Geldmaschine Facebook warnt vor härteren Zeiten

Facebook hat einmal mehr einen satten Umsatz- und Gewinnanstieg erzielt. Vor allem die Werbeerlöse via Smartphone hatten kräftig zugelegt. Doch das Unternehmen warnt vor zu großer Euphorie - für den Rest des Jahres 2017. Die Tochter WhatsApp hat derweil Verbindungsprobleme.

Geldmaschine Facebook warnt vor härteren Zeiten

Menlo Park. Nach einem kräftigen Gewinn- und Umsatzanstieg im Auftaktquartal stimmt Facebook seine Aktionäre auf härtere Zeiten ein. Für den Rest des Jahres 2017 blieb das weltgrößte soziale Netzwerk bei seiner Einschätzung, dass die Werbeerlöse deutlich langsamer zulegen dürften. Finanzchef David Wehner stellte die Investoren zudem auf höhere Ausgaben ein, die das Ergebnis belasten dürften.

Die Kosten dürften demnach in diesem Jahr 40 bis 50 Prozent zulegen verglichen mit 2016. Mit dem enttäuschenden Ausblick verprellte das US-Unternehmen die Anleger: Im nachbörslichen Handel am Mittwoch fiel die Facebook-Aktie um 2,4 Prozent auf 148,1 Dollar (135,64 Euro). Am Dienstag hatte das Papier auf einem Allzeithoch von 153,6 Dollar geschlossen.

Werbung auf Mobilgeräten bescherte Facebook zum Jahresauftakt einen Gewinnsprung. Unter dem Strich verdiente das soziale Netzwerk mit 3,06 Mrd. Dollar von fast 77 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie Facebook am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitteilte. Den Umsatz steigerte der Konzern von Mark Zuckerberg um gut 49 Prozent auf 8,03 Mrd. Dollar. Die Erlöse gehen fast völlig auf Werbeeinnahmen zurück, die Facebook inzwischen zu 85 Prozent mit Reklame auf Smartphones und Tablets erzielt.

Bereits im November hatte das Management aber von einer Verlangsamung des Wachstums gewarnt, weil das Unternehmen den Nutzern nicht unbegrenzt Werbeanzeigen zumuten könne. Manche Investoren haben sich schon seit geraumer Zeit die Frage gestellt, wie lange Facebook in dem Gebiet weiter wachsen kann. Die Werbeerlöse übertrafen dennoch mit 7,86 Mrd. Dollar die Analystenschätzungen, die bei 7,68 Mrd. Dollar lagen. Facebook hatte Ende März 1,94 Milliarden aktive Nutzer pro Monat. Das waren 17 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Gebühren für Anzeigen auf Handys hatten auch beim Internet-Riesen Google die Kassen klingeln lassen. Der Mutterkonzern Alphabet wies einen Umsatzsprung von rund 22 Prozent auf 24,75 Mrd. Dollar im ersten Quartal aus. Der Nettogewinn schoss sogar überraschend kräftig um 29 Prozent auf 5,4 Mrd. Dollar in die Höhe.

Facebook war zuletzt wegen der Verbreitung von Mord-Videos in die Schlagzeilen geraten und will nun mit 3.000 weiteren Mitarbeiter gegen Gewalt-Filme vorgehen.

WhatsApp im Off

Der Kurzmitteilungsdienst Whatsapp fiel weltweit während der Vorstellung der Quartalszahlen der Konzernmutter Facebook aus. Das Unternehmen nannte keinen Grund für die mehrstündige Panne. Die Störung wurde später behoben.

Mit seinem Wachstum lässt Facebook den Rivalen Twitter immer weiter hinter sich. Der Kurznachrichtendienst steigerte die Zahl seiner monatlich aktiven Nutzer im ersten Quartal um sechs Prozent auf 328 Millionen. Der Umsatz fiel erstmals seit dem Börsengang - und zwar um knapp acht Prozent auf 548,3 Mio. Dollar.

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Agatha Kalandra ist seit 2016 Partnerin und Leiterin des Management-Consulting-Teams von PwC Österreich. Sie verfügt über einen MBA in Controlling und Finance und mehr als 25 Jahre Berufserfahrung. Ihr Fokus liegt auf Finance-Transformation, HR-Transformation und Sustainability.

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