Glaubwürdigkeit: Wem die Österreicher trauen

Das Meinungsforschungsinstitut SORA ist der Frage nachgegangen, wem die Österreicher trauen. Aus der Wirtschaft schneiden im Glaubwürdigkeits-Ranking 2016 Lebensmittel-Handelsketten besonders gut ab. Banken trauen die Österreicher dagegen nicht wirklich über den Weg.

Lebensmittel-Einkauf

Lebensmittel-Einkauf: Eine Frage des Vertrauens

Werbung wirkt, doch in manchen Fällen reicht auch die beste Werbung nicht. Auf diesen einfachen Nenner lässt sich das aktuelle, vom Meinunsgsforschungsinstitut Sora veröffentlichte Glaubwürdigkeitsranking 2016 zusammenfassen. Zumindest was die Wirtschaft und die bewerteten Unternehmen betrifft.

Als die glaubwürdigste aller Branchen ist in dem Ranking der Lebensmittelhandel hervorgegangen. Die großen drei der heimischen Branche, Hofer, Spar und Rewe (mit der Marke Billa) schneiden dabei am besten ab. 82 Prozent der Befragten halten Hofer, 80 Prozent Spar und 71 Prozent Billa für glaubwürdig.

Wie vertrauensstiftend Werbung ist zeigt jedoch am besten das Beispiel der voestalpine. Der Stahlkonzern, der über Jahren hinweg mit gezielten, auch im Fernsehen präsenten Kampagnen ein positives Markenimage rund um die Werte "Innovation", "Fortschritt" und "Verantwortung" aufgebaut hat, wird von 70 Prozent der Befragten für glaubwürdig gehalten. Das ist der beste Wert unter den Industrieunternehmen. Zum Vergleich: Bei Siemens liegt der Wert aktuell bei 60 Prozent, bei der OMV und beim Ziegelhersteller Wienerberger jeweils bei 55 Prozent.

Ebenfalls von der eigenen Imagewerbung ("Danke, Wasserkraft!") profitiert hat der Verbung, der unter allen Energieversorgern mit 67 Prozent Zuspruch am besten abschneidet. EVN (57%) und Wien Energie (45%) liegen dagegen zurück.

Image-Verlierer

Nach den negativen Schlagzeilen für die Autoindustrie erscheinen die relativ niedrigen Werte für die abgefragten Hersteller als logische Konsequenz: Während BMW, Mercedes (je 59 %) und Audi (55 %) Werte im Mittelfeld erzielen, ist Volkswagen deutlich abgeschlagen: Die Wolfsburger werden nur noch von 35 Prozent der ÖsterreicherInnen als glaubwürdig eingeschätzt. Nach der Abgas-Affäre hat der Autokonzern also einiges zu tun, um das Vertrauen der Bevölkerung wieder zu gewinnen.

Ein Auto zu kaufen ist eine Sache, es zu finanzieren eine andere. Dabei hören die Österreicher allerdings nicht wirklich gerne auf Bankberater. Die Banken haben es immer noch nicht geschafft, den durch die Bankenkrise erlittenen Imageverlust wieder wettzumachen. Nur die Raiffeisen-Bank kann sich mit 58 Prozent im Mittelfeld behaupten. Die anderen abgefragten Banken finden sich durchwegs am unteren Ende des Unternehmensrankings: Erste Bank und BAWAK P.S.K. können 43 Prozent bzw. 40 Prozent von ihrer Glaubwürdigkeit überzeugen. Der Bank Austria UniCredit gelingt dies sogar nur bei jedem Dritten (33 %).

Institutionen und Politiker

Die besten Werte konnten in der Befragung übrigens die Feuerwehr (98 %) und das Rote Kreuz (93 %) erreichen. Die Polizei kommt auf 85 Prozent, das Bundesheer auf 74 Prozent.

Bei den Sozialpartnern, Interessensvertretungen und Serviceeinrichtungen liegt die Arbeiterkammer (75%) an der Spitze. Dahinter liegen die Wirtschaftskammer (65 %), das AMS finden (59 %) der ÖGB (52 %). Die Industriellenvereinigung halten 42 Prozent für glaubwürdig. Die katholische Kirche übrigens auch nur noch 46 Prozent.

Bundespräsident Heinz Fischer sticht alle anderen aus: Drei Viertel (75 %) halten ihn für glaubwürdig. Hohe Neueinstiegs-Werte bekommen Bundeskanzler Christian Kern und der designierte Bundespräsident Alexander Van der Bellen: Jeweils knapp mehr als die Hälfte der ÖsterreicherInnen hält die beiden erstmals abgefragten Politiker für glaubwürdig (53 bzw. 52 %). Knapp dahinter Vizekanzler und ÖVP Parteichef Reinhold Mitterlehner (49 %). Abgeschlagen sind die Oppositionsparteien: Grünen-Chefin Eva Glawischnig 42 Prozent, NEOS-Vorsitzender Matthias Strolz 40 Prozent, FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache 35 Prozent. Noch ein gutes Stück dahinter rangiert die EU-Kommission. Nur jeder Vierte (25 %) findet sie glaubwürdig.

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