Führungskräfte sind auch nur Menschen

Führungskräfte sind auch nur Menschen

Welche Motive und Sorgen das Management bewegen, wurde nun in einer Führungskräftebefragung erhoben.

Einfluss, Macht und Geld - das sind gemeinhin die Motivationen, die die Bosse antreiben, heißt es. Tatsächlich sind es für 45 Prozent der Manager die Gestaltungsmöglichkeiten, die die Chefetage bietet, gefolgt vom Spaß an der Arbeit. Erst an der dritter Stelle rangiert weit abgeschlagen und gleichauf mit Verantwortung und Ehrgeiz der finanzielle Anreiz.

Das erhob eine dem trend exklusiv vorliegende Studie der Linzer OTM Karriereberatung gemeinsam mit dem market-Institut. Um der Frage nachzugehen, wie Führungskräfte wirklich ticken, wurden 100 heimische Bosse per Onlineformular befragt. Ein nicht ganz leichtes Unterfangen, denn wer gibt schon gerne Schwächen zu, vor allem in einer Führungsposition? Möglich wurde das durch ausgeklügelte Fragestellungen.

Als besonders herausfordernd für ihre persönliche Situation empfinden es Führungskräfte, Gleichgewicht zwischen den unterschiedlichen Anforderungen im Unternehmen zu finden -wohl auch, weil 15 Prozent großen Zeitdruck verspüren, allen Managementaufgaben gleichzeitig gerecht zu werden. Das führt bei 24 Prozent der Befragten dazu, dass es ihnen schwer fällt, ein Gleichgewicht zwischen Delegieren und Führen und Verbinden von Selbst-und Fremdführung zu finden. Auch Arbeit und Freizeit auszubalancieren, stellt 18 Prozent vor Herausforderungen (siehe Grafik unten ).

In den Ängsten und Sorgen unterscheiden sich die Chefs kaum von den Mitarbeitern: Stress, Druck und wirtschaftliche Entwicklungen treiben rund drei Viertel der Führungskräfte um. Was den Chefitäten vorbehalten bleibt, sind hingegen Sorgen bezüglich der Einhaltung sämtlicher rechtlicher Vorschriften oder gar die persönliche Haftung. Das beschert ganzen 78 Prozent der Befragten mitunter die eine oder andere schlaflose Nacht.

Da erstaunt es wenig, dass sich vier von zehn Führungskräften auch Sorgen um die eigene Zukunft macht. "Verträge sind immer öfter auf wenige Jahre befristet. Die berufliche Zukunft kann sich daher schnell ändern", sagt Walter Reisenzein, Geschäftsführer von OTM.

Kein Wunder also, dass sich Führungskräfte auch mit der Frage auseinandersetzen, wie lange sie auf einen neuen Job warten müssten. 25 Prozent rechnen damit, dass die Jobsuche ein halbes bis ein Jahr beanspruchen könnte, während nur 19 Prozent mit einem kürzeren Zeitraum rechnen.

"Die Selbsteinschätzung ist durchaus realistisch", so Personalberater Reisenzein. Dass ältere Führungskräfte es auf der Jobsuche schwer hätten, ist für ihn "ausgemachter Stumpfsinn". Diese fänden durchaus wieder eine adäquate Stelle, die Suche dauere aber länger, weil Positionen auf diesem Gehaltsniveau eben rar seien. Gleich 20 Prozent würden sich nach dem Jobverlust gleich gar keine neue Stelle suchen, sei es weil die Pension ins Haus steht oder es sie in die Selbstständigkeit zieht.


Die Geschichte ist im trend Ausgabe 36/2017 am 8. September 2017 erschienen

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