Gebrüder Weiss: 2017 stark expandiert, starker Umsatz

Gebrüder Weiss: 2017 stark expandiert, starker Umsatz

Das Vorarlberger Unternehmen expandiert groß in China und den USA.

Der Umsatz von Gebrüder Weiss, einem der größten Logistikunternehmen Europas, hat 2017 kräftig angezogen. Das Vorarlberger Unternehmen expandierte in großen Schritten, vor allem in den USA, China und Deutschland. Und wächst auch im Privatkundenbereich kräftig.

Gebrüder Weiss hat im Vorjahr kräftig an Umsatz zugelegt. Das internationale Transport- und Logistikunternehmen konnte seinen Umsatz um 14 Prozent steigern. Das ergibt einen vorläufigen Nettoumsatz rund 1,55 Milliarden Euro. Als Ursachen werden die gute Konjunktur und die regionalen Erweiterungen in Europa, Asien und Nordamerika sowie die jüngste Akquisition des Unternehmens in Süddeutschland genannt. Besonders der Bereich Landverkehr und Logistiklösungen hat hervorragend abgeschnitten und konnte in einem kompetitiven Umfeld den Umsatz um 15,6 Prozent auf 1.041,3 Millionen Euro steigern“ , bilanziert Wolfgang Niessner, Vorstandsvorsitzender bei Gebrüder Weiss.

Die Eigenkapitalquote wurde weiter leicht erhöht und beträgt nun stolze 59 Prozent. "Das unterstreicht die hohe finanzielle Stabilität des Unternehmens", so Niessner. Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stieg im Jahresvergleich um 4,7 Prozent auf 6.724.

Investitionsvolumen verdoppelt

65 Millionen Euro wurden zudem im Vorjahr in den Ausbau des Firmennetzwerks gesteckt. Damit haben sich die Investitionen gegenüber 2016 verdoppelt. Geld wurde in Standorte, Infrastruktur und Personal investiert. „Wir wollen weltweit einheitliche Qualitätsstandards in der Logistik liefern. Diesem Anspruch sind wir erneut ein gutes Stück näher gekommen.

2017 wurde zum einen das Netzwerk in Übersee ausgebaut. In den Vereinigten Staaten gründete der Logistiker eine eigene Landesorganisation mit der Zentrale in Chicago und weiteren Standorten in New York, Atlanta, Boston, Dallas und Los Angeles. Auch in den chinesischen Handelszentren verstärkte das Unternehmen seine Präsenz: Mit vier neuen Standorten in Hongkong,Shenzhen, Zhanjiang und Guangzhou erweiterte Gebrüder Weiss sein ostasiatisches Netzwerk und verfügt damit allein in China über 18 Standorte, die den Kunden neben Luft- und Seefracht-Services auch Logistiklösungen und lokale Distribution bieten.

Eine Lücke auf der Route der ehemaligen Seidenstraße zwischen Europa und Asien wurde mit der Gründung eines Repräsentationsbüros in Jerewan, Armenien, geschlossen. Einen weiteren Standort auf der arabischen Halbinsel eröffnete Gebrüder Weiss im Emirat Abu Dhabi.

In Deutschland ging Gebrüder Weiss mit vier neuen Air & Sea-Büros in Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt und München an den Start. Sein süddeutsches Landverkehrsnetz verdichtete der Logistiker durch die Übernahme der Deutsche Transport-Compagnie Erich Bogdan GmbH & Co. KG (DTC) mit Hauptsitz in Nürnberg. In Tirol wurde der Event- und Umzugslogistiker Kapeller als 100-prozentige Tochter in das Gebrüder Weiss-Netzwerk integriert. Zudem vergrößerte das Unternehmen seine Logistikanlagen in mehreren Niederlassungen in Österreich, Tschechien und Rumänien.

Ganzheitliche Services gefragt

Auch das Leistungsportfolio wurde weiter ausgestaltet. „Die Beherrschung der gesamten Logistikkette liefert vielen global aufgestellten Unternehmen heute einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil“, erläutert Niessner. „Daher agieren wir für eine zunehmende Anzahl unserer Kunden nicht nur als Transportunternehmen im klassischen Sinn.“ Vielmehr seien heute branchenspezifische Logistiklösungen gefragt. Daher hat das Unternehmen für die Branchen High-Tech und Automotive jeweils eigene Competence Cluster gegründet, welche die speziellen Anforderungen dieser Industriezweige analysieren und dafür ganzheitliche Lösungen entwickeln.

Zu den Services für Technologieunternehmen zählen neben klassischer Lager-, Beschaffungs- und Distributionslogistik auch Sicherheitskonzepte und technische Distribution inklusive der Installation elektronischer Großgeräte. Das Automotive-Serviceportfolio umfasst unter anderem Just-in-Time-Lieferungen direkt zum Werk, Inhouse-Logistik und die Abdeckung länderübergreifender Regionen als Gebietsspediteur.

Pivatgeschäft hebt ab

Ebenfalls im Wachstum begriffen ist der Bereich „Home Delivery“. Unter dem Produktnamen GW pro.line home ermöglicht Gebrüder Weiss Logistikservices im Endkundenbereich. Vor allem Elektro- und Möbelhändler sowie E-Commerce-Unternehmen haben im vergangenen Jahr diese Dienstleistungen in Anspruch genommen. So konnte der Logistikexperte mit rund 300.000 abgewickelten Sendungen auch 2017 seine Position als österreichischer Marktführer in diesem Geschäftssegment behaupten. Neben Österreich werden die GW pro.line home-Services derzeit in Tschechien, Serbien, Kroatien, Ungarn und der Slowakei ausgerollt.

Beim Gebrüder Weiss Paketdienst (GWP) ist der Privatkundenanteil durch zusätzliche innovative Services um neun Prozent gestiegen. Insgesamt verzeichnete DPD in Österreich ein Paketmengenwachstum von über drei Millionen auf insgesamt 46,5 Millionen Pakete.

Das Gebrüder Weiss-Tochterunternehmen inet-logistics wurde Mitte 2017 mehrheitlich an Castik Capital veräußert. Mit dem zusätzlichen Kapital des Luxemburger Wachstumsfonds will das Softwareunternehmen seine Stellung als einer der weltweit führenden Anbieter von cloudbasierten Transport Management-Systemen und Frachtportalen weiter ausbauen.

Siehe auch trend.at Interview mit Heinz Senger-Weiss, Vorstand im Logistikunternehmen:"Transport mit Roadpricing zu steuern, ist zu wenig"

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