Gas-Pipeline-Gesellschaft Nord Stream 2 AG ist insolvent

Nach dem Aus für die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 ist die Eigentümergesellschaft insolvent. Der Kanton Zug hat die Insolvenz bestätigt. Die 140 Mitarbeiter wurden gekündigt. Die OMV hatte rund 730 Mio. € investiert.

Gas-Pipeline-Gesellschaft Nord Stream 2 AG ist insolvent

Die Nord Stream 2 AG, Eigentümergesellschaft der Gas-Pipeline, die russisches Erdgas über die Ostsee nach Deutschland bringen hätte sollen, ist in Konkurs. Die Pleite kommt nur wenige Tage nachdem der Deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz das Projekt wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine gestoppt und die USA und die EU ihre Sanktionen gegen Russland verhängt haben.

Der Kanton Zug hat die Pleite bereits bestätigt. Derzeit wird mit Finanzberatern derzeit daran gearbeitet, die Verbindlichkeiten zu ordnen. Die Arbeitsverträge mit den mehr als 140 Mitarbeitern am Firmensitz in Zug hat Nord Stream 2 bereits gekündigt.

Das von der Nord Stream 2 AG mit Sitz im Schweizer Kanton Zug gegründete deutsche Tochterunternehmen Gas for Europe in Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) hat seinen Betrieb vorerst eingestellt. "Aufgrund der Situation bei der Nord Stream 2 AG sind die Aktivitäten der Gas for Europe GmbH gestoppt", bestätigte ein Sprecher.

Rückschlag für Gazprom

Die Nord Stream 1 und 2 Gas-Pipelines von Russland nach Deutschland

Die Nord Stream 1 und 2 Gas-Pipelines von Russland nach Deutschland

Die bereits fertiggestellte Gas-Pipeline Nord Stream 2 gehört dem staatlichen russischen Gaskonzern Gazprom. Das 11 Milliarden Dollar (knapp 10 Mrd. Euro) schwere Projekt wurde zur Hälfte von den Energie- und Ölriesen Shell, OMV, Engie, Uniper und Wintershall DEA finanziert. Russland wollte mit der 1.230 Kilometer langen Pipeline durch die Ostsee die Kapazität der Erdgas-Lieferungen nach Deutschland verdoppeln.

Früheren Angaben zufolge hat die OMV rund 730 Mio. Euro der rund 9 Mrd. Euro teure Leitung finanziert. Konzernchef Alfred Stern sagte kürzlich, dass die OMV bereits im vergangenen Jahr erste Rückzahlungen ihres Kredits erhalten habe. OMV sah zuletzt keinen Abschreibungsbedarf.

Das US-Finanzministerium hatte als Teil der Sanktionen gegen Russland in der vergangenen Woche ultimativ die Abwicklung aller Geschäfte mit der Nord Stream 2 AG und deren Mehrheitsbeteiligungen bis 2. März verlangt. Nord Stream 2 war für eine Stellungnahme nicht erreichbar, Gazprom wollte sich nicht zu den Informationen äußern. Uniper erklärte, man wisse nichts von einem bevorstehenden Insolvenzantrag. Die übrigen Mitfinanziers waren nicht für Stellungnahmen erreichbar oder äußerten sich nicht.

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