Griechenland: Die Pleitegeier ziehen ihre Kreise

Griechenland: Die Pleitegeier ziehen ihre Kreise

Ab Mai droht Griechenland die Pleite

Griechenland braucht dringend frisches Geld, sonst droht dem Land ab Mai die Pleite. Ministerpräsident Alexis Tsipras reist zu Gesprächen mit Russlands Präsident Wladimir Putin nach Moskau. Russland könnte den Griechen unter die Arme greifen.

Der griechische Wirtschaftsminister Georgios Stathakis hat am Montagabend bestätigt, dass seinem Land ohne neues Geld ab Mai die Pleite droht. "Das ist mehr oder weniger korrekt", antwortete Stathakis auf eine entsprechende Frage im Interview mit der "ZiB". Daher bräuchte es rasch ein Abkommen mit den europäischen Partnern über eine Verlängerung des Hilfsprogrammes.

Die US-Regierung drängt Griechenland zu einer besseren Zusammenarbeit mit seinen Partnern in der Eurozone. Die Führung in Athen müsse die Verhandlungen mit den Vertretern der Geldgeber ernsthaft führen und sich ihnen voll verpflichten, erklärte ein Regierungsmitarbeiter in Washington.

Diese Botschaft habe auch der Staatssekretär für internationale Beziehungen im US-Finanzministerium, Nathan Sheets, bei einem Treffen mit dem griechischen Finanzminister Gianis (Yanis) Varoufakis am Sonntag deutlich überbracht, hieß es in der US-Regierung weiter.

Einmal mehr hat Griechenland seine Forderungen auf Entschädigungen für Kriegsverbrechen und Wiedergutmachung von Schäden im Zweiten Weltkrieg deponiert. Deutschland sei noch immer säumig. Greichenlands neue Regierung hat erstmal einen konkrente Betrag genannt: 278,7 Milliarden Euro soll Deutschland laut griechischer Studie noch schuldig sein.

Billiges Gas aus Russland

Um die wirtschafltichen Beziehungen zwischen Russland und Griechenland sowie um die EU-Sanktionen gegen Russland soll es bei Gesprächen zwischen dem griechischen Ministerpräsident Alexis Tsipras und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau gehen. Zu möglichen Finanzhilfen für Griechenland hielt sich die Moskauer Regierung bisher bedeckt.

Einem Zeitungsbericht zufolge könnte Russland Preisrabatte auf Gaslieferungen anbieten. Präsident Wladimir Putin dürfte der Athener Regierung zudem weitere Kredite in Aussicht stellen, berichtete die Zeitung "Kommersant" am Dienstag unter Berufung auf einen Moskauer Regierungsvertreter.

Varoufakis: Griechenland erfüllt Verpflichtungen

Varoufakis hatte in Washington zugesagt, sein Land werde alle im Gegenzug für gewährte Finanzhilfen eingegangenen Verpflichtungen erfüllen. Nach einem Treffen mit der Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, versicherte er zudem, Griechenland sei zu weitreichenden Reformen bereit.

Derzeit ringen Gläubiger und die neue Regierung in Athen um die Auszahlung der letzten Kreditrate des auslaufenden Hilfsprogramms in Höhe von 7,2 Milliarden Euro. Die Geldgeber haben die Vorlage eines tragfähigen Reformkonzepts zur Voraussetzung für die Zahlung erklärt. Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis hatte gegenüber der griechischen Zeitung "Naftemporiki" am Montag erklärt, er strebe beim Eurogruppen-Treffen am 24. April eine Einigung mit den internationalen Geldgebern an.

U-Ausschuss soll politisch Verantwortlichen für Krise finden

Das griechische Parlament billigte am frühen Dienstagmorgen einen Vorschlag der linken Syriza-Partei von Ministerpräsident Alexis Tsipras, einen Untersuchungsausschuss einzusetzen. Damit soll herausgefunden werden, wer für die Schuldenkrise des Landes politisch verantwortlich ist.

Der Schritt werde nach fünf Jaren Schweigen des Parlaments dafür sorgen, dass die griechische Bevölkerung Antworten in diesen Fragen erhalte, sagte Tsipras. Sein konservativer Antonis Samaras warf dem Syriza-Chef vor, mit dem Ausschuss die Bevölkerung von den drängenden aktuellen Problemen ablenken zu wollen.

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