Googles Werbegeschäft läuft nicht mehr ganz so stark

Googles Werbegeschäft läuft nicht mehr ganz so stark

Googles Werbegeschäft wird zunehmend ausgebremst. Zum Jahresauftakt verkaufte der Mutterkonzern Alphabet zwar erneut mehr Anzeigen, verdiente aber pro Online-Reklame weniger Geld. Google musste anderen Firmen eine höhere Umsatzbeteiligung zahlen, damit diese Kunden zu der Online-Suchmaschine weiterleiten. Diese als TAC bekannten Kosten spielen eine immer größere Rolle und drücken auf die Rentabilität: Bei Google sind sie auf Jahressicht um 13 Prozent gestiegen.

Trotz der höheren Kosten läuft Googles Haupteinnahmequelle - das Werbegeschäft - insgesamt noch rund. Der Umsatz legte im ersten Quartal um 17 Prozent auf 20,26 Mrd. Dollar (17,84 Mrd. Euro) zu. Der starke Dollar bremste das Unternehmen aber.

Analysten hatten sich mehr erhofft. Die Aktie fiel deshalb im nachbörslichen US-Handel um 6 Prozent. Anders als im Februar liegt Google bei der Marktbewertung mit knapp 530 Mrd. Dollar wieder hinter Apple. Der iPhone-Konzern ist derzeit 587 Mrd. Dollar wert. Zum Vergleich: Schweden kam laut Weltbank 2014 auf eine Wirtschaftsleistung von 570 Mrd. Dollar.

Im ersten Quartal fiel der Durchschnittspreis für Werbeanzeigen um neun Prozent. Das führte dazu, dass die Anzeigenzahl zwar um 29 Prozent anzog, Googles Werbeeinnahmen aber nur um 16 Prozent auf gut 18 Mrd. Dollar.

Die Krux mit dem mobilen Geschäft

Die höheren TAC-Ausgaben hängen vor allem damit zusammen, dass ein immer größerer Teil der Werbung auf Smartphones und Tablets läuft. Bei diesen Geräten kommen Anzeigen noch häufiger vor, bei denen Reklame von automatisierten Systemen gekauft und aufgespielt wird. Brian Wieser vom Analysehaus Pivotal geht daher nicht von stabilen Margen aus. Trotzdem werde Googles Werbegeschäft lukrativ bleiben.

Dies zeigte auch das erste Quartal: Der Gewinn kletterte um fast 20 Prozent auf 4,21 Mrd. Dollar. Analyst Martin Pyykkonen vom Wertpapierhandelshaus Rosenblatt Securities sagte, die negativen Währungseffekte seien überraschend hoch gewesen. Ansonsten hätte Google auch die Erwartungen der Wall Street übertroffen. Zum Vergleich: Der stark unter Druck stehende Internet-Pionier Yahoo, der sein Kerngeschäft zum Verkauf gestellt hat, kam im ersten Quartal auf Erlöse von knapp 1,1 Mrd. Dollar, ein Rückgang von 11 Prozent.

Dank des seit Jahren lukrativen Werbegeschäfts kann sich Google teure Zukunftsprojekte leisten. Allein im Anfangsquartal sorgten diese zusammen für Verluste von 802 Mio. Dollar, nachdem es im Vorjahreszeitraum 633 Mio. Dollar waren. Der Umsatz verdoppelte sich hier in etwa auf 166 Mio. Dollar. Google arbeitet unter anderem wie Apple an selbstfahrenden Autos. Darüber hinaus will der Konzern Drohnen und Ballons auf den Markt bringen, die Menschen in jedem entlegenen Winkel der Erde mit einem Internetzugang versorgen. Zum Geschäft gehört auch der Thermostat-Anbieter Nest, der von Google 2014 für mehr als 3 Mrd. Dollar übernommen wurde.

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