Gerangel um den Mindestlohn: Kosten bis zu 900 Millionen Euro

Gerangel um den Mindestlohn: Kosten bis zu 900 Millionen Euro

Exklusiv: Laut EcoAustria würde die Einführung eines landesweiten Mindestlohns von 1500 Euro bis zu 900 Mio. Euro kosten. Jeder zehnte Beschäftigte müsste mehr Geld als jetzt bekommen. Die Effekte sind strittig.

In irgendeiner Form wird er kommen, der vom Staat festgelegte Mindestlohn. Daran wird die Regierungskoalition ihr mühselig erzieltes Arbeitsübereinkommen wohl nicht scheitern lassen. Die Sozialpartner sind beauftragt, bis zum Sommer ein Abkommen über einen Mindestlohn von 1500 Euro im Monat auszuhandeln.

Die Gewerkschaft will nach wie vor 1.700 Euro Mindestlohn und damit mehr als das, was SPÖ und ÖVP den Sozialpartnern in deren Verhandlungs-Agenda geschrieben haben.

Tatsächlich wird bereits eifrig miteinander geredet. Wie in Österreich so üblich, tagt zunächst eine Arbeitsgruppe. Beschickt wird das Gremium mit Fachleuten von Arbeiterkammer (AK), Wirtschaftskammer (WKO) und Gewerkschaft (ÖGB). Die sollen dafür sorgen, dass die Regierung zur selbstverordneten Deadline im Juni eine Einigung verkünden kann.

Die Einführung eines Mindestlohns in Österreich in Höhe von 1500 Euro würde jährliche Mehrkosten von 900 Millionen Euro mit sich bringen. Dies hat das Wirtschaftsforschungsinstitut EcoAustria errechnet, wie der neue trend berichtet. Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) kommt, nur auf die Vollzeitbeschäftigten bezogen, auf 200 bis 300 Mio. Euro pro Jahr.

EcoAustria-Experte Tobias Thomas rechnet monatlich 1500 Euro Mindestlohn auf den - fiktiven - Stundenlohn herunter, eine arbeitnehmerfreundliche Variante, weil dann auch Teilzeitbeschäftigte davon profitieren würden. In Österreich würden somit 149.000 Vollzeit- und 207.000 Teilzeitbeschäftigte mehr Geld als jetzt bekommen, insgesamt ungefähr 356.000 Arbeitnehmer oder rund zehn Prozent aller Unselbständigen.


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trend 6/2017 vom 10.2.2017
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