Geschäft mit Biodünger aus Oberösterreich blüht

Geschäft mit Biodünger aus Oberösterreich blüht

Das oberösterreichische Unternehmen Umweltpionier setzt auf Biodünger und verzeichnet jährlich zweistellige Wachstumsraten. Der Preis ist moderat, der Vorteil gegenüber konventionell, vielfach synthetisch erzeugtem Dünger, soll hoch sein.

Es wird nicht nur mehr Bio gegessen, auch beim Düngen von Gemüsebeeten und Rasen achten mehr Kunden darauf, ob es ohne chemische Zusätze hergestellt wird. Einer der Hersteller von Biodünger ist das oberösterreichische Unternehmen Umweltpionier. Das Geschäft mit der Ökoerde blüht. In den vergangenen zwei Jahren lag das Wachstum bei jeweils 15 Prozent. In ähnlicher Größenordnung legte der Umsatz des Unternehmens, das Anfang 2010 gegründet wurde, zu. Im Vorjahr hat das Unternehmen, das 2011 den Gründerpreis erhielt, bereits 64 Tonnen festen Dünger abgesetzt. Und das obwohl der Absatz großteils nur online erfolgt.

Das Mutterunternehmen Kamig wurde bereits im Jahre 1922 gegründet und fördert seit mehr als 90 Jahren Kaolin, Quarzsande und Tone aus einer Primärlagerstätte in Kriechbaum im unteren Mühlviertel.

Günstiger Vertriebsweg

Durch den schlanken Onlinevertrieb gelingt es den Düngeprofis aus Oberösterreich den Preis niedrig halten. So sind die Kosten für den Biodünger nicht höher als für durchschnittlichen Dünger. Rasendünger kostet beim Umweltpionier 2,60 Euro pro Kilo. Für einen 25 Kilo-Sack zahlt man demnach 64,90 Euro. Die herkömmlichen im Handel erhältlichen synthetischen Dünger kosten zwischen 0,60 und zehn Euro pro Kilo.

Dünger mit Vorsicht zu genießen

Die Vorteile von reinem Biodünger sollen hoch sein. Was dem einen oder anderen vielleicht gar nicht klar gewesen ist, aber viele Düngemittel werden synthetisch hergestellt. Und selbst wenn „bio“ auf dem Etikett steht, ist Vorsicht geboten. Denn so manche dieser Biodünger enthalten, wie die synthetisch hergestellten, auch organisch-mineralische Anteile. Doch diese Phosphatsalze binden sich leicht an Schwermetalle, wie Uran und Cadmium.

Von 20 von Ökotest geprüften Universaldünger waren zehn mit diesen Schwermetallen belastet. Auch rein organische oder rein mineralische Dünger erwiesen sich teilweise als kontaminiert. Cadmium und Uran landen so über den Dünger im Boden, werden dort von den Pflanzen wieder aufgenommen und landet so direkt im Essen.

Oberösterreichischer Dünger im weitesten Sinn als Lebensmittel eingestuft

Die oberösterreichischen Biodünger-Spezialisten Stephan Hinterkörner und Alexander Götzl von Umweltpionier betonen jedoch, dass ihr Dünger von sämtlichen Schadstoffen frei ist. „Es handelt sich um ein ökologisches Produkt aus Tonmineralien, rein pflanzlicher Organik und Mikroorganismen. Unser Naturdünger ist gänzlich schadstofffrei und enthält auch keine tierischen Anteile." Der Dünger von Umweltpionier ist biozertifiziert und laut Gutachten einer akkreditierten Prüfstelle auch als Lebensmittel im erweiterten Sinn eingestuft. „Unsere Produkte sind damit erwiesenermaßen von sämtlichen, bei Düngern normalerweise obligatorischen Kennzeichnungspflichten, befreit.“
Im Gegensatz zu organische Düngemittel, die tierische Anteile enthalten und als gesundheitsgefährdend für Mensch und Tier eingestuft werden. Diese sind laut dem österreichische Düngemittelgesetz kennzeichnungspflichtig. Etwa: “Für Kinder und Tiere unerreichbar aufbewahren.”


Viele Hobbygärtner wären allerdings erstaunt, wenn sie analysieren ließen, was ihr Boden wirklich braucht. Häufig ist nämlich gar nicht viel bis gar nichts. Denn die meisten Gärten sind bereits ausreichend mit Nährstoffen versorgt. Eine Untersuchung im deutschen Nordrhein-Westfalen zeigte, dass vier Fünftel der Gemüsebeete mit Phosphor überversorgt waren, drei Viertel wiesen zu viel Kalium, ein Viertel zu viel Magnesium auf. Ein ganz ähnliches Bild ergab sich in Bayern: Bei 86 Prozent der untersuchten Böden lag der Phosphatgehalt so hoch, dass die Besitzer sich auf Jahrzehnte das Düngen mit Phosphatdünger sparen könnten. Doch wenn schon Dünger, kann bio nicht schaden.

Wirtschaft

"Zwischenparken" beim AMS kostet jährlich 430 Millionen

Wirecard CEO Markus Braun

Wirtschaft

Wirecard - die Aufmischer im Zahlungsverkehr

Wirtschaft

Jobabbau bei kika/Leiner: Sozialplan für 1.121 Mitarbeiter