland noch einige Anstrengungen vor sich hat, bis das neue Rettungspaket besiegelt ist. "Bis zu einem neuen Hilfspaket ist noch mancher schwieriger Schritt zu gehen, allen voran in Athen, wo dringend an neuem Vertrauen gearbeitet werden muss."

+++Insider: ELA-Hilfen an Hellas-Banken werden wohl verlängert +++11:14 Uhr

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird Insidern zufolge die Notfallhilfen an griechische Banken voraussichtlich auf dem aktuellen Niveau belassen. Die griechische Notenbank werde sicher um eine Erweiterung des Rahmens bitten, sagte einer der mit Situation vertrauten Personen der Nachrichtenagentur Reuters. "Aber ich bin auch sicher, dass die Notenbank-Gouverneure ELA nicht erhöhen werden." Der EZB-Rat wird den Insidern zufolge noch an diesem Montag über die weitere Gewährung der Hilfen beraten. Aktuell liegt der Rahmen für die ELA-Notkredite nach früheren Äußerungen von Insidern bei rund 89 Milliarden Euro.

Ohne diese Liquiditätsspritzen - im Fachjargon "Emergeny Liquidity Assistance" (ELA) - droht den griechischen Instituten das Geld auszugehen. Unternehmen und Privatleute haben wegen der Unsicherheit, ob das Land im Euro bleiben kann, massiv ihre Konten leergeräumt. ELA-Hilfen werden gegen Sicherheiten von der Athener Notenbank vergeben, über die Gewährung beschließt aber der EZB-Rat.

+++ Experte: Tsipras kann Deal im Parlament durchbringen+++10:52 Uhr

Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras dürfte seine Mehrheit im Athener Parlament verlieren, er kann aber wohl die Einigung mit den Gläubigern mithilfe der Oppositionsparteien durchbringen - das sagte der griechische Politologe Stathis Kalyvas am Montag der APA. In den kommenden Tagen stehe dann wohl eine Regierungsumbildung an.

Kalyvas hält die Regierungskoalition aus der Linkspartei Syriza und den rechtspopulistischen Unabhängigen Griechen für angeschlagen. Derzeit halten beide Parteien gemeinsam 162 von 300 Mandaten im Parlament. Der Regierung dürften davon zumindest 20 Abgeordnete die Gefolgschaft verweigern, sagte der Politikwissenschafter, der an der US-Universität Yale lehrt.

Unterstützung dürfte sich Tsipras nun bei der liberalen Oppositionspartei To Potami und der sozialistischen PASOK holen. Diese halten je 17 und 13 Sitze im Parlament. To Potami hat eine Zustimmung am Montag bereits zugesichert. Eine Große Koalition mit der konservativen Neuen Demokratie sei hingegen weniger wahrscheinlich, sagte Kalyvas.

Ob die Regierung die großen Zugeständnisse an die Gläubiger politisch überlebe, hänge nun vom Ministerpräsidenten selbst ab, sagte der Politikwissenschafter. Er hält es für zumindest plausibel, dass die Regierung die umfassenden Spar- und Reformmaßnahmen durchsetze. "Wenn Tsipras dafür kämpft, dann kann er seine große persönliche Beliebtheit als Mittel einsetzen", sagte Kalyvas. "Wenn er sich dazu entschließt, es zu tun und dazu zu stehen, dann kann es ein Erfolg sein."

+++Renzi drängt auf stärkere Investitionen für Wachstum+++10:40 Uhr

Italiens Premier Matteo Renzi begrüßt das Abkommen über Griechenlands Rettungsplan, drängt aber die EU-Partner jetzt zu einem stärkeren Engagement für Wirtschaftswachstum. "Ein großer Plan zur Förderung des Wirtschaftswachstums kostet weniger als große Investitionen für einen Rettungsplan", sagte Renzi bei einer Pressekonferenz in Brüssel.

Renzi erklärte, dass bei den nächtlichen Verhandlungen die Gefahr eines Austritts Griechenlands konkret geworden sei. "Wir haben ein wichtiges Abkommen erreicht, das in einigen Momenten der Nacht nicht selbstverständlich war", kommentierte Renzi. "Ein Bruch wäre nach dem langen Weg, den wir gemacht haben, sinnlos gewesen", meinte der italienische Premier.

+++Dijsselbloem: Parlamente entscheiden bis Ende der Woche+++10:18 Uhr

Nach der Einigung auf ein Rettungspaket für Griechenland sind nun die nationalen Parlamente am Zug. Das griechische Parlament wird nach den Worten von Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem in den nächsten Tagen - Dienstag oder Mittwoch - darüber beraten und die verlangten Reformgesetze verabschieden.

Dann könnten bis Ende der Woche die Parlamente in den Euro-Ländern, in denen dies vorgesehen ist wie etwa Österreich und Deutschland, über das geplante Rettungspaket abstimmen. Es müsse auch eine Entscheidung der Eurogruppe geben. "Das erlaubt dann, die formalen Verhandlungen (über ein Rettungspaket) zu beginnen", sagte Dijsselbloem. Dann könne das gesamte Vorhaben abgeschlossen werden: "Das wird aber noch einige Wochen dauern, weil noch viel Arbeit zu tun ist."

+++Faymann: Finanzminister klären Brückenfinanzierung+++10:10 Uhr

Die Euro-Finanzminister werden nach Angaben von Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) noch am heutigen Montagnachmittag eine Brückenfinanzierung für Griechenland suchen. Die griechischen Banken könnten nicht bis zur Ausarbeitung eines neuen ESM-Hilfsprogramms geschlossen bleiben, sagte Faymann am Montag in Brüssel.

Es liege nunmehr an der EZB, der EU-Kommission und allen Mitwirkenden, diesbezüglich Vorschläge zu machen, sagte der Kanzler. Eine Zwischenfinanzierung könnte über die ELA-Nothilfen der EZB oder über den alten EU-Fonds EFSM oder einer Mischung von beiden erfolgen, sagte Faymann. Dies würden die Finanzminister erarbeiten.

+++Tsipras: Grexit gehört der Vergangenheit an+++10:05 Uhr

Mit der Einigung der Euro-Gruppe auf Verhandlungen über ein drittes Rettungspaket für Griechenland ist laut Ministerpräsident Alexis Tsipras die Frage eines Abschiedes seines Landes von der gemeinsamen Währung vom Tisch. Ein sogenannter Grexit sei eine Frage der Vergangenheit, sagte Tsipras am Montag in Brüssel nach einer nächtlichen Marathonsitzung der Staats- und Regierungschefs der 19 Euro-Länder. Mit Blick auf seine Kritiker im eigenen Land sagte Tsipras: "Wir haben vermieden, dass wir finanziell erdrosselt werden und unser Banksystem kollabiert." Es sei gelungen, eine Umstrukturierung der Schulden zu erreichen. In seinem Land seien radikale Reformen nötig, "um die alten Oligarchien loszuwerden". Bis Mittwoch muss Tsipras die Zustimmung seines Parlaments zu den Reformauflagen der anderen Euro-Staaten gewinnen.

+++Merkel: Gehen von 82 bis 86 Mrd. Euro Finanzbedarf aus+++09:59 Uhr

Die Eurogruppe geht von einem Finanzbedarf für Griechenland in Höhe von 82 bis 86 Mrd. Euro in den nächsten drei Jahren aus. Das machte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel am Montag nach einen 17-stündigen Krisengipfel der Staats-und Regierungschefs der Euro-Länder in Brüssel deutlich.

Ein erheblicher Teil von bis zu 25 Mrd. Euro werde für die Rekapitalisierung der Banken nötig sein. Von dem verabredeten Privatisierungsfonds mit einem Volumen von 50 Mrd. Euro sollten 12,5 Mrd. Euro nur für direkte Investitionen in Griechenland eingesetzt werden, sagte Merkel.

Die griechische Administration müsse grundlegend modernisiert werden, sagte die Kanzlerin. Auch das sei Teil der Einigung des Gipfels. Bereits am 20. Juli gebe es darüber Gespräche mit Griechenland, mit den Institutionen, der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank und dem Internationalen Währungsfonds.

+++Faymann begrüßt Deal, aber erwartet noch "harten Weg"+++09:55 Uhr

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) hat den Deal beim EU-Krisengipfel zur Griechenland-Rettung Montagfrüh als "gute Nachricht" begrüßt. Bis zur Umsetzung sei es aber noch "ein harter Weg", sagte Faymann nach dem Ende des Gipfels in Brüssel.

"Die Eurozone ist stark genug, Lösungen zu erarbeiten", sagte Faymann. Es habe sehr intensive Anstrengungen und sehr kontroversielle Diskussionen gegeben, "aber das Ergebnis rechtfertigt die Mühen". Das Ergebnis sei auch positiv für den sozialen Zusammenhalt in Griechenland.

+++Merkel: Athen muss bis 15.7. zustimmen, kein "Haircut"+++09:41 Uhr

Griechenland muss bis diesen Mittwoch zentrale Gesetzesvorhaben verabschieden. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte in Brüssel, diese sogenannten "prior actions" beträfen eine Reform der Mehrwertsteuer, einen Umbau der Statistikbehörde Griechenlands und das Pensionssystem. Die vollständige Verabschiedung dieser Reformen werde dann durch die drei Institutionen (EU, IWF und EZB) überprüft. Erst dann könnte die nationalen Parlamente ihnen zustimmen, darunter ist auch der deutsche Bundestag.

Merkel sagte, die Einigung des Gipfels sei gelungen, obwohl die wichtigste Währung verloren gegangen sei, das Vertrauen. Bis 22. Juli müsse Athen weitere Gesetze verabschieden, unter anderem für die Rekapitalisierung von Banken. Der Weg für Griechenland werde noch ein langer und mühsamer, sagte die Kanzlerin.

Merkel betonte außerdem, dass ein Schuldenschnitt - ein sogenannter "Haircut" - für Griechenland nicht in Frage kommt. Mit Blick auf die Schuldentragfähigkeit des Landes sagte Merkel, die Eurogruppe sei bereit, wenn nötig über längere Laufzeiten der Schulden Athens zu reden. Dafür gelte aber als Bedingung, dass es zunächst eine erste erfolgreiche Bewertung des neuen griechischen Reformprogramms geben müsse.

+++Börsen reagieren positiv: ATX steigt um 0.95 Prozent+++09:39 Uhr

Der Wiener Aktienmarkt hat am Montag im Frühhandel mit höheren Notierungen auf die Einigung am Euro-Krisengipfel zu Griechenland reagiert. Der heimische Leitindex ATX notierte um 9.15 Uhr bei 2.488,12 Zählern um 23,37 Punkte oder 0,95 Prozent über dem Freitag-Schluss (2.464,75). Bisher wurden 550.475 (Vortag: 511.958) Aktien gehandelt (Einfachzählung).

+++ Merkel bittet Bundestag um Zustimmung zu Verhandlungen+++09:34 Uhr

Die deutsche Regierung bittet den Bundestag nach der Einigung beim Griechenland-Krisengipfel darum, Verhandlungen über ein neues Rettungspaket für Athen zuzustimmen. Sie könne eine "Aufnahme von Verhandlungen aus voller Überzeugung empfehlen", sagte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel am Montag. Wann eine Sondersitzung sein könnte, war zunächst offen - möglicherweise schon an diesem Donnerstag.

+++Dijsselbloem: Einigung auf Privatisierungsfonds+++09:31 Uhr

Die Eurostaaten haben sich nach den Worten von Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem auf einen Privatisierungsfonds für Griechenland geeinigt. In diesem Fonds sollten Vermögenswerte überführt werden, sagte der Niederländer am Montag nach 17-stündigen Krisenberatungen auf dem Euro-Gipfel. Die Erlöse aus dem Fonds sollten dazu dienen, Schulden Griechenlands zu vermindern. Es gehe auch darum, Rekapitalisierungskosten für Banken zurückzuzahlen. Der Fonds war das letzte strittige Thema auf dem Gipfel gewesen.

+++Liberale Oppositionspartei will Einigung stützen+++09:24 Uhr

Die liberale Oppositionspartei To Potami in Griechenland hat ihre Unterstützung für eine Einigung mit den Euro-Partnern im Parlament angekündigt. Einer Regierung gemeinsam mit der Linkspartei Syriza will sie jedoch nicht beitreten, sagte ein Parteifunktionär, der namentlich nicht genannt werden wollte, Montagfrüh der Nachrichtenagentur Reuters.

+++Finanzminister beraten über Brückenfinanzierung+++09:21 Uhr

EU-Ratspräsident Donald Tusk sagt, es gibt die grundsätzliche Einigung, ein Hilfsprogramm zu beginnen. "Es wird strenge Bedingungen geben", so Tusk am Montag in Brüssel. Die Finanzminister der Eurozone würden mit Hochdruck eine Brückenfinanzierung besprechen. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sagt, es wird keinen Grexit geben. "Entsprechend sind wir mit dem Ergebnis zufrieden."

+++Tusk: Euro-Gipfel ebnet Weg für Griechenland-Paket+++09:07 Uhr

Der Euro-Krisengipfel hat den Weg für ein drittes Griechenland-Hilfspaket geebnet. Die Staats- und Regierungschefs der Eurozone verständigten sich einstimmig auf ein umfangreiches Spar- und Reformpaket für das Krisenland, berichtete EU-Gipfelchef Donald Tusk am Montag nach rund 17-stündigen Gipfelberatungen.

Alle Gipfelteilnehmer seien bereit für das Programm, das ernsthafte Reformen und finanzielle Hilfe umfasse, teilte Tusk über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Weitere Details der Vereinbarung wurden zunächst nicht bekannt.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel muss nach den Regeln des ESM-Gesetzes den Bundestag bitten, der Regierung das Mandat für Verhandlungen zu geben. Eine Sondersitzung wird noch in dieser Woche erwartet. Das griechische Parlament dürfte zuvor erste Reformgesetze verabschieden müssen. Ungeklärt war zuletzt die Frage einer Übergangsfinanzierung für das hoch verschuldete und kurz vor dem Bankrott stehende Euro-Land.

Nach Angaben des US-Politmagazins "Politico" stellt die Griechenland-Gipfelrunde einen neuen Rekord auf. Dies sei der bisher längste EU-Gipfel in der Geschichte, schrieb ein Redakteur des Online-Magazins.

+++Treuhandfonds soll auch für Investitionen nutzbar sein+++7:51 Uhr

Der von den Gläubigern geforderte 50-Mrd.-Euro-Treuhandfonds aus Privatisierungserlösen für Athens Schuldendienst ist der Hauptstreitpunkt der Verhandler. Nach Angaben von Diplomaten gibt es den Versuch, eine Kompromissformulierung zu finden, die Athen entgegenkommt.

Demnach soll ein gewisser Prozentsatz des Fonds auch für Investitionen nutzbar sein, nicht ausschließlich für den Schuldendienst. Beim zweiten strittigen Thema IWF scheine sich der griechische Premier Alexis Tsipras zu bewegen, hieß es in Ratskreisen. Laut Diplomaten ist damit nur noch die Frage des Privatisierungsfonds offen.

Montagfrüh kamen die deutsche Kanzlerin Angela Merkel, der griechische Premier Alexis Tsipras, Frankreichs Staatschef Francois Hollande und Ratspräsident Donald Tusk erneut zu Konsultationen in kleiner Runde zusammen. Die Suche nach einem Kompromiss werde aber auch von anderen Gipfelteilnehmern unterstützt, hieß es.

Bis zuletzt hatte Tsipras beim Krisengipfel Widerstand geleistet. Laut Diplomaten wollte Griechenland eine vor allem von Berlin geforderte Summe von 50 Mrd. Euro für einen Treuhandfonds von Privatisierungserlösen zur Schuldentilgung nicht akzeptieren. Dieser Fonds soll einer externen Kontrolle unterliegen. Athen könne demnach nur 17 Mrd. Euro zusagen, hieß es. Außerdem lehnte Griechenland eine explizite Rolle des IWF bei der Überwachung der Reformschritte ab, und dass dies eine notwendige Vorbedingung der Hilfen sei.

+++Euro-Krisengipfel nach 14 Stunden erneut unterbrochen+++7:22 Uhr

Nervenkrieg beim Euro-Krisengipfel in Brüssel: Im Ringen um die Griechenland-Rettung war auch nach mehr als 15 Stunden Marathonverhandlungen keine Einigung absehbar. Nach Medienberichten kamen Montagfrüh die deutsche Kanzlerin Angela Merkel, der griechische Premier Alexis Tsipras, Frankreichs Staatschef Francois Hollande und zu Ratspräsident Donald Tusk zu Konsultationen zusammen.

Dabei scheinen die Euro-Partner auf eine abschließende Lösung zu drängen. Erhält Griechenland kein weiteres Rettungspaket in Höhe von 82 bis 86 Mrd. Euro, droht dem Land ein Staatsbankrott und wohl ein Ausscheiden aus dem Euro. "Unterbrechung für endgültige Konsultationen", erklärte Maltas Premier Joseph Muscat auf Twitter.

"Nach 14 Stunden Eurozone-Tagung Ausgang ungewiss. Neue Pause für Konsultationen", erklärte der Sprecher der zypriotischen EU-Vertretung in Brüssel.

Bis zuletzt hatte Tsipras beim Krisengipfel Widerstand geleistet. Laut Diplomaten wollte Griechenland eine vor allem von Berlin geforderte Summe von 50 Mrd. Euro für einen Treuhandfonds von Privatisierungserlösen zur Schuldentilgung nicht akzeptieren. Dieser Fonds soll einer externer Kontrolle unterliegen. Athen könne demnach nur 17 Mrd. Euro zusagen, hieß es. Außerdem lehnte Griechenland eine explizite Rolle des IWF bei der Überwachung der Reformschritte ab, und dass dies eine notwendige Vorbedingung der Hilfen sei.

Hintergrund bei dem von Berlin geförderten Treuhandfonds ist nach Einschätzung von Beobachtern offenbar die Sorge Athens, dass griechische Banken, die nach Schätzungen der Eurogruppe einen Rekapitalisierungsbedarf von 25 Mrd. Euro haben, auch in den Treuhandfonds einfließen könnten.

+++Euro-Krisengipfel nach 14 Stunden erneut unterbrochen+++6:05 Uhr

Nach 14 Stunden Marathonverhandlungen ist der Euro-Sondergipfel zur Griechenlandkrise am Montagfrüh erneut unterbrochen worden. "Unterbrechung für endgültige Konsultationen", schrieb Maltas Premier Joseph Muscat auf Twitter.

Zuvor hatte Griechenland beim Krisengipfel in Brüssel immer noch Widerstand geleistet. Laut Diplomaten wollte Griechenland eine Summe von 50 Mrd. Euro für einen Treuhandfonds von Privatisierungserlösen zur Schuldentilgung nicht akzeptieren. Athen wolle demnach nur 17 Mrd. Euro zusagen, hieß es. Außerdem lehnte Griechenland eine explizite Rolle des IWF bei der Überwachung ab.

+++Drittes Hellas-Programm mit Volumen von bis zu 86 Mrd. Euro+++18:34 Uhr

Der Finanzbedarf Griechenlands in einem dritten Hilfsprogramm ist laut einem Dokument der Eurogruppe höher als bisher angenommen. Der Bedarf liege zwischen 82 und 86 Milliarden Euro, heißt es in einem Reuters vorliegenden Papier, das laut Vertretern der Euro-Zone den Staats- und Regierungschefs der Währungsunion am Sonntag zur Beratung vorgelegt wurde.

In einer früheren Version waren 74 Milliarden Euro genannt worden. Der kurzfristige Finanzbedarf bis zum 20. Juli wird bei sieben Milliarden Euro gesehen, bis Mitte August seien weitere fünf Milliarden notwendig. Zudem sollen zehn Milliarden Euro zur Stabilisierung des griechischen Bankensektors über ein ESM-Konto zur Verfügung gestellt werden. Insgesamt wird zur Rekapitalisierung der griechischen Banken eine Summe von bis zu 25 Milliarden Euro veranschlagt.

Voraussetzung für ein drittes Hilfsprogramm sei die Beteiligung des Internationalen Währungsfonds (IWF).

Der Gipfel Der Regierungschefs in Brüssel wurde Sonntagabend kurz nach Beginn unterbrochen.

Akkordiert seien unter den Euro-Staaten zusätzliche Forderungen an Athen bei den Pensionsreformen und bei der Mehrwertsteuer, offen sei der Bereich Privatisierungen, sagte ein Diplomat. Ein Grexit sei laut Österreichs Finanzminister "aktuell" vom Tisch. Doch ganz einstimmig dürfte die Meinung dazu nicht sein. Nicht alle der 19 Finanzminister der Eurozone wollen angeblich Griechenland im Euro halten.

Ein Sprecher von Gipfelchef Donald Tusk teilte mit, der Gipfel sei für bilaterale Gespräche unterbrochen worden. Der maltesische Ministerpräsident Joseph Muscat teilte indes auf "Twitter" mit, das Dokument der Eurogruppe sei der bedeutsamste Schritt bisher. "Wir müssen uns auf Schlüsselpunkte konzentrieren", sagte er.

Der US-Ökonom und Wirtschafts-Nobelpreisträger Paul Krugman übte in einem Blog der "New York Times" scharfe Kritik an der harten Haltung Deutschlands gegenüber Athen. "Eine substanzielle Kapitulation ist nicht genug für Deutschland, das einen Regimewechsel will und die totale Demütigung", schrieb er.

Der österreichische Politikwissenschaftler Anton Pelinka warnte am Samstag im Ö1-Mittagsjournal davor, Deutschland im Schuldenstreit zum "Sündenbock" vorzuschieben. "Das ist die Flucht aus der Komplexität und leider ist die EU nicht so geordnet, wie es wünschenswert wäre", betonte Pelinka. Er kritisierte, dass eben auf Angela Merkel oder Francois Hollande geschaut werde, und nicht primär auf den Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker. Der spiele im Hintergrund ohnehin eine ganz wichtige Rolle, das werde aber nicht so wahrgenommen.

+++Eurogruppe knüpft Hilfen an neue Reformen+++16:29 Uhr

Die Bedingungen werden nachjustiert und verändert, das Parlament in Athen muss einen neuen Beschluss fassen. Der Grexit sei laut Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) "aktuell" vom Tisch, wie er nach dem Ende des Treffens der Eurofinanzminister am Sonntagnachmittag erklärte. Die Euro-Finanzminister haben ein neues Rettungsprogramm für Griechenland an neue Reformen geknüpft, die vom Athen in Parlament zu beschließen sind. "Wenn sie nicht erfüllt sind, wird es keine Verhandlungen über ein drittes Programm geben", sagte Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) am Sonntag nach Ende der Eurogruppe.

Wenn Griechenland alle Bedingungen erfüllt, würden die Gläubiger-Institutionen ein Mandat bekommen, ein drittes Programm zu verhandeln, sagte Schelling. Die Liste werde nun dem Euro-Gipfel überreicht.

"Der entscheidende Punkt ist, dass Griechenland ab morgen entscheiden muss, ob sie mit diesem Statement einverstanden sind, das wird eine Parlamentsentscheidung sein. Anschließend werden die Maßnahmen durch das Parlament umgesetzt. Und wenn all diese Bedingungen erfüllt sind, wird über ein weiteres Programm verhandelt, nicht davor", sagte Schelling. Die Bedingungen seien "zum Teil nachjustiert und verändert worden in geringfügigem Ausmaß".

Die Euro-Finanzminister konnten sich in ihren stundenlangen Beratungen am Samstag und Sonntag nicht auf eine eindeutige Empfehlung für die Regierungschefs einigen. Deutschlands Finanzminister hatte am Samstag noch vorgeschlagen, dass Griechenland für "fünf Jahre eine Pause" beim Euro einlegen könnte. Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi mahnte der Zeitung "Il Messaggero" zufolge, dass es eine Demütigung Griechenlands nicht geben darf. "Italien will keinen Austritt Griechenlands aus dem Euro, und zu Deutschland sage ich: Genug ist genug."

Auch Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn warnte die Bundesregierung in der "Süddeutschen Zeitung" vor Planspielen zu einem Grexit. "Wenn Deutschland es auf einen Grexit anlegt, provoziert es einen tiefgreifenden Konflikt mit Frankreich. Das wäre eine Katastrophe für Europa."

Eurogruppen-Vorsitzender Jeroen Dijsselbloem erklärte am Sonntagnachmittag nach der Sitzung der Finanzminister, dass man in den Verhandlungen "weit gekommen" sei über eine Lösung für Griechenland. Auch der finnische Finanzminister Alexander Stubb erklärte am Sonntag nach der Sitzung in Brüssel, man habe "Fortschritte gemacht".

In Finnland hatte sich der zuständige Parlamentsausschuss gegen neue Griechenlandhilfen ausgesprochen. Die rechtspopulistischen "Wahren Finnen" hatten wegen dieser Frage mit einem Austritt aus der Mitte-Rechts-Regierung gedroht.

Dijsselbloem erklärte, einige große Bereiche seien noch nicht gelöst. Darüber würden die Euro-Staats- und Regierungschefs informiert, damit hoffentlich eine Entscheidung über diese letzten Bereiche fallen könne.

Österreichs Finanzminister Schelling (ÖVP) sprach nach den Verhandlungen von 95 Prozent, die von der Eurogruppe für den Gipfel vorbereitet werden konnten. Der Ball liegt nun nach den erfolglosen Bemühungen der Finanzminister bei den Staat- und Regierungschefs der Euro-Zone, bestenfalls noch heute im Euro-Gipfel eine Lösung in der griechischen Schuldenkrise zu finden.

+++Eurogruppe nach viereinhalb Stunden beendet +++16:06 Uhr

Die Eurogruppe beendete am Sonntagnachmittag unmittelbar vor Beginn des anschließenden Euro-Gipfels der Staats- und Regierungschefs ihre Beratungen. Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem zeigte sich zurückhaltend und meinte, die Erklärung werde den Chefs der Eurozone übergeben.

EU-Wirtschafts- und Währungskommissar Pierre Moscovici sprach von Fortschritten. Einige Differenzen blieben aber bestehen. Nun würden die Staats- und Regierungschefs der Währungsunion versuchen, eine Lösung zu finden. Die Vereinbarung sollte vorsehen, dass Griechenland in der Eurozone bleibe.

Der luxemburgische Finanzminister Pierre Gramegna meinte ebenso wie sein finnischer Ressortkollege Alexander Stubb, dass Fortschritte erzielt worden seien. Gramegna sprach von einer guten Erklärung der Eurozone, alle Optionen seien am Tisch. Stubb meinte, der Ball liege beim Euro-Gipfel und vor allem im griechischen Parlament.

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) glaubt weiterhin an eine Lösung im griechischen Schuldendrama. "Ich möchte nicht sagen, ich bin optimistisch, aber eine gute Chance haben wir", sagte Faymann bei seiner Ankunft beim Euro-Gipfel der Staats- und Regierungschefs am Sonntag in Brüssel. Zuvor hatte die deutsche Kanzlerin Angela Merkel erklärt, es gebe noch keine gemeinsame Position der 19 Eurostaaten.

Vor allem Deutschland hatte zuletzt immer wieder eine Hardliner-Position gegenüber Athen eingenommen, während die mediterranen Staaten, allen voran Frankreich, mehr Sympathien für Griechenland zeigten. So sorgte am Samstag der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble mit dem Vorschlag für Aufsehen, Griechenland solle doch zeitlich befristet aus der Eurozone, nicht aber der EU, ausscheiden.

Faymann wies diese Position am Sonntag als unannehmbar, "entwürdigend und außerdem völlig falsch" zurück. Die Staaten der Eurozone müssten wieder "einen Weg zueinander finden, es ist Glaubwürdigkeit herzustellen, es ist Vertrauen herzustellen", betonte der Bundeskanzler. "Vorschläge wie ein befristeter Ausschluss haben da nichts verloren."

Wer in Europa "eine gemeinsame Lösung" suche, der "findet auch einen Weg", gab sich Faymann zuversichtlich. Dies werde jedoch "auch von der griechischen Regierung abhängen", nahm der Kanzler Athen in die Pflicht. "Parteien, die diese Europäische Union nicht wollen, die diese Eurozone nicht wollen" erteilte er ein Absage.

+++Merkel: Noch kein einmütiges Papier der Eurogruppe+++15:33 Uhr

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel wandte sich gegen eine Einigung mit Griechenland um jeden Preis. "So wie es aussieht, werden wir von der Eurogruppe noch kein einmütiges Papier erhalten, das zur Aufnahme von Verhandlungen auffordert", sagte Merkel am Sonntag vor dem Euro-Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs in Brüssel.

"Das ist auch kein Wunder". Die Lage sei "extrem schwierig", so Merkel. "Einmal, wenn man an die ökonomische Situation Griechenlands denkt. Auch an die Verschlechterung der letzten Monate. Aber auch deshalb, vor allem, weil die wichtigste Währung verloren gegangen ist, das ist Vertrauen, das ist Verlässlichkeit", erklärte die Kanzlerin.

Die Nerven seien sicher angespannt. "Aber man muss sicherstellen, dass die Vorteile die Nachteile überwiegen. Sowohl für die Zukunft Griechenlands als auch für die Eurozone als ganzes".

+++Feuer am Dach der Eurozone+++13:29 Uhr

Die Griechenland-Krise hat sich seit dem Referendum über die Gläubiger-Sparpläne dramatisch zugespitzt. Stand es bisher 18 Euro-Staaten gegen einen (Athen), so haben die vom griechischen Parlament gebilligten Sparpläne einen Riss zwischen nördlichen und osteuropäischen Euro-Mitgliedern auf der einen Seite und dem "Club Med" im Süden der Währungsunion offengelegt.

Beobachter fühlten sich am Wochenende an Aussagen des früheren britischen Außenministers William Hague erinnert, der die Eurozone als "brennendes Haus ohne Notausgänge" bezeichnet hatte. Der Eurokritiker hatte den Vergleich mit dem "brennenden Haus" bereits Ende der 1990er Jahre gezogen, als Großbritannien sich gegen den Beitritt zur Eurozone entschieden hatte.

Der - wenn auch nicht offiziell diskutierte - Vorstoß des deutschen Finanzministers Wolfgang Schäuble, Griechenland für einen begrenzten Zeitraum von fünf Jahren aus dem Euro austreten zu lassen, hat heftige Gegenreaktionen ausgelöst, die insgesamt das Gesprächsklima in der Gemeinschaft weiter zu vergiften drohen. "Zu Deutschland sage ich: genug ist genug", wird Italiens Ministerpräsident in einem Zeitungsbericht zitiert. "Jetzt muss der gesunde Menschenverstand zum Zuge kommen und ein Abkommen geschlossen werden." In den sozialen Netzwerken machten wüste Nazi-Beschimpfungen gegen Schäuble und die harte Haltung Deutschlands die Runde. Statt eines Grexit war auf Twitter immer wieder von einem "Schäublexit" die Rede.

Allen voran Schäuble hatte der Athener Linksregierung von Alexis Tsipras vorgeworfen, jeden Hoffnungsschimmer in den vergangenen Monaten massiv zerstört zu haben. Aber auch die Balten, die Slowakei und Finnland wollen Griechenland nicht mehr glauben und halten die bisherigen Reformschritte für ungenügend.


Weil ein neues Rettungsprogramm länger als noch im Juni geplant laufen soll, nämlich drei Jahre, und sich die Lage der griechischen Banken jeden Tag weiter zuspitzt, sieht Schäuble riesige Finanzierungslücken. Griechenland braucht nach Worten von Finanzminister Hans Jörg Schelling 72 Milliarden bis 74 Milliarden Euro. Dazu kommen laut Diplomaten mindestens 8 Milliarden an Brückenfinanzierung, um Athen vor einem Staatsbankrott zu bewahren, bis ein Absichtsabkommen (MoU) zu Verhandlungen über ein neues Hilfsprogramm steht.

Ein neues Hilfsprogramm muss bis spätestens 20. Juli auf den Weg gebracht sein, wenn Athen rund 3,5 Milliarden Euro an die Europäische Zentralbank (EZB) zurückzahlen muss. Ist dies nicht der Fall, kann die EZB keine weitere Liquidität zur Verfügung stellen.

12. Juli 2015

+++Griechenland - Nerven in Eurogruppe lagen um Mitternacht blank +++13:29 Uhr

Das tage- und nächtelange Ringen um eine Rettung Griechenlands stellt die Geduld der Euro-Finanzminister auf eine harte Probe. In der Nacht zum Sonntag wurde das Sondertreffen der Finanzminister nach neun Stunden auf Sonntagvormittag vertagt.

Ein Zitat aus der Nacht dokumentiert, dass die Nerven bei den Teilnehmern der Gespräche offenbar blank liegen: "Ich bin doch nicht blöd", hielt der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) nach Angaben aus EU- Kreisen dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, in der Diskussion entgegen.

Die griechische Nachrichtenagentur ANA berichtete, der Wortwechsel sei Grund dafür gewesen, dass Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem das Treffen um kurz nach Mitternacht abbrach. Aus EU-Kreisen hieß es dagegen, die Stimmung sei allgemein so angespannt gewesen, dass eine Vertagung auf Sonntagvormittag sinnvoll erschien. Eine direkte Auseinandersetzung zwischen Schäuble und Draghi habe es nicht gegeben.

10. Juli 2015

+++Griechenland - Estnischer Parlamentsausschuss für Verhandlungen+++16:29 Uhr

Als erstes Parlament der Euro-Zone hat die estnische Volksvertretung für die Aufnahme von Verhandlungen über ein drittes Hilfspaket mit der griechischen Regierung gestimmt. Der EU-Ausschuss des Parlaments gab am Freitag dem Finanzminister des Landes grünes Licht, über Hilfen für Griechenland zu verhandeln.

Voraussetzung sei aber, dass die EU-Kommission nachhaltige Gründe für die Aufnahme der Gespräche sehe, teilte das Parlament mit. Einem ausverhandelten Hilfspaket muss das gesamte Plenum in Tallinn zustimmen. Neben dem estnischen Parlament und dem österreichischen Nationalrat müssen laut EU-Vertretern noch vier weitere Parlamente - die Deutschlands, der Niederlande, der Slowakei und Finnland - der Aufnahme von Beratungen zustimmen.

+++Maersk interessiert sich für griechische Häfen+++16:10 Uhr

Die weltgrößte Container-Reederei Moeller-Maersk hat Interesse an den griechischen Häfen Piräus und Thessaloniki angemeldet, die Griechenland im Falle einer Einigung mit seinen Gläubigern privatisieren will.

+++Griechenlands größte Oppositionspartei stützt Reformplan+++15:42 Uhr

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras bekommt Rückendeckung von der größten Oppositionspartei. Die konservative Nea Dimokratia wolle im Parlament dem Reformplan der Regierung zustimmen, erklärt sie in einer Stellungnahme. Ziel sei eine Einigung mit den Gläubigern, um Griechenland im Euro zu halten.

+++Insider - EZB berät Montag über Notkredite für Hellas-Banken+++15:23 Uhr

Ein Insider hält es für wahrscheinlich, dass die Europäische Zentralbank am Montag erneut über die Notkredite für griechische Banken beraten wird. Die Mitglieder des EZB-Rats würden sich per Telefonkonferenz über die im Fachjargon ELA genannten Kredite abstimmen.

+++Fünf Syriza-Politiker ziehen Grexit einem Spar-Abkommen vor+++14:49 Uhr

Fünf Hardliner der griechischen Regierungspartei Syriza bevorzugen einen Abschied Griechenlands aus der Euro-Zone ("Grexit") und eine Rückkehr zur Drachme im Gegensatz zu einem Abkommen, das auf Einsparungen beruht und keine Schuldenerleichterungen enthält, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Drei von ihnen sind Abgeordnete, zwei sind Mitglied der Führung der Linkspartei.

+++Slowakischer Minister bleibt bei Griechenland skeptisch+++13:50 Uhr

Nach Ansicht des slowakischen Finanzministers Peter Kazimir ist noch nicht klar, ob die griechischen Reformvorschläge ausreichen oder ob noch weitere Maßnahmen nötig sind. "Es scheint Fortschritte zu geben", räumt Kazimir über den Kurznachrichtendienst Twitter ein. Mit Blick auf die zähen Verhandlungen fügt er ironisch hinzu: "Wenn man die jüngsten Entwicklungen verfolgt und griechischen Regierungsvertretern zuhört, kann man sich wundern, wie schnell sich eine Raupe in einen Schmetterling verwandeln kann."

+++13 Uhr Telekonferenz Juncker/Draghi/Lagarde+++12:31 Uhr

EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker berät am heutigen Freitag um 13.00 Uhr mit EZB-Chef Mario Draghi, IWF-Chefin Christine Lagarde und Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem über die griechischen Reformpläne. Die Gläubiger-Institutionen - Kommission, EZB und IWF - sollen noch heute ihre Beurteilung an die Eurogruppe schicken, sagte EU-Kommissionssprecher Maragaritis Schinas am Freitag in Brüssel.

+++- Österreich und 5 Länder müssen sofort in Parlamente+++12:19 Uhr

Österreich und fünf weitere Euro-Länder müssen sofort ihre nationalen Parlamente befassen, um ein Mandat für Verhandlungen mit Griechenland über ein neues Hilfsprogramm im Rahmen des Euro-Rettungsschirms ESM zu geben. Neben Österreich sind dies auch Deutschland, die Niederlande, die Slowakei, Estland und Finnland, sagte ein ranghoher EU-Beamter am Freitag in Brüssel.

Im Falle einer Einigung mit Griechenland am Wochenende könnten die sechs Länder am Montag oder Dienstag bereits ihre Parlamente mit dem Mandat für konkrete Verhandlungen befassen, hieß es. Zu einem späteren Zeitpunkt müssten die Länder dann noch einmal ihre Parlamente befassen.

+++EU-Vertreter - Eurogruppe berät auch über Hellas-Schulden+++12:00 Uhr

Die Euro-Finanzminister werden am Samstag einem EU-Vertreter zufolge auch über die Tragfähigkeit der griechischen Schulden sprechen. Das dürfte ein zentraler Punkt der Beratungen sein, sagte der EU-Vertreter am Freitag in Brüssel. Details nannte er nicht. In den vergangenen Tagen hatte die Diskussion an Fahrt gewonnen, wie mit dem griechischen Schuldenberg umgegangen werden soll. Die Regierung in Athen will das Thema zum Teil der Vereinbarungen mit den Gläubigern machen und pocht auf Entlastungen. Einen Schuldenschnitt schließt die Bundesregierung zwar aus, eine Umstrukturierung der Zahlungsverpflichtungen wurde indes von mehreren Seiten ins Spiel gebracht. Dabei könnte es sich etwa um längere Laufzeiten der Kredite handeln.

+++Bundesregierung lehnt Schuldenschnitt für Griechenland ab+++11:50 Uhr

Die deutsche Bundesregierung wird der Streichung griechischer Schulden nach den Worten eines Sprechers nicht zustimmen. Es wäre auch nicht ausreichend, die Vorschläge von Ende Juni in neuer Verpackung zu präsentieren, sagt ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums.

+++EU-Vertreter - Sechs Parlamente müssen Hellas-Deal absegnen+++11:40 Uhr

Winken die Euro-Finanzminister das griechische Reformpaket durch, müssen bis zur endgültigen Einigung noch weitere Hürden übersprungen werden. Sechs Parlamente müssen grünes Licht geben, sagt ein ranghoher EU-Vertreter. Neben dem deutschen Bundestag sind das die Parlamente in den Niederlanden, in Estland, der Slowakei, Slowenien und Finnland.

+++Institutionen bewerten Freitagabend Reformplan+++11:36 Uhr

Die Gläubiger-Institutionen - EU-Kommission, EZB und IWF - sollen am heutigen Freitagabend eine Einschätzung des griechischen Reformplans abgeben, wie ein ranghoher EU-Beamter sagte. Es ist noch unklar, ob diese Bewertung schriftlich oder mündlich erfolgt.

Am morgigen Samstag um 10.00 Uhr soll sich die Euro-Arbeitsgruppe auf dieser Grundlage ein Bild machen, hieß es am Freitag in Ratskreisen in Brüssel.

Am Samstag um 15.00 Uhr kommen dann die Euro-Finanzminister zusammen. Wenn es in der Eurogruppe eine Einigung gebe, werde es wahrscheinlich keinen Euro-Gipfel am Sonntag geben, weil er dann nicht mehr gebraucht werde. "Wenn es keine Vereinbarung gibt, ist ganz klar, was die Konsequenzen sind", sagte ein Beamter.

+++Institutionen beraten um 13.00 Uhr über Griechenland+++11:19 Uhr

IWF-Chefin Christine Lagarde, EZB-Chef Mario Draghi und Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem wollen nach Angaben aus EU-Kreisen um 13.00 Uhr über Griechenland beraten.

+++Renzi - EU-Gipfel am Sonntag vielleicht gar nicht nötig+++11:10 Uhr

Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi zufolge können sich die EU-Staats- und Regierungschef ihren für Sonntag geplanten Gipfel in Brüssel sparen, wenn es schon vorher eine Einigung mit Griechenland geben sollte.

+++Dijsselbloem erwartet "große Entscheidung" am Samstag+++ 11:01 Uhr

Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem weckt die Hoffnung auf eine Einigung mit Griechenland. Am Samstag könnten die Euro-Finanzminister eine "große Entscheidung" treffen. Die jüngsten griechischen Vorschläge bezeichnet Dijsselbloem als "sorgfältig".

+++Bundeskanzler Faymann sieht Chance für Einigung+++10:56 Uhr

Der österreichische Bundeskanzler Werner Faymann sieht eine Chance für eine Einigung im Schuldenstreit mit Griechenland. Diese müsse genutzt werden, sagt er.

+++Dijsselbloem: Entscheidung zu Griechenland fällt wahrscheinlich heute+++10:35 Uhr

Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem erwartet laut Nachrichtenagentur Bloomberg noch am Freitag eine Entscheidung zu Griechenland.

+++Hollande würdigt neue Vorschläge Griechenlands+++10:27 Uhr

Auch Frankreichs Präsident Francois Hollande würdigt die griechischen Vorschläge als "glaubwürdig und ernsthaft". Griechenland habe gezeigt, dass es entschlossen sei, in der Euro-Zone zu bleiben. Die Verhandlungen müssten wiederaufgenommen werden mit dem Ziel, ein Abkommen zu erreichen, sagt Hollande.

+++Frankreich sieht Grund für Optimismus in Hellas-Gesprächen+++10:15 Uhr

Frankreichs Wirtschaftsminister Emmanuel Macron zeigt sich zuversichtlich. In den vergangenen Tagen habe es große Fortschritte gegeben. Es gebe Grund für Optimismus, was eine Einigung mit Griechenland angehe.

+++Nun müssen die Geldgeber die Athen-Liste prüfen+++09:54 Uhr

Nach dem Eingang der neuen Reformliste aus Athen müssen jetzt die EU-Kommission, Europäische Zentralbank (EZB) und Internationalen Währungsfonds (IWF) die Vorschläge prüfen. Der Kabinettschef von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, Martin Selmayr, erklärte kurz nach 23 Uhr per Twitter: "Nun erhalten. Unterschrieben. Drei Institutionen werden nun prüfen." Zuvor hatte er dort betont, es werde ein Schreiben mit Unterschrift benötigt.

+++Parlament in Athen soll am Freitagabend über Sparprogramm beraten+++09:46 Uhr

Das griechische Parlament soll bereits am heutigen Freitagabend über das Sparprogramm beraten, mit dem die Regierung neue Finanzhilfen der Gläubiger aushandeln will. Die Abgeordneten sollten der Regierung im Schnellverfahren die Vollmacht geben, am Wochenende in Brüssel eine Vereinbarung zu unterzeichnen, berichteten der staatliche griechische Rundfunk. Der Zeitpunkt der Abstimmung am Freitagabend sei noch unklar

+++Malta - Neue Vorschläge bieten Gesprächsgrundlage+++09:35 Uhr

Maltas Ministerpräsident Joseph Muscat sieht angesichts der neuen Reformliste aus Athen Chancen für eine Einigung im Schuldenstreit. "Auf den ersten Blick bieten die griechischen Vorschläge eine Gesprächsgrundlage", schreibt Muscat auf Twitter.

+++Tsipras plädiert für Verbleib im Euro+++09:21 Uhr

Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras hat nach Angaben eines Regierungsvertreters vor griechischen Abgeordneten für einen Verbleib im Euro plädiert. Tsipras habe gesagt, das Referendum habe ihm ein Mandat für ein besseres Abkommen mit den Gläubigern erteilt, nicht für einen Grexit. Ein Sprecher der Syriza-Parlamentsfraktion, sagte auf die Frage, ob das Parlament grünes Licht für Verhandlungen der Regierung mit Gläubigern über erste Reformschritte gibt: "Natürlich".

+++Unionspolitiker skeptisch gegenüber Reformvorschlägen+++09:03 Uhr

Führende deutsche Unionspolitiker zweifeln an der Ernsthaftigkeit der neuen Reformvorschläge der griechischen Regierung. Fraktionsvize Ralph Brinkhaus stellte im ZDF am Freitag die Frage: "Wie glaubhaft ist es, dass diese Reformliste auch umgesetzt wird?"

Schließlich umfasse sie offenbar weithin frühere europäischen Vorschläge, die die Regierung in Athen und die griechischen Bürger beim Referendum am vergangenen Sonntag abgelehnt hätten. "Von daher stellt sich dann auch die Frage der Glaubwürdigkeit." Sein Kollege in der Fraktionsführung Hans-Peter Friedrich (CSU) sagte im Deutschlandfunk: "Entweder die griechische Regierung trickst ihr eigenes Volk aus oder wieder mal uns."

Die Reformliste im Wortlaut auf der Website des griechischen Parlaments (ab Seite 7 auf Englisch)

+++Griechenland schlägt höhere Steuern und Pensionsreformen vor +++08:51 Uhr

Kurz nachdem Griechenland am Donnerstagabend dem Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem eine 13-seitige Reformliste vorgelegt hat, sind in der Nacht auf Freitag erste Einzelheiten daraus bekannt geworden. So bietet die Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras den internationalen Geldgebern beispielsweise Steuererhöhungen sowie Pensionsreformen an.

Frühpensionierungen sollen künftig erschwert und Pensionisten stärker an den Gesundheitskosten beteiligt werden, heißt es in der Liste. Ebenso möchte das krisengebeutelte Land den öffentlichen Dienst reformieren.

Die Steuernachlässe für die griechischen Inseln sollen für die wohlhabendsten Inseln und diejenigen mit den meisten Touristen gestrichen werden und nicht wie von den Gläubigern gefordert für alle Inseln. Auch die Abgabenlast für Reedereien soll erhöht werden, wie aus den Vorschlägen hervorgeht, die die Regierung in Athen am Abend unterbreitete und kurz darauf veröffentlichte.

Darin ist auch eine höhere Mehrwertsteuer für Restaurants und ein verbindlicher Zeitplan für die Privatisierung von Staatsunternehmen enthalten. So willigt Athen nun in den Verkauf der verbliebenen staatlichen Anteile an dem Telekommunikationskonzern OTE ein. Außerdem sollen verbindliche Fristen für Gebote für den Verkauf der Staatsanteile an den Häfen von Piräus und Thessaloniki bis spätestens Oktober aufgestellt werden.

Weiters soll die Steuer auf Luxusgüter und auf TV-Werbespots laut Nachrichtenagentur Reuters sofort erhöht werden. Die Körperschaftssteuer soll noch in diesem Jahr angehoben werden und die Bekämpfung der Steuerflucht deutlich verstärkt werden.

Die Reformliste sieht auch eine Kürzung des Verteidigungsetats bis Ende 2016 um 300 Millionen Euro (100 Millionen für dieses Jahr und 200 Millionen Euro für das kommende) vor. Eigentlich war eine Kürzung von 400 Millionen gefordert gewesen.

Im Gegenzug verlangt Griechenland, die Ziele für den Primärüberschuss im Staatshaushalt für die kommenden Jahre zu überdenken. Zudem will die Regierung Finanzhilfen über 53,5 Milliarden Euro, um dem Schuldendienst bis Ende 2018 nachzukommen.

Wie die staatliche Nachrichtenagentur ANA berichtete, soll das griechische Parlament am Freitag darüber abstimmen, die Regierung von Tsipras auf Grundlage der neuen Vorschlagsliste mit den Verhandlungen mit den internationalen Gläubigern zu beauftragen.

9. Juli 2015

+++Ryanair will Griechen gratis fliegen lassen+++17:09 Uhr

Ryanair-Chef Michael O'Leary will ab 13. Juli gratis Flüge von Athen nach Kreta, Rhodos und Thessaloniki anbieten. Die Aktion soll zwei Wochen lang gelten. Allerdings verlangt O'Leary, dass die griechischen Behörden dem Billigflieger alle Gebühren erlassen. "Ryanair fordert unsere Partner auf, gemeinsam mit uns durch diese Geste guten Willens den Druck auf das griechische Volk zu erleichtern", erklärte das Unternehmen.

+++Juncker empfängt Politiker griechischer Oppositionsparteien+++16:40 Uhr

In der griechischen Schuldenkrise empfängt EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker Politiker griechischer Oppositionsparteien. "Das ist ein wichtiger Augenblick. Und Präsident Juncker will zuhören", sagte Junckers Sprecher in Brüssel. Der Luxemburger wollte am Donnerstag mit einer Delegation der konservativen Nea Demokratia zusammenkommen. Für den Freitag war eine Begegnung mit dem Chef der proeuropäischen Partei To Potami, Stavros Theodorakis, geplant.

+++Schäuble fordert von Griechenland Reformen - "just do it"+++15:58 Uhr

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble fordert von der griechischen Regierung, endlich konkrete Reformen einzuleiten. "Just do it. Das würde wahnsinnig viel Vertrauen gewinnen", sagte Schäuble am Donnerstag auf einer Bundesbank-Konferenz in Frankfurt. Seine Fantasie sei allerdings begrenzt, dass die Regierung in Athen noch bis Sonntag konkrete Reformschritte ins Parlament einbringe. Es sei jetzt an der Zeit, die Währungsunion zu stärken und für nachhaltiges Wachstum zu sorgen, betonte Schäuble.

+++Österreich zahlt über 900 Pensionen nach Hellas+++15:55 Uhr

In Griechenland beziehen derzeit mehr als 900 Personen eine Pension aus Österreich, wie es aus dem Sozialministerium am Freitag zur APA hieß. Deutschland hat Ende Juni rund 92.000 Pensionszahlungen in das kriselnde Land getätigt. Probleme bei der Überweisung gibt es bisher nicht.

Bei den deutschen Zahlungen handelt es sich überwiegend um Zahlungen an Griechen, die sich in Deutschland einen Pensionsanspruch erarbeitet haben und diesen auf ihr griechisches Konto überwiesen bekommen. "Klar ist, dass alle Menschen in Griechenland vor den gleichen Schwierigkeiten stehen, Bargeld zu bekommen", so das deutsche Sozialministerium am Freitag.

Rund 2.200 Deutsche beziehen in Hellas eine Pension. Die jüngsten Zahlungen wurden Ende Juni laut deutschem Sozialministerium ohne Probleme und pünktlich über die Bundesbank an die griechischen Banken angewiesen. Probleme ließen sich dabei bisher nicht verlässlich beurteilen. "Wir behalten das jedoch im Blick."

Aus Österreich gehen mehr als 900 Pensionszahlungen nach Griechenland. 933 werden über die Pensionsversicherungsanstalt (PVA) abgewickelt, es sind jene, die früher unselbstständig in Österreich beschäftigt waren, so ein Sprecher des Sozialministeriums in Wien. Ob es sich um Griechen oder Österreicher handelt, ist nicht klar. Es dürften noch ein paar dazukommen - Personen, die in Österreich selbstständig, etwa als Gastwirte, gearbeitet haben.

+++Schäuble rechnet nicht mit raschem Hellas-Reformstart+++15:44 Uhr

Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble rechnet nach eigenen Worten nicht damit, dass Griechenland als "vertrauensbildende Maßnahmen" bis Sonntag Reformen anschiebt. Es wisse auch niemand, wann die Kapitalverkehrskontrollen aufgehoben werden könnten. Es könne aber nicht endlos so weitergehen.

+++IWF: Eurozone erholt sich weiter - trotz Griechenland+++15:29 Uhr

Trotz der Griechenland-Krise geht die wirtschaftliche Erholung in der Eurozone nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) weiter. 2015 betrage das Wachstum in den Ländern mit der Gemeinschaftswährung 1,5 Prozent, im kommenden Jahr 1,7 Prozent, meint der IWF in seinem aktualisierten Weltwirtschaftsausblick. Nach einem Plus von lediglich 0,8 Prozent im vergangenen Jahr sei die Erholung damit weiter "auf Kurs".

In Griechenland könnte die Krise allerdings "viel schlimmere Auswirkungen" haben als bisher angenommen, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht. Bisher habe die Entwicklung in dem pleitebedrohten Euro-Land noch zu keinen "wesentlichen Ansteckungen" geführt, heißt es weiter. Zugleich mahnt der IWF "rechtzeitiges politisches Handeln" an, um dies zu verhindern.

+++Merkel gegen "klassischen" Schuldenschnitt+++14:42 Uhr

Deutschland lehnt eine Streichung griechischer Schulden nach wie vor ab. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte am Donnerstag in Sarajevo, sie habe schon früher gesagt, "dass ein klassischer Haircut für mich nicht in Frage kommt". Daran habe sich nichts geändert.

Was den Antrag der griechischen Regierung auf Hilfen des Euro-Rettungsfonds ESM angehe, so sei sie derzeit nicht in der Lage, zu beurteilen, ob er ausreichend sei. Der EU-Gipfel zu Griechenland am Sonntag werde ein entscheidendes Treffen sein, über dessen Ausgang sie nicht spekulieren wolle.

+++Griechische Großbanken vor dem Aus+++ 14:16 Uhr

Den griechischen Banken geht die Luft aus. Selbst bei einer Einigung mit den Euro-Partnern bis Sonntag müssen offenbar mehrere große Institute geschlossen werden und mit stärkeren Konkurrenten fusionieren. m Ende könnten von den vier großen Geldhäusern - National Bank of Greece, Eurobank, Piraeus und Alpha Bank - noch zwei bestehen bleiben.

Eine Restrukturierung der griechischen Bankenlandschaft würde auf Widerstand bei der Regierung stoßen, denn neben Kosteneinsparungen wäre damit auch ein Abbau von Arbeitsplätzen verbunden. Falls ein Rettungspaket geschnürt wird, müsse sofort gehandelt werden. "Zypern könnte ein Vorbild sein", erklärte ein Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Im Zuge des Zypern-Reformprogramms war eine der zwei großen zypriotischenBanken geschlossen worden.

+++Griechisches Milliarden-Reformpaket+++ 12:54 Uhr

Das griechische Sparpaket sieht nach Informationen der Athener Finanzpresse erhebliche Mehrbelastungen der Tourismusbranche vor. So solle die Mehrwertsteuer im Bereich Hotellerie von 6,5 auf 13 Prozent und im Gastronomiebereich von 13 auf 23 Prozent steigen, berichtete das Blatt "Naftemboriki". Das Reformpaket habe einen Wert von 10 bis 12 Milliarden. Euro. Die umstrittene Immobiliensteuer soll auch 2015 und 2016 bleiben. Alleine sie soll jährlich 2,65 Milliarden einbringen. Athen sei zudem bereit, fast alle Frühpensionen abzuschaffen. Grundsätzlich solle niemand vor dem 67. Lebensjahr in Rente gehen können. Wer bereits 40 Jahre gearbeitet habe, solle ab 62 Jahren das Recht auf Ruhestand haben.

Die Euro-Finanzminister kommen am Samstag um 15 Uhr wieder zu einer Griechenland-Sondersitzung zusammen.

+++Grexit? Die Drachme ist kein Thema+++ 11:51 Uhr

Die griechische Regierung arbeitet unter Hochdruck an neuen Spar- und Reformvorschlägen, um einen drohenden Ausstieg aus der Währungsunion zu verhindern. "Die Drachme ist kein Thema", sagte der Sprecher der Parlamentsfraktion der Linkspartei Syriza, Nikos Filis. Athen werde ein Abkommen unterzeichnen, das sozial gerecht sein werde. Wie die griechische Presse übereinstimmend berichtete, arbeiten Experten des Finanzministeriums in Athen eng mit französischen Beratern zusammen, um alle Details rechtzeitig so fertig zu haben, wie die Gläubiger sie haben wollen. Am frühen Donnerstagnachmittag sollten die Spitzen der griechischen Parteien über den Inhalt des Sparmaßnahmen-Papiers informiert werden.

+++Energieminister Panagiotis Lafazanis: Erwarten bald Einigung+++ 09:56 Uhr

Der griechische Energieminister Panagiotis Lafazanis hat erklärt, dass sein Land bald eine Einigung mit den Gläubigern erwartet. Er stellte erneut fest, dass es kein drittes Hilfspaket mit harten Sparmaßnahmen geben soll, das dem Land keine Perspektive gibt.

+++EZB-Ratsmitglied: Grexit nicht ausgeschlossen+++ 09:39 Uhr

Das Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro ist nach Ansicht des estnischen EZB-Ratsmitglieds Ardo Hansson nicht auszuschließen. Die Europäische Zentralbank sei für ein solches Szenario gewappnet: etwa mit unkonventionellen geldpolitischen Maßnahmen und enger Kooperation mit anderen Zentralbanken.

+++Banken bis einschließlich Montag geschlossen +++ 09:28 Uhr

Banken bleiben in Griechenland noch bis einschließlich Montag geschlossen, teilte die Aufsichtsbehörde mit. Die Geldautomaten der griechischen Banken können der Chefin des griechischen Bankenverbandes, Louka Katseli, zufolge noch bis Montag gefüllt werden. "Wir wissen, dass alles bis Montag gesichert ist", sagte sie. Was danach kommt ist allerdings ungewiss.

+++Deutsche Bundesbank: Kapitalkontrollen sollten zunächst bleiben+++ 09:22 Uhr

Die Kapitalkontrollen in Griechenland sollten nach Ansicht von Jens Weidmann, dem Präsidenten der Deutschen Bundesbank, bis zur Vereinbarung neuer Rettungshilfen in Kraft bleiben. "Bis ein geeignetes Hilfspaket von allen Seiten vereinbart ist und die Solvenz sowohl der griechischen Regierung als auch des griechischen Bankensystems sichergestellt ist".

+++Luxemburgs Finanzminister: "Die Zeit läuft uns weg"+++ 08:12 Uhr

Griechenland muss nach Ansicht des luxemburgischen Finanzministers Pierre Gramegna dringend seine Reformvorschläge vorlegen. Sie seien sehr enttäuscht gewesen, dass die Vorschläge noch immer nicht auf dem Tisch lägen, sagte Gramegna. Die Zeit laufe ihnen weg, auch für die Bevölkerung und die Wirtschaft. "Die Lage wird jeden Tag schlimmer."

"Wir brauchen die Vorschläge und müssen sie analysieren", sagte Gramegna. Die Maßnahmen müssten verbindlich seien und auch im griechischen Parlament diskutiert werden. "Und zwar schnell." Eine Diskussion über eine Umschuldung hält er für möglich: "Umschuldung ist ein Thema, das man vielleicht, vielleicht im Rahmen eines Gesamtpakets diskutieren kann." Er meine keinen Schuldenschnitt, verdeutlichte er auf Nachfrage.

Ob es am Sonntag für Griechenland Hilfe geben werde? "Das werden wir, glaube ich, auch schon in den nächsten 48 Stunden wissen, wenn wir die Vorschläge von Griechenland kennen werden", sagte Gramegna. Wenn diese nicht glaubhaft und wie in der Vergangenheit bereits nicht präzise seien, "dann kann man ja sich nicht erwarten, dass auf der anderen Seite viel Verständnis möglich ist".

+++EZB-Chef Draghi: "Es ist wirklich schwierig"+++ 08:05 Uhr

EZB-Präsident Mario Draghi ist sich nicht sicher, ob es noch zu einer Lösung im Schuldenstreit mit Griechenland kommt. "Ich weiß es nicht, diesmal ist es wirklich schwierig", sagte der Italiener laut Tageszeitung "Il Sole 24 Ore". Auf die Frage, ob Griechenland Hilfe aus Russland erwarten könne, antwortet er: "Das glaube ich nicht... Die haben selber kein Geld."


8. Juli 2015

+++Frankreich will Grexit nicht hinnehmen+++16:46 Uhr

Frankreichs Ministerpräsident Manuel Valls sagt, ein Grexit wäre ein Zeichen der Machtlosigkeit. Frankreich weigere sich, ihn zu akzeptieren. Griechenland brauche Klarheit, wie mit seinen Schulden umgegangen wird.

+++Valls warnt vor geopolitischen Folgen eines Grexits+++16:32 Uhr

Der französische Ministerpräsident Manuel Valls warnt vor den geopolitischen Folgen eines Grexits. Er würde Auswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft haben.

+++Österreich und Eurozone würden Grexit verkraften+++16:13 Uhr

Ein Ausstieg Athens aus der Eurozone ("Grexit") wäre in erster Linie für Griechenland problematisch, weniger für die Eurozone, hieß es heute, Mittwoch, Nachmittag aus dem österreichischen Finanzministerium. "Sollte es zu keiner Einigung kommen, so werden die Ansteckungsgefahren für die Eurozone als gering eingeschätzt", teilte eine Sprecherin der APA mit.

Auf Ebene der EU-Mitgliedstaaten seien bereits in enger Zusammenarbeit mit der Kommission umfassende Vorbereitungen getroffen, um die Finanzmarktstabilität für diesen Fall sichern zu können. "Sowohl Europa als auch Österreich würden es v.a. aus finanzpolitischer Sicht verkraften", hieß es. Allerdings sei es "das vorrangige Ziel der Institutionen, Euro-Finanzminister und Staats-und Regierungschefs zu einer gemeinsamen Lösung zu gelangen".

+++Reuters-Umfrage - Mehrheit von Ökonomen rechnet mit Grexit+++15:49 Uhr

In einer Reuters-Umfrage unter 57 Ökonomen erklären rund 55 Prozent, sie erwarten, dass Griechenland die Euro-Zone verlässt. Es ist das erste Mal, dass eine Mehrheit in diesen Reuters-Umfragen von einem Grexit ausgeht.

+++Eurogruppe sieht Athen-Antrag als "brauchbar"+++15:46 Uhr

Die Eurogruppe könnte schon am Freitag zusammentreten, um über den griechischen Hilfsantrag beim ESM und das griechische Reformprogramm zu beraten. In EU-Ratskreisen hieß es nach einer Telefonkonferenz der Euro-Arbeitsgruppe, es werde sich am heutigen Mittwochabend entscheiden, ob die Eurogruppe Freitag oder Samstag zusammentritt. Der Brief Griechenlands werde als "brauchbar" eingestuft. Allerdings wird vor zu viel Zuversicht gewarnt. Es gebe keine Hilfe ohne Bedingungen, dies bleibe die Haltung der EU, hieß es.

+++Hellas-Hilfsantrag beim Rettungsschirm ESM im Überblick+++15:09 Uhr

Am Mittwoch hat Griechenland einen neuen Hilfsantrag beim Euro-Rettungsschirm ESM gestellt. In seinem Begründungsschreiben verspricht Finanzminister Euklides Tsakalotos eine detaillierte Reformliste bis Donnerstag und die Umsetzung erster Schritte zu Beginn kommender Woche. Die wichtigsten Punkte im Überblick:

  • Athen wünscht sich ein Hilfsprogramm mit drei Jahren Laufzeit, um fällige Kredite ablösen zu können und "die Stabilität des Finanzsystems zu gewährleisten".
  • Zur Begründung heißt es, die "finanzielle Stabilität Griechenlands (...) und des gesamten Euroraums" sei gefährdet, was Hilfskredite durch den ESM prinzipiell ermöglichen würde.
  • Erste Reformversprechen sollen Anfang kommender Woche in die Tat umgesetzt werden.
  • Als erste Reformbaustellen werden das Steuer- und Pensionssystem genannt. Weitere Reformen sollen die griechische Wirtschaft stärken und modernisieren.
  • Griechenland bekräftigt frühere Versprechen, "seine finanziellen Verpflichtungen gegenüber allen Gläubigern vollständig und pünktlich zu begleichen".
  • Spätestens nach Ablauf dieses dritten Hilfsprogramms will Griechenland in der Lage sein, sich wieder zu erträglichen Zinsen über den freien Kapitalmarkt dauerhaft selbst finanzieren zu können.
  • Die Reformvorschläge sollen zunächst der Eurogruppe vorgelegt und anschließend von den Experten der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Internationalen Währungsfonds (IWF) beurteilt werden.

+++EU-Bankenaufsicht sieht bislang kaum Ansteckung durch Hellas-Krise+++14:52 Uhr

Die europäische Bankenaufsicht EBA hält die Auswirkungen der Griechenland-Krise auf die Finanzmärkte bislang für gering. Mit der Unsicherheit, ob das Land Mitglied der Euro-Zone bleibe, kämen die Märkte gut zurecht, sagte ein Sprecher der EU-Behörde am Mittwoch. "Was wir sehen ist eine ziemlich geordnete Reaktion der Investoren", erläuterte er. Der Druck auf die Banken sei begrenzt, wachsam zu bleiben, sei aber wichtig. Es gebe auch wenig Anzeichen für eine indirekte Ansteckung, wie etwa größere Abflüsse von Investorengeldern aus Fonds. Der Fokus der EBA liege nun darin, sich mit allen Behörden zu koordinieren, um Informationen auszutauschen.

+++Griechische Banken bleiben weiterhin geschlossen+++14:28 Uhr

Die griechischen Banken werden auch am Donnerstag nicht öffnen. Eine entsprechende Anweisung zur wird nach Angaben aus Regierungskreisen im Laufe des Tages veröffentlicht. Wie lange die bereits seit acht Werktagen geschlossenen Banken zubleiben sollen, ist noch nicht bekannt.

+++Deutsche Bundesregierung sieht sich auch für Grexit gerüstet+++14:18 Uhr

Die deutsche Bundesregierung sieht Deutschland auch im Falle eines Scheiterns der neuen Verhandlungen zu einem Griechenland-Hilfsprogramm gerüstet. Man sei auf alle "denkmöglichen Entwicklungen" vorbereitet, sagte ein Sprecher des Finanzministeriums auf die Frage nach einem sogenannten Grexit. Der Sprecher betonte, Griechenland müsse für Verhandlungen über ein drittes Hilfsprogramm umfassende Reformvorschläge machen. Bereits parallel zu solchen möglichen Gespräche müsse das Land zudem Taten folgen lassen, um verlorenes Vertrauen zumindest teilweise wieder herzustellen, sagte er mit Blick auf Reformbeschlüsse im griechischen Parlament.

+++Frist für neue Athen-Vorschläge Donnerstag 24.00 Uhr+++14:08 Uhr

Die Frist für die neuen Vorschläge Griechenlands an die Gläubiger läuft Donnerstag Mitternacht aus, erklärte eine Sprecherin der EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel. Freitagfrüh könnten dann die EU-Institutionen darüber beraten. Sie würden auch der Eurogruppe eine Empfehlung geben, die wiederum an den EU-Gipfel am Sonntag berichte. Nicht ausgeschlossen wurde, dass am Sonntag knapp vor Beginn des Europäischen Rats aller 28 Staats- und Regierungschefs, auch ein Euro-Gipfel abgehalten werden könnte.

+++Deutschland besteht auf detailliertem Hilfsantrag+++14:00 Uhr

Deutschland besteht vor der Prüfung des neuen Hilfsantrags für Griechenland auf genauen Informationen aus Athen. Der Antrag müsse eine "genaue Darstellung dessen, was Griechenland an Reformvorhaben auf den Weg bringen wird" enthalten, sagte der Sprecher des Bundesfinanzministeriums, Martin Jäger, am Mittwoch in Berlin.

"Dieser Antrag muss umfassend sein. Es wird nicht langen, einen Brief zu schreiben und dort mitzuteilen, dass Griechenland ein ESM-Programm wünscht." Der Ministeriumssprecher machte deutlich, dass aus deutscher Sicht die Voraussetzungen für eine Prüfung noch nicht erfüllt sind. "Wir brauchen hier ein in die Zukunft gerichtetes umfassendes Reformprogramm", sagte Jäger. "Es ist für uns klipp und klar, dass die eigentliche Prüfung erst dann beginnen kann, wenn das gesamte Paket auf dem Tisch liegt und wir auch wissen, was wir prüfen sollen."

+++Dokument -Hellas will Renten- und Steuerreform rasch angehen+++13:41 Uhr

Griechenland ist bereit, für einen Drei-Jahres-Kredit des Rettungsschirms ESM womöglich bereits kommende Woche Maßnahmen für eine Renten- und Steuerreform einzuführen, wie aus einem Reuters vorliegenden Dokument hervorgeht. Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras fordert zugleich Schuldenerleichterungen, um Kredite der Geldgeber zurückzahlen zu können.

+++Tsipras kündigt für Donnerstag neuen Reformvorschlag an+++13:25 Uhr

Der griechische Premier Alexis Tsipras hat für den morgigen Donnerstag neue Vorschläge zur Überwindung des griechischen Schuldendramas angekündigt. Diese würden gerechte, würdige und angemessene Maßnahmen enthalten, sagte Tsipras am Mittwoch vor dem EU-Parlament in Straßburg.

Zugleich wies der griechische Premier Vorwürfe zurück, über einen "Geheimplan" zum Austritt Griechenlands aus der Eurozone zu verfügen. Wenn er dieses Ziel verfolgt hätte, hätte er sofort nach dem Referendum eine entsprechende Erklärung abgegeben, sagte Tsipras vor dem EU-Parlament in Straßburg. "Ich spiele mit offenen Karten, ich habe keinen geheimen Plan.

+++Insider - Griechenland will Drei-Jahres-Kredit von ESM+++13:32 Uhr

Griechenland hat einem Vertreter der Euro-Zone zufolge beim Rettungsschirm ESM einen auf drei Jahre laufenden Kredit beantragt. Ein konkretes Volumen sei aber nicht genannt worden.

+++VTB-Chef: Moskau kann Athen nicht helfen+++12:46 Uhr

Der Vorstandsvorsitzende der russischen VTB-Bank, Andrej Kostin, hat erklärt, dass Russland nicht in der Lage ist, bei der Lösung der griechischen Schuldenkrise zu helfen. Europa habe das Problem selbst geschaffen und sollte es auch selbst lösen, sagt der Chef der zweitgrößten russischen Bank.

+++Euro-Finanzminister beraten vorerst nicht über Hilfsantrag+++12:26 Uhr

Die Euro-Finanzminister werden am Mittwoch nicht über den neuen Antrag der griechischen Regierung auf finanzielle Hilfen beraten. Stattdessen solle der Antrag beim Euro-Rettungsschirm ESM von der Euro-Arbeitsgruppe bewertet werden, teilte der Sprecher von Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem am Mittwoch mit. In der Euro-Arbeitsgruppe sind hochrangige Beamte der Finanzministerien aus den 19 Euro-Mitgliedsländern vertreten, die zugleich dem ESM-Direktorium angehören. Einen neuen Termin für die eigentlich für die im Tagesverlauf angesetzte Telefonkonferenz der Eurogruppe nannte der Sprecher nicht.

+++Griechenland reicht Antrag für Hilfsprogramm bei ESM ein+++11:59 Uhr

Griechenland hat formell einen Antrag beim Euro-Rettungsfonds ESM auf weitere Finanzhilfen gestellt. Der ESM habe die Bitte der griechischen Regierung erhalten, teilte ein Sprecher des Fonds am Mittwoch mit. Weitere Details nannte er nicht. Bewerten müssen den Antrag Griechenlands die Euro-Finanzminister. Im Laufe des Tages war eine Telefonkonferenz der Eurogruppe angesetzt. Die griechische Regierung will mit einem dritten Hilfsprogramm den Finanzkollaps abwenden. ESM-Programme werden stets mit Reformauflagen verknüpft. Der Aufnahme von Verhandlungen über ein umfangreiches Programm muss auch der Bundestag zustimmen.

+++Griechenland platziert neue Geldmarktpapiere+++11:51 Uhr

Griechenland hat sich am Finanzmarkt etwas Luft verschafft. Die für das Schuldenmanagement zuständige Finanzagentur PDMA verkaufte am Mittwoch Schuldverschreibungen ("T-Bills") mit sechsmonatiger Laufzeit im Volumen von 1,625 Milliarden Euro. Die Rendite lag unverändert bei 2,97 Prozent. Käufer sind in erster Linie Banken, an die am 10. Juli eine auslaufende Schuldverschreibung zurückgezahlt werden müsste. Sie verzichteten aber auf die Auszahlung und erneuerten stattdessen ihre Position, indem sie die neuen Geldmarktpapiere zeichneten. Die Auktion war 1,3-fach überzeichnet.

+++Nowotny: Erhöhung der Notkredite schwer vorstellbar+++11:41 Uh

Eine Erhöhung der ELA-Notkredite für die griechischen Banken durch die Europäische Zentralbank (EZB) sei "sehr schwer vorstellbar", sagte EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny am Mittwoch in Wien. Die EZB hatte die Notkredite zuletzt am Montag nach dem Griechenland-Referendum bis heute, Mittwoch, verlängert.

+++Lufthansa und AUA nehmen weiter Hellas-Kreditkarten+++11:33 Uhr

Die AUA-Mutter Lufthansa besteht beim Ticketverkauf in Griechenland nicht auf Barzahlung. "Wir akzeptieren derzeit nur Kreditkarten als Zahlungsmittel", sagte ein Sprecher des Luftverkehrskonzerns am Mittwoch in Frankfurt auf Anfrage. Dabei spiele es keine Rolle, ob die Karte von einer griechischen oder einer ausländischen Bank ausgestellt worden sei. Die Regelung gelte für alle Airlines der Lufthansa-Gruppe, zu der unter anderem die AUA, Swiss und Germanwings gehören.

+++Tsipras: Haben neuen Hilfsantrag gestellt+++10:49 Uhr

Das pleitebedrohte Griechenland hat einen neuen Antrag für Rettungsmilliarden beim Eurorettungsschirm ESM gestellt. "Wir haben heute eine Mitteilung an den ESM vorgelegt", sagte der griechische Premier Alexis Tsipras am Mittwoch vor dem Europaparlament in Straßburg.

+++Tsipras: Griechisches Volk ist am Ende der Belastbarkeit+++10:41 Uhr

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras hat die Programmpolitik der Euro-Partner in seinem Land kritisiert. "Ich kann Ihnen versichern, dass sich das griechische Volk bemüht hat, sich den Anforderungen anzupassen, aber jetzt sind wir am Ende der Belastbarkeit angelangt", sagte Tsipras am Mittwoch vor dem EU-Parlament in Straßburg. Nirgendwo seien die Sparprogramme so lang und streng gewesen wie in Griechenland. "Ich denke es ist keine Übertreibung, wenn ich sage, dass mein Heimatland zum Versuchslabor für die Sparpolitik in letzten fünfeinhalb Jahren geworden ist". Die notwendigen Reformen müssten in seinem Land zwar durchgeführt werden, sie seien in den vergangenen Jahren aber nicht gerecht über die Gesellschaft verteilt gewesen.

+++Tsipras sagt Fortsetzung der Reformbemühungen zu+++10:23 Uhr

Alexis Tsipras im Europaparlament

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras sagt in einer Rede vor dem EU-Parlament zu, die Reformbemühungen fortzusetzen. Er fordert eine Vereinbarung mit den Geldgebern, die ein Überwinden der Krise signalisieren solle. Er kündigt Reformvorschläge für die nächsten zwei bis drei Tage an. Ziel der Vereinbarungen müsse auch sein, die Staatsschulden tragfähig zu machen. Außerdem räumt er ein, nicht Ausländer, sondern griechische Regierungen hätten über Jahre hinweg die Probleme seiner überschuldeten Heimat geschaffen.

+++EU-Ratspräsident Tusk warnt vor Pleite Griechenlands+++10:18 Uhr

EU-Ratspräsident Donald Tusk warnt im Europa-Parlament, falls es zu keiner Einigung komme, könnte Griechenland Pleite gehen.

+++Griechen können nur noch gegen Barzahlung fliegen+++09:48 Uhr

Die Griechen können Flugtickets nur mehr gegen Barzahlung oder Zahlung mit einer nicht in Griechenland ausgegebenen Kreditkarte erhalten. Mehr als 35 Airlines haben die griechischen Reiseagenturen benachrichtigt, dass sie deren Buchungen nicht mehr akzeptieren. Die Kunden müssen stattdessen direkt am Flughafenschalter zahlen. Das bestätigte die griechische Reiseagentur Thissea am Mittwoch. "Es ist leider wahr. Für uns ist es schlimm. Die Reisenden müssen in Bar oder mit nicht in Griechenland ausgegebene Kreditkarten zahlen", sagte eine Sprecherin.

+++Griechische Regierung dementiert Bericht über Parallelwährung+++09:46 Uhr

Das griechische Finanzministerium hat einen Bericht über die angeblich geplante Einführung einer Parallelwährung zur Bezahlung der Renten und Löhne von Staatsbediensteten dementiert. Die Zeitung "Kathimerini" berichtete unter Berufung auf nicht näher genannte Informanten, Griechenland bereite die Herausgabe solcher Schuldscheine für Ende Juli vor, sollte es bis dahin keine Einigung mit den Gläubigern geben. "Dieser Bericht entbehrt jeglicher Grundlage. Solche Berichte richten sich gegen das Land und werden als gefährlich angesehen in einer Zeit, in der sich die Verhandlungen mit den Gläubigern an einem entscheidenden Punkt befinden", hieß es in der Mitteilung des Finanzministeriums am Mittwoch.

+++Litauens Finanzminister: Grexit "schwarzes Szenario"+++09:45 Uhr

Der litauische Finanzminister Rimantas Sadzius hat Griechenlands mögliches Ausscheiden aus der Eurozone als "wahrhaftig schwarzes Szenario" bezeichnet. Sadzius warnte in einem Radiointerview am Mittwochfrüh Athen gleichzeitig vor dem Einführen einer provisorischen Währung.

Litauens Staatspräsidentin Dalia Grybauskaite war am Vortag in Brüssel hart mit der griechischen Regierung ins Gericht gegangen und hatte die Politik von Ministerpräsident Alexis Tsipras als "unverantwortlich" bezeichnet. Das von Athen propagierte "Nein" der Griechen bei der Volksabstimmung vom vergangenen Wochenende habe Griechenland dem Ruin näher gebracht.

+++Athener Ministerium dementiert Bericht über Schuldscheine+++09:33 Uhr

Das griechische Finanzministerium dementiert einen Bericht über die angeblich geplante Ausgabe von Schuldscheinen zur Bezahlung von Renten und Löhnen der Staatsbediensteten.

+++Transport und Verkehr brechen zusammen+++09:24 Uhr

Die Kapitalverkehrskontrollen führen in Griechenland zunehmend zum Zusammenbruch des Transportwesens. Die Transportunternehmen können ihre Lastwagen nicht betanken, weil die Besitzer täglich nur 60 Euro aus ihren Konten abheben können. Hunderte griechische Lastwagenfahrer im In- und Ausland haben keine Möglichkeit die Treibstoffe zu bezahlen.

"Ein Lastwagenfahrer braucht 4.000 Euro um aus Deutschland nach Griechenland zu kommen", sagte Petros Skoulikidis, Präsident der Transportunternehmen Griechenlands (PSXEM) im griechischen Fernsehen. Die griechischen Kreditkarten werden im Ausland nicht mehr akzeptiert. Auch im Inland gebe es große Probleme. Lieferungen auf die Inseln sind nur gegen Barzahlung möglich. Auf den Inseln könne es bald zu Versorgungsengpässen kommen, sagten übereinstimmend Bürgermeister im griechischen Fernsehen.

+++EZB warnt: Können Athen nicht dauerhaft Geld geben+++09:14 Uhr

Die Europäische Zentralbank (EZB) kann nach den Worten ihres Ratsmitglieds Christian Noyer den Geldhahn für Griechenland nicht ewig geöffnet lassen. "In den vergangenen sechs Monaten haben wir die Lebensader für griechische Banken erhalten und enorme Summen auf den Tisch gelegt", sagte der französische Notenbankchef dem Radiosender Europe 1.

"Unsere Regeln zwingen uns dazu, an dem Punkt sofort aufzuhören, wenn es keine Aussicht auf eine politische Einigung für ein Programm gibt oder wenn das griechische Bankensystem bröckelt - was passieren würde, wenn es zu einem allgemeinen Zahlungsausfall auf alle Schulden kommt."

Noyer warnte die griechische Regierung, dass die Europäische Zentralbank die Nothilfen für die griechischen Banken unverzüglich beenden müsse, falls es keine Perspektive für eine Einigung mit den Geldgebern gebe. Die Nothilfen - im Fachjargon ELA - seien bereits bis zum Maximum ausgelegt. Die EZB könne keine unbegrenzten Risiken eingehen. Die jüngste Verzögerung im Verhandlungsprozess müsse die letzte sein, verlangte Noyer.

+++Ökonom erwartet schwere Rezession in Griechenland+++09:08 Uhr

Der Chefvolkswirt der DZ Bank, Stefan Bielmeier, sagt: "Selbst wenn der Grexit letztlich vermieden werden kann, sehen wir für Griechenland dennoch den Rückfall in eine schwere Rezession."

+++Faymann: EU-Gipfel Sonntag - letzte Frist für Griechenland+++08:55 Uhr

Im Schuldenstreit mit Griechenland hat der Euro-Sondergipfel Athen eine letzte Frist gesetzt. Wie Bundeskanzler Werner Faymann nach dem Treffen am Dienstag in Brüssel sagte, findet am Sonntag neuerlich ein EU-Gipfel statt. Wenn es bis dahin zu keiner Einigung komme, "herrscht Klarheit, dass wir nicht neuerlich Fristen verlängern".

Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras habe angekündigt, bis Donnerstag einen Vorschlag für ein neues Programm vorzulegen. Samstag sollen die Euro-Finanzminister darüber befinden, sagte Faymann. Komme es bis Sonntag zu keiner Einigung müsse "ein Plan B" abgestimmt werden und auch Maßnahmen aller EU-Staaten für humanitäre Hilfe in Griechenland.

+++Insider: Bargeld nur noch für etwa zwei Tage+++08:51 Uhr

Schlange vor einem Bankomat in Athen: Insidern zufolge wird den griechischen Banken in zwei bis drei Tagen das Geld ausgehen.

Den griechischen Banken könnte nach Angaben von Insidern in den nächsten zwei bis drei Tagen das Geld ausgehen, wenn die Kreditgeber sich nicht auf weitere Hilfen für das Land verständigen. Ein Informant, der mit dem Finanzsystem des Landes vertraut ist, sagte am Dienstag, die ersten Bankomaten könnten schon am heutigen Mittwoch leer sein.

Ein Banker schätzte, dass noch für zwei bis drei Tage Bargeld im System sei. Derzeit sind die Banken in Griechenland geschlossen. Überweisungen ins Ausland sind nicht möglich. An den Bankomaten erhalten die Griechen maximal 60 Euro pro Tag. Diese Begrenzung habe das Problem hinausgeschoben, aber "Bargeld wird morgen an den Geldautomaten ein echtes Problem werden", sagte der Informant am Dienstag.

+++Notenbankchef Noyer: Wirtschaft könnte kollabieren+++08:48 Uhr

Die griechische Wirtschaft steht nach Einschätzung des französischen Notenbankchefs Christian Noyer am Rande einer Katastrophe. Falls bis Sonntag keine Einigung im Schuldenstreit komme, könnte die Ökonomie des Landes kollabieren, sagte das EZB-Ratsmitglied am Mittwoch dem französischen Radiosender Europe 1.


7. Juli 2015

+++Dijsselbloem: Athen stellt bald Hilfsantrag beim ESM+++17:10 Uhr

Griechenland wird in Kürze einen neuen Hilfsantrag beim Euro-Rettungsfonds ESM stellen. Der Antrag stehe bevor und werde möglicherweise schon "in einigen Stunden" eingereicht, sagte Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem nach einem Sondertreffen der Finanzminister der Währungsunion am Dienstag in Brüssel.

+++Tsipras am Mittwoch in EU-Parlament+++17:02 Uhr

Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras will am morgigen Mittwoch dem EU-Parlament in Straßburg Rede und Antwort zur griechischen Schuldenkrise stehen. Dies bestätigten EU-Parlamentspräsident Martin Schulz am Dienstagnachmittag auf Twitter.

Zuvor hatte ALDE-Fraktionsvorsitzender Guy Verhofstadt Schulz aufgefordert, Tsipras für Mittwochvormittag einzuladen. Dann wollen die Abgeordneten gemeinsam mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und EU-Ratspräsident Donald Tusk über die griechische Schuldenkrise beraten.

+++Litauen gegen Grexit - Eurozone solle wachsen+++13:49 Uhr

Der litauische Finanzminister Rimantas Sadzius hat sich gegen einen Grexit ausgesprochen. Ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone "ist keine Option für uns", sagte Sadzius am Dienstag vor Beginn der Eurogruppe in Brüssel. Die Eurozone sollte wachsen und nicht schrumpfen. Das Basis-Szenario sei, dass Griechenland in der Eurozone bleibe. Allerdings müsse Athen dafür Reformen in Angriff nehmen. Spielraum für Verhandlungen gebe es in der Politik immer. Es sei auch immer Platz für Kompromisse. "Wir müssen immer schauen, die beste Lösung zu finden, auch wenn man das Licht in der Dunkelheit nicht sieht." Vordringlich ist für Sadzius "mehr Klarheit". Hier sollte der neue griechische Finanzminister heute dazu beitragen.

+++Maltesischer Finanzminister sieht Chancen bei 50:50+++ 13:39 Uhr

Der maltesische Finanzminister Edward Scicluna sieht die Chancen auf eine Einigung mit Griechenland bei 50:50. Vor Beginn der Eurogruppe am Dienstag in Brüssel sagte Scicluna, ein Grexit entwickle sich zu einer realistischen Möglichkeit. Es gehe darum, beide Möglichkeiten zu diskutieren. Angesprochen auf die Schuldentragfähigkeit Griechenlands sagte Scicluna, dass das Thema derzeit sehr schwierig zu diskutieren sei. "Es fehlt das Vertrauen."

+++Dombrovskis schließt Grexit nicht aus+++13:18 Uhr

Ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone (Grexit) kann nach Worten des für den Euro zuständigen EU-Kommissionsvize Valdis Dombrosvkis nicht mehr ausgeschlossen werden. "Es ist nicht unser Ziel und unsere Absicht, aber wenn das Vertrauen nicht wieder aufgebaut wird und es kein glaubwürdiges Reformpaket gibt, kann es nicht ausgeschlossen werden", sagte Dombrovskis am Dienstag in Brüssel.

+++Euro-Sondergipfel beginnt etwas später+++13:01 Uhr

Der Euro-Sondergipfel zu Griechenland beginnt am heutigen Dienstag etwas später als ursprünglich geplant. Statt auf 18.00 Uhr wurde der Beginn des Treffens der Staats- und Regierungschefs der Eurozone auf 18.30 verschoben, teilte der EU-Ministerrat mit. Zuvor beraten ab 13.00 Uhr die Euro-Finanzminister. Griechenland soll seine Vorschläge für einen Ausweg aus der Schuldenkrise nach dem Nein zu den Sparvorgaben vom Sonntag darlegen.

+++Gabriel: Aufnahme von Griechenland in den Euro war "sehr naiv"+++12:48 Uhr

Der deutsche Vizekanzler Sigmar Gabriel kritisiert Fehler bei der Aufnahme Griechenlands in die Eurozone. "Die Aufnahme Griechenlands in den Euro ist aus heutiger Sicht sehr naiv erfolgt", sagte Gabriel in einem Interview des Hamburger Magazins "Stern". Schlimmer sei aber, dass alle viel zu lange zugeschaut haben, wie das Land immer tiefer in die Krise geriet, fügte der SPD-Chef hinzu.

+++Juncker - Griechenland muss Lösungsvorschläge machen+++09:36 Uhr

Griechenland muss nach Ansicht von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker nun Vorschläge zur Lösung seiner Schuldenkrise machen. "Der Ball liegt nun im Feld der griechischen Regierung", sagte der Luxemburger am Dienstag vor dem Europäischen Parlament nur wenige Stunden vor dem EU-Gipfel in Brüssel. Er sei weiter gegen ein Ausscheiden des von der Pleite bedrohten Mittelmeerlandes aus der Euro-Zone. Zugleich rügte er die Athener Regierung, die sich teilweise im Ton vergriffen habe. Er spielte damit auf die Äußerungen des mittlerweile zurückgetretenen Finanzministers Yanis Varoufakis an, der den internationalen Gläubigern Griechenlands "Terrorismus" und "Erpressung" vorgeworfen hatte.

+++- Österreichs Regierung spekuliert nicht über "Grexit"+++09:28 Uhr

Die österreichische Regierungsspitze sieht keinen einfachen Weg aus der Griechenland-Krise. "Es ist zur Stunde eine unklare und ernste Situation", sagte Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) am Dienstag. Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) ging davon aus, dass lange Verhandlungen nötig sind. Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) meint aber jedenfalls, ein "Grexit" sei "eher unwahrscheinlich".

+++Valls: Tun alles für Verbleib Griechenlands im Euro+++09:16 Uhr

Europa wird nach den Worten von Frankreichs Ministerpräsident Manuel Valls alles tun, damit Griechenland in der Euro-Zone bleiben kann. Eine Einigung sei sowohl für Griechenland als auch den Zusammenhalt der Euro-Zone notwendig.


6. Juli 2015

+++Oettinger: Noch Hoffnung auf Lösung+++09:00 Uhr

EU-Kommissar Günther Oettinger hat die Hoffnung auf eine Lösung der Griechenland-Krise noch nicht aufgegeben. "Wir setzen einmal darauf, dass die Regierung heute mit vergleichbar wertvollen Reformvorschlägen nach Brüssel kommt", sagte er am Dienstag im Deutschlandfunk mit Blick auf den Euro-Sondergipfel am Abend. Die Europäer seien in ihrer Position flexibel. "Es muss um ein Mindestmaß an Reformen gehen", forderte der deutsche EU-Politiker. Die Schuldentragfähigkeit sollte im Blick bleiben. Ein Schuldenschnitt würde kurzfristig wenig bringen. Oettinger lobte den Kurs der Europäischen Zentralbank bei Notfallkrediten an Griechenland. "Die EZB geht einen klugen und nachvollziehbaren, ausbalancierten Weg", sagte er. "Das kann sie mit Sicherheit so lange tun, solange eine reale Hoffnung besteht, dass eine Einigung in der Eurozone mit allen Mitgliedstaaten möglich ist." Diese Hoffnung habe auch er.

+++Tsakalotos löst Varoufakis als griechischer Finanzminister ab+++19:09 Uhr

Euklid Tsakalotos wird neuer griechischer Finanzminister. Dies erklärte das Präsidialamt in Athen am Montag. Tsakalotos war zuletzt Chefunterhändler in den Gesprächen mit den Gläubigern und löst damit Yanis Varoufakis ab, der kurz zuvor zurückgetreten war. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte von einem Insider erfahren, dass die Vereidigung noch im Laufe des Tages stattfinden solle.

+++Euro-Gipfel am Dienstag mit Draghi und Dijsselbloem+++16:36 Uhr

Die Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Eurogruppe, Mario Draghi und Jeroen Dijsselbloem, werden an dem Euro-Sondergipfel zu Griechenland am morgigen Dienstagabend teilnehmen. EU-Ratspräsident Donald Tusk teilte am Montag mit, er habe auch Draghi und Dijsselbloem zu dem Gipfel eingeladen.

Das Treffen der Staats- und Regierungschefs der Eurozone beginnt am morgigen Dienstag um 18.00 Uhr. Ab 13.00 Uhr beraten in Brüssel die Euro-Finanzminister unter dem Vorsitz von Dijsselbloem. Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras will am Dienstag neue Vorschläge in dem Schuldenstreit vorlegen. Am Sonntag hatte eine Mehrheit von 61,3 Prozent der Griechen bisherige Spar-Vorgaben der Gläubiger abgelehnt.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) beobachtet die Lage in Griechenland aufmerksam, sagt IWF-Chefin Christine Lagarde. "Wir stehen bereit Griechenland zu helfen, falls wir darum gebeten werden", erklärte Lagarde am Montag.

+++Grexit dürfte Euro eher helfen - "Kein Crash"+++15:09 Uhr

Großanleger sehen im möglichen Euro-Abschied Griechenlands eher eine Stärkung der Gemeinschaftswährung. "Es ist erstaunlich, wie unglaublich stabil der Euro ist", sagte der Leiter Investmentstrategie von Sal. Oppenheim, Lars Edler, am Montag der Nachrichtenagentur Reuters.

"Es ist kein Crash zu sehen. Das ist ein Zeichen der Stärke", sagte er mit Blick auf den nur geringen Kursverlust nach dem "Nein" im Griechenland-Referendum. Der Markt sehe Griechenland inzwischen nicht mehr als Spielverderber für den Euro. "Ein Grexit könnte die Euro-Zone sogar eher stärken", sagte Edler, der über die Anlage von rund 46 Mrd. Euro maßgeblich entscheidet. "Dieses Gefühl vermittelt der Markt."

+++Gabriel - Hellas-Zahlungsunfähigkeit scheint bevorzustehen+++14:48 Uhr

Die endgültige Zahlungsunfähigkeit Griechenlands scheint nach Worten von Vizekanzler Sigmar Gabriel unmittelbar bevorzustehen. Man dürfte Griechenland nun nicht im Stich lassen, alle EU-Länder müssten für humanitäre Hilfe bereitstehen.

+++Merkel und Tsipras telefonieren über Referendum+++14:37 Uhr

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras haben am Montagmorgen nach Angaben aus Athen miteinander telefoniert. Man sei sich einig gewesen, dass Tsipras Vorschläge auf dem von der Kanzlerin angeregten Sondergipfel der Euro-Zone am Dienstag in Brüssel vorlegen solle, hieß es in griechischen Regierungskreisen weiter. Von der Bundesregierung wurde das Gespräch zunächst bestätigt. Tsipras hatte bereits am Sonntagabend auch mit dem französischen Präsidenten Francois Hollande telefoniert, den Merkel noch am Nachmittag in Paris treffen will. Beide wollen vor dem Sondergipfel eine gemeinsame deutsch-französische Position nach dem griechischen Referendum verabreden.

+++S&P: Grexit wahrscheinlicher als Verbleib in Eurozone+++14:22 Uhr

Ein Ausstieg Griechenlands aus der Eurozone (Grexit) ist jetzt wahrscheinlicher als ein Verbleiben, erklärt die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P). Bisher sei aber zu erwarten, dass die Griechenland-Krise keine direkten Auswirkungen auf die Ratings südosteuropäischer Länder wie Bulgarien, Albanien oder Mazedonien habe.

+++Griechenland - ifo-Präsident Sinn fordert virtuelle Drachme+++14:14 Uhr

Nach dem Nein beim griechischen Referendum rät der Präsident des deutschen ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, Griechenland zur Rückkehr in eine eigene Währung. "Die Drachme sollte sofort als virtuelle Währung eingeführt werden", erklärte Sinn am Montag in München. Für Bargeschäfte sollten griechische Bürger aber weiterhin Euro-Banknoten nutzen. Da die neue Drachme rasch abwerten würde, käme es vermutlich schon nach ein bis zwei Jahren zu einem "kräftigen Wirtschaftsaufschwung", erklärte Sinn. Der Tourismus würde durch die neue Währung gestärkt und Griechenland müsste weniger Waren importieren.

Für die Zeit des "schwierigen Umstellungsprozesses" fordert Sinn "großzügige" humanitäre Hilfen für Griechenland. Zu einem späteren Zeitpunkt sollte Griechenland zudem die Möglichkeit haben, "gestärkt und zu einem anderen Wechselkurs" in den Euro zurückzukehren. Bei dem Referendum in Griechenland hatten am Sonntag gut 61 Prozent gegen die Forderungen der internationalen Gläubiger votiert. Die Griechen unterstützten damit klar das Vorgehen der Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras im Schuldenstreit mit der EU und dem Internationalen Währungsfonds (IWF).

+++Söder - Grexit wäre der fairste und ehrlichste Weg+++14:11 Uhr

Bayerns Finanzminister Markus Söder plädiert für einen Abschied Griechenlands aus der Euro-Zone. "Der Grexit wäre der fairste und ehrlichste Weg", sagt der CSU-Politiker der Zeitung die "Welt". Griechenland helfe nur eine umfassende Staats-, Verwaltungs- und Wirtschaftsreform, zu der die aktuelle Regierung aber nicht in der Lage sei.

+++Dijsselbloem - Verbleib Griechenlands in Euro-Zone ist weiter Ziel+++14:02 Uhr

Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem hofft auch nach dem griechischen Referendum auf einen Verbleib des Landes in der Euro-Zone. "Es bringt uns nicht näher an eine Lösung", sagte Dijsselbloem am Montag mit Blick auf die Volksabstimmung in Griechenland. Wenn Vorschläge abgelehnt würden, mache das die Dinge nur komplizierter. Griechenland in der Euro-Zone zu halten sei immer noch sein Ziel und das der griechischen Regierung, fügte Dijsselbloem hinzu. Der niederländische Finanzminister sprach vor Beratungen seiner Regierung in Den Haag.

+++Pharmakonzerne versorgen Griechenland weiter mit Medizin+++14:00 Uhr

Pharmakonzerne wollen Griechenland weiter mit Medikamenten versorgen, erklärt der europäische Branchenverband Efpia. Griechische Krankenhäuser und der staatliche Krankenversicherer schulden den Unternehmen mehr als 1,1 Milliarden Euro, da seit Dezember Lieferungen nicht mehr bezahlt wurden.

+++Nowotny - "Nein" der Griechen macht EZB das Leben schwerer+++12:44 Uhr

Die Europäische Zentralbank (EZB) kann die Nothilfen für griechische Banken nach dem "Nein" der Griechen zu den Sparvorschlägen der Geldgeber nach Einschätzung eines Zentralbankers nicht leichtfertig verlängern. "Die EZB ist hier an Regeln gebunden. Das prüfen wir jeweils genau. Ich bin überzeugt, dass das, was wir bis jetzt gemacht haben, richtig ist und auch den Regeln entspricht", sagte EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny am Montag im ORF-Radio. "Aber das muss man jedes Mal neu beurteilen. Und die Entwicklung in Griechenland macht uns das - fürchte ich - leider nicht leichter." Die EZB will Insidern Zufolge am Montag über weitere Notkredite (ELA) beraten.

+++Spanien spricht sich für neues Hilfspaket aus+++12:41 Uhr

Spanien spricht sich nach dem "Nein" der Griechen zu den Sparforderungen der internationalen Geldgeber für Verhandlungen eines neuen Hilfspakets für Griechenland aus. "Wir alle wollen, dass Griechenland in der Währungsunion bleibt. Deshalb ist Spanien offen für Gespräche über ein neues Hilfspaket", erklärte Wirtschaftsminister Luis de Guindos am Montag in Madrid.

+++Griechenland - Air-Berlin-Chef: Hellas-Geschäft ist stabil+++

Das Griechenland-Geschäft von Air Berlin und Niki läuft nach Aussagen von Firmenchef Stefan Pichler trotz der Unsicherheiten über das Schicksal des wichtigen Urlaubslandes stabil. "Wir sehen keinen Nachfrageeinbruch bei Griechenland-Flügen", sagte Pichler am Montag auf einem Luftfahrtkongress in Frankfurt. Die Maschinen seien derzeit gut gebucht. Auch Austrian Airlines (AUA) spürt die Krise nicht.

Griechenland ist für Air Berlin und Niki eine umsatzstarke Destination. Die Airline-Gruppe fliegt aus Deutschland und Österreich in der Woche rund 75 mal nach Hellas. Zum Vergleich: Insgesamt führt Air Berlin 1.000 Flüge wöchentlich durch.

+++Deutsches Finanzministerium: Schuldenschnitt kein Thema+++12:22 Uhr

Das deutsche Finanzministerium lehnt einen Schuldenschnitt für Griechenland ab. Dies sei kein Thema, erklärte ein Sprecher am Montag. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel sieht nach der klaren Absage der Griechen an ein Reform- und Sparprogramm vorerst keine Basis für Verhandlungen über ein neues Rettungspaket für Athen.
"Angesichts der gestrigen Entscheidung der griechischen Bürger gibt es zurzeit nicht die Voraussetzungen, um in Verhandlungen über ein neues Hilfsprogramm einzutreten", erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin.

+++Nach dem NEIN der Griechen folgt NEIN der Deutschen+++ 11:36 Uhr

Das Klima zwischen den Politikern aus Deutschland und Griechenland verschlechtert sich. Nach dem NEIN der Griechen gegen die Reformagenda der Geldgeber hat Deutschland am Montagmittag erklärt, dass es keine Grundlage für die Verhandlungen über ein neues Hilfsprogramm gäbe. Die deutsche Regierung meint "zur Zeit" seien die Voraussetzungen dafür nicht gegeben, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Die Regierung bleibe aber gesprächsbereit, fügte er hinzu.

+++Euro-Finanzminister erwarten neue Vorschläge aus Athen+++11:36 Uhr

Nach dem Referendum in Griechenland sehen die Finanzminister der Euro-Zone den Ball im Feld der griechischen Regierung. "Die Minister erwarten neue Vorschläge von griechischer Seite", hieß es in einer knappen Erklärung der Euro-Gruppe, die vom EU-Rat am Montag veröffentlicht wurde. Das Referendum sei abgehalten worden, nachdem die griechische Regierung einseitig die Verhandlungen mit den Institutionen von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) abgebrochen habe. Die Euro-Gruppe trifft sich am Dienstag zu Beratungen und bereitet dort auch den Euro-Gipfel am Abend in Brüssel vor. Die griechische Bevölkerung hatte bei der Volksbefragung mit großer Mehrheit die Reformforderungen der Institutionen abgelehnt, die jedoch nach dem Auslaufen des Hilfsprogramms vorige Woche ohnehin hinfällig geworden waren.

+++UN-Experte gegen weitere Sparmaßnahmen in Griechenland+++11:23 Uhr

Griechenland würde nach Einschätzung eines UN-Schuldenexperten bei weiteren Sparmaßnahmen soziale Unruhen und eine Erholung der Wirtschaft riskieren. Die Protagonisten der griechischen Tragödie sollten nicht nur die Finanzen, sondern auch die Menschenrechte in Betracht ziehen, sagt Juan Pablo Bohoslavsky. Für Griechenland bedeute dies: Keine weiteren Sparmaßnahmen.

+++Euro-Gruppe berät um 13:00 Uhr+++11:08 Uhr

Die Euro-Finanzminister bereiten am Dienstag ab 13.00 Uhr (MESZ) den Euro-Gipfel am selben Abend vor. Das teilt der Sprecher von Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem über den Kurznachrichtendienst Twitter mit.

+++Griechenland - Hundstorfer erwartet neue Vorschläge+++11:01 Uhr

Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) fordert neue Vorschläge von der griechischen Regierung. "Ein Volksentscheid ist zu respektieren. Trotzdem muss die griechische Regierung auf den Tisch legen, was für Vorschläge sie hat", so Hundstorfer nach dem Referendum über die Sparpolitik bei einer Pressekonferenz am Montag. "Der Rücktritt des Finanzministers wird zu wenig sein."

Mit dem Referendum habe man natürlich eine demokratische Entscheidung herbeigeführt. "Was den ärmsten Teil der Bevölkerung betrifft, hat sich dadurch überhaupt nichts geändert", meinte Hundstorfer. "Für diesen Teil hat die Regierung Verantwortung." Er erwarte "morgen oder übermorgen" neue Vorschläge. "Das Thema ist, dass rasch etwas geschehen muss."

+++Notenbanker - EZB darf Hellas-Schulden nicht umschichten+++10:59 Uhr

Der französische Notenbankchef Christian Noyer stellt klar: Die EZB darf griechische Schulden nicht umschichten - dies wäre verbotene Staatsfinanzierung.

+++Finnland sieht "sehr schwierige" Zukunft für Athen+++10:40 Uhr

Nach dem Nein der Griechen zu den Sparvorgaben der Gläubiger sieht Finnland schwierige Zeiten für Griechenland heranbrechen. "Die nahe Zukunft wird sehr schwierig werden für Griechenland. Egal, was als nächstes passiert - die Konsolidierung der Wirtschaft des Landes wird weitreichende Reformen verlangen", schrieb Finanzminister Alexander Stubb am Montag auf seinem Blog. Stubb betonte, die Instrumente und Regeln der Eurozone zur Stabilisierung von Ländern "bleiben unverändert". Der Ball liege nun im Feld Griechenlands. "Die Verhandlungen können nur wieder aufgenommen werden, wenn die griechische Regierung gewillt ist zu kooperieren und sich selbst auf Maßnahmen zu verpflichten, um die staatliche Wirtschaft zu stabilisieren und Strukturreformen umzusetzen, die für die Schuldentragfähigkeit benötigt werden."

+++EU-Kommissionsvize gibt Pressekonferenz um 12.00 Uhr+++10:27 Uhr

Der für den Euro-Raum zuständige Vizepräsident der EU-Kommission, Valdis Dombrovskis, gibt um 12.00 Uhr (MESZ) eine Pressekonferenz. Er ist damit der erste hochrangige Vertreter der Brüsseler Behörde, der sich nach dem Referendum in Griechenland äußert.

+++EZB-Rat befasst sich im Laufe des Vormittags mit Griechenland+++10:00 Uhr

Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) will sich noch am Montagvormittag in einer Telefonkonferenz mit der Lage in Griechenland nach der dortigen Volksabstimmung befassen. Das verlautete aus Notenbankkreisen. Die meisten Beobachter rechnen damit, dass die EZB die Notkredite für Griechenlands Banken aufrechterhalten wird, solange auf politischer Ebene weiter verhandelt wird. Für diesen Dienstag ist ein Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs der 19 Euroländer in Brüssel angesetzt.

+++Paris will "solide Vorschläge" von Athen+++09:56 Uhr

Die französische Regierung signalisiert in der griechischen Finanzkrise Bereitschaft, über eine Verminderung der griechischen Schuldenlast zu verhandeln. Zunächst sei aber Athen am Zug: "Es ist jetzt an der griechischen Regierung, Vorschläge zu machen", sagte Frankreichs Finanzminister Michel Sapin am Montag im Sender Europe 1. Die legitime und demokratische Abstimmung müsse respektiert werden, "aber es ist schwierig, den Sinn zu verstehen". Sapin fügte hinzu: "Die Abstimmung selbst löst nichts automatisch." Der französische Finanzminister sprach von einem "sehr dünnen Faden des Dialogs" mit Griechenland. Deswegen müsse Athen jetzt "ernsthafte und solide Vorschläge" machen. Frankreich sei im Gegenzug bereit, für eine Minderung der Schuldenlast in den nächsten Jahren zu sorgen.

+++Schweizer Minister fürchtet mehr Druck auf Franken+++09:48 Uhr

Der Schweizer Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann fürchtet, dass sich nach dem "Nein" der Griechen zum Sparkurs der Gläubiger der Druck auf den Franken erhöhen könnte. In der aktuell schwierigen Situation stützt er sich auf die Schweizerische Nationalbank (SNB), wie er der Westschweizer Zeitung "Le Temps" am Montag sagte. Doch die SNB sei unabhängig und entscheide selbstständig, ob und wann weitere Deviseninterventionen angebracht seien. Die Eurozone befinde sich aktuell in einer kritischen Situation. Umso wichtiger sei die Diversifizierung der Schweizer Exportmärkte, so der Schweizer Wirtschaftsminister.

+++Unterhändler Tsakalotos Favorit für Finanzministeramt+++09:39 Uhr

Nach Angaben aus Regierungskreisen ist der griechische Chef-Unterhändler in den Gesprächen mit den Kreditgebern, Euclid Tsakalotos, Favorit für den Posten des Finanzministers.

+++Tsipras erörtert Referendum mit Parteichefs +++09:32 Uhr

Nach dem klaren Sieg des "Nein" in der griechischen Volksabstimmung über die Reform- und Sparpolitik sind die Spitzen der Athener Politik am Montag zu Beratungen zusammengekommen. Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos hatte auf Bitte von Ministerpräsident Alexis Tsipras die Führer der großen Parteien in seinen Amtssitz geladen. Die Parteichefs wollten mit Tsipras die Folgen des Referendums erörtern, bei dem die Griechen sich am Sonntag mit großer Mehrheit gegen weitere Sparmaßnahmen ausgesprochen hatten.

+++Finanzminister Sapin - Hellas-Banken am EZB-Geldtropf lassen+++09:19 Uhr

Frankreichs Finanzminister Michel Sapin hat der EZB nahegelegt, ihre Nothilfen für griechische Banken nicht zu kappen. "Derzeit gibt es ein Niveau an Liquidität, das nicht verringert werden kann", sagte der Minister am Montag dem Rundfunksender Europe 1. Allerdings entscheide die Europäische Zentralbank (EZB) in völliger Unabhängigkeit, fügte er hinzu. Es wurde erwartet, dass die Notkredite am Montag erneut Thema einer Telefonkonferenz des EZB-Rats am Montag sein dürften. Insidern zufolge liegt der Rahmen für die Liquiditätshilfen derzeit bei rund 89 Milliarden Euro. Ohne die ELA-Kredite droht den Instituten das Geld auszugehen, da viele Unternehmen und Privatleute wegen der Unsicherheit über den Verbleib des Landes im Euro Konten geräumt haben.

+++UniCredit sieht Chaos-Grexit+++09:14 Uhr

Das Nein der Griechen zu den Reform- und Sparplänen der Gläubigerstaaten wird nach Einschätzung der UniCredit zu einem chaotischen Austritt des Landes aus der Eurozone ("Grexit") führen. Nach dem klaren Votum der griechischen Bevölkerung sei das Risiko eines "Grexit" deutlich gestiegen, schrieb UniCredit-Chefvolkswirt Erik Nielsen in einer Studie am Montag.

+++Dax geht nach Hellas-Referendum in die Knie+++09:10 Uhr

Das "Nein" der Griechen zu den Reform-Vorschlägen der Hellas-Gläubiger hat die europäischen Börsen am Montag in den Keller geschickt. Dax und EuroStoxx50 verloren jeweils rund zwei Prozent auf 10.854 und 3371 Punkte. Der Euro verlor rund einen halben US-Cent auf 1,1054 Dollar. "Dieses Votum setzt die griechische Regierung auf Kollisionskurs mit den Gläubigern", sagte Philippe Gijsels,
Chef-Analyst von BNP Paribas Fortis Global Markets. "Das Risiko eines 'Grexit' hat sich auf jeden Fall vergrößert." Mit diesem Begriff bezeichnen Börsianer das mögliche Ausscheiden Griechenlands aus Euro-Zone. Die trieb einige Investoren in den "sicheren Hafen" Bundesanleihen. Der Bund-Future gewann 78 Ticks auf 152,59 Punkte.

+++Varoufakis-Nachfolger soll noch am Montag ernannt werden+++09:05 Uhr

Der Nachfolger des zurückgetretenen griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis soll noch am Montag nach einem Treffen der griechischen Führung ernannt werden. Das Treffen beginnt einem Regierungssprecher zufolge um 09.00 Uhr (MESZ). Mögliche Nachfolger sind Wirtschaftsminister Georgios Stathakis und der Koordinator der Gespräche mit den Gläubigern, Euclid Tsakalotos.

+++Bosbach: Varoufakis-Rücktritt erleichtert Verhandlungen+++09:03 Uhr

Der deutsche Politiker Wolfgang Bosbach hofft nach dem Rücktritt des griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis auf einfachere Euro-Verhandlungen. "Das würde vermutlich die Verhandlungen aufgrund seines bisherigen Auftretens erleichtern", sagte der CDU-Politiker am Montag im ZDF-"Morgenmagazin", bevor der Rücktritt bestätigt wurde. Das löse jedoch nicht die Probleme.

"Entscheidend sind weniger die Personen als die politischen Inhalte." Neue milliardenschwere Hilfspakete lösen Bosbach zufolge nicht die Probleme des Landes: "Es fehlt an Wirtschaftskraft, an Wettbewerbsfähigkeit, an einer wirklich effizienten Verwaltung."

+++ Varoufakis tritt zurück +++ 8:35 Uhr

Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis hat am Montagfrüh überraschend seinen Rücktritt erklärt. Am Sonntagabend kurz vor Mitternacht hatte er noch davon gesprochen, dass er mit Europa einen neuen Reformplan verhandeln will.

+++ Diplomatische Krisensitzungen in der EU +++ 5:35 Uhr

Das klare Nein der Griechen zu den Sparvorgaben der Gläubiger hat eine intensive EU-Krisendiplomatie ausgelöst. EU-Ratspräsident Donald Tusk berief nach Bekanntwerden des Abstimmungsergebnisses einen Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs der 19 Euro-Länder für diesen Dienstag (18.00 Uhr) in Brüssel ein.

Zur Vorbereitung soll es am selben Tag ein Treffen der Euro-Finanzminister geben. Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem sprach von einem "sehr bedauerlichen Ergebnis" des Referendums. "Wir werden nun auf Initiativen der griechischen Führung warten", sagte er.

Ebenfalls am Montag will EU-Kommissionschef Juncker mit Spitzenvertretern der EU-Institutionen über das weitere Vorgehen beraten. Es sei eine Telefonkonferenz mit EU-Gipfelchef Tusk, Eurogruppenchef Dijsselbloem und dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, geplant, teilte die EU-Kommission mit.

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Francois Hollande wollen bereits am Montag in Paris über die Konsequenzen beraten. "Beide sind sich darin einig, dass das Votum der griechischen Bürger zu respektieren ist", hieß es in einer Erklärung des Bundespresseamtes.

+++ Unterschiedliche Reaktionen - Feiern in Griechenland+++ 5:35 Uhr

Unter den Euro-Staaten gab es unterschiedliche Reaktionen auf das griechische Referendum. Die italienische Regierung sprach sich für neue Verhandlungen aus. "Jetzt ist es richtig, wieder damit anzufangen, eine Vereinbarung zu suchen", erklärte Außenminister Paolo Gentiloni. Bereits im Tagesverlauf hatte Frankreichs Wirtschaftsminister Emmanuel Macron gefordert, es gehe darum, einen guten Kompromiss zwischen den notwendigen Reformen und der Solidarität mit dem von der Staatspleite bedrohten EU-Land zu finden.

Angesichts der wachsenden sozialen Not in Griechenland erwartet EU-Parlamentspräsident Martin Schulz, dass die Europäische Union schon am Montag oder Dienstag ein "humanitäres Hilfsprogramm" für das Euro-Krisenland auflegt.

In Athen feierten kurz nach Schließung der Wahllokale Tausende Gegner des Reformprogramms auf den Platz vor dem Parlament. Viele Griechen machen die Gläubiger aus EU-Kommission, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank und deren Sparvorgaben für die dramatische Lage im eigenen Land verantwortlich.

Als Reaktion auf das Ergebnis des Referendums verzeichnete die Börse in Tokio starke Verluste. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte verlor bis zur Handelsmitte 324,63 Punkte oder 1,58 Prozent auf den Zwischenstand von 20 215,16 Zählern. Der breit gefasste Topix sank um 23,43 Punkte oder 1,42 Prozent auf 1628,66 Punkte. Auch die Börse in Sydney eröffnete im Minus, der S&P/ASX 200-Index rutschte zum Auftakt am Montag 1,4 Prozent auf 5460,1 Punkte unter den Schlusskurs von Freitag.

+++ Dijsselbloem enttäuscht über Nein der Griechen +++ 0:39 Uhr

Der Chef der Eurogruppe, Jeroen Dijsselbloem, hat auf das Nein der Griechen im Referendum über die Forderungen der internationalen Gläubiger besorgt reagiert. "Dieses Ergebnis ist sehr bedauerlich für die Zukunft Griechenlands", erklärte der niederländische Finanzminister am Sonntagabend. Für eine Erholung der griechischen Wirtschaft seien "schwierige Maßnahmen und Reformen unvermeidbar". "Wir werden nicht die Initiativen der griechischen Behörden abwarten", fügte Dijsselbloem hinzu.

+++ Varoufakis will mit Europa neu verhandeln +++ 23:50 Uhr

Griechenlands Finanzminister Gianis Varoufakis will nach dem Sieg der Reformgegner beim Referendum mit den internationalen Geldgebern neu verhandeln. "Ab morgen fangen wir an, unsere Wunden zu heilen", kündigte Varoufakis am Sonntagabend im griechischen Fernsehen an. Europa dürfe nicht mehr "ein riesiger eiserner Käfig der Sparpolitik" sein. Seine Regierung habe sich fünf Monate lang für gelockerte Sparvorgaben eingesetzt, sagte Varoufakis. Doch die Gläubiger hätten am 25. Juni ein Ultimatum gestellt, ihr Sparprogramm zu akzeptieren. "Sie haben unsere Banken geschlossen. Sie wollten uns erniedrigen. Wir haben fünf Monate verhandelt und verlangt, dass unsere gerechten Forderungen gehört werden. Wir wollten keine neuen Kredite haben, um damit die abgelaufenen Darlehnen zu bedienen", sagte er. "Nach dem mutigen Nein, das uns das griechische Volk mit auf den Weg gegeben hat, werden wir unseren Partnern die Hand der Kooperation entgegenstrecken."

+++ Mitterlehner bedauert Entscheidung +++ 23:28 Uhr

"Wir bedauern die heutige Entscheidung, die kooperative Lösungen nicht leichter macht. Aber selbstverständlich ist das Ergebnis eines Referendums zu akzeptieren." So kommentierte Vizekanzler Reinhold Mitterlehner die bisher vorliegenden Ergebnisse und Prognosen des griechischen Referendums. "Die Lage Griechenlands hat sich mit dem Referendum nicht verändert", erklärte Mitterlehner in einer Aussendung. "Maßnahmen zur Sanierung des Staatshaushalts und zur Ankurbelung der Wirtschaft sind weiterhin unvermeidlich, um das Land wieder auf die Beine zu bringen. Die Türen für Verhandlungen sind nach wie vor offen. Klar ist jedoch auch, dass Solidarität keine Einbahnstraße sein kann." Unterstützung könne es nicht ohne Bedingungen und die Einhaltung von Vereinbarungen geben. Es sei an der Zeit, dass die griechische Regierung ihren klaren Willen und ihre Vorschläge formuliere und ihren Weg darlege. Auch der ÖVP-Europabgeordnete Othmar Karas meinte: "Das Nein erleichtert die Situation weder für Griechenland, noch für die EU und löst kein einziges Problem." Die EU sei "eine Werte-, Rechts-und Solidargemeinschaft, nicht die Summe nationaler Egoismen." Das Referendum zeige, "wie notwendig es ist, die Währungsunion zu einer funktionierenden Wirtschafts- und Sozialunion weiterzuentwickeln; dazu gehören ein eigener Finanzminister, eine gemeinsame Budget- und Steuerpolitik und ein europäischer Währungsfonds, mindestens für die Eurozone.

+++ Oppositionsführer Samaras erklärte Rücktritt +++ 22:29 Uhr

Nach dem Referendum in Griechenland ist der Chef der oppositionellen konservativen Partei Nea Dimokratia (ND), Antonis Samaras, am Sonntagabend zurückgetreten. Er zog damit die Konsequenz aus der schweren Niederlage des "Ja"-Lagers in der Volksabstimmung über das griechische Sparprogramm. Samaras forderte die Partner in der EU auf, der Regierung unter dem linken Regierungschef Alexis Tsipras zu helfen, "eine tragfähige Lösung" für den griechischen Schuldenberg zu finden. Samaras hatte das Land von Juni 2012 bis Jänner 2015 geführt. Vorläufiger neuer Parteichef werde der frühere Parlamentspräsident Evangelos Meimarakis, sagte Samaras im Fernsehen.

+++ Griechenland - Endergebnis: 61,31 Prozent sagten "Nein" +++ 2:15 Uhr

Bei dem Referendum über die Forderungen der internationalen Gläubiger haben laut offiziellem Endergebnis 61,31 Prozent der Griechen mit Nein gestimmt. Das wurde Montagfrüh mitgeteilt. Die Griechen unterstützten damit klar das Vorgehen der Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras im Schuldenstreit mit der EU und dem Internationalen Währungsfonds (IWF).

Die Regierung in Athen hatte für ein Nein geworben und argumentiert, damit würde sie gestärkt in neue Verhandlungen mit den Geldgebern gehen. Das Ergebnis des Referendums ist ein Schlag für eine Reihe von EU-Spitzenpolitikern, die bis zuletzt für eine Annahme der Gläubigervorschläge geworben und das Referendum zu einer Abstimmung über einen Verbleib Griechenlands in der Eurozone erklärt hatten. Nach dem Referendum wurde für Dienstag ein Sondergipfel der Staats-und Regierungschefs der Euro-Staaten einberufen.

+++ Erdrutschsieg der Reformgegner zeichnet sich ab+++ 19:35 Uhr

Bei dem Referendum in Griechenland zeichnet sich eine klare Mehrheit der Gegner des bisherigen Spar- und Reformkurses ab. Nach Auszählung von 22 Prozent der Stimmen gegen 19:45 Uhr aus der Volksbefragung am Sonntag lagen die Reformgegner mit 60,42 Prozent vorn. Die Befürworter kamen auf 39,58 Prozent. Damit stärkten die Bürger der Regierung von Ministerpräsidenten Alexis Tsipras den Rücken, die sich seit Monaten gegen den Kurs der Euro-Zone und des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Griechenland stemmt.

Die Oppositionspolitikerin Dora Bakogianni von der Partei Nea Dimokratia hat im Interview mit ZDF SPEZIAL gegen 19:30 Uhr bereits von einer Niederlage ihre Partei gesprochen. Bakogianni hat bestätigt, dass es ihrer Partei offenbar nicht gelungen ist, die Griechen von einer Zustimmung zu einem "notwendigen Reformprogramm" zu überzeugen.

Nach der Auszählung von 96 Prozent der abgegebenen Stimmen entfallen 61,31 Prozent auf die NEIN-Sager - also für den Vorschlage der Regierungspartei Syriza, 38,69 Prozent stimmten für die Reformvorschläge der Geldgeber und somit der Position der Nea Dimokratia.

Von einem "Nein" der Bürger erhofft sich Tsipras eine Stärkung seiner Verhandlungsposition. Vertreter der Euro-Zone - darunter auch der Bundesregierung - hatten allerdings vor der Abstimmung gewarnt, am Prinzip Hilfeleistung nur gegen Reformen werde nicht gerüttelt. Kommt es zu keiner schnellen Einigung, könnte Griechenland in eine umfassende Staatspleite rutschen, die letztlich in einem Ausscheiden aus dem Euro münden könnte.

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz hatte noch kurz vor dem Referendum gewarnt, bei einem "Nein" sei die Mitgliedschaft Griechenlands in der Euro-Zone in Gefahr.

Vor dem Referendum hatte der Vorsitzende der Euro-Finanzminister, Jeroen Dijsselbloem, gewarnt, bei einem "Nein" sei "sehr fraglich, ob es überhaupt eine Basis für Griechenland in der Euro-Zone gibt". Schulz sagte dem "Deutschlandfunk", mit einem "Nein" würden die Griechen die Grundlage für ein neues Hilfspaket entziehen. Dann sei auch die Mitgliedschaft in der Euro-Zone in Gefahr: Der Staat könnte gezwungen sein, eine andere Währung einzuführen, um Löhne und Gehälter zu bezahlen.

Dagegen sagte der Chef-Unterhändler der Regierung in Athen, Euclid Tsakalotos: "Wir diskutieren nicht über eine Parallelwährung."

Bundeskanzlerin Angela Merkel will am Montagnachmittag nach Paris reisen, um mit Frankreichs Präsident Francois Hollande über die Situation nach dem griechischen Referendum zu sprechen. Der SPD-Finanzexperte Carsten Schneider sagte, weitere Verhandlungen mit den Griechen seien schwierig: "Ich weiß nicht, wie man noch gemeinsam Boden finden kann."

+++ Varoufakis: "Was man mit Griechenland macht, hat einen Namen: Terrorismus" +++ 12:05 Uhr

Finanzminister Yanis Varoufakis warf den internationalen Geldgebern unterdessen "Terrorismus" vor und forderte die Bürger zu einem "Oxi" (Nein) auf. "Was man mit Griechenland macht, hat einen Namen: Terrorismus", sagte der Minister zu den Verhandlungen mit den Gläubigern in einem Interview der spanischen Zeitung "El Mundo" (Samstag-Ausgabe).

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble schloss ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone nicht aus. "Ob mit Euro oder vorübergehend ohne: Diese Frage können nur die Griechen selbst beantworten", sagte er der "Bild"-Zeitung (Samstag-Ausgabe). Offensichtlich im Hinblick auf die in jedem Fall fortbestehende EU-Mitgliedschaft der Griechen fügte er hinzu: "Klar ist auch: Wir werden die Menschen in Griechenland nicht im Stich lassen."

+++Verband - Hellas-Banken haben bis Montag 1 Mrd Euro Puffer+++16:58 Uhr

Die griechischen Banken haben nach Angaben ihres Branchenverbandes bis Montag Liquiditätspuffer in Höhe von einer Milliarde Euro. Danach hänge die Lage von der Europäischen Zentralbank ab, erklärt der Verband.

+++Umfrage - Mehr Griechen stimmen mit "Nein" als mit "Ja"+++16:16 Uhr

Laut Umfrage der Zeitung "Avgi" wollen 43 Prozent der Griechen am Sonntag mit "Nein" stimmen, 42,5 Prozent mit "Ja". Rund neun Prozent der Befragten sind demnach noch unentschlossen.

+++Tsipras fordert 30-prozentigen Schuldenerlass+++16:01 Uhr

Zwei Tage vor dem Referendum in Griechenland hat Regierungschef Alexis Tsipras die Forderung an die internationalen Geldgeber nach einem Schuldenschnitt erneuert. Die Verbindlichkeiten sollten um 30 Prozent reduziert werden, sagte Tsipras am Freitag in einer vom Fernsehen übertragenen Ansprache. Zudem verlangte der Linkspolitiker für den übrigen Schuldendienst eine "Gnadenfrist von 20 Jahren". Die griechischen Staatsschulden haben derzeit ein Volumen von rund 180 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, was rund 320 Milliarden Euro entspricht.

+++Tsipras ruft Griechen erneut zu "Nein" bei Referendum auf+++15:55 Uhr

Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras hat seine Landsleute erneut zu einem "Nein" beim Referendum am Sonntag aufgerufen. Das Volk müsse Nein sagen zu Erpressung und Ultimaten, sagte Tsipras am Freitag in einer Fernsehansprache. Er sieht die Position seiner Regierung durch einen Bericht des Internationalen Währungsfonds (IWF) bestätigt. Der Fonds hatte erklärt, Griechenland könnte auf eine Verlängerung der Kredite und umfangreiche Schuldenschnitte angewiesen sein, sollte die Konjunktur schlechter laufen als erwartet. Tsipras sagte, der Bericht bestätige das Offensichtliche: "dass die griechischen Schulden nicht tragfähig sind".

+++Hellas-Nachbar Bulgarien nennt eigenes Bankensystem stabil+++15:52 Uhr

Der Präsident des griechischen Nachbarlandes Bulgarien Rossen Plewneliew meldet sich zu Wort und erklärt die eigene Wirtschaft für stabil. Die einheimischen Banken seien liquide und für alle Eventualitäten gerüstet.

+++Tsipras: Nein wäre kein Ende der Verhandlungen+++15:36 Uhr

Der griechische Regierungschef Alexis Tspiras sieht in dem Referendum zum Sparkurs seines Landes keine Entscheidung über einen Abschied aus der Eurozone. Bei der Volksabstimmung am Sonntag gehe es vielmehr um die Frage, ob sein Volk weiter verarme und verelende, sagte Tsipras am Freitag in einer Fernsehansprache. Die Griechen würden am Sonntag ihre Zukunft in die "eigene Hand nehmen" und gegen die Sparprogramme der Gläubiger stimmen. "Ein Nein bedeutet nicht den Abbruch, sondern die Fortsetzung der Verhandlungen", versicherte Tsipras seinen Landsleuten.

+++Buchmacher setzen auf ein "Ja" beim Referendum+++15:27 Uhr

Die britischen und die irischen Buchmacher glauben an ein "Ja"-Votum der Griechen zum Verbleib in der Eurozone. Beim irischen Buchmacher Paddy Power hätten 85 Prozent der zu diesem Thema platzierten Wetten auf ein "Ja" der Griechen im Referendum am Sonntag gesetzt, hieß es. Auch bei Ladbrokes, einem der großen Vier unter den Buchmachern Großbritanniens, ergibt sich ein ähnliches Bild. "Zwei Drittel des gesetzten Geldes wird auf ein 'Ja' gesetzt", sagte ein Sprecher. Die Briten wetten seit Wochen auf die Situation in Griechenland. Der Buchmacher William Hill hat das Glücksspiel inzwischen ausgesetzt. "Die Situation ist zu volatil, um vernünftige Quoten berechnen zu können", sagte ein Sprecher.

+++Deutschland dämpft Hoffnung auf schnelle Finanzhilfe+++15:16 Uhr

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble dämpft Hoffnungen der griechischen Regierung, nach der Volksabstimmung am Sonntag zügig frische Hilfsgelder zu erhalten. Verhandlungen darüber würden nach Auslaufen des letzten Programms "auf völlig neuer Grundlage und unter erschwerten wirtschaftlichen Voraussetzungen" stattfinden.

"Das wird schon eine Weile dauern", sagte der CDU-Politiker der "Bild"-Zeitung (Samstag). Schäuble sagte: "Der Vorschlag, über den die Regierung abstimmen lassen will, liegt nicht mehr auf dem Tisch. Wir müssen abwarten, wie die Regierung in Athen mit dem Ergebnis umgeht, welche Folgen das hat. Und dann können die Griechen einen Antrag auf Aufnahme von Verhandlungen stellen." Wenn es einen solchen griechischen Antrag gebe, werde er von den Finanzministers der Eurozone geprüft. "Und wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, wird die Euro-Gruppe neue Verhandlungen befürworten. Entscheiden muss vorher der Bundestag. Nur dann dürfen wir überhaupt verhandeln."

+++Schäuble - Angebot der Gläubiger an Griechenland vom Tisch+++15:00

Finanzminister Wolfgang Schäuble erneuert angesichts der Referendumspläne seine Kritik an der griechischen Regierung. "Der Vorschlag, über den die Regierung abstimmen lassen will, liegt nicht mehr auf dem Tisch", sagt er "Bild". Käme es zu neuen Verhandlungen, würden diese sehr schwierig. "Denn die Lage in Griechenland hat sich in den letzten Wochen dramatisch verschlechtert."

+++Varoufakis: Banken nicht pleite, Dienstag wieder offen+++14:35 Uhr

Die seit Tagen geschlossenen Banken in Griechenland sollen nach Worten des griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis am Dienstag wieder aufmachen. Der Politiker machte dies am Freitag aber von einer Einigung mit den Gläubigern abhängig.

+++Zum Referendum Sonderflüge nach Athen+++14:33 Uhr

Zum Referendum über Griechenlands Spar- und Reformkurs am Sonntag (5. Juli) bietet eine griechische Airline Sonderflüge nach Athen an. Am Sonntag und Montag sind zusätzliche Flüge ab London-Stansted und Brüssel geplant, gab die Gesellschaft Aegean Air auf ihrer Website bekannt. Passagiere, die sich auf Handgepäck beschränken, fliegen zu einem günstigeren Preis. Damit wolle man es griechischen Wählern ermöglichen, an der Abstimmung teilzunehmen. Im Ausland lebende Griechen können nicht am Volksentscheid teilnehmen. Wenn sie abstimmen wollten, können sie das nur in Griechenland.

+++Hellas-Krise kostet Konzerne 300 Mrd Dollar Börsenwert+++13:21 Uhr

Die ständigen Wendungen im Griechenland-Drama haben einer Studie von Ernst & Young zufolge auch bei außereuropäischen Konzernen ihre Spuren hinterlassen. Der Börsenwert der 100 weltweit wertvollsten Unternehmen ging in den vergangenen beiden Wochen um knapp zwei Prozent oder 300 Milliarden Dollar auf 16,3 Billionen Dollar zurück, teilten die Wirtschaftsprüfer am Freitag mit. Die Marktkapitalisierung der fünf deutschen Firmen innerhalb dieser Gruppe - Bayer, Volkswagen, Daimler, Siemens und SAP - sei im gleichen Zeitraum sogar um vier Prozent geschrumpft. In den vergangenen sechs Monaten stiegen die Kurse der 100 größten Börsenwerte dagegen im Schnitt um zwei Prozent. Bei den deutschen Firmen fiel das Plus nur halb so hoch aus.

+++China stellt Kooperation zu Griechenland nicht infrage+++13:16 Uhr

China will Griechenland ungeachtet der Schuldenkrise nicht fallenlassen. "Wir werden auf unsere Weise die bilaterale Kooperation mit Griechenland fortsetzen, auch im finanziellen Bereich", sagte eine Sprecherin des Außenministeriums am Freitag in Peking. Die Volksrepublik habe bereits konkrete Maßnahmen ergriffen, um auf die griechischen Sorgen und Wünsche einzugehen.Für Exportweltmeister China ist Griechenland ein wichtiger Verbindungspunkt für den Absatz seiner Waren in Europa und Afrika. Der Konzern Cosco betreibt im Hafen von Piräus zwei Frachtterminals. Er gilt als möglicher Käufer eines Anteils von 67 Prozent des Hafens. Ministerpräsident Li Keqiang hat erst diese Woche in Brüssel betont, dass sein Land die Griechen weiter im Euro haben wolle.

+++EU-Kommission - Im Moment keine Gespräche mit Griechenland+++13:14 Uhr

Die EU-Kommission teilt mit, dass es im Moment keine Gespräche mit Griechenland gibt. Auch die Eurogruppe hatte beschlossen, zunächst das Referendum am Sonntag abzuwarten.

+++Athen: Sparpaket wäre nicht durchs Parlament gekommen+++13:07 Uhr

Die Regierung in Athen hat sich zum Euro-Referendum gezwungen gesehen, weil das von den Geldgebern geforderte Sparprogramm aus ihrer Sicht keine Chancen auf eine Parlamentsmehrheit gehabt hätte. Dies sagte der stellvertretende Außenminister Euklides Tsakalotos am Freitag im griechischen Fernsehen "Skai".

"Meiner Ansicht nach würde es nicht durch das Parlament kommen", erklärte er. Dann hätten vorgezogene Wahlen stattfinden müssen, die die Situation "noch schwieriger machen" würden, sagte Tsakalotos weiter. Er ist in der Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras der Chefkoordinator für die Verhandlungen mit den Gläubigern.

+++Kleine Banknoten werden knapp+++12:56 Uhr

Nach fünf Tagen mit geschlossenen Banken machen sich in Griechenland Probleme bei kleinen Geldscheinen und Wechselgeld bemerkbar. Vor allem auf Kreta und auf einigen Inseln der Dodekanes sowie auch in Athen gaben die Bankomaten am Freitag nur noch 50-Euro-Scheine aus. Grund: Die Bürger dürfen seit Montag pro Tag 60 Euro abheben.

Damit gingen schnell die 20-Euro-Scheine aus und die Geldautomaten geben nun vielerorts nur 50er aus. In Griechenland sind die Geldautomaten so eingestellt, dass sie nur 50 und 20 Euro-Scheine ausgeben.

"Das Ergebnis ist, dass jeder hier mit 50-Euro-Scheinen herumläuft und die Geschäfte kein Wechselgeld zurückgeben können", sagte Christos Pilatakis, ein Hotelmanager auf der Touristeninsel Rhodos, der Deutschen Presse-Agentur. Das Problem mit den 20-Euro-Scheinen werde im Großraum Athen stufenweise gelöst. Die Banken hätten am frühen Nachmittag die Geldautomaten mit 20-Euro-Scheinen versorgt, berichtete der griechische Rundfunk.

+++Deutsche Bundesregierung sieht IWF bei Griechenland weiter mit an Bord+++12:44 Uhr

Die Bundesregierung will den Internationalen Währungsfonds bei der Stabilisierung Griechenlands mit an Bord behalten. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Freitag in Berlin, an der Einschätzung, dass die IWF-Beteiligung richtig sei, habe sich nichts geändert. Zuvor hatte der Fonds erklärt, dass Griechenland einen weiteren Schuldenschnitt benötigen könnte, wenn das Wirtschaftswachstum geringer als erwartet ausfallen und Reformen nicht umgesetzt würden. Bis 2018 habe das Land einen zusätzlichen Finanzbedarf von 50 Milliarden Euro. Die Euro-Länder haben sich gegen einen Schuldenschnitt ausgesprochen. Dieser würde ihre eigenen Haushalte belasten.

+++Medien: Schnelles Ergebnis bei Referendum erwartet+++12:39 Uhr

Das Ergebnis des griechischen Referendums dürfte am Sonntag rasch vorliegen. Griechische Nachrichtensender berichteten am Freitag übereinstimmend, aussagekräftige Ergebnisse dürften etwa zwei Stunden nach Schließung der Wahllokale gegen 20.00 Uhr MESZ vorliegen. Bis dahin sollen rund 20 Prozent der Stimmen ausgezählt sein.

+++Nowotny (EZB) - Sprechen Montag über Hellas-Notkredite+++12:24 Uhr

Die Europäische Zentralbank (EZB) will nach Worten von Österreichs Notenbankchef Ewald Nowotny am Montag über weitere Notkredite für griechische Banken sprechen. Diese seien zuletzt nur bis Montag verlängert worden, sagt Nowotny der Nachrichtenagentur APA.

+++Griechische Händler klagen über Kleingeld-Knappheit+++11:45 Uhr

In Griechenland wird wegen der Beschränkungen im Zahlungsverkehr das Kleingeld knapp. Jeder wolle mit 20-Euro-Scheinen vom Geldautomaten zahlen, sagt eine Gemüsehändlerin im Athener Vorort Piräus. Aber auch diese Banknoten werden knapp. Deswegen sinkt das Limit von 60 Euro am Tag am Geldautomaten in vielen Fällen auf 50 Euro.

"Oxi", Nein zum Referendum und Nein zu Wolfgang Schäuble. Der deutsche Finanzminister, hier auf einem Plakat in Athen, ist für viele Griechen das Symbol für das Böse.

+++Dijsselbloem gibt Griechen für Referendum keine Empfehlung+++11:29 Uhr

Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem hält sich mit Ratschlägen für das Referendum zurück. "Die Entscheidung liegt bei den Griechen." Der Niederländer hatte allerdings am Donnerstag gewarnt, dass ein Nein den Weg zum einem Euro-Austritt ebnen würde.

+++Gabriel kritisiert erneut griechische Regierung+++11:09 Uhr

Der deutsche Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel kritisiert erneut die Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras. In Griechenland werde gerade eine "eher nationalistische Politik" betrieben. Mit Blick auf Konflikte wie in der Ukraine sagt der SPD-Chef, bei Griechenland handele es sich um ein vergleichsweise kleines Problem.

+++EZB-Vizechef - Ja bei Referendum erleichtert Finanzhilfen+++10:28 Uhr

Auch die EZB wirbt indirekt für eine Zustimmung der Griechen beim Referendum. Ein Ja würde weitere Finanzhilfen erleichtern, sagt Vizepräsident Vitor Constancio.

+++Griechenland zahlt Zinsen für Anleihe an Privatinvestoren+++09:50 Uhr

Den jüngsten IWF-Kredit hat Griechenland nicht zurückgezahlt, dafür aber jetzt 3,8 Millionen Euro an Zinsen für eine von Privatinvestoren gehaltene und in japanischen Yen ausgegebene Staatsanleihe. "Wir haben die Kuponzahlung getätigt", sagt ein Regierungsvertreter. Athen muss in diesem Monat 910 Millionen an Zinsen zahlen, davon allein 695 Millionen Euro an die EZB.

+++Dax-Anleger vor Griechen-Referendum auf der Hut+++09:26 Uhr

Die Ungewissheit über den Ausgang des Referendums in Griechenland hat die Dax -Anleger am Freitag vorsichtig gestimmt. Der deutsche Leitindex verlor 0,2 Prozent auf 11.075 Zähler. Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem hatte die Volksabstimmung am Sonntag zur Schicksalswahl und zur Entscheidung über einen Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone erklärt.

+++Entscheidende Termine in den nächsten Wochen+++08:50 Uhr

Das hoch verschuldete Griechenland steuert auf die Staatspleite zu. Wie es in den nächsten Wochen weitergeht:

  • 5. Juli: Die Griechen sollen in einem Referendum über das von den Geldgebern vorgelegte Spar- und Reformpaket abstimmen.
  • 6. Juli: Frühestens am Tag nach der Volksabstimmung könnten Griechenlands Banken und die Börse in Athen wieder öffnen.
  • 10. Juli: Griechische Staatspapiere mit kurzen Laufzeiten (T-Bills) in Höhe von 2 Mrd. Euro werden fällig und müssten durch neue abgelöst werden. Dieser Termin ist vor allem für das Urteil der Ratingagenturen wichtig.
  • 13. Juli: Athen muss eine weitere Rate von knapp 500 Mii, Euro an den IWF zurückzahlen.
  • 17. Juli: Weitere T-Bills in Höhe von einer Milliarde Euro werden fällig.
  • 20. Juli: Athen muss insgesamt rund 3,5 Mrd. Euro an die Europäische Zentralbank (EZB) zurückzahlen. Sollte diese Zahlung ausfallen, dürfte es der EZB laut Experten kaum noch möglich sein, weiter ELA-Kredite an griechische Banken zu vergeben.

+++Umfrage deutet auf knappes "Ja" bei Referendum hin+++08:47 Uhr

Das für Sonntag geplante Referendum zum Sparkurs in Griechenland dürfte einer Umfrage zufolge sehr knapp ausgehen. In der am Freitag veröffentlichten Befragung der Zeitung "Ethnos" erklärten 44,8 Prozent der Teilnehmer, mit Ja stimmen zu wollen. Ein Votum gegen die Sparauflagen planen 43,4 Prozent. 11,8 Prozent haben sich demnach noch nicht entschieden. Zudem sprachen sich 74 Prozent der Umfrageteilnehmer für einen Verbleib ihres Landes in der Euro-Zone aus. 15 Prozent sind hingegen für die Wiedereinführung einer nationalen Währung.

+++IWF: Athen braucht 50 Milliarden Euro bis 2018+++ 18:02 Uhr

Griechenland hat nach einer vorläufigen Einschätzung aus dem Internationalen Währungsfonds (IWF) bis Ende 2018 einen zusätzlichen Finanzbedarf von 50 Mrd. Euro. Das geht aus einem ersten IWF-Entwurf über eine Bewertung der Schuldentragfähigkeit des Landes hervor.

Ausdrücklich heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Papier, die jüngste dramatische Entwicklung in Griechenland sei dabei noch nicht berücksichtigt. Das Papier mit Berechnungen der Experten ist auch mit der IWF-Führung noch nicht abschließend abgestimmt.

Alleine zwischen Oktober 2015 bis Oktober 2016 würden 29 Mrd. Euro benötigt, heißt es weiter.

Athen konnte jüngst eine Kreditrate in Höhe von 1,5 Mrd. Euro an den IWF nicht zurückzahlen und ist damit von weiteren Hilfen abgeschnitten. Die EU will mit weiteren Beratungen über mögliche Hilfen das Ergebnis eines Referendums am Sonntag in Griechenland abwarten.

+++"Wer den Krieg nicht unterstützt, fliegt raus" +++ 16:59 Uhr

Die rechtspopulistische Partei Unabhängige Griechen (Anel), Koalitionspartner von Syriza, hat am Donnerstag einen Abgeordneten aus der Parlamentsfraktion ausgeschlossen. Der Volksvertreter Konstantin Damavolitis hatte sich zuvor für ein "Ja" beim Referendum am Sonntag ausgesprochen.

Er wurde von der Anel-Fraktion nur wenige Stunden nach seinem Plädoyer ausgeschlossen, bei der Volksabstimmung für die Annahme der Forderungen der internationalen Gläubiger zu stimmen. Der Ausschluss sei vom Parteivorsitzenden, Verteidigungsminister Panos Kammenos, beschlossen worden, teilte die Anel-Pressestelle mit.

Der Verteidigungsminister setzte sich mit martialischen Worten dafür ein, die Auflagen der internationalen Kreditgeber zur Sanierung der öffentlichen Finanzen Griechenlands zurückzuweisen. "Wir befinden uns im Krieg - und da wird keine Nachsicht geübt", nachdem Ministerpräsident Alexis Tsipras ihn im Ministerium aufgesucht hatte. "Wer den Krieg nicht unterstützt, fliegt raus."

Neben Damavolitis gibt es drei weitere Anel-Abgeordnete, die zuletzt Zweifel daran laut werden ließen, ob das Referendum abgehalten werden sollte und ob die Bevölkerung mit Nein stimmen sollte. Damit könnte die Regierungsmehrheit weiter bröckeln. Bisher hatten 149 Abgeordnete der dominierenden Syriza-Partei und 13 Anel-Abgeordnete zur Regierungsmehrheit gezählt. Die absolute Mehrheit im Parlament von Athen liegt bei 151 Sitzen.

+++ IWF: Hellas könnte weitere Kredite benötigen+++ 16:59 Uhr

Griechenland könnte nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) eine Verlängerung der Kredite und umfangreiche Schuldenschnitte benötigen. Dies könnte der Fall sein, wenn das Wachstum geringer als erwartet ausfallen und Wirtschaftsreformen nicht umgesetzt werden sollten.

+++Für RBI-Analysten Parallelwährung immer glaubhafter+++ 16:51 Uhr

Um Gehälter oder Pensionen an die Landsleute auszahlen zu können, rechnen Experten mittlerweile damit, dass Griechenland zu einer "Parallelwährung" wird greifen müssen. Für die Analysten der Raiffeisen Bank International (RBI) mehren sich die Anzeichen, dass Athen nicht nur extern Geld schuldig bleibt, sondern auch seinen internen Zahlungsverpflichtungen bald nicht mehr nachkommen kann. "Wir setzen dieses Szenario inzwischen mit einer Wahrscheinlichkeit von knapp über 50 Prozent an", schreiben die Raiffeisen-Analysten, "unabhängig vom Ausgang des Referendums am Sonntag."

Nachsatz: Bei einem negativen Referendum sehen die Raiffeisen-Experten die Wahrscheinlichkeit für eine Parallelwährung "deutlich höher."

Eine Parallelwährung würde dabei primär den Zweck erfüllen, die laufenden öffentlichen Ausgaben trotz Abtrennung vom Finanzmarkt, trotz eines fehlenden Hilfsprogramms und "volatilem Steueraufkommen" aufrecht zu erhalten. Außerdem ließen sich damit die negativen Effekte der Kapitalkontrollen etwas abmildern. Eine griechische Parallelwährung, die in mehreren Varianten umgesetzt werden könnte, würde aber den Euro nicht ersetzen, schreiben die Experten weiter. Dies zöge somit nicht automatisch einen Austritt aus der Eurozone nach sich.

+++ Varoufakis: Keine Notenpressen für Drachme vorhanden, Währungsunion unumkehrbar+++ 13:36 Uhr

Eine Rückkehr vom Euro zur Drachme würde Griechenland nach Angaben von Finanzminister Giannis Varoufakis auch vor äußerst praktische Probleme stellen. "Wir haben die Notenpressen zerstört", sagte Varoufakis am Donnerstag im australischen Radiosender ABC. Im Jahr 2000, ein Jahr vor der Einführung des Euro, war nach seinen Worten "eines der ersten Dinge, die wir tun mussten, alle unsere Notenpressen loszuwerden" - als Teil einer Beteuerung, dass "diese Währungsunion unumkehrbar ist". Zum Drucken der Drachme habe Griechenland somit "keine Kapazitäten" mehr. Angesichts der festgefahrenen Lage im Schuldenstreit zwischen Griechenland und seinen internationalen Gläubigern wird über ein Ausscheiden des Landes aus der Eurozone spekuliert. Am Sonntag will die griechische Regierung die Bevölkerung in einem Referendum über die Forderungen der Gläubiger abstimmen lassen. Sie wirbt dabei massiv für ein Nein zu den Vorschlägen.

+++ Griechischer Ex-Premier ruft zu "Ja" in Referendum auf +++ 13:02 Uhr

Der frühere griechische Ministerpräsident Kostas Karamanlis ruft die Griechen dazu auf, beim Referendum über die Reformvorschläge der Gläubiger mit einem "Ja" zu stimmen. "Europa ist unsere Heimat, Griechenland ist untrennbar mit Europa verbunden", sagt der konservative Politiker in einer Fernsehansprache.

+++Eurogruppen-Chef warnt vor "Nein" bei Referendum+++ 12:45 Uhr

Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem hat die Griechen vor einer Ablehnung der Gläubiger-Reformvorschläge bei dem geplanten Referendum am Sonntag gewarnt. Ein "Nein" werde die Verhandlungsposition des Landes nicht stärken und werde sowohl Griechenland als auch Europa in eine "sehr schwierige" Lage bringen, sagte der Vorsitzender der Euro-Finanzminister am Donnerstag.

Eine überwiegende Mehrheit der Griechen wollten den Euro aber beibehalten. Das Referendum werde zeigen, ob sie auch bereit seien, die dafür nötigen Sparmaßnahmen zu akzeptieren. Die Lage im Land verschlechtere sich derzeit tagtäglich in dramatischer Weise.

+++Euro-Sondergipfel nächste Woche wahrscheinlich+++ 12:34 Uhr

Ein Treffen der Staats- und Regierungschefs der Eurozone oder der EU nach dem Referendum in Griechenland am Sonntag wird immer wahrscheinlicher. Bisher gibt es dazu zwar keine Ankündigungen, aber in den EU-Hauptstädten wird ein solches Sondertreffen erwartet, hieß es am Donnerstag in EU-Ratskreisen. Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) hat vor dem Hintergrund der Griechenland-Krise einen Besuch bei der UNO in New York kommende Woche verschoben.

+++Präsident Pavlopoulos sagt Antrittsbesuch in Berlin ab+++ 12:31 Uhr

- Griechenlands Staatschef Prokopis Pavlopoulos hat einen für nächsten Dienstag geplanten Besuch bei Deutschlands Bundespräsident Joachim Gauck in Berlin abgesagt.

Spekuliert wurde, dass Pavlopoulos vor dem Hintergrund der drohenden Staatspleite seines Landes und dem für Sonntag geplanten Referendum über das Sparprogramm der europäischer Gläubiger Griechenland nicht verlassen will. Pavlopoulos, der im Februar gewählt worden war, hatte sich Mitte Juni zuversichtlich gezeigt, dass sein Land in der Euro-Zone bleiben wird.

+++S&P: Grexit ohne unmittelbare Auswirkung auf Ratings +++ 12:12 Uhr

Die Auswirkungen eines Ausscheidens Griechenlands aus der Eurozone auf die anderen Euro-Staaten wären laut S&P begrenzt. Ein Grexit würde wohl unmittelbar keine Folgen für die Bonitätsnoten der anderen Länder haben. Das teilte die Ratingagentur am Donnerstag mit.

+++Griechische 10-Jahresrendite gesunken - Auch in Spanien/Italien +++ 12:09 Uhr

Unerwartet sind trotz des Scheiterns einer Einigung der Eurozone mit Griechenland die 10-Jahresrenditen für Athen am Mittwoch billiger geworden. Auch in den schwächeren südlichen Staaten der Währungsunion gab es sinkende Werte. Dagegen wurden die Renditen für die starken Euro-Länder wie Deutschland oder Österreich teurer. Hatte Athen vor zwei Tagen mit 15,244 Prozent ein Jahres-Zwischenhoch hinnehmen müssen, wurden die Renditen am Donnerstag mit 14,782 Prozent wieder günstiger. Auch für Spanien, Italien, Portugal und Slowenien gab es billigere Werte. Marktführer Deutschland stieg dagegen in den vergangenen beiden Tagen von 0,76 auf 0,858 Prozent. Dann folgen Finnland (von 1,014 auf 1,104 Prozent), die Niederlande (von 10,46 auf 1,142 Prozent), Österreich (von 1,158 auf 1,255 Prozent), Frankreich (von 1,217 auf 1,296 Prozent), Belgien (von 1,243 auf 1,32 Prozent), Lettland (von 1,198 auf 1,348 Prozent), Irland (von 1,657 auf 1,686 Prozent) und Litauen (von 1,6 auf 1,8 Prozent). Billiger wurden die Werte in Slowenien (von 2,389 auf 2,29 Prozent), Spanien (von 2,386 auf 2,295 Prozent), Italien (von 2,415 auf 2,315 Prozent), Portugal (von 3,127 auf 2,954 Prozent) und Griechenland (von 14,782 auf 15,244 Prozent).

+++Dijsselbloem: Situation in Griechenland verschlechtert sich dramatisch von Tag zu Tag +++ 12:08 Uhr

Die "fundamentalen Differenzen" zwischen Griechenland und Europa sind laut Eurogruppen-Chef Dijselbloem nur schwer zu überbrücken. Beim Referendum gehe es darum, ob die Griechen bereit sind, schmerzhafte Sparmaßnahmen zu akzeptieren - ein "Ja" biete aber bessere Aussichten, die Gespräche wieder aufzunehmen. Derzeit verschlechtere sich die Situation für die Griechen Tag für Tag dramatisch.

+++Stoltenberg: Griechenland steht zu Nato-Verpflichtungen +++ 11:54 Uhr

Griechenland wird nach Auffassung von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg trotz der Schuldenkrise zu den Verpflichtungen des Bündnisses stehen.

+++Spanien kommt leicht an Geld, muss mehr Rendite bieten +++ 11:54 Uhr

Spanien bekommt trotz Griechenland-Krise problemlos Geld von privaten Investoren. Die Versteigerung von Staatsanleihen spülte am Donnerstag insgesamt 4,2 Mrd. Euro in die Staatskassa, teilte das Finanzministerium in Madrid. Die Summe liegt am oberen Ende des zuvor angepeilten Volumens von 2,75 bis 4,25 Mrd. Euro. Die Auktion der zehnjährigen Staatsanleihe war 1,8-fach überzeichnet. Allerdings musste der Staat die Geldgeber mit einer höheren Rendite locken: Sie erreichte mit 2,258 Prozent das höchste Niveau seit zehn Monaten, nachdem sie im Mai noch bei 1,882 Prozent gelegen hatte. Investoren verlangen angesichts der erhöhten Gefahr eines Euro-Abschieds von Griechenland von anderen Krisenstaaten eine höhere Risikoprämie. Auch Italien musste in dieser Woche deutlich mehr Zinsen zahlen für frisches Geld.

+++Kärntens AK-Direktor sieht keine Probleme für Urlauber +++ 11:44 Uhr

Griechenland-Touristen müssen sich wegen der Schuldenkrise keine Sorgen machen - so lautet die Einschätzung von Kärntens Arbeiterkammer-Direktor Winfried Haider, der seinen Urlaub derzeit auf der Insel Zakynthos verbringt. "Man kann problemlos am Bankomaten abheben", sagte er am Donnerstag: "Für Ausländer ist das überhaupt kein Problem." In den vergangenen Tagen sei er am Festland unterwegs gewesen, auch dort habe er keine Schwierigkeiten gehabt, an Bargeld zu kommen. Schlangen vor Bankomaten habe er keine gesehen. Die Stimmung in Sachen Referendum schätzt Haider positiv für Alexis Tsipras ein: "Ich habe das Gefühl, dass die Leute voll hinter ihrem Ministerpräsidenten stehen."

+++Hintergrund: Das griechische Referendum im O-Ton +++ 11:44 Uhr

"Muss der Entwurf einer Vereinbarung von Europäischer Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds akzeptiert werden, welcher am 25.06.2015 eingereicht wurde und aus zwei Teilen besteht, die in einem einzigen Vorschlag zusammengefasst sind?" (Das erste Dokument heißt auf Englisch "Reforms for the Completion of the Current Program and Beyond" und das zweite "Preliminary Debt Sustainability Analysis" - auf Deutsch: "Reformen, um das laufende (Rettungs-)Programm abzuschließen und darüber hinaus" und das zweite "vorläufige Schuldentragfähigkeitsanalyse".)
Nicht angenommen / NO
Angenommen / YES

+++EU-Parlamentarierin: Tsipras lügt, er will raus aus EU+++ 11:26 Uhr

Die deutsche EU-Parlamentarierin Monika Hohlmeier (CSU) hat dem griechischen Premier Alexis Tsipras vorgeworfen, die Eurozone belogen zu haben. "Ich bin fest überzeugt, dass Tsipras aus der EU raus will." Ernüchtert zeigte sie sich am Donnerstag in Brüssel über das Wirr-Warr von Vorschlägen der griechischen Regierung. Jedenfalls werde die EU der griechischen Bevölkerung humanitäre Hilfe geben.

+++Dijsselbloem: Hellas-Gespräche waren politisch aufgeladen+++ 11:20 Uhr

Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem spricht von politisch hoch aufgeladenen Gesprächen mit Griechenland. Dadurch sei Zeit verschwendet worden.

+++Online-Umfrage: Ist Tsipras verrückt oder genial?+++ 10:53 Uhr

Das EU-Politikmagazin "Politico" hat am Donnerstag eine Online-Umfrage zur Griechenland-Krise gestartet. Die Leser können per Klick ihre Einschätzung dazu abgeben, ob sie den griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras, der an einem Nein zu den Sparauflagen der Gläubiger festhält, für verrückt oder für genial halten.

Unter diesem Link geht es zur Umfrage.

+++Varoufakis: Rücktritt bei einem "Ja"+++ 10:51 Uhr

Finanzminister Yannis Varoufakis hat einen Rücktritt der Regierung in Athen für den Fall nicht ausgeschlossen, dass die Befürworter der Gläubigerpläne bei der Abstimmung am kommenden Sonntag siegen.

+++Umfrage: Kopf-an-Kopf-Rennen bei Volksabstimmung+++ 10:48 Uhr

In Griechenland zeichnet sich einer neuen Umfrage zufolge ein knappes Rennen bei der Volksabstimmung am Sonntag ab. 47,1 Prozent der Befragten würden demnach am 5. Juli für "Ja" und damit für eine Zustimmung zu den unlängst von den internationalen Gläubigern des Landes vorgeschlagenen Reformmaßnahmen stimmen. 43,2 Prozent wären dagegen. Finanzminister Yannis Varoufakis hat einen Rücktritt der Regierung in Athen für den Fall nicht ausgeschlossen, dass die Befürworter der Gläubigerpläne bei der Abstimmung am kommenden Sonntag siegen.

+++Juncker sagte Auftritt im EU-Steuersonderausschuss ab+++ 10:21 Uhr

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat seinen Auftritt am Donnerstag vor dem EU-Sonderausschuss des EU-Parlaments zur Untersuchung von Steuer-Deals von Konzernen (Tax Rulings) abgesagt. Wie der Vorsitzende des Ausschusses, Alain Lamassoure, mitteilte, gaben Juncker und EU-Steuerkommissar Pierre Moscovici an, wegen der aktuellen Griechenland-Krise verhindert zu sein. Juncker und Moscovici sollen nunmehr am 13. Juli wahrscheinlich am Nachmittag nach 15.00 Uhr vor dem Ausschuss aussagen, sagte der französische Europaabgeordnete.

Im Zentrum des "Luxleaks"-Skandals um großzügige Steuer-Deals für Großkonzerne steht der frühere luxemburgische Premier Juncker. Als Präsident der EU-Kommission hat Juncker aber Steuersparmodellen den Kampf angesagt. Die EU-Kommission will, dass die EU-Staaten Informationen über ihre Steuervorentscheide ("Tax Rulings") automatisch austauschen. Zuständig für den Vorschlag ist in der EU-Kommission Moscovici.

+++Mitten in der Hellas-Krise: Schweden senkt Leitzins+++ 10:05 Uhr

Angesichts der eskalierenden Griechenland-Krise hat Schwedens Notenbank überraschend den Leitzins gekappt. Sie entschied am Donnerstag, den Schlüsselsatz auf minus 0,35 von minus 0,25 Prozent zu senken. Zugleich will sie von September an bis zum Jahresende Wertpapiere im Volumen von 45 Milliarden Kronen erwerben. Ein vorheriges im April beschlossenes Ankaufprogramm läuft im September aus. Mit den Maßnahmen wollen die Währungshüter verhindern, dass die Preise ins Rutschen geraten, Verbraucher Käufe aufschieben und der Aufschwung abwürgt wird. Zugleich warnte die Notenbank, dass die Folgen der griechischen Schuldenkrise derzeit nur schwer abzuschätzen seien. Die Schwedische Krone weitete ihre Verluste zum Euro nach dem Zinsentscheid aus.

+++Wieder Andrang bei griechischen Banken+++9:43 Uhr

Angesichts der verordneten Kapitalverkehrskontrollen haben sich in Griechenland auch am Donnerstag Schlangen vor Banken und Bankomaten gebildet. Rund 1000 Filialen öffneten wie schon am Mittwoch für Pensionisten, die keine Bankomatkarten haben, und somit momentan an den Automaten nicht an Bargeld kommen können. Sie sollen bis zu 120 Euro erhalten. an vielen Filialen wurden allerdings nur 60 Euro pro Kopf ausbezahlt. Darüberhinaus wurde berichtet, dass Security-Personal bei einigen Banken jungen Menschen zuerst den Zutritt zu den Banken gestattet hatten, währenddessen die Pensionisten anstehen mussten.

+++Lagarde verlangt von Athen "erwachseneres" Verhalten +++8:15 Uhr

Nach der Zuspitzung der griechischen Finanzkrise hat die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, der linksgerichteten Regierung in Athen indirekt Unvernunft vorgeworfen. "Angesichts des Maßes an Unsicherheit, Verwirrung und ständiger Bewegung wäre aus meiner Sicht weiterhin ein bisschen mehr Erwachsensein erforderlich", sagte Lagarde am Mittwoch dem US-Fernsehsender CNN.

Dass Griechenland gegenüber dem IWF in Zahlungsverzug geraten sei, sei "eindeutig keine gute Entwicklung". Schließlich hindere dies den Fonds derzeit daran, Griechenland weitere Hilfen zukommen zu lassen.

Voraussetzung für weitere Hilfen seien weitere tiefgreifende Reformen, wie der IWF und die EU sie von Athen gefordert hatten, hob Lagarde auf CNN hervor. "Das sind strukturelle Reformen, steuerliche Anpassungen, um sicherzustellen, dass das Land auf einem nachhaltigen Weg ist", fügte die IWF-Chefin hinzu.

Die Mitgliedstaaten des IWF wollen laut Lagarde, dass die Krise und die derzeitige Unsicherheit beendet werden. Sie seien aber "auch sehr bedacht darauf, dass diese Angelegenheit auf eine faire Weise geregelt wird, und sie sehen keinen Grund, warum es einen Sonderfall oder eine Sonderbehandlung geben sollte". "Ob man nach Irland oder Portugal in der Eurozone schaut oder in andere Länder auf anderen Kontinenten, diese Situationen kommen vor, Länder müssen harte Maßnahmen ergreifen", mahnte Lagarde.
Zugleich zeigte die IWF-Direktorin Mitgefühl mit den Nöten der einfachen Griechen. Die von den Gläubigern geforderte stärkere Eintreibung von Steuern müsse vor allem bei den reichsten Griechen ansetzen. "Auf der anderen Seite muss natürlich ein soziales Sicherheitsnetz schrittweise aufgespannt werden", fügte Lagarde auf CNN hinzu. Trotz des Zahlungsrückstands der griechischen Regierung engagiere sich der IWF weiter für das Land - "das ist die Mission des Fonds".

+++Deutsche Grüne: Athen muss an Reiche, Rüstung, Kirche ran+++ 8:11 Uhr

Klare Entscheidungen zu Rüstung, Reichen und orthodoxer Kirche in Griechenland hat die Deutsche Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt von der Regierung in Athen gefordert. "Mich nervt die Weigerung, Reformen anzugehen, die für eine linke Regierung selbstverständlich sein müssten", sagte die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag der Zeitung "Die Welt" (Donnerstag).

Göring-Eckardt riet dem griechischen Ministerpräsident Tsipras: "Athen sollte die Rüstungsausgaben kürzen, die Reichen stärker besteuern - und an die Privilegien der orthodoxen Kirche ran." Die Kirche sei nach dem Staat der zweitgrößte Immobilienbesitzer in Griechenland, zahle aber kaum Steuern. "Und die Priester werden vom Staat entlohnt", kritisierte die grüne Spitzenfrau, die früher Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland war.

+++Schulz kritisiert "Hin und Her" der Regierung in Athen +++8:10 Uhr

Der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz (SPD), hat im Ringen um einen Ausweg aus der Schuldenkrise heftige Kritik an der griechischen Regierung geübt. Athens Verhandlungstaktik sei "sehr ärgerlich und auch enttäuschend, aber vor allen Dingen dramatisch für die griechische Bevölkerung", sagte Schulz der "Passauer Neuen Presse" (Donnerstagsausgabe).

"Dieses Hin und Her ist wirklich ermüdend, und davon haben viele Leute die Nase voll", sagte Schulz mit Blick auf das Lavieren der Regierung von Alexis Tsipras zwischen Verhandlungen, Referendumsankündigungen und Forderungen nach einem weiteren Kreditprogramm.

Die ständig neuen Vorschläge Athens bezeichnete Schulz als wenig zielführend. Zum Wunsch nach einem dritten Hilfspaket über den Rettungsschirm ESM mit weiteren Milliarden-Zahlungen, einer Umschuldung und einem Schuldenerlass sagte der EU-Parlamentspräsident: "Es ist schwierig, über neue Hilfspakete zu sprechen, solange Unsicherheit darüber herrscht, wie es in Athen weitergeht." Athen müsse "sich jetzt klar und nachvollziehbar verhalten und nicht im Stundentakt neue und überraschende Botschaften setzen."

+++Referendum wird zum entscheidenden Faktor+++3:46 Uhr

Während Griechenlands Ministerpräsident Tsipras weiterhin zur Ablehnung des Sparpakets aufruft, haben die Euro-Finanzminister weitere Beratungen am Mittwoch auf die Zeit nach der Volksabstimmung am kommenden Sonntag vertagt. Damit wird das umstrittene Referendum der Griechen über die Sparforderungen ihrer Geldgeber zu einem entscheidenden Faktor im Schuldenstreit mit der EU. Das alte Hilfspaket ist nun vom Tisch.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und EU-Ratspräsident Donald Tusk erklärten, vor weiteren Schritten in der Griechenland-Krise müsse man das Votum abwarten. Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras rief seine Landsleute unterdessen auf, die Sparforderungen der Geldgeber abzulehnen. Das "Nein" solle den Druck bei neuen Verhandlungen erhöhen. Den Europartnern hatte Tsipras zuvor hingegen geschrieben, er sei grundsätzlich bereit, ihre wichtigsten Bedingungen zu erfüllen. Dazu hatte gehört, doch noch für ein "Ja" beim Referendum einzutreten.

Das bisherige Hilfspaket für Athen ist ausgelaufen, noch offene Milliardenhilfen sind damit verfallen. Die am Dienstagabend fällige Rate von 1,54 Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zahlte die Regierung nicht mehr. Auch einen alten Kredit bei der eigenen Zentralbank über 470 Millionen Euro zahlte die Regierung in Athen nicht fristgerecht zurück, wie Notenbankkreise bestätigten.

Die Euro-Finanzminister entschieden bei einer Telefonkonferenz, dass das zweite Hilfsprogramm für Griechenland nicht verlängert werde. Das gab ihr Vorsitzender Jeroen Dijsselbloem dem griechischen Regierungschef auch schriftlich. Dijsselbloem erinnert Tsipras in seinem Brief daran, dass Griechenland am 20. Februar seine Pflicht zur Rückzahlung sämtlicher Verbindlichkeiten bestätigt habe.

Unterdessen entschied die Europäische Zentralbank (EZB) nach Informationen aus Notenbankkreisen, die Nothilfen für die griechischen Banken weiterhin auf dem aktuellen Stand von rund 90 Milliarden Euro zu belassen. Griechenlands Banken sind seit Monaten auf diese Hilfen angewiesen.

+++Tsipras ruft erneut zu Nein-Votum in Referendum auf+++16:46 Uhr

Die griechische Regierung hält an der geplanten Volksabstimmung über den Spar- und Reformkurs fest - und bleibt auch bei ihrer Empfehlung an die Griechen, mit "Nein" zu stimmen. Ministerpräsident Alexis Tsipras sagte am Mittwoch in einer Fernsehansprache, ein "Nein" der Griechen bei der Volksabstimmung bedeute kein Ausscheiden aus der EU.
Zuvor war spekuliert worden, die griechische Regierung könnte das für Sonntag geplante Referendum möglicherweise zur Disposition stellen oder doch eine Zustimmung empfehlen. "Auch andere Länder haben Volksabstimmungen abgehalten", sagte Tsipras. "Die griechische Regierung wird auch am Montag hier sein." Der Syriza-Politiker fügte mit Blick auf die schwierige Finanzlage an: "Die Pensionen und Gehälter sind sicher." Er dankte dem griechischen Volk zudem für seine Ruhe und Besonnenheit.

Ernste Miene zu ernstem Spiel: Alexis Tsipras bei seiner TV-Ansprache am Mittwoch.

+++"Habt keine Angst, meine griechischen Brüder und Schwestern..." +++16:44 Uhr

Der linke venezolanische Präsident Nicolas Maduro hat dem hoch verschuldeten Griechenland zum Bruch mit den internationalen Finanzorganisationen aufgerufen.
Maduro hat dem hoch verschuldeten Griechenland seine Solidarität versichert und die Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras zum Bruch mit den internationalen Finanzorganisationen aufgerufen.
"Habt keine Angst, meine griechischen Brüder und Schwestern, es ist der richtige Weg, die Beziehungen zum internationalen Finanzkapital und dem Internationalen Währungsfonds abzubrechen", sagte Maduro am Dienstagabend (Ortszeit) im Fernsehen.
Venezuela ist selbst vom Staatsbankrott bedroht und leidet aufgrund von Devisenmangel unter einer schweren Versorgungskrise. "Befreit euch von dem Joch, das den Völkern das Blut aussaugt", sagte Maduro. Er bewundere den schwierigen Kampf Griechenlands gegen "die finanzielle und wirtschaftliche Erpressung". Am Dienstagabend hatte der Internationale Währungsfonds mitgeteilt, dass die Regierung in Athen eine fällige Kreditrate in Höhe von knapp 1,6 Milliarden Euro nicht pünktlich zurückgezahlt habe.

+++Linke und Grillo-Aktivisten auf Solidaritätstrip nach Athen+++16:13 Uhr

Europakritische Parteien in Italien machen zu Solidaritätsaktionen mit dem griechischen Volk anlässlich des am Sonntag geplanten Referendums über den Sparplan mobil. Spitzenpolitiker der Linkspartei SEL und Aktivisten der populistischen Fünf Sterne-Bewegung wollen nach Athen fliegen, um ihre Nähe zu den Griechen zu bekunden.
"Wir reisen nach Athen, weil wir mit dem griechischen Volk solidarisch sind. Die Werte des gemeinsamen Europas widersprechen dem sozialen Gemetzel, das von Brüssel angeordnet und von Berlin genehmigt wird", berichtete SEL-Vorsitzender Nichi Vendola. "Wenn Europa meint, weiterleben zu können, indem die Menschenrechte zerstört werden, droht die EU zu einem Albtraum zu werden", sagte Vendola.

+++Ratingagentur DBRS: Grexit wahrscheinlichstes Szenario +++16:10 Uhr

Die Ratingagentur DBRS hält ein Ausscheiden Griechenlands (Grexit) aus der Eurozone und einen Zahlungsausfall bei Schulden des Privatsektors für das wahrscheinlichste Szenario, wie sie am Mittwoch mitteilte.
Der italienische Finanzminister Pier Carlo Padoan macht unterdessen in den jüngsten Schuldengesprächen mit Griechenland Fortschritte bei vielen Fragen aus.

+++Europarat zweifelt an Rechtmäßigkeit des Referendums+++15:32 Uhr

Wegen kurzer Vorlaufzeit und unklarer Fragestellung hagelt es auch seitens des Europarats Kritik am griechischen Referendum, das am kommenden Sonntag über die Zukunft Griechenlands entscheiden soll. "Dass die Abstimmung so kurzfristig angesetzt wurde ist an und für sich schon ein Problem", zitierte der "Guardian" Europarats-Generalsekretär Thorbjorn Jagland. "Und ebenso, dass die Fragen, die gestellt werden...nicht sehr klar sind."
Internationale Standards würden vorsehen, dass einen Referendum mindestens zwei Wochen Vorlaufzeit habe, um genügend Zeit für Diskussionen zu erlauben, so Jagland. Zudem müssten die Fragen klar verständlich sein. Vor allen im letzten Punkt war zuletzt Kritik an Athen laut geworden, weil die Fragestellung äußerst komplex ist und nicht klar ist, ob ein "Nein"-Votum zum Austritt Griechenlands aus der Eurozone führen würde.

+++EZB-Chef Draghi verteidigt Reformauflagen+++15:27 Uhr

EZB-Präsident Mario Draghi verteidigt die Griechenland abverlangten Reformvorhaben. Ein wichtiges Ziel des inzwischen abgelaufenen Hilfsprogramms sei soziale Fairness gewesen, hieß es in einem Brief des Italieners an einen Europaparlamentarier vom 30. Juni, der am Mittwoch auf der Internetseite der Europäischen Zentralbank (EZB) veröffentlicht wurde.
Das Maßnahmenpaket habe Schritte zur Verbesserung der Steuerverwaltung und zur Bekämpfung der Steuerflucht enthalten.

+++Gabriel: Werden Lösung für Griechenland finden+++15:21 Uhr

Der deutsche Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel rechnet mit einer Beilegung des Schuldenstreits mit Griechenland. Unabhängig vom Ausgang des für Sonntag geplanten Referendums sei er sicher, "dass wir eine Lösung für Griechenland finden", sagte der SPD-Politiker am Mittwoch im Deutschen Bundestag. Weder Europa, noch die Eurozone seien in Gefahr. Der Euro sei eine stabile Währung. Gabriel machte klar, dass es Gegenleistungen für Hilfen geben müsse. Andernfalls wäre dies der "Einstieg in eine bedingungslose Transferunion". Gabriel kritisierte zugleich die Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras. Diese schaue seit Monaten tatenlos zu, wie täglich eine Milliarde Euro ins Ausland geschafft würden. Es sei "ein Skandal", dass eine angeblich linke Regierung dagegen nichts tue.

+++Schäuble: Lage verschlechtert sich jede Stunde+++15:17 Uhr

Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble sieht die griechische Wirtschaft und das dortige Bankensystem immer stärker im Abwärtsstrudel. "Die Lage verschlechtert sich jeden Tag und jede Stunde weiter", sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im Deutschen Bundestag. Dafür machte er Ministerpräsident Alexis Tsipras verantwortlich. "Die Lage hat sich dramatisch verschlechtert, seit diese Regierung im Amt ist." Auch das Bankensystem werde immer mehr notleidend. Die Griechen müssten aus eigener Kraft eine wettbewerbsfähige Wirtschaft schaffen. "Sie können nicht in der Währungsunion bleiben ohne massive strukturelle Anstrengungen", forderte Schäuble zu Reformen auf.

+++Papst fordert verantwortungsvolles Handeln in Hellas-Krise+++14:44 Uhr

Papst Franziskus ruft die Staats- und Regierungschefs zu verantwortungsvollem Handeln auf, um die Griechenlandkrise zu lösen. Die Menschenwürde müsse im Zentrum der Debatte stehen.

+++Draghi -Ziel von griechischen Reformen war soziale Fairness+++14:40 Uhr

EZB-Präsident Mario Draghi zufolge war soziale Fairness das leitende Ziel der Reformvorschläge im Zusammenhang mit den griechischen Hilfspaketen. Dies schreibt Draghi in einem Brief an die EU-Parlamentarier mit Datum vom 30. Juni.

+++Türkei bietet Nachbarn Griechenland Hilfe an+++14:29 Uhr

Die Türkei zeigt sich solidarisch mit dem von einer Staatspleite bedrohten Griechenland. "Wir wollen ein starkes Griechenland", sagte der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu am gestrigen Dienstag, wie die Tageszeitung "Hürriyet" am Mittwoch berichtete. Deswegen sei sein Land bereit, alles in seiner Macht Stehende zu tun, damit der Nachbar die Schuldenkrise überwinde. "Wir sind bereit, Griechenland zu helfen, um die Wirtschaftskrise zu überwinden, indem wir bei Tourismus, Energien und Handel kooperieren", sagte Davutoglu in einer Rede vor Abgeordneten seiner Partei in Ankara. Sein Land sei solidarisch mit dem Nachbarn, man sei an stabilen Nachbarn interessiert.

+++ Merkel: Einigung nicht um jeden Preis +++ 14:21 Uhr

Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ist gegenüber Griechenland gesprächsbereit - eine Einigung um jeden Preis werde es aber nicht geben, betonte Merkel am Mittwoch im Bundestag in Berlin. Vor dem für Sonntag geplanten Referendum in dem Krisenland werde es keine Verhandlungen über ein neues Hilfsprogramm geben.

+++Großes Interesse an deutscher Bundestagsdebatte+++14:18 Uhr

Die deutsche Bundestagsdebatte zur griechischen Finanzkrise ist am Mittwoch in Griechenland auf erhebliches Interesse gestoßen. Der staatliche Fernsehsender ERT sendete live und mit Simultanübersetzung aus dem deutschen Bundestag. Die griechische Regierung misst Deutschland erheblichen Einfluss im Streit mit den internationalen Geldgebern zu. Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis hatte zuletzt betont, die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) halte den Schlüssel zur Lösung der Krise in der Hand.

+++Slowakei: Nein bedeutet wohl Aus für Euro in Griechenland+++13:53 Uhr

Sollten die Griechen bei dem Referendum mit "Nein" stimmen, werden die griechischen Banken nach Einschätzung des slowakischen Finanzministers Peter Kazimir wahrscheinlich niemals mehr mit den Euro als Landeswährung öffnen. Mit diesen Worten zitiert ihn die slowakische Nachrichtenagentur TASR.

+++EU-Kommission empfiehlt Europas Hellas-Gläubigern Geduld+++13:43 Uhr

Die EU-Kommission empfiehlt den Gläubigern Griechenlands in der Euro-Zone, vor möglichen Zahlungsaufforderungen die Verhandlungen über ein neues Hilfsprogramm abzuwarten. Dies sagte der für den Euroraum zuständige Vizepräsident der EU-Kommission, Valdis Dombrovskis, am Mittwoch in Brüssel. Über ein neues Programm könne man mit jeder Regierung in Athen verhandeln, fügte er hinzu. Beratungen über neue Hilfen dürften aber sehr viel komplexer sein als diejenigen über die Auflagen für das am Dienstag abgelaufene Programm.

+++Griechische Regierung informiert auf Internetportal über Referendum+++13:39 Uhr

Die griechische Regierung hat ein Internet-Portal mit Informationen zum geplanten Referendum eingerichtet. Die Seite ist auf Griechisch und Englisch verfügbar. Sie solle die Menschen im Land und die internationale Öffentlichkeit mit "präzisen" Informationen über die für Sonntag geplante Volksabstimmung versorgen, teilte das Büro von Regierungssprecher Gabriel Sakellaridis am Mittwoch mit.

Auf dem Portal bezieht zugleich Ministerpräsident Alexis Tsipras in Statements ausführlich Stellung. "Meinungsäußerung ist ein hohes und heiliges Gut", heißt es etwa mit Blick auf die Volksabstimmung. Er hatte das Referendum zu den Reformvorschläge der Gläubiger überraschend angekündigt und seine politische Zukunft an ein "Nein" geknüpft.

+++Renzi warnt EU-Kommission vor Einmischung in Referendum-Wahlkampf+++13:31 Uhr

Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi hat die EU-Kommission vor einer Einmischung in den griechischen Referendums-Wahlkampf gewarnt. "Eine Einmischung von EU-Politikern wäre ein Geschenk an Syriza", sagte Renzi am Mittwoch in Berlin mit Hinweis auf die in Athen regierende Links-Partei Syriza. Diese hatte vor ausländischem Druck auf die Griechen gewarnt. Renzi forderte insbesondere die EU-Kommission auf, sich zurückzuhalten.

Allerdings hatte er zuvor selbst betont, dass es bei der Abstimmung über die Sparvorschläge der Gläubiger am Sonntag um eine politische Entscheidung gehe, in der über den Euro oder die
Rückkehr zu alten griechischen Währung Drachme entschieden werde. Renzi kritisierte die Syriza-Regierung dafür, die Abstimmung überhaupt angesetzt zu haben. Das Referendum sei
hochriskant, weil selbst bei einem "Ja" nicht klar sei, wie es in Athen weiter gehe.

+++Merkel: Europa wird nicht am Schuldenstreit zerbrechen+++13:25 Uhr

Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht Europa nicht am Schuldenstreit mit Griechenland zerbrechen. "Es sind turbulente Tage, es geht auch tatsächlich um viel, die Welt schaut auf uns", sagte Merkel am Mittwoch im Bundestag. "Aber die Zukunft Europas steht nicht auf dem Spiel." Europa sei eine Rechts- und Verantwortungsgemeinschaft. "Würden wir das vergessen, dann wäre der Euro gescheitert und mit ihm auch Europa." Die anderen 18 Eurostaaten müssten keine Katastrophe mehr fürchten, denn Europa sei robuster geworden. Ein Kompromiss um jeden Preis sei keine Lösung. Kompromissbereitschaft sei jetzt gefordert.

+++EFSF könnte Hilfskredite an Athen sofort fällig stellen+++13:16 Uhr

Der Europäische Rettungsschirm EFSF sieht die Nicht-Zahlung einer Kreditrate von Griechenland an den IWF als Zahlungsausfall für bestimmte EFSF-Kredite an. Als Konsequenz könnte die unverzügliche Rückforderung sämtlicher Zahlungen des EFSF an Athen sowie der Zinsen verlangt werden. EFSF-Chef Klaus Regling erklärte am Mittwoch, er werde die Euro-Arbeitsgruppe und das Direktorium des Rettungsschirms informieren und drei Optionen für die weitere Vorgangsweise vorschlagen. Eine sei die Forderung nach unverzüglicher Fälligstellung der Hilfskredite an Athen.

Konkret wären dies die Auflösung des Kreditvertrags des EFSF mit Athen und die sofortige Rückforderung von Zahlungen und Zinsen. Allerdings war dies zuletzt eher als theoretische Möglichkeit verstanden worden. Die zweite Option ist laut Regling der Verzicht auf Rechtsmittel und die dritte Alternative ist die Vertagung einer Entscheidung auf einen späteren Zeitpunkt bei Aufrechterhalten sämtlicher Rechtsmittel. Der EFSF habe auch die Forderung Athens nach einem Aufschub der griechischen Kreditrückzahlungen an den Internationalen Währungsfonds IWF zur Kenntnis genommen. Der IWF sei dabei, dieses Verlangen der Griechen zu prüfen.

+++Merkel - Vor Referendum keine neue Beratungen über Hilfen+++13:13 Uhr

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigt sich zu weiteren Gesprächen mit Griechenland bereit. "Die Tür für Gespräche mit der griechischen Regierung war immer offen und bleibt immer offen", sagt sie im Bundestag. Vor dem Referendum könne aber über keine neuen Hilfszusagen beraten werden.

+++Griechischer Regierungsvertreter: Referendum findet statt+++13:01 Uhr

Die griechische Regierung wird einem Regierungsvertreter zufolge ihr umstrittenes Referendum am Wochenende umsetzen. Die Volksabstimmung über die von den Geldgebern geforderten Reformenauflagen werde wie geplant am Sonntag stattfinden, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch von dem Insider. Die Verhandlungen mit den Gläubigern sollten danach weiter gehen, sagte der Regierungsvertreter.

+++Schäuble wagt keine Prognose zu neuem Hellas-Programm+++12:56 Uhr

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble wagt keine Vorhersage, ob Griechenland in den kommenden Wochen ein neues Hilfsprogramm erhalten kann. "Ich gebe keine Prognosen ab", sagte Schäuble am Mittwoch in Berlin. Er schob zugleich nach: "Wir sind zu allem bereit". In rund drei Wochen muss Griechenland Geld an die Europäische Zentralbank (EZB) zurückzahlen. Ohne neue Hilfen ist das kaum möglich. Gegebenenfalls müsse ein völlig neues Programm für Griechenland erarbeitet werden.

Schäuble macht die Regierung in Athen für die schwache Konjunktur verantwortlich die auch auf die Steuereinnahmen durchschlage. "Die wirtschaftliche Lage ist jeden Tag schlechter geworden", sagte der CDU-Politiker. "Griechenland hat im Gegensatz zu allen anderen Ländern der Euro-Zone keine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage." Letztere würden von niedrigeren Ölpreisen und dem schwächeren Euro profitieren, nur Griechenland nicht.

Bereits mehr als 780.000 Euro durch Crowdfunding für Griechenland zusammengekommen+++12:51 Uhr

1,6 Milliarden Euro hätte Griechenland an den IWF zurückzahlen müssen. Denselben Betrag will ein junger Brite für das pleitebedrohte Land zusammenkratzen - über Crowdfunding. Derzeit haben über 46.000 Menschen für "Greek Bailout Fund" gespendet.

+++Juncker - Sind in ständigem Kontakt mit Griechenland+++12:46 Uhr

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker steht nach eigenen Angaben in ständigem Kontakt mit Griechenland und anderen Institutionen. Zugleich lehnt er eine Stellungnahme zum neuen Schreiben des griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras an die EU-Kommission ab.

+++Tsipras plant TV-Ansprache+++12:40 Uhr

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras will sich einem Bericht des griechischen Fersehsenders Skai zufolge mit einer Rede an die Öffentlichkeit wenden.

+++Schelling erwartet keinen Grexit+++12:39 Uhr

Österreichs Finanzminister Hans Jörg Schelling erwartet nach eigenen Worten keinen Euro-Austritt Griechenlands trotz des ungelösten Schuldenstreits. "Ich halte das für derzeit eher unwahrscheinlich", sagte Schelling am Mittwoch am Rande einer Veranstaltung in Wien. "Wenn man das Stimmungsbild in Griechenland in den letzten Stunden sich anschaut, scheint es eher in die Richtung zu kippen: Wir wollen in der EU bleiben, wir wollen den Euro erhalten - und wir nehmen durchaus die ein oder andere Belastung auf uns, um dieses Ziel zu erreichen", sagte Schelling. Die internationalen Geldgeber prüften daher einen neuen Vorschlag des Landes zur Lösung des Konflikts und hätten eine Stellungnahme für den frühen Nachmittag angekündigt.

+++Tsipras stößt mit neuen Reformvorschlägen auf Skepsis+++12:29 Uhr

Das in die Pleite taumelnde Griechenland ringt auch nach dem Ablauf des Hilfsprogramms mit den Euro-Partnern um eine Lösung im Reformstreit. Ministerpräsident Alexis Tsipras schickte den Institutionen von EU-Kommission, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) einen weiteren Brief mit Sparvorschlägen. Die Euro-Finanzminister dürften die Maßnahmen aber kaum akzeptieren, sagte ein Vertreter der Euro-Zone am Mittwoch. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble monierte, der Brief sorge nicht für mehr Klarheit. Für den späteren Nachmittag ist eine weitere Telefonkonferenz der Euro-Finanzminister geplant.

+++WTO-Generaldirektor: Krise beeinträchtigt Welthandel+++12:17 Uhr

Der Stillstand der Verhandlungen mit Griechenland beeinträchtigt die Wirtschaft. Die Sackgasse werde sich bestimmt auf den Welthandel auswirken, sagte WTO-Generaldirektor Roberto Azevedo am Mittwoch in Genf. Allerdings lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt der Einfluss der Griechenland-Krise noch nicht berechnen. "Der Handel reagiert auf zwei Dinge sehr empfindlich, nämlich Stabilität und Berechenbarkeit. Wenn diese aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen fehlen, so hat dies immer Auswirkungen auf die Wirtschaft", sagte der Chef der Welthandelsorganisation (WTO), am Rande einer Konferenz in Genf. Im April senkte die WTO ihre Wachstumsprognose 2015 für den Welthandel auf 3,3 Prozent (gegenüber 4 Prozent sechs Monate zuvor). Im Vorjahr war der Welthandel um nur 2,8 Prozent gewachsen.

++Der Brief von Alexis Tsipras an IWF, Eurogruppe und EZB+++12:13 Uhr

+++Schäuble: Neuer Brief aus Griechenland bringt keine Klarheit+++12:08 Uhr

Das neue Angebot des griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras zur Beilegung des Schuldenstreits reicht nach den Worten von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble nicht aus. Ein zweiter Brief sei inzwischen eingetroffen, bestätigte er. "Der hat aber auch nicht für mehr Klarheit gesorgt", sagte Schäuble am Mittwoch in Berlin. Es gebe derzeit "keine Grundlage" für ernsthafte Verhandlungen. "Zunächst muss erst einmal Griechenland Klarheit schaffen, was es denn nun will", sagte Schäuble. Die Geldgeber seien offen für neue Gespräche.

+++Insider - Eurogruppe dürfte Tsipras' Brief kaum akzeptieren 11:56 Uhr+++

Der Brief vom griechischen Ministerpräsident Alexis Tsipras enthält Elemente, die die zuständigen Minister der Euro-Zone wohl nur schwer akzeptieren können, sagt ein Vertreter der Euro-Zone. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble betont derweil in Berlin, dass dieser zweite Brief auch nicht für Klarheit gesorgt habe.

+++Griechenland: Gegen Deutschland geht nichts bei ESM-Hilfen+++11:54 Uhr

Die griechische Regierung hat einen Antrag auf ein neues - drittes - Hilfspaket unter dem permanenten Euro-Rettungsschirm ESM gestellt. Nach dem Auslaufen des zweiten Pakets, das noch unter dem ersten Rettungsschirm EFSF abgewickelt wurde, bleibt Athen nur der ESM. Dieser gibt Deutschland bei Nothilfen ein Vetorecht. Der ESM-Vertrag enthält ein Abstimmungsverfahren in dringenden Fällen. Demnach kann Finanzhilfe erteilt werden, wenn der Antrag von 85 Prozent der Stimmen unterstützt wird. Maßgeblich ist der Beitragsschlüssel der 19 Euro-Staaten. Über 15 Prozent liegen dabei nur drei Länder, nämlich Deutschland, Frankreich und Italien. Sie haben damit bei Nothilfen de facto ein Vetorecht.

Deutschland besitzt als größter Beitragszahler ein Stimmgewicht von 27,0716 Prozent. Dahinter liegen Frankreich mit 20,3297 Prozent und Italien mit 17,8643 Prozent. Österreichs Beitragsschlüssel und Stimmgewicht im ESM (Europäischen Stabilitäts-Mechanismus) beträgt 2,7757 Prozent. Der ESM verfügt über ein Stammkapital von rund 705 Mrd. Euro und kann Hilfskredite von maximal 500 Mrd. Euro vergeben. Die griechische Regierung hat bei den Europartnern einen zweijährigen Kredit in Höhe von rund 29 Mrd. Euro beantragt.

+++Drittes Hellas-Hilfsprogramm vor 20. Juli möglich+++11:39 Uhr

Ein neues Hilfsprogramm für Griechenland ist vor Ablauf der Frist für die Zahlung an die Europäische Zentralbank (EZB) am 20. Juli theoretisch möglich, sagt ein Vertreter der Euro-Zone.

+++Renzi - Müssen Rückkehr zur Drachme verhindern+++11:32 Uhr

Eine Rückkehr Griechenlands zur früheren Landeswährung Drachme muss Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi zufolge verhindert werden. Zugleich betont Renzi, die Regierung in Athen müsse den Weg der Strukturreformen beschreiten.

+++Tsipras will Gläubiger-Angebot unter Bedingungen annehmen+++11:27 Uhr

Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras will einem Zeitungsbericht zufolge das Hilfsangebot der internationalen Gläubiger unter bestimmten Bedingungen annehmen. Unter anderem habe Tsipras in einem Schreiben an die Geldgeber um eine Beibehaltung der niedrigeren Mehrwertsteuer auf den griechischen Inseln gebeten, berichtete die "Financial Times" am Mittwoch. Zudem habe er angefragt, die Anhebung des Rentenalters langsamer vorzunehmen und bestimmte Zuschüsse für Rentner länger zu gewährleisten. Einem Insider aus der Euro-Zone zufolge enthält der Brief allerdings Elemente, die von den Finanzministern der Euro-Zone schwer akzeptiert werden könnten.

+++Hoffnung auf Hellas-Lösung schiebt Dax und Euro an+++11:21 Uhr

Bei hohem Umsatz weiten Dax und EuroStoxx50 ihre Gewinne auf rund zwei Prozent aus. "Die Griechen wollen nun wohl doch die meisten Vorgaben akzeptieren," zitiert ein Händler aus einem Bericht der "Financial Times". Auch der Euro zieht an und notiert bei 1,1145 Dollar, nachdem er zuvor noch auf ein Tagestief von knapp unter 1,11 Dollar gerutscht war.

Arbeiter stellen in einer Lagerhalle in Thessaloniki Wahlurnen für das Referendum am Sonntag auf.

+++"Rossijskaja Gaseta": Tiefe Strukturkrise der EU+++11:14 Uhr

Zur Griechenland-Krise und zur deutschen EU-Politik im Schuldendrama schreibt die russische Regierungszeitung "Rossijskaja Gaseta" am Mittwoch:

"Die Handlung im griechischen Drama erlebt eine neue krasse Wende. Auf die Bühne treten neue Figuren - das Volk, das bei einem Referendum über das Schuldenproblem entscheiden soll. So gehört es sich nach den Traditionen der griechischen Tragödie, wenn der Chor auftritt. Wie das alles noch endet, kann niemand vorhersagen. Aber das alles ist Folge und Symptom einer tiefen Strukturkrise der EU. Für die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, die wichtigste Architektin der seit fünf Jahren andauernden griechischen Rettungspolitik, wird ein Scheitern der bisherigen Linie eine politische Niederlage bedeuten. Klar wird außerdem, dass die EU nicht mehr als Konstante gesehen werden kann, die sich berechenbar entwickelt (...). Und es gibt noch eine wichtige Lehre, die sich aus der griechischen Krise ziehen lässt: Eine unbedachte Integration wie in der EU, bei der politische Beweggründe die wirtschaftliche Vernunft erdrückt, führt zwangsläufig in die Sackgasse. Daran sollte auch bei der (von Russland initiierten) Eurasischen Wirtschaftsunion gedacht werden."

+++Schelling: Risken Österreichs derzeit überschaubar+++11:01 Uhr

Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) sieht die Risken Österreichs im Zusammenhang mit den Griechenland-Haftungen unseres Landes für "derzeit überschaubar". Der Haftungsanteil Österreichs am früheren Rettungsfonds EFSF betrage 4,3 Mrd. Euro. Dass diese Haftung schlagend wird, hält Schelling für "unwahrscheinlich", da der ausreichend liquide dauerhafte Euro-Rettungsschirm ESM für den EFSF hafte.

Österreichs bilaterales Kreditvolumen betrage 1,6 Mrd. Euro gegenüber Griechenland, hatte Schelling laut Parlamentskorrespondenz von Dienstagabend gestern im parlamentarischen Finanzausschuss weiter gesagt. Dieser Kredit habe einen langen Rückzahlungszeitraum, den man auch "schieben" könnte, so das Ministerium dazu laut "Kleine Zeitung" vom Dienstag. Bis zum Jahr 2020 seien nur Zinszahlungen vereinbart, meinte der Minister am Dienstag im Parlament, diese würden derzeit geleistet. Rückzahlungen seien erst ab 2020 vorgesehen.

+++Russland fürchtet keine großen Folgen der Hellas-Krise+++10:59 Uhr

Russland sieht sich Finanzminister Anton Siluanow zufolge nur in begrenztem Ausmaß von der griechischen Schuldenkrise betroffen. Allerdings könne es Auswirkungen auf die russischen Finanzmärkte geben. Das Beispiel Griechenland zeige aber, das Russland vorsichtiger mit seinen Staatsschulden umgehen müsse, sagt Siluanow.

+++Schulden pro Kopf sind in Österreich höher als in Griechenland+++10:53 Uhr

+++Griechische Tourismusindustrie fordert "Ja" bei Referendum+++10:40 Uhr

Mit Blick auf das bevorstehende Referendum in Griechenland über die Forderungen der Gläubiger hat ein breites Bündnis griechischer Verbände eine Kampagne zum Verbleib des Landes in der EU gestartet. Der Bund der griechischen Tourismusindustrie (Sete) teilte am Mittwoch mit, er fordere die griechische Bevölkerung auf, bei dem für kommenden Sonntag geplanten Referendum mit "Ja" zu stimmen.

+++Pensionisten strömen zu Banken+++10:39 Uhr

Die Banken in Griechenland haben am Mittwoch für Pensionisten geöffnet. Seit dem frühen Morgen standen zahlreiche Pensionisten Schlange, um an Bargeld zu kommen. Die Banken hatten diese Ausnahme ermöglicht, da viele Pensionisten keine Bankomat-oder Kreditkarten haben und somit in den vergangenen Tagen an den Automaten kein Bargeld abheben konnten. Im ganzen Land öffneten rund 1.000 Filialen, wie griechische Medien berichteten. Sie sollen demnach auch am Donnerstag und am Freitag offen sein.

In einer Bankfiliale der Piraeus Bank auf Kreta stehen Pensionisten Schlange, um ihre monatlichen Renten zu bekommen. Am Mittwoch haben rund 1.000 Banken in Griechenland wieder geöffnet.

+++IWF: Was passiert nach dem griechischen Zahlungsrückstand?+++

1,5 Milliarden Euro schuldet der griechische Staat nun dem Internationalen Währungsfonds (IWF). Das Land gilt als praktisch zahlungsunfähig. Weitere Gelder vom IWF gibt es erst, wenn die Zahlungsrückstände getilgt sind. Sanktionen kann der IWF nicht aussprechen. Es folgen zunächst zwei Mahnungen. IWF-Chefin Christine Lagarde muss das Führungsgremium unterrichten und den offiziellen Zahlungsrückstand feststellen lassen. Bis zu zwei Monate bleiben dem IWF-Exekutivrat, eine offizielle Beschwerde zu formulieren. Sollte Griechenland nach 15 Monaten immer noch nicht gezahlt haben, könnte der Währungsfonds eine Verweigerung der Zusammenarbeit feststellen. Dies hätte schrittweise Sanktionen zur Folge, die vom Ende der technischen Unterstützung durch IWF-Experten über die Aussetzung der griechischen Stimmrechte bis zum Verlust der Mitgliedschaft reichen. Neben Griechenland sind derzeit Somalia, Sudan und Simbabwe beim Währungsfonds im Zahlungsrückstand.

+++Griechische Industrie schrumpft wegen Schuldenkrise stark+++10:08 Uhr

Die griechische Industrie gerät angesichts der ungewissen Verbleibs des Landes in der Euro-Zone unter Druck. Ihre Produktion schrumpfte im Juni so stark wie seit zwei Jahren nicht mehr. Der Einkaufsmanagerindex fiel um 1,1 auf 46,9 Punkte, wie das Markit-Institut am Mittwoch zu seiner Unternehmensumfrage mitteilte. Erst ab 50 Zähler signalisiert das Barometer ein Wachstum. "Damit endet das schlechteste Quartal seit zwei Jahren", sagte Markit-Ökonom Phil Smith. "Angesichts der anhaltenden Schuldenverhandlungen im Juni war die Nachfrage gedämpft." Sowohl ausländische als auch inländische Kunden hätten ihre Aufträge gesenkt.

Der Experte geht davon aus, dass die Unternehmen darauf mit Stellenabbau reagieren werden. "Ohne Belebung der Aufträge dürften die Firmen ihren Stellenabbau verstärken", sagte Smith.
Bereits im Juni seien Jobs weggefallen, wenn auch nur wenige. Die griechische Arbeitslosenquote ist mit 25,6 Prozent so hoch wie in keinem anderen EU-Land. Der Durchschnitt der Euro-Zone
liegt bei 11,1 Prozent, in Deutschland beträgt die nach einheitlichen europäischen Standards berechnete Quote sogar nur 4,7 Prozent.

+++ATX am Vormittag befestigt +++09:58 Uhr

Die Wiener Börse ist am Mittwoch mit befestigter Tendenz in die Sitzung gestartet. Der ATX wurde gegen 9.45 Uhr mit 2.426,38 Punkten nach 2.411,77 Einheiten am Dienstag errechnet, das ist ein Plus von 14,61 Punkten bzw. 0,61 Prozent. Nach zwei starken Verlusttagen in Folge der Eskalation des griechischen Schuldenpokers mit seinen internationalen Geldgebern konnte der ATX nun eine leichte Erholungsbewegung starten. Auch das europäische Börsenumfeld präsentierte sich in freundlicher Verfassung.

+++Schelling: Neuer Athen-Vorschlag nahe dem der Gläubiger+++09:40 Uhr

Der zusätzliche Vorschlag der Athener Regierung, über den die Euro-Finanzminister am Nachmittag in einer weiteren Telefonkonferenz beraten wollen, soll "angeblich sehr nahe an dem Vorschlag der Institutionen sein", sagte Österreichs Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) in der Früh im ORF-Radio: "Wir werden prüfen, ob das annähernd dem entspricht, was wir gemeinsam vereinbart haben."

Komme es zu keiner Einigung, dann werde Griechenland entsprechende weitere Maßnahmen - "über die Kapitalverkehrskontrollen hinaus" - setzen müssen, so Schelling im Ö1-"Morgenjournal". Sich selbst überlassen werde Griechenland aber nicht, der Staat sei ja Mitglied der Eurogruppe und der EU: "Und daher gilt es auch hier eine bestimmte Solidarität an den Tag zu legen. Aber das würde Prozesse auslösen, die länger dauern."

Die Wahrscheinlichkeit, dass der Euro in Griechenland abgeschafft wird, schätzt Schelling für "nicht sehr groß" ein. Allerdings sei es "völlig unberechenbar, wie Griechenland sich entscheiden würde", meinte der Minister mit Hinweis auf Ereignisse und das, "was in den letzten Monaten und Tagen passiert ist." "Ich glaube, die griechische Regierung hat verstanden, dass ein Ausscheiden aus dem Euro für Griechenland katastrophale Folgen hätte, und auch Minister (Yanis) Varoufakis hat ja angekündigt, er wird sich nicht aus der Eurogruppe drängen lassen. Hat auch niemand vor", so Schelling.

+++Italiens Finanzminister: Hellas-Deal noch möglich+++09:35 Uhr

Italiens Finanzminister Pier Carlo Padoan hält eine Einigung mit Griechenland im Schuldenstreit weiterhin für möglich. Die Schuldensituation des Landes sei weniger bedrohlich, als oft dargestellt, sagt Padoan am Mittwoch zum britischen Sender BBC. Griechenland müsse zu Wachstum zurückkehren.

+++Eurogruppe will um 17.30 Uhr beraten+++09:25 Uhr

Die Eurogruppe wird ihre Telefonkonferenz zu Griechenland laut einem Sprecher um 17.30 Uhr beginnen. Dies sei sechs Stunden später als zunächst geplant, heißt es.

+++Fitch senkt Rating von Griechenland auf "CC"+++09:10 Uhr

Nach der Ankündigung einer Volksabstimmung über die Vorschläge der Gläubigergemeinschaft bläst Griechenland der Wind an der Ratingfront immer schärfer entgegen. Nach Standard & Poor's (S&P) senkte am späten Dienstagabend auch Fitch die Einstufung der Kreditwürdigkeit des Landes weiter. Die Bewertung sei um eine Stufe auf "CC" verringert worden, teilte das Institut mit.

+++Frankreich will Einigung noch vor dem Referendum+++08:56 Uhr

Frankreich will im Schuldenstreit mit Griechenland noch vor der für Sonntag angesetzten Volksbefragung eine Lösung finden. "Unser Ziel ist es, wenn möglich vor dem Referendum zu einer Einigung zu kommen", sagte Finanzminister Michel Sapin am Mittwoch dem Radiosender RTL. Notfalls werde "bis zur letzten Minute" nach einer Vereinbarung gesucht, die Griechenland wieder Stabilität bringe. Es sei aber sehr schwierig, die kleineren EU-Länder für ein Entgegenkommen zu gewinnen, da diese selbst harte Reformen hinter sich hätten und dies nun auch von Griechenland verlangten, so Sapin.

+++IWF bestätigt: Athen überwies fällige Zahlung nicht+++08:51 Uhr

Griechenland ist seiner 1,5 Milliarden Euro schweren Zahlungsverpflichtung gegenüber dem Internationalen Währungsfonds nicht nachgekommen. Das bestätigte der Fonds am Dienstagabend. Griechenland ist damit der erste entwickelte Staat, der beim IWF Rückstände hat. Damit gilt Hellas als zahlungsunfähig.

"Wir haben unseren Exekutivrat darüber informiert, dass Griechenland jetzt im Zahlungsrückstand ist und nur dann eine IWF-Finanzierung erhalten kann, wenn dieser Rückstand beseitigt ist", sagte IWF-Sprecher Gerry Rice. Der IWF bestätigte zudem, dass Griechenland noch in letzter Minute gebeten habe, die Zahlung erst später leisten zu müssen. Darüber werde der IWF zu gegebener Zeit beraten, ergänzte der Sprecher.

+++ Insider: Eurogruppe gibt Hellas keine Finanzhilfe+++

Die Euro-Finanzminister werden am Dienstag nach Angaben von Insidern keine Mittel freigeben, damit Griechenland seine anstehende Tranche an den Internationalen Währungsfonds (IWF) begleichen kann. Das werde "auf keinen Fall" geschehen, sagte ein hochrangiger Vertreter der Euro-Zone der Nachrichtenagentur Reuters. Ein zweiter mit der Sache Vertrauter sagte, eine umgehende Freigabe von Finanzmitteln stehe nicht zur Debatte.

Griechenland müsste bis Mitternacht eine Tranche von 1,6 Milliarden Euro an den IWF überweisen. Die Regierung hat aber angekündigt, die Zahlung nicht zu leisten und würde damit ab Mittwoch in Zahlungsverzug bei dem Fonds sein.

Die Eurogruppe berät ab 19.00 Uhr (MESZ) in einer Telefonkonferenz über die jüngste Bitte der griechischen Regierung, für zwei Jahre ein neues Programm mit Mitteln des Euro-Rettungsfonds ESM aufzulegen und das um Mitternacht auslaufende Hilfspaket um einige Zeit zu verlängern.

+++ Athen bittet um neues 2-Jahres-ESM-Hilfsprogramm +++

Dramatischer Poker im griechischen Schuldenstreit: Athen und Brüssel haben am Dienstag Last-Minute-Vorschläge auf den Tisch gelegt, um die gescheiterten Verhandlungen wiederzubeleben. Griechenland brachte kurz vor Torschluss ein neues, drittes Hilfsprogramm ins Spiel. Griechenlands Premierministers Alexis Tsipras hat beim ESM um ein neues zweijähriges Bailout-Programm angesucht hat. Athen strebe eine tragfähige Einigung im Euroraum an, heißt es aus dem Büro des Ministerpräsidenten. Über einen Zeitraum von zwei Jahren will das finanzschwache Land Gelder aus dem ESM anzapfen, erklärte das Büro von Tsipras am Dienstag in Athen. Damit solle der Finanzbedarf abgedeckt werden. Griechenland plant parallel eine Umschuldung, um in der Eurozone zu bleiben. "Griechenland bleibt am Verhandlungstisch", hieß es.

Nach dem Scheitern der Schuldengespräche zwischen Griechenland und den Gläubigern läuft um Mitternacht das Hilfsprogramm aus. Zudem steht eine Zahlung von 1,6 Mrd. Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) an, die in Athen nicht leisten will.

Um 19 Uhr wird es eine Telefonkonferenz der Eurogruppe geben. Dabei solle die neue Bitte der griechischen Regierung erörtert werden, die am Nachmittag eingegangen sei, teilte Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem am Dienstag über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Der Dax notierte zum Börsenschluss um minus 0,32 Prozent tiefer bei 11.047,58 Punkten, der ATX notierte mit einem Minus von 0,64 Prozent bei 2415,24 Punkten.

+++ Ifo-Chef Sinn: Drachme-Einführung wäre beste Lösung +++ 16:28 Uhr

Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn hält die Einführung der Drachme als gesetzliches Zahlungsmittel als beste Option für Griechenland. "Der Euro hat sich nicht bewährt für Griechenland", sagte Sinn bei einem Vortrag am Dienstag in Wien. Das erste Jahr nach dem Euro-Austritt werde wehtun, doch dann werde es wirtschaftlich bergauf gehen.

Die Gründung der Eurozone war für Sinn "ein Fehler, vielleicht mit weniger Ländern wäre es besser gewesen". Nun müsse man aber "das Beste daraus machen". Der Ökonom plädiert für einen offenen, "atmenden Euro", wo Staaten ein- und austreten könnten. Der Euro dürfte nicht "ein Gefängnis sein", so der Ifo-Präsdent.

+++ Türkei will Nachbarstaat aus der Krise helfen +++ 16:07 Uhr

Die Türkei will dem Nachbarn und ehemaligen Erzfeind Griechenland aus der Krise helfen. Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagte am Dienstag nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu in Ankara, sein Land sei bereit, alles in seiner Macht Stehende zu tun, damit Griechenland die Schuldenkrise überwinde.

Als Beispiel nannte er eine Zusammenarbeit in den Sektoren Tourismus, Handel und Energie. Der Sprecher des Staatspräsidenten sagte auf Anfrage von Journalisten, die Türkei habe bisher keine Kreditanfrage von Griechenland erhalten.

Die Türkei und Griechenland nähern sich erst seit einigen Jahren an. Hauptstreitpunkt ist unter anderem die Mittelmeerinsel Zypern. Die 1983 proklamierte Türkische Republik Nordzypern wird nur von der Türkei anerkannt. Die Teilung geht auf das Jahr 1974 zurück, als türkische Truppen auf der Insel landeten, um einen befürchteten Anschluss an Griechenland zu verhindern. Zypern gehört seit dem 1. Mai 2004 zur Europäischen Union.

+++Crowdfunding-Kampagne soll Griechenland retten+++ 15:47 Uhr

Ein britischer Schuhverkäufer möchte Griechenland mit einer Crowdfunding-Kampagne auf Indiegogo retten. Mehr dazu unter diesem Link.

+++ Kreta: Keine Auswirkungen für Griechenland-Urlauber +++ 15:47 Uhr

Für Griechenland-Urlauber halten sich die Auswirkungen der eskalierten Schuldenkrise offenbar sehr in Grenzen. Auf Kreta gehe alles seinen normalen Weg, wie eine österreichische Touristin am Dienstag sagt.. "Es ist nicht anders als wenn wir in Kroatien oder Italien auf Urlaub wären", so die Urlauberin. Auch unter den Hotel-Angestellten sei keine Unruhe bemerkbar.

Die geschlossenen Banken und die Kapitalverkehrskontrollen betreffen die Touristin den Angaben zufolge nicht. "Die Bankomaten funktionieren, wir brauchen sie aber nicht, weil wir aus Österreich genug Bargeld mitgenommen haben."

+++ Griechenland will Geld aus Rettungsfonds ESM und Umschuldung +++ 15:46 Uhr

Griechenland wagt in letzter Minute einen Vorstoß zur Beilegung des Schuldenstreits mit seinen Gläubigern. Über einen Zeitraum von zwei Jahren will das klamme Land Gelder aus dem Rettungsfonds ESM anzapfen, erklärte das Büro von Ministerpräsident Alexis Tsipras am Dienstag in Athen. Damit solle der Finanzbedarf abgedeckt werden. Parallel dazu solle eine Umschuldung erfolgen. "Griechenland bleibt am Verhandlungstisch", hieß es. Ziel sei eine "tragfähige Lösung, um in der Euro-Zone zu bleiben".

+++ Tsipras bringt Zwei-Jahres-Plan und Rettungsfonds ins Spiel+++ 15:31 Uhr

Die griechische Regierung bleibt nach eigenen Angaben am Verhandlungstisch. Sie bringt einen auf zwei Jahre ausgerichteten Vorschlag ins Spiel, wonach der Europäische Rettungsfonds ESM den Finanzbedarf decken soll, während parallel umgeschuldet wird.

+++ Athens Bürgermeister fordert "Nein zum Nein" +++ 15:30 Uhr

Athens Bürgermeister hat die Bevölkerung am Dienstag dazu aufgerufen, beim Referendum am Sonntag für das von den internationalen Geldgebern vorgeschlagene Spar- und Reformprogramm zu stimmen, das die Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras ablehnt. Wie das griechische Fernsehen berichtete, forderte Giorgios Kaminis die Griechen gegen den Vorschlag der Regierung zu einem "Nein zum Nein" auf.

Der Politiker der oppositionellen Sozialisten (PASOK) kritisierte, das Referendum polarisiere die Griechen. Der Bürgermeister von Thessaloniki, Yannis Boutaris, sprach von einer drohenden Spaltung in Griechenland. "Ich hoffe, sie werden eine Lösung ohne Referendum finden".

+++ Zakostelsky: Folgen für Österreich "überschaubar" +++ 15:28 Uhr

Die möglichen Auswirkungen der Griechenland-Schuldenkrise auf Österreich sind nach Ansicht von ÖVP-Finanzsprecher Andreas Zakostelsky "unangenehm, aber überschaubar und jedenfalls eingeschränkt". Er wies die Warnung von FPÖ-Budgetsprecher Elmar Podgorschek zurück, wonach mit der Zahlungsunfähigkeit Griechenlands für das österreichische Budget rund 8 Mrd. Euro an Haftungen schlagend werden.

Zakostelsky hält es für "sehr unwahrscheinlich", dass für Österreich Verluste in Milliardenhöhe anfallen könnten. "Die Freiheitlichen kennen sich entweder sachlich nicht aus oder sie verbreiten bewusst die Unwahrheit, um die Bevölkerung zu beunruhigen."

Österreich habe gegenüber Griechenland einen bilateralen Kredit über 1,6 Mrd. Euro laufen, so Zakostelsky am Dienstag in einer Aussendung. Dieser Kredit habe einen langen Rückzahlungszeitraum, den man auch "schieben" könnte und auch die Zinsen für diesen Kredit seien bisher pünktlich bezahlt worden. Weitere Verpflichtungen Österreichs seien reine Garantieleistungen, die hauptsächlich gegenüber dem EFSF-Fonds - dem Euro-Rettungsschirm - bestünden. "Dieser Fonds wird sicherlich nicht insolvent werden, daher werden die Garantien nicht schlagend werden", so Zakostelsky.

+++ Bulgarien sieht heimische Banken gegen Hellas-Krise gerüstet +++ 15:27 Uhr

Der designierte bulgarische Notenbankchef Dimitar Radev sieht das heimische Bankensystem nicht durch die Krise im benachbarten Griechenland gefährdet. "Es gibt Risiken, aber sie sind derzeit gut unter Kontrolle", sagte Radev: "Banken mit griechischen Besitzern werden von der Zentralbank kontrolliert und sind hoch kapitalisiert und liquide". Sie gehörten nicht zu den Gläubigern des griechisches Staates oder der dortigen Banken. "Deshalb gibt es keine direkten Ansteckungskanäle".

+++Regierung startet Vorbereitung für Referendum+++ 15:07 Uhr

Der Text des Referendums ist kompliziert: "Soll der gemeinsame Plan angenommen werden, den die Europäische Kommission, die Europäische Zentralbank und der Internationale Währungsfonds bei der Eurogruppe am 25. Juni vorgelegt haben?", heißt es zunächst. Anschließend wird ausgeführt, dass der Plan aus zwei Teilen bestehe, wobei die englischen Titel der Dokumente mit ihrer griechischen Übersetzung genannt werden: "Reformen zum Abschluss des laufenden Programms und darüber hinaus" und "Vorläufige Analyse der Tragfähigkeit der Schulden".

Die Wähler haben sodann die Wahl zwischen "Nein" und "Ja", wobei erstere Möglichkeit oben steht. Diese Reihenfolge ist ebenso ungewöhnlich wie die Tatsache, dass eine Regierung eine Frage zur Abstimmung stellt und dabei zum "Nein" aufruft, wie Ministerpräsident Alexis Tsipras dies am Samstag tat.

+++Griechenland hat höchste Arbeitslosigkeit der EU+++ 15:11 Uhr

Mit 25,6 Prozent hat Griechenland die höchste Arbeitslosigkeit der EU, gefolgt von Spanien (22,5 Prozent). Die Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland liegt laut Eurostat bei knapp 50 Prozent.

+++Deutscher Finanzstaatssekretär: Kaum Ansteckungsgefahr +++ 15:01 Uhr

Finanzstaatssekretär Thomas Steffen befürchtet kaum Ansteckungsgefahren für das deutsche Finanzsystem. "Die Risiken aus der jüngsten Entwicklung in Griechenland sind bedeutend für Griechenland, für das deutsche Finanzsystem bestehen jedoch kaum mehr bedeutsame Ansteckungskanäle", erklärt Steffens nach der Sitzung des Ausschusses für Finanzstabilität. "Daher schätzen wir die Risiken als gering ein."

+++EU-Kommissar: Finanzsystem wird Entwicklungen in Griechenland bewältigen +++ 14:40 Uhr

Das Finanzsystem der Staatengemeinschaft wird in der Lage sein, die Entwicklungen in Griechenland zu bewältigen, "so wie sie kommen", sagt der EU-Kommissar für Finanzstabilität, Jonathan Hill.

+++Schäuble: Griechenland trotz "Nein" weiter im Euro+++ 14:17 Uhr

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat vor Unionsabgeordneten erklärt, dass Griechenland auch bei einem "Nein" beim Referendum am Sonntag in der Euro-Zone bleibt. Das sagte ein Teilnehmer der Sitzung.

+++Maximalverlust für Österreich: 9,1 Milliarden Euro+++ 14:05 Uhr

Den möglichen Maximalverlust von Österreich im Falle eines Konkurses des griechischen Staates und der griechischen Geschäftsbanken bezifferte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn mit rund 9,2 Mrd. Euro. Für Deutschland würde sich der maximale Verlust auf 87 Mrd. Euro und für Frankreich auf 66,5 Mrd. Euro belaufen. Die Zahlen beziehen sich auf den Stand Ende März 2015.

+++ Sinn empfiehlt Euro-Austritt mit Rückkehroption +++ 14:01 Uhr

Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn hat Griechenland einen Austritt aus dem Euro und die Drachme-Einführung empfohlen, um die niedrige Wettbewerbsfähigkeit wieder in den Griff zu bekommen. Die Griechen sollten diesen Schritt selber entscheiden und nicht hinausgestoßen werden, sagte Sinn am Dienstag bei einer Veranstaltung in Wien. "Wenn ich Finanzminister Yanis Varoufakis wäre, würde ich austreten."

Es sollte für Griechenland aber eine Rückkehroption in den Euro geben. Das Land könnte "vielleicht in 10 Jahren, wenn es wieder gesundet ist", der Währungsunion beitreten, betonte Sinn.

+++Merkel dämpft Hoffnung auf Last-Minute-Einigung +++ 14:00 Uhr

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Hoffnungen gedämpft, dass es in letzter Minute noch eine Einigung mit der griechischen Regierung über eine Verlängerung des Hilfsprogramms geben könnte. Das zweite Programm laufe um Mitternacht aus, sagte Merkel am Dienstag in Berlin. "Ich kenne keine belastbaren anderen Hinweise", sagte sie auf die Frage, wie sie Gesprächsbemühungen der EU-Kommission mit Athen am Dienstag einschätze. "Alles was ich weiß, ist, dass das letzte Angebot der Kommission, das mir bekannt ist, eines vom Freitag letzter Woche ist. Mehr kann ich nicht beisteuern."

+++ Experte: Nach "Ja" bei Referendum droht Machtvakuum +++ 13:41 Uhr

Ein "Ja" zu den Gläubiger-Plänen beim Referendum am Sonntag dürfte Griechenland wohl politisch führungslos machen. Regierungschef Alexis Tsipras wirbt für ein "Nein" und droht andernfalls mit Rücktritt. Dann gebe es wohl binnen eines Monats Neuwahlen, sagte der Leiter des griechischen Thinktanks Eliamep, Thanos Dokos. Ein Rückzug von Tsipras' Linkspartei Syriza würde aber ein politisches Vakuum hinterlassen, erklärte Dokos. Die proeuropäischen Oppositionsparteien, die konservative Neue Demokratie, die sozialistische PASOK und die liberale Partei To Potami, sind gemeinsam weit von einer Parlamentsmehrheit entfernt. Auch sei eine Abspaltung des moderaten Parteiflügels von Syriza unwahrscheinlich, sagte der Politikwissenschafter. Dieser stehe bisher fest hinter Tsipras und wäre nach seinem Rückzug orientierungslos.

Griechenland wäre im Fall eines Rücktritts des Regierungschefs in der Hand von Technokraten, glaubt Dokos. "Es würde eine Übergangsregierung geben, die mit den Gläubigern verhandelt." Diese hätte aber keine Unterstützung im Parlament - Griechenland bleibe dann zumindest bis zu Neuwahlen im August handlungsunfähig.

+++ Varoufakis: Griechenland wird nicht zahlen+++ 13.13 Uhr

Griechenland wird laut dem griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis die am Dienstag fällige Rückzahlung an den Internationalen Währungsfonds über 1,6 Milliarden Euro nicht leisten.

+++ÖBB: Athener Joint Venture operiert eigenständig+++ 13:11 Uhr

Erst Ende 2014 gegründet, steckt das griechische ÖBB-Gemeinschaftsunternehmen "RCL Goldair" nun mitten in der Schuldenkrise des Landes. Wobei sich die Auswirkungen auf die ÖBB-Güterverkehrssparte Rail Cargo in Grenzen halten, wie eine ÖBB-Sprecherin auf APA-Anfrage erklärte. Zwischen Wien und Athen gebe es keine relevanten Zahlungen, außerdem sei der Umsatzanteil des Joint Ventures gering. Die Sprecherin verwies zudem auf den geringen Umsatzanteil des griechischen Gemeinschaftsunternehmen. Das Umsatzvolumen betrage weniger als 0,5 Prozent des Gesamtumsatzes und liefere daher nur einen überschaubaren Gesamtergebnisbeitrag der Rail Cargo Group.

+++ Brüssel will Tsipras zum Einlenken bringen+++ 12:39 Uhr

Diplomatisches Ping-Pong in letzter Minute: Nach Athens Ankündigung, die IWF-Rate nicht zu begleichen, unternimmt Brüssel einen neuen letzten Vermittlungsversuch. Falls der griechische Regierungschef Alexis Tsipras noch am Dienstag das Angebot der Geldgeber für ein Sparpaket annehme und für ein "Ja" beim Referendum werbe, könnte der Weg für ein weiteres Euro-Finanzministertreffen geebnet werden, hieß es aus EU-Kreisen.

+++ AMS-Kopf: Grexit wäre langfristig bedrohlich +++ 12:05 Uhr

AMS-Chef Johannes Kopf hofft auf ein Abwenden einer endgültigen Pleite Griechenlands. Sollte es doch dazu kommen, rechnet er "aktuell nicht mit deutlich merkbaren Auswirkungen auf den österreichischen Arbeitsmarkt, da Österreich nur ein relativ niedriges Exportvolumen von einigen wenigen 100 Millionen Euro mit Griechenland hat".

Anders sieht die Langfristprognose aus. "Langfristig ist dieses Szenario jedoch trotzdem bedrohlich, da ein solcher Ausfall Österreichs Budget der kommenden Jahre belasten würde und damit der Politikspielraum für Konjunkturbelebungsmaßnahmen fehlt", so Kopf am Dienstag auf APA-Anfrage.

+++RBI: Störfeuer für Aktienmärkte nur temporär+++13:21 Uhr

Wegen der Zuspitzung der Lage in Griechenland ist an den Aktienmärkten mit Kursrückschlägen zu rechnen, das Störfeuer sei aber nur temporär, meinen die Finanzanalysten der Raiffeisen Bank International (RBI). Aktien würden weiterhin ein attraktives Investment bleiben, deshalb sollten starke Rückschläge für Zukäufe ausgenutzt werden, rät Raiffeisen-Finanzanalyst Stefan Maxian.

Die von Griechenland ausgehenden Ansteckungsgefahren seien gering, Unternehmen nur in geringem Ausmaß in Griechenland engagiert. So lagen die österreichischen Exporte nach Griechenland 2014 bei nur 400 Mio. Euro, das Bankeninvestment unter 100 Mio. Euro. Auch die südosteuropäischen Länder hätten ihre Abhängigkeiten bei den Exporten und von den griechischen Banken reduziert. In den meisten zentral- und osteuropäischen Ländern gebe es zudem eine solide Wirtschaftsentwicklung.

+++ Doppelmayr-Projekt am Berg Parnass betroffen +++ 12:28 Uhr

Der Vorarlberger Seilbahnbauer Doppelmayr ist von der griechischen Schuldenkrise direkt betroffen. Im Skigebiet Parnassos steht derzeit die zweite Bauphase an. Auftraggeber von Doppelmayr ist die "Public Properties Company SA". Sie steht im Alleineigentum des griechischen Staates und wird vom Finanzministerium verwaltet. Auch das griechische Tourismusministerium ist zuständig. Den Angaben zufolge stand für die erste Phase der "Modernisierung der Liftanlagen im Parnassos Ski-centre" ein Budget von 17 Mio. Euro zur Verfügung. Die zweite Bauphase ist mit 14 Mio. Euro budgetiert. Die Finanzierung der Bauarbeiten erfolgt aus EU-Mitteln. Gefördert wird das Projekt unter anderem aus dem National Strategic Reference Framework (NSRF). Bis 2020 stehen aus diesem Topf 20,8 Mrd. Euro für Investitionen zur Verfügung.

+++ Tsipras zieht Juncker-Vorschlag in Erwägung +++ 11:30 Uhr

Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras zieht laut einem Bericht der Zeitung "Kathimerini" den jüngsten Vorschlag von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker in Betracht.

+++ Finanzminister Schelling nicht zuversichtlich +++ 10:35 Uhr

Österreichs Finazminister: "Es wird weiter versucht, gespräche mit Greichenland zu führen, bin nicht all zu zuversichtlich."

+++ Brüssel startet Vermittlungsversuch in letzter Minute +++ 10:24 Uhr

In der Griechenland-Krise macht Brüssel in letzter Minute einen Vermittlungsversuch. Falls der griechische Premier Alexis Tsipras noch am Dienstag das Angebot der Geldgeber für ein Sparpaket annehme und für ein "Ja" beim Referendum werbe, könnte der Weg für ein weiteres Euro-Finanzministertreffen geebnet werden, hieß es aus EU-Kreisen.

+++Italien setzt auf eine einvernehmliche Lösung der griechischen Schuldenkrise +++ 10:08 Uhr

Der italienische Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan sagte, die Regierung in Rom hoffe auf eine kooperative und wachstumsorientierte Lösung.

+ + + Außenminister Kotzias in China: "Griechenland wird Euro-Zone nicht verlassen" + + +09:58 Uhr

Der griechische Außenminister Nikos Kotzias erklärt amtlichen Angaben aus China zufolge, dass sein Land in der europäischen Währungsunion bleiben wird. Kotzias sagte laut der Internetseite des Pekinger Außenministeriums gegenüber dem chinesischen Botschafter in Griechenland, Zou Xiaoli: "Griechenland wird die Euro-Zone nicht verlassen".

+++ Griechische Anleihenrendite auf höchstem stand des Jahres +++9:54 Uhr

Die 10-Jahresrenditen für griechische Anleihen stiegen im Frühhandel auf 15,244 Prozent - das ist der höchste stand des Jahres. Die Zwei-Jahreswerte kletterten auf 35,048 Prozent, so hoch waren die Renditen seit Februar nicht mehr.

+++ Forscher schlagen OECD als Schlichter im Schuldenstreit vor +++ 9:45 Uhr

Das gewerkschaftsnahe IMK-Institut schlägt zur Lösung des Schuldenstreits einen Schlichter vor - geeignet dafür seien etwa die OECD oder die internationale Arbeitsorganisation ILO.

+++ Renzi: "Italien ist weg von der Schusslinie" +++9:29 Uhr

Der italienische Premier Matteo Renzi sieht angesichts der Aussicht eines Griechenland-Bankrotts keine Ansteckungsgefahr für sein Land. "Italien ist weg von der Schusslinie. Wir haben einen mutigen Weg struktureller Reformen unternommen, die Wirtschaft wächst wieder und der EZB-Schirm schützt uns. Die Lage ist anders als vor vier Jahren", so Renzi im Interview mit der Zeitung "Sole 24 Ore".

Die griechische Krise sei besorgniserregend, weil Europa keine langfristige politische Vision habe. "Dass sich Europa ändern muss, das sagen wir seit Monaten und endlich geschieht etwas. Eine derart bürokratische Organisation ändert sich jedoch nur mit kleinen Schritten nicht mit Brüchen", erklärte der italienische Premier.

Die Euro-Partner seien entschlossen, Griechenland zu retten. "Das müssen jedoch auch die Griechen wollen, ansonsten funktioniert die Rettung nicht", kommentierte der italienische Regierungschef. Griechenland müsse die Regeln respektieren. "Ansonsten gibt es keine Gemeinschaft mehr", so Renzi. Italien habe in den letzten Jahren eine Pensions- und eine Arbeitsmarktreform durchgesetzt. Griechenland solle sich ein Beispiel nehmen.

+++ Börsen leiden weiter unter Hellas-Drama +++9:27 Uhr

Nach den deutlichen Kursverlusten vom Vortag zeichnet sich keine Trendumkehr ab: Bis 9:15 Uhr verlor der ATX 0,77 Prozent auf 2.408,49 Zähler. Auch der Dax wird weiterhin durch die drohende griechische Pleite belastet: Der deutsche Leitindex verlor 0,2 Prozent auf 11.062 Zähler. Der SMI büsste 0,9 Prozent auf 8791 Punkte ein. Am Montag war der Leitindex um 1,5 Prozent gefallen.

+++ Sapin: Bei "Ja"-Referendum können wir weiter verhandeln +++9:06 Uhr

Französischer Finanzminister Michel Sapin: Sollten Griechen bei Referendum mit ja stimmen, können wir weiter verhandeln.

+++ Griechenland öffnet 1000 Bankfilialen ab Mittwoch für Pensionisten +++8:46 Uhr

Griechenland will ab Mittwoch vorübergehend 1.000 Bankfilialen für Rentner öffnen. Pensionisten ohne EC- oder Geldkarte solle so ermöglicht werden, an ihre Bezüge zu kommen, erklärte das Finanzministerium am Dienstag in Athen. Die Filialen sollen zu diesem Zweck bis Freitag geöffnet bleiben. Ein Großteil der Renten in Griechenland werden in bar ausgezahlt.
Die griechische Regierung hatte nach den gescheiterten Schuldengesprächen mit den Gläubigern angekündigt, die Banken des Landes bis zum kommenden Montag (6. Juli) geschlossen zu halten. An Geldautomaten können noch maximal 60 Euro pro Tag abgehoben werden.

+++ Griechenland öffnet 1000 Bankfilialen ab Mittwoch für Pensionisten +++8:46 Uhr

Griechenland will ab Mittwoch vorübergehend 1.000 Bankfilialen für Rentner öffnen. Pensionisten ohne EC- oder Geldkarte solle so ermöglicht werden, an ihre Bezüge zu kommen, erklärte das Finanzministerium am Dienstag in Athen. Die Filialen sollen zu diesem Zweck bis Freitag geöffnet bleiben. Ein Großteil der Renten in Griechenland werden in bar ausgezahlt.
Die griechische Regierung hatte nach den gescheiterten Schuldengesprächen mit den Gläubigern angekündigt, die Banken des Landes bis zum kommenden Montag (6. Juli) geschlossen zu halten. An Geldautomaten können noch maximal 60 Euro pro Tag abgehoben werden.

+++ Bayerns Finanzminister plädiert für geordneten Grexit +++8:28 Uhr

Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) hat sich nach dem Scheitern der Schuldengespräche zwischen Griechenland und seinen Geldgebern für ein Ausscheiden des Landes aus der Eurozone ("Grexit") ausgesprochen. Er denke, dass ein "Grexit" mit der gegenwärtigen Regierung "fast unvermeidlich und der ehrlichere Weg" sei, sagt Söder.

Er sei der Auffassung, "dass ein geordneter, ein vernünftiger und wohl überlegter Ausstiegsplan am Ende der bessere Weg für beide Seiten" sei. "Das Ganze ist so tief unseriös, dass man sagen kann, hier spielt einer enorm mit Europa, ... aber vor allem auch mit seinem eigenen Volk", wirft Söder dem griechischen Regierungschef Alexis Tsipras vor.

+++ Varoufakis droht mit Vorgehen gegen möglichen Grexit +++ 3:32 Uhr

Der griechische Finanzminister Yannis Varoufakis hat laut einem Zeitungsbericht angedroht, gegebenenfalls juristisch gegen ein Ausscheiden seines Landes aus der Eurozone vorzugehen. "Die griechische Regierung wird von all unseren Rechten Gebrauch machen", zitierte die britische Zeitung "The Daily Telegraph" am Montag den griechischen Minister.

Die Regierung in Athen lasse sich beraten und werde "sicherlich eine gerichtliche Verfügung des Europäischen Gerichtshofs erwägen". "Die EU-Verträge machen keine Vorgaben für einen Euro-Austritt und wir lehnen es ab, ihn hinzunehmen", machte Varoufakis deutlich.

"Unsere Mitgliedschaft ist nicht verhandelbar", kommentierte der Finanzminister Spekulationen über einen Grexit. Noch nie ist ein Euro-Land aus der Währungsunion ausgeschieden. Griechenlands akute Finanzkrise und der Streit mit seinen internationalen Gläubigern verstärken allerdings Befürchtungen, dass das Land aus der Eurozone ausscheiden könnte.

+++Fitch sieht teilweisen Zahlungsausfall von vier griechischen Banken +++0:31 Uhr

Die Ratingagentur Fitch hat am Montag vier Banken im von der Pleite bedrohten Griechenland einen teilweisen Zahlungsausfall bescheinigt. Die Ratingagentur brachte damit ihre Einschätzung zum Ausdruck, dass die Griechische Nationalbank (NBG) sowie die Geldhäuser Piraeus, Eurobank und Alpha zahlungsunfähig gewesen wären, wenn die Regierung in Athen ab Montag nicht Kapitalverkehrskontrollen eingeführt hätte.

Ihre Kreditwürdigkeit wurde daher von CCC beziehungsweise C auf RD herabgestuft, was für "Restricted Default" (Begrenzter Zahlungsausfall) steht.

+++ EZB-Direktor Coeure hält Grexit für möglich +++23:38 Uhr

Angesichts der gescheiterten Schuldengespräche mit Griechenland schließt EZB-Direktoriumsmitglied Benoit Coeure ein Ausscheiden des Landes aus dem Euro nicht aus. Dies sei möglich, wenn auch nicht das, was die Europäische Zentralbank (EZB) wolle, sagte Coeure in einem am Montagabend veröffentlichten Interview der französischen Zeitung "Les Echos".

Es ist das bisher deutlichste Eingeständnis eines führenden EZB-Vertreters, dass der sogenannte Grexit möglich ist.

+++ Tsipras bestätigt: Keine IWF-Rückzahlung am Dienstag +++22:39 Uhr

Griechenland wird die am Dienstag fälligen Juni-Raten an den Internationalen Währungsfonds (IWF) nicht zahlen. Das bestätigte Ministerpräsident Alexis Tsipras am Montagabend in einem Interview des griechischen Staatsfernsehens. Die Zahlung werde nicht erfolgen, wenn es nicht über Nacht noch eine Einigung mit den internationalen Gläubigern gebe.

Griechenland sollte an diesem Dienstag eine fällige Rate von knapp 1,6 Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückzahlen. Der IWF hatte Athen bereits zugestanden, eigentlich früher fällige Beträge gebündelt am Ende des Monats zurückzuzahlen. Der IWF in Washington wollte den Ausfall am Montagabend nicht kommentieren.

+++ S&P stufte Kreditwürdigkeit Athens auf "CCC-" +++21:37 Uhr

Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat die Kreditwürdigkeit Griechenlands nach der Ankündigung eines Referendums weiter herabgestuft. Die US-Agentur senkte die Bonität des Landes am Montag von "CCC" auf "CCC-", was einer Stufe vor dem kompletten Zahlungsausfall entspricht

Zur Begründung erklärte S&P, sie werte die Volksabstimmung als "weiteren Hinweis", dass die Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras der Innenpolitik Priorität vor der finanziellen und wirtschaftlichen Stabilität Griechenlands sowie vor Schuldzahlungen und der Mitgliedschaft in der Eurozone geben werde.

+++ Schäuble: Folgen der Krise beherrschbar +++ 19:35 Uhr

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hält die Folgen für beherrschbar, wenn das aktuelle Hilfsprogramm für Griechenland in der Nacht zum Mittwoch ausläuft. Das werde ohne eine "dramatische, unkontrollierbare Zuspitzung" ablaufen, sagte Schäuble am Montag laut Teilnehmern in einer Sondersitzung der Unionsfraktion.

Er sehe keine Gefahr für eine Ansteckung anderer Euro-Länder. Hätten die Geldgeber den Wünschen der griechischen Regierung einfach nachgegeben, hätte die Eurozone "jede Substanz" verloren. "Europa muss gelassen, klar und entschlossen bleiben", sagte Schäuble.

+++Dijsselbloem: Tür für Griechenland bleibt offen +++18:10 Uhr

Ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone kann nach Ansicht von Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem noch verhindert werden. "Ja das ist noch möglich", sagte Dijsselbloem dem niederländischen Radio in Den Haag am Montag. "Ich wiederhole, dass die Tür bei uns offen bleibt, auch wenn die Möglichkeiten und die Zeit sehr begrenzt sind."

+++Argentinien erklärt seine Solidarität+++18:05 Uhr

Aus eigenen bitteren Erfahrungen hat Argentinien Griechenland in dessen aktueller Schuldenkrise seine Solidarität erklärt. "Argentinien hat das bereits selbst mitgemacht", erklärte Regierungschef Anibal Fernández am Montag. Die Investoren warteten nur darauf, Griechenland "auszuplündern", wie sie es auch anderswo getan hätten. Er sehe bereits "die Schatten der Geierfonds" über Griechenland, warnte der Ministerpräsident. Die Krise in Griechenland sei mitbedingt durch die Sparmaßnahmen, die Athen vom Internationalen Währungsfonds (IWF) auferlegt wurden.

Argentinien kämpft bis heute mit den Spätwirkungen der Staatsschuldenkrise von 2001. Das Land war um die Jahrtausendwende in massive Schwierigkeiten geraten und hatte schließlich einen öffentlichen Notstand ausgerufen. Die Schulden des Landes lagen bei 100 Milliarden Dollar (89,27 Milliarden Euro) aufgelaufen. Der Großteil der Schuldenlast wurde anschließend durch Umschuldungsvereinbarungen mit den Gläubigern abgetragen. Die Fonds, die in dieses Verfahren nicht einwilligten, werden in Argentinien als "Geierfonds" bezeichnet.

+++G7-Kreise - Sicherung der Euro-Stabilität vorrangig+++17:03 Uhr

Die sieben führenden westlichen Industrieländer (G7) setzen darauf, dass die Euro-Staaten ihre Gemeinschaftswährung gegen eine Destabilisierung durch die Griechenland-Krise verteidigen werden. Ein G7-Diplomat sagte Reuters am Montag, die stellvertretenden G7-Finanzminister hätten in einer Telefonkonferenz am Sonntag die Ankündigung der Euro-Finanzminister begrüßt, alles Erforderliche zu tun, um die Widerstandskraft der Euro-Volkswirtschaften weiter zu stärken. Dieses Vorgehen solle etwaige Schritte der Europäischen Zentralbank (EZB) ergänzen.

Die G7-Vertreter bedauerten demnach, dass die jüngsten Vorschläge der drei Institutionen EU-Kommission, Europäische Zentralbank (EZB) und Internationaler Währungsfonds (IWF) zur Lösung der Probleme von der griechischen Seite zurückgewiesen worden waren. An der Telefonkonferenz nahmen auch Notenbankvertreter der G7-Länder - das sind neben Deutschland die USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Italien und Japan - teil. Insbesondere die US-Regierung hatte in den vergangenen Wochen wiederholt an die Beteiligten appelliert, alles zu tun,
um das Griechenland-Problem zu lösen.

+++Ökonom Raffer: "Das Ganze ist keine Überraschung"+++16:47 Uhr

Die derzeitige Situation Griechenlands habe sich schon vor Jahren angekündigt. Das sagte der Wiener Ökonom Kunibert Raffer von der Universität Wien am Montag im Gespräch mit der APA. Ganz egal, wie sich die Lage entwickelt - es werde auf jeden Fall zu einer Schuldenreduktion kommen. "Es wäre falsch, wenn man jetzt noch weiterhin Geld in Griechenland buttert", so Raffer. Was Griechenland angeht, so betreibe die EU seit Jahren eine "Insolvenzverschleppung" - das Land sei bereits seit 2010 zahlungsunfähig. "Allen war klar, dass es einmal so weit kommen würde. Das Ganze ist keine Überraschung." Kommt es wirklich zu einem Staatsbankrott Griechenlands, so solle man sich ansehen, wie das andere Länder gelöst haben. "So etwas kommt immer wieder vor, das ist keine Neuerung." Als Beispiel für einen guten Umgang mit einer Finanzkrise nannte Raffer Island: "Dort hat der Staat die Schulden der Banken nicht übernommen und sie pleitegehen lassen - heute steht man wieder gut da."

+++Renzi - Referendum ist Wahl zwischen Euro und Drachme+++16:36 Uhr

Das geplante griechische Referendum über die Reformvorschläge der internationalen Gläubiger ist nach den Worten von Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi eine Wahl zwischen dem Verbleib im Euro und der Rückkehr zur Drachme.

+++UPDATE: Hunderte Hellas-Banken sollen für Pensionäre vorübergehend öffnen+++16:21 Uhr

In Griechenland sollen laut einem Insider voraussichtlich am Donnerstag Hunderte Bankfilialen zur Auszahlung von Pensionen öffnen. Es gebe entsprechende Bemühungen, sagte am Montag ein Regierungsvertreter, der anonym bleiben wollte. Diese Ausnahme gelte für schätzungsweise 850 Filialen. Sie blieben ansonsten die gesamte Woche geschlossen und dürften auch keine anderen Geschäfte abwickeln. Die griechische Regierung hatte nach den gescheiterten Schuldengesprächen mit den Gläubigern angekündigt, die Banken des Landes bis zum kommenden Montag (6. Juli) geschlossen zu halten.

Wütende Pensionisten warten auf ihre Pensionsgelder: Einem Insider zufolge könnten griechische Banken bereits am Donnerstag schon wieder öffnen.

+++EU-Parlament will formale "Brücke" bis Sonntag+++16:15 Uhr

Das EU-Parlament hat sich für eine formale "Brücke" nach dem Auslaufen des zweiten Hilfsprogramms für Griechenland Dienstagabend bis zum Referendum am Sonntag ausgesprochen. Nach einer Sitzung der Fraktionschefs des Europaparlaments mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker Montagnachmittag in Brüssel wurden die Chefs der Eurozone aufgefordert, dies sicherzustellen. EU-Parlamentspräsident Martin Schulz sagte, entweder sollten die Staats- und Regierungschefs der Währungsunion oder deren Finanzminister eine "Form finden", dass nach dem Auslaufen des Programms Dienstagabend "Vereinbarungen'" gefunden werden, die dafür "sorgen, dass das bis kommenden Sonntag zum Referendumstag" dauert. Es müsse eine "Brücke zwischen morgen Abend und Sonntagabend geben", so Schulz.

+++Schulz - Athen handelt irrational+++16:05 Uhr

Europaparlaments-Präsident Martin Schulz sagt, es sei für ihn nur schwer erklärbar, dass eine Regierung so irrational handle, wie die griechische. Ministerpräsident Alexis Tsipras habe ihm in einem Telefonat gesagt, dass bei dem geplanten Referendum die Reformvorschläge der internationalen Gläubiger vom vergangenen Donnerstag zu Abstimmung gestellt werden sollten.

+++China plädiert für Verbleib Griechenlands im Euro-Raum+++16:00 Uhr

China plädiert nach den Worten von Regierungschef Li Keqiang für einen Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone. Die Gläubiger sollten eine Einigung mit der Regierung in Athen erreichen. China sei bereit, Geld in den EU-Investitionsfonds zu stecken, sagt Li.

+++Griechenland könnte aus Schwellenland-Index fliegen+++15:55 Uhr

Der Indexanbieter MSCI erwägt, Griechenland aus dem Index der Schwellenländer zu werfen. Die Schließung der Athener Börse wie auch die Einführung von Kapitalverkehrskontrollen könnte zu einer Herabstufung Griechenlands zum "Standalone"-Markt führen, erklärte der Anbieter am Montag. Die Situation werde derzeit analysiert. MSCI hatte krisengeplagte Griechenland erst im Juni 2013 aus dem Index der Industrieländer genommen und auf den Status eines Schwellenlandes zurückgestuft.

+++EZB lehnte Bitte um weitere Banken-Notkredite ab+++15:53 Uhr

Mehrere Insider sagen der Nachrichtenagentur Reuters, dass die EZB am Sonntag eine griechische Bitte nach einer Aufstockung der Notkredite für die Banken um sechs Milliarden Euro abgelehnt hat.

+++Grüne fordern europäischen Sondergipfel zu Griechenland+++15:50 Uhr

Der Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter fordert unverzüglich einen Sondergipfel der europäischen Staats- und Regierungschefs. Die Gefahr für den Euro und das Projekt Europa sei größer, als sie vielen erscheine, sagt er.

+++US-Börsen eröffnen mit moderaten Verlusten+++15:39 Uhr

Die Wall Street hat auf die Zuspitzung im griechischen Schuldenstreit am Montag zu Handelsbeginn mit vergleichsweise moderaten Kursverlusten reagiert. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte in den ersten Minuten 0,8 Prozent tiefer auf 17.800 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,9 Prozent auf 2083 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank rund ein Prozent auf 5030 Punkte. Dagegen war der Dax in Frankfurt mit einem Minus von 2,3 Prozent deutlich stärker unter Druck.

+++Gabriel - Euro wird nicht am Referendum scheitern+++15:35 Uhr

Der Euro wird nach Darstellung des deutschen Vize-Kanzlers Sigmar Gabriel nicht am griechischen Referendum scheitern. Letztlich handle es sich bei dem Referendum zu der Frage "Ja oder Nein" zur Euro-Zone.

+++UPDATE: Griechische Banken könnten am Donnerstag öffnen+++15:31 Uhr

Die Banken in Griechenland könnten bereits am Donnerstag wieder öffnen und damit früher als bisher geplant, sagt ein Vertreter der Regierung in Athen. Rund 850 Bankfilialen würden in dem Fall für die Auszahlung von Renten und Pensionen öffnen.

+++Schäuble: Athen muss für geordnete Zukunft sorgen+++15:22 Uhr

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble hat die griechische Regierung aufgefordert, "schnell einen Weg zu finden für eine geordnete und gesicherte Zukunft" des Landes. In einem am Montag bekannt gewordenen Brief an die Bundestags-Abgeordneten betonte der CDU-Politiker zugleich, dass Deutschland Griechenland "in besonderem Maße" verbunden sei und bleiben werde.

Die EU-Kommission, der Internationale Währungsfonds (IWF), die Europäische Zentralbank (EZB) sowie die Euro-Staaten würden die Entwicklung in den nächsten Tagen genau beobachten und die entsprechenden Schlussfolgerungen ziehen: "Griechenland und die griechische Bevölkerung bleiben in jedem Fall ein wichtiger Teil der europäischen Familie", schreibt Schäuble.

+++Schäuble hält trotz Hellas-Krise an "schwarzer Null" fest+++15:16 Uhr

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sieht seine eigene Haushaltsplanung durch eine mögliche Staatspleite Griechenlands nicht in Gefahr. In einem Reuters am Montag vorliegenden Brief an die Bundestags-Abgeordneten schrieb der Minister, Ausfälle bei Zinszahlung oder Tilgung würden sich "erst schrittweise und verteilt über viele Jahre auf den Bundeshaushalt auswirken". Der CDU-Politiker zeigte sich gewiss: "Die damit verbundenen finanziellen Herausforderungen werden die Leitlinie ausgeglichener Bundeshaushalt auf absehbare Zeit nicht gefährden". Die von Deutschland verbürgten Hilfskredite von insgesamt rund 53 Milliarden Euro werden erst ab 2020 fällig.

Schäuble betonte am Tag vor dem Auslaufen des zweiten Hilfspakets, dass solche Programm nur eine Hilfe zur Selbsthilfe leisten könnten. Dies habe in anderen Euro-Ländern auch gut funktioniert. Die Effekte der Hellas-Krise auf andere Länder seien begrenzt. Die Mitglieder der Euro-Zone hätten am Wochenende noch einmal deutlich gemacht, "dass sie alles Notwendige tun werden, um die Finanzstabilität der Euro-Zone als Ganzes zu sichern".

+++Reiseveranstalter: Bisher keine Stornowelle+++15:06 Uhr

Der Präsident des Österreichischen Reiseverbandes (ÖRV), Josef Peterleithner, erwartet weder eine Storno- noch eine Umbuchungswelle. Für Pauschalreisende sieht auch der ÖRV "aktuell keine Auswirkungen der Eurokrise". Für den heurigen Sommer sei die Nachfrage nach Urlaub in Griechenland sogar gestiegen. Vor Ort könnten Leistungen mit Kreditkarte, Bankomat oder Bargeld bezahlt werden. Die derzeit gültige Abhebegrenze bei Bankomaten von 60 Euro pro Tag , die im Zuge der Kapitalverkehrskontrollen dieses Wochenende eingeführt worden ist, sei "für Touristen nicht gültig".

+++Mazedoniens Zentralbank schützt eigene Banken+++14:51 Uhr

Als erstes Nachbarland Griechenlands hat Mazedonien am Montag Maßnahmen zum Schutz der eigenen Banken eingeleitet. Die Zentralbank des Landes verfügte "Präventivmaßnahmen" und wies die Banken des Landes an, ihre bei griechischen Banken liegenden Guthaben zurückzuholen, wie die Notenbank auf ihrer Website mitteilte. Damit sollten sie vor der finanziellen Instabilität geschützt werden, die das benachbarte Griechenland bedrohe. Die Maßnahmen sollen zunächst für sechs Monate gelten. Gedacht seien sie als Schutz vor einem möglichen größeren Kapitalabfluss aus Mazedonien, wodurch die Zahlungsbilanz und die Stabilität des Finanzsystems gestört werden könnten, erklärte die mazedonische Zentralbank. Der entsprechende Kapitalverkehr werde künftig kontrolliert.

+++US-Börsen zur Eröffnung belastet erwartet+++14:49 Uhr

Das anstehende Referendum in Griechenland setzt auch die New Yorker Börsen zum Wochenstart unter Druck. "Die Entwicklungen im Schuldenstreit Griechenlands mit seinen Geldgebern am Wochenende hat die Märkte in Asien und Europa kräftig durchgeschüttelt und drückt auf die Stimmung an den US-Börsen", sagte Marktanalyst Craig Erlam vom Währungshändler Oanda.

"Kein Benzin" steht auf dem Papierzettel bei einer Tankstelle in Athen. Am Wochenende hatte es aus Angst vor Engpässen einen wahren Ansturm auf die Tankstellen in Griechenland gegeben, die Öffis fahren deswegen vorerst gratis.

+++Griechenland zahlt Gebühr an EFSF+++14:38 Uhr

Griechenland hat eine Gebühr in Höhe von 50.000 Euro beim EFSF nach Angaben eines Sprechers des Euro-Rettungsfonds fristgerecht gezahlt. Wäre die Zahlung nicht erfolgt, hätte der EFSF - der größte Gläubiger des Landes - einen Zahlungsausfall feststellen müssen.

+++IHS: Grexit hätte keine dramatischen Auswirkungen auf österreichische Konjunktur+++14:33 Uhr

Ein Grexit, also der Ausstieg Griechenlands aus dem Euro-Währungsraum, hätte möglicherweise Auswirkungen auf die österreichische Konjunktur, wenn auch keine dramatischen. Das sagte Helmut Hofer, wirtschaftspolitischer Sprecher des Instituts für Höhere Studien (IHS), am Montag im Gespräch mit der APA. Er befürchtet einen negativen Einfluss auf die Stimmung von Unternehmen und Konsumenten.

"Die Auswirkungen eines Grexit wären für Österreich nicht so dramatisch, wie es noch im Jahr 2012 befürchtet wurde", bekräftigte Hofer. Hätte Österreich gerade einen gefestigten Aufschwung, dann würden die Folgen deutlich weniger zu spüren sein. "Die Zahlen für das erste und zweite Quartal sind aber nicht berauschend. Und wenn das Referendum negativ ausgeht, dann ist nicht zu erwarten, dass sich im weiteren Verlauf des Jahres viel tun wird", formulierte es Hofer. Deutlich schlimmer wäre ein Grexit aber für die Balkanländer. "Die Frage, ob auch andere Länder für einen Ausstieg aus der Währungszone infrage kämen, würde für weitere Unsicherheit sorgen", sagte Hofer.

+++Insider: Tsipras bittet Schulz und Juncker um Hilfe+++14:29 Uhr

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras hat einem Regierungsvertreter zufolge mit EU-Parlamentspräsident Martin Schulz telefoniert und um Unterstützung für ein verlängertes Hilfsprogramm gebeten. Auch mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker habe Tsipras gesprochen.

+++Cameron hält Rat+++14:08 Uhr

Der britische Premierminister David Cameron trifft sich mit hochrangigen Mitgliedern seines Kabinetts und dem Chef der Notenbank, um über die Krise zu beraten..

+++Athen ist auf Importe angewiesen+++14:02 Uhr

Die österreichischen Exporte nach Griechenland sind in den vergangenen Jahren der Krise um die Hälfte eingebrochen. Im bilateralen Warenaustausch erzielte Österreich 2014 aber immer noch einen Außenhandelsüberschuss von 221,1 Mio. Euro, geht aus den endgültigen Zahlen der Außenwirtschaftsorganisation der Wirtschaftskammer Österreich hervor. Griechenland ist sehr stark importabhängig. "Es ist ein Problem der griechischen Wirtschaft, dass es zu wenig Produkte für den eigenen Inlandsmarkt hat", sagte der Handelsdelegierte der Wirtschaftskammer in Athen, Gerd Dückelmann-Dublany, am Montag zur APA. Das betreffe auch den landwirtschaftlichen Sektor.

+++Juncker ruft zu "Ja" bei Referendum auf+++13:50 Uhr

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat die Griechen am Montag in einer emotionalen Rede dazu aufgerufen beim Referendum am kommenden Sonntag mit "Ja" zu stimmen. "Und zwar unabhängig davon, was die Frage sein wird", betonte Juncker. "Denn wenn das griechische Volk mit 'Ja' stimmt, ist die Botschaft, dass sie zusammenbleiben (mit der europäischen Familie, Anm.) wollen."
"Man darf sich nicht Umbringen, weil man Angst vor dem Tod hat", fügte Juncker, wohl an die griechischen Regierung gewandt, hinzu. Er selbst verspreche dem griechischen Volk, es "nie hängen zu lassen", so der Kommissionspräsident. "Griechenland ist Teil der europäischen Familie und ich will, dass diese Familie zusammenbleibt."

Würden die Griechen jedoch mit "Nein" stimmen, wäre dies "verheerend" für die Zukunft, appellierte Juncker. "Jeder würde dies als Zeichen interpretieren, dass sich Griechenland von der Eurozone distanzieren will.

+++Griechischer Versorger: Stromversorgung ist sichergestellt+++13:46 Uhr

Die Stromversorgung in Griechenland ist laut dem staatlichen Energieversorger PPC sichergestellt. Man könne alle finanziellen Verpflichtungen erfüllen, teilt das Unternehmen mit.

+++Neue Drachme oder Hellas-Schuldscheine bräuchten viel Zeit+++13:44 Uhr

Eine Währungsreform in Griechenland wäre nach Angaben aus der Gelddruckbranche rein logistisch nicht kurzfristig zu stemmen. "Im Regelfall dauert es mindestens ein bis anderthalb Jahre, eine Währung ganz neu aufzusetzen", sagte eine Sprecherin des Münchner Banknotendruckers Giesecke & Devrient am Montag auf Anfrage von Reuters. Allein der Druckprozess dauere mindestens ein halbes Jahr. Davor müsse nicht nur das Design der Banknoten feststehen, sondern auch das Spezialpapier bereits hergestellt sein.

Auch eine Rückkehr des Landes zur Drachme wird an den Finanzmärkten nicht mehr ausgeschlossen. Die Regierung hat dies bisher zurückgewiesen.

Die Eskalation der griechischen Schuldenkrise hat Spekulationen geschürt, Griechenland könne möglicherweise auf Euro lautende Schuldscheine ausgeben, um zum Beispiel Renten oder die Löhne für Staatsbedienstete auszuzahlen. Das wäre faktisch eine Parallelwährung und ein erster Schritt aus dem Euro.

+++Griechenland: Padoan sieht keine Ansteckungsgefahr für Italien+++13:37 Uhr

Der italienische Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan sieht keine Gefahr, dass es im Schuldendrama um Griechenland zu einer Ansteckungsgefahr für Italien komme. Heute seien die Institutionen und die italienische Wirtschaft solider als 2011. Deshalb mache er sich keine besonderen Sorgen, sagte der Minister der Tageszeitung "Corriere della Sera" am Montag.

+++Wien rechnet weiter mit Zinszahlungen Athens+++13:30 Uhr

Die nächste Zinszahlung des pleitebedrohten Griechenlands an Österreich für ein 1,56 Mrd. Euro schweres bilaterales Darlehen steht erst im September an. Im Finanzministerium geht man davon aus, dass der Zinsdienst wie bisher erfüllt wird. Auch wird nicht davon ausgegangen, dass die 4,3 Mrd. Euro EFSF-Haftungen schlagend werden, hieß es zur APA. Dieser sei schließlich nicht insolvenzgefährdet.

Für den bilateralen Kredit hat Österreich bisher mehr als 100 Mio. Euro Zinsen erhalten, zuletzt pünktlich im laufenden Juni, so das Ministerium. Das Geld hatte Wien Athen vor dem Aufbau des Euro-Rettungsschirms (EFSF) 2010 im Rahmen des ersten Griechenland-Rettungspaket zwischenstaatlich gewährt. Bisher fließen an alle dieser bilateralen Geldgeber nur die Zinsen, eine Kapitaltilgung ist erst ab 2020 vorgesehen - bis 2055.

+++Griechenland: Juncker fühlt sich "verraten", Grexit keine Option+++13:24 Uhr

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker fühlt sich vom griechischen Premier Alexis Tsipar "verraten". Juncker erklärte am Montag in Brüssel, Tsipras habe auf dem Weg zu einer "bestmöglichen Einigung" den "Schwung einseitig durch die Ankündigung des Referendums vom Tisch gefegt". Trotzdem sei er entschieden gegen einen Grexit, "das wird nie eine Option sein".

+++Ex-Krisenland Spanien schließt Ansteckung aus+++13:16 Uhr

Die Zuspitzung der Krise in Griechenland bereitet der Regierung des ebenfalls jahrelang krisengeschüttelten Euro-Landes Spanien nach eigenen Beteuerungen keine Ansteckungssorgen. Die viertgrößte Volkswirtschaft der Eurozone sei "sehr gut vorbereitet" und vor einer Ansteckung geschützt, versicherte am Montag Wirtschaftsminister Luis de Guindos. Die Situation Spaniens sei im Vergleich zur griechischen "völlig anders", sagte de Guindos im Interview des staatlichen Radiosenders RNE. Vor einer Krisensitzung der Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy betonte er: "Zur Zeit wächst keine Wirtschaft in der Euro-Zone so stark wie unsere. Und die Lage unserer Banken hat mit derjenigen von vor drei Jahren überhaupt nichts mehr zu tun."

Die vergangenen Monate hoben die Griechen Milliardenbeträge von den Banken ab - Aus Sorge vor einem Massenansturm bleiben die Banken bis zum 6. Juli geschlossen

+++Juncker: Griechische Vorschläge oft zu spät und ungelenk+++13:11 Uhr

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker äußert scharfe Kritik an der Regierung in Athen. Deren Vorschläge seien oft zu spät oder heillos ungelenk gewesen, sagt er in Brüssel. Das vorgeschlagene Sparpaket sei nicht dumm, sondern zeige einen klaren Weg voran.

+++Serbien schränkt Transaktionen von Banken in Hellas-Besitz ein+++13:01 Uhr

Die serbische Notenbank hat die Handlungsfähigkeit von Banken in griechischem Besitz eingeschränkt. Es seien Schritte eingeleitet worden, um Transaktionen zwischen griechischen Finanzinstituten und ihren Töchtern in Serbien zu begrenzen, teilte die Zentralbank am Montag mit. Die Maßnahmen sollten verhindern, dass die Griechenland-Krise auf Serbien übergreife. Die Einschränkungen seien vorübergehend. Die Kontoinhaber seien nicht betroffen. Darüber hinaus kündigten die Währungshüter an, die 15 Geldhäuser in Serbien mit griechischen Müttern nun genauer zu kontrollieren. Diese kommen gemeinsam auf einen Marktanteil von 15 Prozent.

+++Russland besorgt über Folgen der Griechenland-Krise für EU+++12:59 Uhr

Russland hat sich beunruhigt geäußert, dass die griechische Schuldenkrise auch die übrigen Staaten der EU in Mitleidenschaft ziehen könnte. "Moskau beobachtet die Entwicklungen in der Europäischen Union sehr genau", sagte der Sprecher des russischen Präsidialamtes, Dmitri Peskow am Montag. "Wir sind besorgt über die möglichen negativen Folgen für die EU als Ganzes." Nach dem Scheitern der Verhandlungen mit den internationalen Geldgebern am Wochenende droht Griechenland die Staatspleite, die zu einem Ausscheiden aus der Euro-Zone führen könnte.

+++Deutscher Immokonzern Ado sagt IPO wegen HellasKrise ab+++12:52 Uhr

Der deutsche Immobilienkonzern Ado hat wegen der Marktturbulenzen rund um die griechische Schuldenkrise seinen für Dienstag geplanten Börsengang vorerst abgesagt. Die Unsicherheit um die wirtschaftliche Situation des Eurolandes habe das Management dazu veranlasst, die Erstnotiz bis auf Weiteres zu verschieben, teilte das Unternehmen am Montag mit.

+++Chef-Analyst der Erste Group Mostböck: Grexit-Effekte auf Osteuropa gleich Null+++12:47 Uhr

Der Chefanalyst der Erste Group, Fritz Mostböck, schätzt die ökonomischen Auswirkungen eines möglichen Austritt Griechenlands aus der Währungszone ("Grexit") auf Osteuropa aufgrund der geringen wirtschaftlichen Verflechtungen als "praktisch Null" ein. Es gebe etwas mehr Auswirkungen in Bulgarien und Rumänien, weil griechische Banken dort aktiver sind. Das sei aber auch kein Problem, denn den Krediten stünden dort landeseigene Einlagen gegenüber, so der Ökonom in einem schriftlichen Statement. Es sei volkswirtschaftlich unfundiert zu sagen, dass eine Pleite Griechenlands eine negative Auswirkung auf wesentliche zentral- und osteuropäische Staaten hätte. Was man nicht abschätzen könne, sei aber der psychologische Kollateralschaden.

+++Merkel bekräftigt: "Scheitert Euro, scheitert Europa"+++12:41 Uhr

Kanzlerin Angela Merkel sieht im Euro nach eigenen Worten mehr als nur eine Währung. Er sei ein großartiges Projekt. Scheitere der Euro, scheitere Europa, bekräftigt sie auf einer CDU-Veranstaltung

+++Ex-EZB-Präsident Trichet warnt vor "Grexit"+++12:33 Uhr

Der ehemalige EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hat erneut vor einem Ausschluss Griechenlands aus dem Euroraum gewarnt. "Der Grexit ist keine Option. Es wäre eine katastrophale Entscheidung der Griechen selbst", sagte Trichet dem "International Bankers Forum" (Erscheinungstag 30. Juni). Die griechische Regierung müsse einen glaubwürdigen Plan haben. "Ohne einen Plan, der für die Europäer, die internationale Gemeinschaft und die Griechen gleichermaßen glaubwürdig ist, wird es keine Lösung geben", sagte der Franzose, der bis Ende Oktober 2011 an der Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) stand.

+++EU-Ratspräsident Tusk: Bisher kein weiterer Sondergipfel einberufen+++12:30 Uhr

EU-Ratspräsident Donald Tusk hat bisher keinen weiteren Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs der Eurozone zu Griechenland angesetzt. "Es ist kein Gipfel einberufen worden", teilte ein Sprecher Tusks am Montag mit. Nach Medienberichten gibt es in einigen Mitgliedstaaten Bestrebungen, ein solches Treffen womöglich für Mittwoch einzuberufen. Tusk organisiert die Gipfel von EU und Eurozone.

+++Deutsche Bundesregierung: Eurozone ist stabil und sicher+++12:27 Uhr

Die deutsche Bundesregierung hält die Auswirkungen der Griechenlandkrise auf die Märkte in der Eurozone für gering. Die Ansteckungsrisiken seien "äußerst begrenzt", sagte der Sprecher des Finanzministeriums, Martin Jäger, am Montag in Berlin. "Die Eurozone ist stabil und sicher", betonte er. Zudem hätten die Finanzminister deutlich gemacht, dass sie alles Erforderliche tun würden, um die Stabilität des Währungsgebiets zu sichern.

+++Landliebe-Konzern stockt Vorräte in Griechenland auf+++12:25 Uhr

Der niederländische Landliebe-Konzern FrieslandCampino hat in Erwartung von Hamsterkäufen seine Vorräte in Griechenland aufgestockt. Die Bestände an Kondensmilch und Babynahrung seien verstärkt worden, teilte der Sprecher eines der größten europäischen Milchkonzerne am Montag mit. FrieslandCampino gehe davon aus, dass die Griechen nun mehr dieser Produkte auf Vorrat kaufen würden.

+++Auch Western Union schließt griechische Filialen+++12:23 Uhr

Auch der Bargeldtransfer-Dienstleister Western Union lässt seine griechischen Filialen mindestens in dieser Woche geschlossen.

+++Tourismus gibt Entwarnung für Österreich-Urlauber+++12:16 Uhr

Die Negativschlagzeilen rund um Griechenland reißen nicht ab und trotzdem lassen sich österreichische Touristen nicht davon abhalten, ihren Urlaub in Hellas zu verbringen. Obwohl die Banken nun sechs Tage geschlossen haben, nehme für Urlauber alles seinen normalen Lauf, sagte der Präsident des Österreichischen Reiseverbandes (ÖRV), Josef Peterleithner, am Montag zur APA. Die Lage sei für Touristen "vollkommen entspannt", beruhigte der Tourismusexperte. Griechenland ist nach einem massiven Einbruch der Buchungen im Jahr 2012 nun wieder das Lieblingsurlaubsland der Österreicher bei Flugreisen.

+++EU-Kommissionspräsident Juncker berät mit Fraktionsführern des EU-Parlaments+++12:06 Uhr

Die Spitzenpolitiker der EU-Institutionen beraten am Montag die bisher unklaren Folgen der Schuldenkrise in Griechenland. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker trifft am Nachmittag mit den Fraktionsführern des Europaparlaments zusammen. Sowohl Juncker als auch EU-Parlamentspräsident Martin Schulz haben Pressekonferenzen über das weitere Vorgehen angekündigt. Die PK von Juncker findet um 12.45 Uhr statt. Jene von Schulz folgt um 15.30 Uhr.

+++Österreichische Raiffeisen-Gruppe sieht Griechen-Krise gelassen+++12:03 Uhr

Die österreichische Raiffeisen -Gruppe sieht durch die Zuspitzung der griechischen Schuldenkrise keine Ansteckungsgefahr für seine eigene Institute. "Auch unsere Osteuropabanken haben keine wirklichen Griechenland-Exposures", sagte Raiffeisen-Zentralbank-Chef Walter Rothensteiner am Montag. Er ist zugleich Aufsichtsratschef der börsenotierten Osteuropa-Tochter Raiffeisen Bank International (RBI). Den großen Kursverlust der RBI-Aktie von knapp 14 Prozent zu Tagesbeginn könne er sich nicht erklären. "Kann sein, dass einer am falschen Knopf gedrückt hat. Das ist momentan undurchschaubar", sagte er.

+++Merkel weiter zu Gesprächen mit Tsipras bereit+++11:59 Uhr

Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigt sich nach dem Scheitern der Schuldengespräche für weitere Verhandlungen mit der griechischen Regierung offen: Sie sei weiter zu Gesprächen mit Tsipras bereit.

+++Schäuble-Sprecher: Weiterhin gesprächsbereit mit Varoufakis+++11:52 Uhr

Laut einem Sprecher des deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble sei dieser weiterhin für Gespräche mit seinem griechischen Amtskollegen Yanis Varoufakis zu haben.

+++Deutsche Wirtschaft nimmt erhöhte Grexit-Gefahr gelassen+++11:49 Uhr

Die deutsche Wirtschaft befürchtet keine Ansteckungsgefahr durch die Turbulenzen in Griechenland. "Der Grexit wäre ein riesiges Problem für die griechische Wirtschaft, die sehr stark von Importen abhängig ist", sagte der Präsident des Industrieverbandes BDI, Ulrich Grillo, am Montag. "Für die deutsche Industrie wären die unmittelbaren Folgen eines Austritts der Griechen aus der Währungszone aufgrund des vergleichsweise geringen Handelsvolumens beschränkt." Schwer zu kalkulieren seien allerdings die indirekten Folgen - etwa für die anderen Länder der Euro-Zone, die Finanzmärkte und die Konjunkturerwartungen in Europa.

+++Athen-Nahverkehr während Bankenschließung kostenfrei+++11:44 Uhr

Offenbar als Reaktion auf einen jüngsten Ansturm auf die Tankstellen hat die griechische Regierung eine kostenfreie Nutzung des Nahverkehrs in Athen und Umgebung angekündigt. Die Maßnahme solle ab ihrer offiziellen Verkündung - voraussichtlich am Dienstag - bis zur Wiedereröffnung der Banken am 7. Juli gelten, sagte Verkehrsminister Christos Spirtzis am Montag im Fernsehsender Mega. Sie betreffe die U-Bahnen, Busse und Straßenbahnen in der Hauptstadt und ihrer Umgebung. Am Wochenende hatte es aus Angst vor Engpässen einen wahren Ansturm auf die Tankstellen in Griechenland gegeben.

+++EU-Kommissar Moscovici: Athen wird wohl nicht an IWF zahlen+++11:34 Uhr

Das pleitebedrohte Griechenland wird nach Einschätzung von EU-Währungskommissar Pierre Moscovici die am Dienstag fällige Rate von rund 1,6 Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) wohl nicht zahlen. "Es (Griechenland) wird es wahrscheinlich nicht machen", sagte Moscovici am Montag dem französischen Sender RTL. Damit wäre Griechenland gegenüber dem IWF in Zahlungsverzug.

Die Europäische Zentralbank (EZB) friert die Notkredite für griechische Banken auf dem aktuellen Stand von rund 90 Mrd. Euro ein.

+++Schelling: Haftungsrisiko eingeschränkt aber unangenehm+++11:27 Uhr

Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) hält es für sehr unwahrscheinlich, dass im Zuge der Griechenland-Schuldenkrise für Österreich Verluste in Milliardenhöhe in Aussicht stehen. "Dass Haftungen schlagend werden, ist derzeit sehr unwahrscheinlich", sagte Schelling am Rande einer Konferenz am Montag in Wien.

"Unser Risiko ist durchaus ein eingeschränktes, aber ein unangenehmes", sagte Schelling. Denn alle wollten Griechenland helfen, Griechenland habe diese Hilfe aber nicht angenommen. "Jetzt stehen wir vor dieser sehr schwierigen und dramatischen Situation", so Schelling.

+++Insider: Merkel sieht Griechenland am Zug+++11:22 Uhr

Kanzlerin Angela Merkel sieht Griechenland am Zug, um einen Ausweg aus der Krise zu finden, wie sie nach Aussagen von Teilnehmern im CDU-Präsidium sagt. Man könne in der Krise nur von Tag zu Tag entscheiden.

+++Ratsmitglied Nowotny - EZB entscheidet Mittwoch über ELA-Hilfen für Hellas-Banken+++11:20 Uhr

Außer Betrieb: Ein Bankomat der griechischen Nationalbank in Athen spuckt heute kein Geld mehr aus. Die griechischen Banken bleiben für mindestens eine Woche geschlossen.

+++Serbische Notenbank: Griechische Tochterbanken sind sicher+++11:13 Uhr

Das Funktionieren vierer griechischer Tochterbanken in Serbien - Piraeus, Alpha, Eurobank EFG und National Bank of Greece - ist nach Angaben der serbischen Notenbank nicht gefährdet. Die Geldeinlagen, die nach serbischer Gesetzgebung geregelt seien, seien genauso sicher wie in anderen Geschäftsbanken in dem Land, hieß es in einer Aussendung der Notenbank. Die Notenbank hat der Pressemitteilung zufolge auch keine Überweisungen der griechischen Tochterbanken an die Mutterbanken registriert, heißt es heute, Montag, in Belgrader Medien.

+++Kurs der griechischen Nationalbank bricht vorbörslich in USA ein+++11:08 Uhr

Die Aktien der griechischen Nationalbank brechen im US-Handel vorbörslich um 27 Prozent ein. Der börsennotierte Indexfonds auf griechische Aktien (ETF) fällt im vorbörslichen US-Handel um 14 Prozent.

+++UPDATE: Athener Börse bis mindestens 7. Juli geschlossen+++11:07 Uhr

Angesichts der griechischen Schuldenkrise bleibt neben den Banken des Landes auch die Börse in Athen in den kommenden Tagen geschlossen. Wie am Montag offiziell mitgeteilt wurde, soll der Handelsplatz bis mindestens Dienstag kommender Woche nicht öffnen. Die griechischen Banken sind bis mindestens Montag geschlossen, der Kapitalverkehr wurde stark eingeschränkt.

+++Schelling: Wir haben alle Türen offen gelassen+++11:05 Uhr

"Wir haben alle Türen offen gelassen, die Deadline ist morgen Abend", sagte Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) am Montag am Rande einer Konferenz in Wien. Die griechischen Banken vorübergehend zu schließen, sei eine richtige Entscheidung. Das angekündigte Referendum sei dagegen ein Irrweg. "Wir sind verhandlungsbereit, jeden Tag und jede Stunde", sagte Schelling. Griechenland habe aber den Verhandlungstisch verlassen und ein Referendum angekündigt. "Das ist, glaube ich, kein guter Stil", so Schelling.

+++Hollande - Für Griechenland-Deal bleiben nur noch wenige Stunden+++11:00 Uhr

Der französische Präsident Francois Hollande sieht nur noch wenig Zeit für eine Einigung im Schuldenstreit mit Griechenland. "Es bleiben nur noch wenige Stunden, bevor die Verhandlungen definitiv beendet werden - besonders für die Verlängerung des griechischen Hilfsprogramms", sagte Hollande am Montag nach einem Krisentreffen seines Kabinetts. "Frankreich ist immer erreichbar, um den Dialog heute oder morgen fortzusetzen", sagte Hollande. "Heute ist eine Einigung noch möglich, morgen wird das vom Votum der Griechen im Referendum abhängen." Seiner Meinung nach gehöre Griechenland zur Euro-Zone, doch müsse das Land selbst entscheiden.

+++Heta: Lage beeinflusst Verkauf des Balkannetzwerks nicht+++10:57 Uhr

Die zugespitzte Griechenland-Krise wirkt sich nach Ausführungen eines Sprechers der Hypo-Abbaueinheit Heta nicht auf den Verkauf des bereits ausgelagerten Hypo-Balkannetzwerks aus. "Die Verkaufstransaktion mit Advent International und EBRD steht kurz vor dem Abschluss. Die Situation in Griechenland hat keine Auswirkungen auf diese Gespräche", sagte der Heta-Sprecher am Montag.

+++EZB-Mitglied - Griechen wollen wohl mehrheitlich den Euro+++10:56 Uhr

Der österreichische Notenbankchef Ewald Nowotny geht nach eigenen Worten davon aus, dass die Mehrheit der Griechen in der Euro-Zone bleiben will. Dies könnte eine Basis für weitere Gespräche sein.

+++Oettinger: Verbleib in Eurozone fraglich+++10:54 Uhr

EU-Kommissar Günther Oettinger bezweifelt, dass Griechenland angesichts der dramatischen Zuspitzung der Finanzkrise Mitglied der Eurozone bleiben kann. "Wir wollen alles tun, um möglichst Schaden von der Bevölkerung Griechenlands abzuwenden", sagte Oettinger am Montag vor einer Sitzung des CDU-Präsidiums in Berlin. "Wir wollen, wenn es geht, Griechenland in der Eurozone halten. Ob das gelingt, ist mehr als fraglich." Die Bundesregierung werde als starker Träger der Eurozone, der Europäischen Zentralbank und der Rettungsschirme EFSF und ESM "alles tun, um weiteren Folgeschaden für weitere Eurozonenländer und die europäische Wirtschaft abzuwenden", fügte der deutsche Kommissar hinzu.

+++Stichwort: So wichtig ist Griechenland für die österreichische Wirtschaft+++10:51 Uhr

Griechenland spielt für die heimische Wirtschaft nur eine kleine Rolle: Der Außenhandel mit Krisenland Griechenland entwickelte sich 2014 positiv, das Land ist aber nicht unter den Top-40 Handelspartnern zu finden. Die Einfuhren stiegen um 9,0 Prozent auf 0,19 Mrd. Euro, die Ausfuhren um 6,6 Prozent auf 0,41 Mrd. Euro. Über ein Drittel der Einfuhren aus Griechenland entfielen auf die Produktgruppe "Ernährung" wohingegen fast 30 Prozent der Ausfuhren "Maschinen und Fahrzeugen" waren.

+++Merkel und Gabriel stellen sich am Nachmittag der Presse+++10:43 Uhr

Kanzlerin Angela Merkel und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel wollen sich ab etwa 14.30 Uhr in Berlin zur Griechenland-Krise äußern. Dann würden sie die Presse gemeinsam unterrichten, erklärt das Bundeskanzleramt.

+++EZB-Rat berät voraussichtlich am Mittwoch wieder+++10:40 Uhr

Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) wird voraussichtlich bei seiner nächsten regulären Sitzung an diesem Mittwoch (1.7.) in Frankfurt wieder ausführlich über Griechenland beraten. Sollte sich die Lage bis dahin zuspitzen, sei das Gremium aber auch sehr kurzfristig handlungsfähig, hieß es am Montag in Notenbankkreisen.

+++Brüssel hält Kapitalkontrollen für gerechtfertigt+++10:35 Uhr

Die EU-Kommission hat keine Einwände gegen die von der griechischen Regierung verhängten Kapitalverkehrskontrollen. Die Einschränkungen seien "dem ersten Anschein nach gerechtfertigt", teilte Finanzkommissar Jonathan Hill am Montag mit. Einschränkungen des Kapitalverkehrs sind in der EU grundsätzlich verboten.

+++Hollande hofft auf weitere Gespräche mit Griechen+++10:34 Uhr

Der französische Präsident François Hollande hofft nach eigenen Worten auf eine Wiederaufnahme der Gespräche mit Griechenland. Eine Einigung sei noch immer möglich. Die Entscheidung liege bei der Regierung in Athen.

Lange Schlangen vor geschlossenen Banken: Eine ältere Frau in Athen hofft darauf, ihre Pension zu bekommen.

+++Handelsverband über Finanzmärkte - "Chaos sieht anders aus"+++10:20 Uhr

Der Präsident des Handelsverbandes BGA, Anton Börner, sieht nach eigenen Worten keinen Anlass zu großer Sorge. Er habe an den Börsen Rückgänge bis zu 15 Prozent befürchtet, sagt er zu Reuters. "Ein Chaos sieht anders aus".

+++Griechenland lässt Börsen abstürzen: Schwarzer Montag auch in Wien+++10:18 Uhr

Die Ratlosigkeit über die aktuelle Lage in der griechischen Schuldenkrise hat an den europäischen Börsen am Montagvormittag für deutliche Kursverluste gesorgt

+++UniCredit und Intesa wegen Kurseinbruch vom Handel ausgesetzt+++10:16 Uhr

Angesichts der Eskalation der griechischen Schuldenkrise ist die Mailänder Börse am Montagvormittag von schweren Kursverlusten belastet worden. Zur Eröffnung meldete die Borsa Italiana einen Rückgang von fast fünf Prozent. Mehrere Aktien, darunter jene der Bank Austria-Mutter UniCredit, mussten wegen Kurseinbrüchen vom Handel ausgesetzt werden.

UniCredit hatte kurz nach Börsenbeginn einen Kursverluste von fast acht Prozent verzeichnet. Bei dem Mitbewerber Intesa Sanpaolo betrug das Minus 5,8 Prozent. Auch die Intesa-Aktie wurde vom Handel ausgesetzt. Vor allem Bankenaktien waren von Kurseinbrüchen belastet.

+++Stichwort: Bankferien und Kapitalverkehrskontrollen+++10:08 Uhr

Geraten Banken in Schwierigkeiten, weil besorgte Bürger ihr Bargeld abheben, ist die einfachste Möglichkeit, sie einfach vorübergehend ganz zu schließen - bis sich die Situation wieder entspannt hat ("Bankferien"). Eine weitere Option sind Kapitalverkehrskontrollen, mit denen zum Beispiel der Betrag, der von Geldautomaten abgehoben oder ins Ausland überwiesen werden kann, für einen längeren Zeitraum beschränkt wird.

+++Britischer Premier Cameron: Nach "Nein" bei Referendum droht Grexit+++10:06 Uhr

Der britische Premierminister David Cameron hält einen Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone bei einem "Nein" bei der Volksabstimmung für schwierig. Aber dies müssten die griechischen Bürger entscheiden, sagt Cameron.

+++ATX am Vormittag tiefrot+++10:05 Uhr

Die Wiener Börse ist am Montag belastet von der Zuspitzung im griechischen Schuldenstreit tiefrot in die Sitzung gestartet. Der ATX wurde gegen 9.45 Uhr mit 2.422,79 Punkten nach 2.509,56 Einheiten am Freitag errechnet, das ist ein Minus von 86,77 Punkten bzw. 3,46 Prozent.

+++Banken-Aktien in Euro-Zone sacken rund sechs Prozent ab+++10:01 Uhr

Nach der Einführung von Kapitalverkehrskontrollen in Griechenland haben die Bankenaktien im Euroraum deutlich Federn gelassen. Der Index für die Kreditinstitute in der Euro-Zone sackte zu Handelsbeginn um bis zu 6,4 Prozent ab. Dies war der größte Kursrutsch seit drei Jahren.

"Die Entwicklungen an diesem Wochenende haben die Risiken für griechische Banken erheblich erhöht", sagte Citi-Analyst Ronit Ghose. Investoren befürchten, dass die Turbulenzen in Griechenland auf andere Länder und Banken der Euro-Zone übergreifen. Wegen eines befürchteten Ansturms auf die Banken nach dem Scheitern der Schuldengespräche bleiben die
griechischen Institute in dieser Woche geschlossen.

+++SPD-Fraktionsvizechef - Grexit würde Deutschland Einiges kosten+++9:57 Uhr

Ein Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone würde nach Einschätzung des stellvertretenden SPD-Fraktionschefs Carsten Schneider Deutschland teuer zu stehen kommen. "Dass das was kostet, ist vollkommen klar", sagte Schneider am Montag der ARD mit Blick auf die nach Expertenschätzung gut 80 Milliarden Euro Forderungen an Griechenland, für die Deutschland in der Haftung steht. "Ganz weg ist es nicht", sagte Schneider zu dieser Summe. Aber er sei sicher, dass Griechenland diese Gesamtsumme nicht zurückzahlen können werde, wenn das Land den Währungsraum verlassen sollte.

+++Athener Börse bleibt bis 6. Juli geschlossen+++9:53 Uhr

Angesichts der griechischen Schuldenkrise bleibt neben den Banken des Landes auch die Börse in Athen bis in die kommende Woche hinein geschlossen. Wie am Montag offiziell mitgeteilt wurde, soll der Handelsplatz frühestens am Dienstag kommender Woche wieder öffnen.

+++Hellas-Krise schickt Schweizer Börse auf Talfahrt+++9:47 Uhr

Die Griechenlandkrise hat am Montag die Schweizer Börse stark unter Druck gesetzt. Wegen der Angst vor einer Pleite des südeuropäischen Landes brachten die Anleger einen Teil ihrer Aktien-Portfolios in Sicherheit, sagten Händler. In den kommenden Tagen dürfte die Volatilität an den Märkten hoch bleiben. "Wir gehen aber davon aus, dass sich die Lage relativ rasch beruhigen wird", kommentierte die Zürcher Kantonalbank (ZKB). Der SMI fiel zur Eröffnung um drei Prozent. Zuletzt notierte der Index noch 2,1 Prozent niedriger bei 8822 Punkten.

+++Anleiherenditen für Athen explodieren+++9:43 Uhr

Die sich abzeichnende Staatspleite für Griechenland nach den erfolglosen Verhandlungen mit der Eurozone vom Wochenende hat die Anleiherenditen für Athen explodieren lassen. Der 10-Jahreswert stieg seit Öffnung der Märkte am Montag innerhalb weniger Stunden von 10,95 auf 14,547 Prozent. Noch stärker erwischte es den 2-Jahreswert, der von 21,136 auf 33,259 Prozent emporraste. Dies sind in beiden Fällen die Höchstwerte in diesem Jahr. Da ein weiterer Bankrun auf griechische Finanzinstitute erwartet wird, dürfte ein weiteres Steigen bei den Renditen eintreten.

+++Notenbanker: Situation in Griechenland sehr dramatisch+++9:37 Uhr

Nach dem Scheitern der Schuldengespräche ist die Lage in Griechenland nach Einschätzung von EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny dramatisch. "Wenn die Banken und auch die Börse eine Woche geschlossen werden, ist das eine sehr dramatische Situation", sagte Nowotny am Montag am Rande einer Veranstaltung in Wien. "Man kann nur hoffen, dass es nach der Volksabstimmung zu einer vernünftigen Lösung kommt." Sollten die Griechen dabei mit "Nein" stimmen seien "die Möglichkeiten für weitere konstruktive Wege sehr gering."

Österreichs Finanzminister Hans Jörg Schelling sagte, die Euro-Finanzminister seien weiter verhandlungsbereit - "jeden Tag und jede Stunde". "Wir sind für jede Lösung zu haben, wir wollen Griechenland im Euro und in der EU halten." Das Mittelmeerland habe jedoch von sich aus den Verhandlungstisch verlassen.

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