Glücksspiel, Griechenland, Grüne Messe: Das bringt die Woche

Glücksspiel, Griechenland, Grüne Messe: Das bringt die Woche

Die weihnachtliche Ruhe ist vorüber, die Woche wieder mit zahlreichen Terminen gefüllt. Zahlreiche Rück- und Ausblicke stehen an, darunter die Inflationszahlen für Dezember und das Gesamtjahr 2014. Die EU gibt die formale Grundlage für ihr Investitionsprogramm über 315 Mrd. Euro bekannt. Im Nationalrat gibt es eine Sondersitzung zur Einrichtung des Hypo-U-Ausschusses. An den Börsen sorgt man sich wegen Griechenland.

Das Thema Glücksspiel in Wien geht weiter. Die großen Messen wie die Auto Show in Detroit oder die Internationale Grüne Woche in Berlin gehen ebenso über die Bühne wie die Vienna Auto Show in Wien, die Hoteliersvereinigung tagt in Kitzbühel. In den USA beginnt die Berichtssaison mit den Jahresergebnissen für 2014. Der Generalanwalt des EuGH äußert sich zu den Anleihekäufen der EZB und gibt damit eine Orientierung, wie das Programm nach Europarecht eingestuft werden könnte.

Am Montag startet die Auto Show in Detroit (bis 25.1.) mit den Medientagen, der ÖHV-Kongress geht sogar schon am Sonntag los (bis Dienstag). AUA und ihre Mutter Lufthansa publizieren Verkehrszahlen für 2014, die Sektion 8 äußert sich zum Glücksspiel in Wien. Die Immobilientreuhänder geben einen Ausblick auf 2015.

Dienstag: Autohandel und Agrana

Die EU-Kommission wird am Dienstag detaillierte Vorschläge für ihr geplantes Investitionsprogramm EFSI über 315 Mrd. Euro bis 2017 vorlegen. Agrana publiziert die Ergebnisse der ersten drei Quartale 2014/15. Ex-IHS-Chef Keuschnigg stellt sich im Klub der Wirtschaftspublizisten Medienfragen. Ausblicke gibt es von CBRE auf den Immobilienmarkt und von Allianz Invest auf den Aktienmarkt. Im Vorfeld der Vienna Auto Show gibt es eine Vorschau auf den österreichischen Autohandel 2015. Die WKÖ veröffentlicht die regelmäßige Untersuchung der Gewerbekonjunktur. In Klagenfurt geht der Paradiso-Prozess weiter (auch Donnerstag).

Die Sondersitzung des Nationalrates zur Einrichtung eines Hypo-Untersuchungsausschusses wird am Mittwoch ein großes Thema. Bilanzen ziehen etwa das Normungsinstitut, der Einzelhändler Pfeiffer, das Donau-Soja-Institut und der Kfz-Handel über 2014, das Erste Asset Management gibt Tipps für 2015. In Luxemburg äußert sich der EuGH-Generalanwalt über die Anleihenkäufe der EZB.

Donnerstag und Freitag: Umwelt und Inflation

Am Donnerstag informiert Umweltminister Rupprechter über wirtschaftliche Folgeschäden des Klimawandels. Bundesfinanzierungsagentur-Chefin Oberndorfer kommt in den Club der Wirtschaftspublizisten, die Pensionskassen ziehen Bilanz, Ruefa berichtet über Reisetrends. Der Prozess der Kommunalkredit gegen Ex-Chef Platzer und andere geht weiter (auch Freitag).

Die Inflationsrate 2014 wird am Freitag publiziert - für die EU inklusive Österreich wie auch für die USA. SBO hat Jahreszahlen, die Erste Bank stellt die Frage, inwieweit Österreich bereit ist für Banking mit Google und Facebook. Die weltgrößte Agrarmesse "Grüne Woche" startet (bis 25.).

Deutsche Börsianer sorgen sich wegen Griechenland

Die Dax -Anleger dürften in den ersten Handelswochen des neuen Jahres Vorsicht an den Tag legen. Die Angst vor einem Ende der griechischen Sparpolitik und die Unsicherheit über den geldpolitischen Kurs der EZB sollten erst einmal für eine abwartende Haltung sorgen, prognostizieren Börsianer. Insgesamt gehen viele Analysten jedoch davon aus, dass der Dax sich langfristig weiter nach oben arbeiten dürfte - "vor allem dank einer anziehenden US-Konjunktur", sagt NordLB-Analyst Tobias Basse.

Nach Einschätzung von Asoka Wöhrmann, der bei der Deutschen Asset & Wealth Management die Investitionsentscheidungen verantwortet, führte 2014 an Aktien kein Weg vorbei. "Und diese Aussage gilt auch für 2015", betont der Experte. Von Reuters befragte Analysten gehen davon aus, dass der deutsche Leitindex Ende diesen Jahres auf 10.800 Punkte steigen wird. 2014 hatte er 2,7 Prozent auf 9805,55 Zähler gewonnen, in den USA legte der Dow-Jones-Index 7,5 Prozent zu.

Damoklesschwert Griechenland

Für Unruhe an den europäischen Märkten sorgte zuletzt die vorgezogene und dann gescheiterte Präsidentenwahl in Griechenland. Nun stehen am 25. Januar Neuwahlen ins Haus. Zur stärksten Kraft könnte dabei Umfragen zufolge das Linksbündnis Syriza werden, das die Vereinbarungen mit den internationalen Kreditgebern ändern und den Sparkurs lockern will. Das schüre Ängste vor einem Wiederaufflammen der Euro-Krise, erläutert ein Händler. Griechenland wird seit 2010 mit zwei Rettungsprogrammen in Höhe von 240 Milliarden Euro von den Partnern aus der EU und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über Wasser gehalten.

Als Heilsbringer erscheint vielen Investoren vor allem die Europäische Zentralbank (EZB), schließlich will EZB-Chef Mario notfalls noch schwerere Geschütze im Kampf gegen die drohende Deflation - eine Spirale fallender Preise und rückläufiger Investitionen - auffahren. Als wahrscheinlichste Maßnahme gilt der Kauf von Staatsanleihen nach dem Vorbild der Notenbanken aus den USA und Großbritannien. In einem "Handelsblatt"-Interview erklärte Draghi zuletzt, die Zentralbank befinde sich in technischen Vorbereitungen, um Umfang, Tempo und Zusammensetzung ihrer Maßnahmen im Kampf gegen die niedrige Inflation bei Bedarf Anfang 2015 zu verändern. Das nächste Mal entscheidet sie am 22. Januar über ihren geldpolitischen Kurs.

Konjunkturmotor USA

Von weiteren Konjunkturdaten aus den USA erhoffen sich Börsianer eine Bestätigung des Aufschwungs. Im Fokus steht vor allem der Arbeitsmarktbericht für Dezember, der am Freitag vorgelegt wird. Zwei Tage zuvor liefern die Zahlen der privaten Arbeitsagentur ADP bereits Hinweise auf die offiziellen Daten. Ebenfalls am Mittwoch veröffentlicht die US-Notenbank die Protokolle ihrer jüngsten Sitzung. Börsianer werden den Text auf Signale für den Zeitpunkt der geplanten Zinserhöhung abklopfen.

In New York warten die Anleger darauf, dass die Technologiebörse Nasdaq ähnlich wie zuletzt der Dow-Jones oder S&P-500 auf Rekordjagd gehen wird. Der bisherige Höchststand wurde im März 2000 mit 5132,52 Punkten erreicht. Am letzten Handelstag 2014 schloss der Nasdaq bei 4736 Stellen. Um ein Rekordniveau zu rechtfertigen, müssten die Firmen nun entsprechende Geschäftszahlen vorlegen, sagt Investmentstratege Jack Ablin von der BMO Private Bank. Viele Börsianer fragen sich, wann der große Durchbruch bei den Biotechwerten kommt, die im abgelaufenen Jahr kräftige Kursverluste verzeichneten.

Ob Schwergewicht Apple die Nasdaq weiter nach oben ziehen wird, steht infrage. Experten bezweifeln, dass das wertvollste börsennotierte US-Unternehmen nach sechs Jahren mit Kursgewinnen in Folge weiter zulegen wird. Die iWatch werde voraussichtlich nicht zum ganz großen Verkaufsschlager, sagt Analystin Kim Forrest von Fort Pitt Capital Group.

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