Gastro- und Hotel-Lockdown verlängert: Nur Gastgärten öffnen zu Ostern

Die Regierung lässt vorerst nur kleine Öffnungsschritte aus dem Corona-Lockdown zu. Die Gastronomie darf zu Ostern ihre Schani- und Gastgärten wieder öffnen, der Innenbetrieb bleibt untersagt. Auch für die Hotellerie gibt es noch kein konkretes Öffnungsdatum. Wien will öffentliche Schanigärten einrichten.

Gastro- und Hotel-Lockdown verlängert: Nur Gastgärten öffnen zu Ostern

Nur einen kleinen Schritt aus dem Corona-Lockdown gibt es für die krisengeplagten Gastronomen: Zu Ostern, also in rund vier Wochen, sollen die Gast- und Schanigärten öffnen dürfen. Der Innenbetrieb bleibt jedoch weiterhin untersagt. Und ganz fix sind auch diese Öffnungsschritte noch nicht, denn bis zu ihrem Inkrafttreten sind noch zwei bis vier Wochen Zeit und wenn es zu exponentiellem Wachstum kommt, wird man auf die Lockerungen verzichten müssen.

Lediglich in Vorarlberg, dem Bundesland mit den niedrigsten Fallzahlen (knapp 70 Infektionen auf 100.000 Einwohner) soll es mit 15. März größere Lockerungen geben. Die Gastronomie soll zur Monatsmitte auch in Innenräumen öffnen.

Die Stadt Wien wird nun öffentliche Schanigärten einrichten und will so Gastronomen, die keinen eigenen Gast- oder Schanigarten haben, eine Möglichkeit zur Wiederaufnahme des Betriebs zu geben. "Wir prüfen, wie weit wir öffentliche Räume für die Gastronomie zur Verfügung stellen können, auch darüber hinausgehende Plätze, die von Gastronomen bespielt werden können", kündigte Bürgermeister Michael Ludwig an. "Es ist sinnvoller, es gibt Spielregeln, an denen sich auch die Konsumentinnen und Konsumenten orientieren können, als es gibt einen Wildwuchs an Treffen, die irgendwo im halböffentlichen Raum stattfinden."

Für die übrige Gastronomie, den Tourismus und die Kulturszene geht die Fastenzeit wohl nach Ostern weiter. Bundeskanzler Kurz äußerte nur die Hoffnung, dass man hier im April Schritte aus dem Lockdown wird setzen können. Versprechen könne er nichts. Das Oster-Geschäft ist für die Hotellerie ohnehin bereits gelaufen. Die Hoffnung, dass Richtung Sommer alles besser wird, hat Kurz noch nicht aufgegeben. Jede Impfung bringe Österreich "einen Schritt mehr in Richtung Normalität".

Enttäuschte Gastronomie

Die Gastronomie ist von den Entscheidungen der Bundesregierung schwer enttäuscht. Die Öffnung der Gastgärten zu Ostern reiche nicht. Viele Betriebe hätten keinen Außenbereich oder dieser sei zu klein, um die Öffnung wirtschaftlich darstellen zu können, sagte Wirte-Sprecher Mario Pulker am Montagabend zur APA. Die Öffnung der Schanigärten mit Beginn der Osterferien am 27. März sei "ein Tropfen auf dem heißen Stein" und "ein Schlag in die Magengrube", beschrieb Pulker, der eine Aufstockung der Hilfsgelder forderte. Die Gastronomie ist seit 17 Wochen geschlossen, Pulker geht nun davon aus, dass mindestens weitere sechs Wochen dazukommen.

Für die Gastronomie in Innenräumen sowie für die Hotels hat die Regierung am Montagabend den April als Ziel für weitere Öffnungsschritte genannt, jedoch kein konkretes Datum. Pulker sagte, er hätte damit leben können, wenn die Regierung bei erneuten Beratungen am 15. März eine Öffnung mit 1. April ins Spiel gebracht hätte. "So aber werden wir weiter blind zurückgelassen", monierte der Branchenvertreter.

Der Befürchtung mancher Gastronomen, dass sich das Öffnen der Gastgärten alleine nicht lohnt und sie zudem um staatliche Corona-Hilfen umfallen könnten entgegnet Finanzminister Gernot Blümel, dass für die Hilfen keine formale Schließung erforderlich sei, sondern der Umsatzrückgang. "Die Höhe des Ausfallsbonus und die Höhe des Fixkostenzuschusses bemisst sich am Rückgang des Umsatzes", betont Blümel.

Von "Frustration und Enttäuschung" sprach auch Hotellerie-Fachverbandsobfrau Susanne Kraus-Winkler am Montag in einer Mitteilung. "Mit jeder weiteren Verschiebung verlieren immer mehr Betriebe, aber auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Vertrauen in eine planbare, baldige Öffnung. Je länger eine solche rausgezögert wird, um so schwieriger wird es auch, Mitarbeiter zu halten oder für die kommende Saison zu finden." Die Branche habe ihre Hausaufgaben gemacht und habe Präventions- und Hygienemaßnahmen vorbereitet. "Gemeinsam mit Eintrittstests sowie Abstands- und Maskenpflicht hätten wir unseren Gästen größtmögliche Sicherheit bieten können."

Ruf nach weiteren Öffnungen

Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer kann der Öffnung der Gastgärten etwas Positives abgewinnen, wie er zur APA sagte: "Jetzt haben wir den Fuß in der Tür. In einem nächsten Schritt bringen wir die Gäste in die Lokale, Hotels und Veranstaltungssäle." Die Wirtschaftskammer-Spitze fordert weiter einen Stufenplan für Öffnung aller Branchen und verweist darauf, dass zwei Drittel aller Ansteckungen im privaten Bereich stattfinden würden. "Illegale Treffen und Feiern ohne Tests und ohne Sicherheitsmaßnahmen sind das viel größere Risiko als eine Öffnung auf Basis aller Konzepte, die bereits im Sommer funktioniert haben und laufend weiterentwickelt, nachgeschärft und vielfach behördlich genehmigt wurden", so WKÖ-Generalsekretär Karlheinz Kopf in einer Aussendung.

Der Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Robert Seeber, will von der Regierung "endlich eine verbindliche Zusage zum raschen und dauerhaften Wiederöffnen". Zu dem angekündigten Probelauf in Vorarlberg brauche es nun dringend eine Perspektive für alle Tourismusbetriebe in ganz Österreich. "Wenn wir die notwendigen Spielregeln einhalten, ist ein sicheres Öffnen und Offenhalten möglich", glaubt Seeber. "Es ist notwendig und längst überfällig, dass nun endlich ein konkretes Datum fixiert wird und bis dahin die Unterstützungen verbessert sowie rasch und unbürokratisch abgewickelt werden. Bei der Kurzarbeit sind tourismusspezifische Adaptierungen notwendig ebenso wie Liquiditätshilfen für den Restartprozess."

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