Galeria Karstadt Kaufhof: Interessenten für Teile der insolventen Kaufhauskette

Bei der insolventen Deutschen Kaufhauskette Galeria Karstadt Kaufhof, die zum Reich des Tiroler Investors René Benko gehört, stehen gravierende Einschnitte an. Das Aachener Modehaus ist an mehreren Standorten interessiert.

Bei der Kaufhauskette Galeria Karstadt Kaufhof stehen tiefe Einschnitte an.

Bei der Kaufhauskette Galeria Karstadt Kaufhof stehen tiefe Einschnitte an.

Bei der zum Imperium des Tiroler René Benko gehörenden Deutschen Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof stehen aufgrund einer neuerlichen Insolvenz tiefe Einschnitte bevor. "Aufgrund der laufenden Gespräche mit Vermietern und möglichen Erwerbern steht zum jetzigen Zeitpunkt nicht fest, welche Filialen weiterbetrieben oder geschlossen werden", teilte Galeria mit.

Zu den Interessenten machte das Unternehmen zwar keine Angaben, das Dortmunder Modehaus Aachener hat aber bereits berichtet, dass es Gespräche zur Übernahme "einer größeren Zahl von Galeria-Standorten" führt. "Sollte es zu Übernahmen kommen, wird allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der betroffenen Filialen das Angebot gemacht, den Arbeitsplatz zu behalten", kündigte die Kette an.

Das Management und der Gesamtbetriebsrat haben sich Angaben der Warenhauskette zufolge mittlerweile zu einem Interessenausgleich und erste Eckpunkte eines Sozialplans geeinigt. Geschäftsführer und Arbeitsdirektor Guido Mager sah das als wesentliche Weichenstellung für das Fortbestehen von Galeria und um den Sanierungsplan umsetzen zu können.

Gewerkschaft an Benko: "Verantwortung übernehmen."

Die Gewerkschaft Verdi sieht hingegen weiterhin den Eigentümer in der Pflicht und pocht und auf Investitionen seitens René Benkos Signa. Verdi-Bundesvorständin Stefanie Nutzenberger: "Herr Benko hat eine Verantwortung für die Menschen bei Galeria als Eigentümer übernommen und es gibt die klare Erwartung, dass er dafür auch einsteht und nun endlich die notwendigen Investitionen vornimmt."

Die Deutschen Warenhausketten Galeria, Karstadt und Kaufhof wurden in der Corona-Pandemie zu Problemzonen im Reich des erfolgverwöhnten Tiroler Investors. Bereits im Juli 2020 hatte das Amtsgericht Essen erstmals ein Insolvenzverfahren über das Vermögen der Galeria Karstadt Kaufhof GmbH, der Karstadt Sports GmbH, der Le Buffet Restaurant & Café Gesellschaft mbH, der Karstadt Feinkost GmbH & Co KG sowie der DINEA Gastronomie GmbH eröffnet.

Im Rahmen der Ende September 2020 abgeschlossenen Verfahrens wurden dem Konzern mehr als zwei Milliarden Euro Schulden erlassen, 4000 Mitarbeiter verloren ihre Jobs, 40 Filialen wurden geschlossen. Mit Beschluss des Amtsgerichts Essen vom 30.9. 2020 wurden die Insolvenzverfahren gegenüber der Gruppe wieder aufgehoben. Doch die Probleme und die finanziellen Schwierigkeiten rissen nicht ab.

2021 verständigte sich Galeria mit dem deutschen Bund auf einen Kredit in Höhe von 460 Millionen Euro, im Jänner 2022 hat die Deutsche Regierung das Unternehmen mit weiteren 220 Millionen Euro gestützt. Dennoch musste die Kaufhauskette am 31. Oktober 2022 erneut um ein Schutzschirm-Insolvenzverfahren ansuchen. Diesmal wurden die hohen Energiekosten und der rückläufige Konsum wurden als Gründe genannt.


Mehr zum Thema

Signa-Chef René Benko: Immobilienmagnat und Kaufhauskönig [PORTRÄT]

Immobilientycoon und Signa Holding Chef René Benko

Immobilientycoon und Signa Holding Chef René Benko

Der Tiroler René Benko begann schon in jungen Jahren mit Immobilien zu handeln. Mit 20 war er Schilling-Millionär, mit 40 Euro-Milliardär. Ein Porträt.

Ökonomen heben die Inflationsprognose für den Euroraum wieder an

Die Inflationsprognosen für den Euroraum für das Jahr 2023 wurden wieder …

Georg Knill, Präsident Industriellenvereinigung (IV)
Massiver Fachkräfte- und Arbeitkräftemangel in der Industrie

Die Industriellenvereinigung (IV) schlägt Alarm. Der massive Fach- und …

Patricia Neumann, Generaldirektorin IBM Österreich
Patricia Neumann wird Vorstandsvorsitzende von Siemens Österreich

Die IBM Österreich Aufsichtsratschefin Patricia Neumann folgt Wolfgang …

Öl- und Gaspreishoch bescheren der OMV Milliardengewinne

Der Öl-, Gas- und Chemiekonzern OMV, an dem die Republik Österreich über …