Gelddruckmaschine Facebook: Profit steigt auf mehr als 10 Milliarden Dollar

Gelddruckmaschine Facebook: Profit steigt auf mehr als 10 Milliarden Dollar

Dank Milliarden Freunde: 13 Jahre nach Firmengründung hat Facebook-Gründer Mark Zuckerberg die 10-Milliarden-Dollar-Grenze erreicht - beim Gewinn.

Im 13. Jahr des Bestehens hat Facebook eine kräftige Duftmarke gesetzt. Im Geschäftsjahr 2016 wurde der Gewinn um 177 Prozent auf 10,2 Milliarden Dollar gesteigert. Unkenrufen zum Trotz hat das Wachstum bei Facebook offenbar kein Ende. Heuer wird die US-Company zwar langsamer wachsen - auf "hohem Niveau" -, aber dafür mehr investieren.

Menlo Park. Facebook wächst und wächst und wächst - und fährt Milliardengewinne ein. Im 13. Jahr seines Bestehens hat die US-Company kräftig zugelegt: Der Jahresgewinn (Net Income) wurde um 177 Prozent auf 10,2 Mrd. Dollar gesteigert. Der Umsatz ist um 54 Prozent auf 27,6 Mrd. Dollar gestiegen. Das Wachstum hat bei Facebook trotz anderslautender Experteneinschätzungen offenbar kein Ende.

Das Erfolgsgeheimnis: Facebook wirbt sich reich mit Werbung. Das vor gut drei Jahren angekündigte Vorhaben, die Werbegeschäft verstärkt über mobile Geräte anzukurbeln, dürfte im Jahr 2016 nun voll aufgegangen sein.

Doch Facebook-Chef Mark Zuckerberg gibt sich geradezu bescheiden: Das Wachstumstempo und die Profite würden heuer etwas zurückgenommen werden. In einer Telefonkonferenz mit Analysten kündigt der Facebook-Gründer an, dass heuer die Ausgaben erhöht werden. Facebook investiert. Und auch bei der Auslieferung von Werbung will Facebook etwas das Tempo heraus nehmen. Das neue Zukunftsgeschäft sieht Facebook vor allem in Videos, wo das Unternehmen die Chancen noch nicht ausgereizt habe. Für den Bereich Video will Facebook neue Mitarbeiter einstellen.

Das Ergebnis im 4 Quartal zu Ende Dezember war bereits unter dem Durchschnitt des gesamten Geschäftsjahres 2016. Im November hatte Facebook bereits erklärt, dass die Werbeumsätze weniger stark wachsen werden.

Dennoch: Die Steigerungen gegenüber dem Vorjahresquartal können sich freilich noch immer sehen lassen. Der Umsatz ist um mehr als 50 Prozent auf 8,81 Mrd. Dollar (8,2 Mrd. Euro) gestiegen, teilte Facebook nach US-Börsenschluss mit. Die Werbeerlöse übertrafen mit 8,63 Mrd. Dollar die Analystenschätzungen, die bei 8,31 Milliarden lagen. Unterm Strich wurde ein Gewinn von 3,57 Mrd. Dollar geschrieben - das ist immerhin noch ein Plus von 128 Prozent gegenüber dem Schlussquartal 2015.

Alles Mobile

Facebook will weiter das Werbegeschäft über mobile Geräte forcieren, das Wachstum werde aber nicht weiterhin so stark zunehmen wie bisher. "Wir erwarten weiterhin, dass sich das Wachstum unserer Werbeerlöse im Jahr 2017 deutlich verlangsamen wird", erklärte Facebook nun in einer Telefonkonferenz. Facebook hatte im 4. Quartal erklärt, dass man den Kunden nicht noch mehr Werbeanzeigen zumuten könne.

Der aktuelle Quartalsbericht liest sich anders: Der Anteil der Werbeumsätze über mobile Geräte stieg im Schlussquartal 2016 von 80 Prozent vor einem Jahr auf 84 Prozent.

Videos gegen Google und Netflix

Zur weiteren Absicherung des Werbegeschäfts will Facebook das Video-Geschäft kräftig forcieren. Mit einem verstärkten Team will sich Facebook-Chef Zuckerberg offensiv gegen die Konkurrenz in Stellung bringen. Der Fokus werde auf der Entwicklung kurzer Original-Videos liegen, sagte Zuckerberg.

Damit könnte Facebook nicht nur der Videoplattform YouTube der Google-Mutter Alphabet Konkurrenz machen. Auch der Online-Videothek Netflix könnte dadurch ein Wettbewerber erwachsen.

Anstieg der Nutzer

Die Zahl der täglichen Facebook-Nutzer ist im Dezember um 18 Prozent auf 1,23 Milliarden Nutzer gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Die Zahl der Nutzer, die Facebook an mobilen Endgeräten nutzt steigt ebenso weiterhin an: Im Dezember 2016 ist die Zahl der Facebook-Nutzer an Smartphones oder Tablet-Rechner um 23 Prozent auf 1,15 Milliarden gestiegen.

Weniger Wachstum auf hohem Niveau

Auch Analyst Michael Pachter von Wedbush Securities rechnet heuer mit einer geringeren Wachstumsrate beim Umsatz. "Aber sie wird sehr hoch bleiben", sagte er. "Sie sind 2016 um 57 Prozent gewachsen, und unser gegenwärtiges Modell legt beim Umsatz ein Plus von 'nur' 38 Prozent im Jahr 2017 zugrunde. Das ist noch immer ziemlich beeindruckend."

Eine teure Baustelle

Ei nRechststreit ist ein Wermutstropfen in der Bilanz des Unternehmens. Bei der Entwicklung der Virtual-Reality-Brille der Tochter Oculus hat das Unternehmen unerlaubterweise Technologien von Oculus verwendet. Ein texanischen Gericht verurteilte Facebook zur Zahlung von 500 Mio. Dollar an die Spielefirma ZeniMax Media. Facebook hatte stets den Vorwurf zurückgewiesen, die Technologie von ZeniMax Media verwendet zu haben.

Kuriosum am Rande: Der von Zuckerberg gegründete Konzern hatte Oculus 2014 für rund 2 Mrd. Dollar von ZeniMax Media gekauft.

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