Fresenius-Chef Schneider wird neuer Nestlé-Konzernchef

Nestlé beruft den bisherigen Chef des deutschen Gesundheitskonzerns Fresenius zum neuen Konzernlenker. Der 50-jährige Ulf Mark Schneider wird das Amt Anfang 2017 übernehmen. Er folgt auf Paul Bulcke, der nach acht Jahren an der Spitze Ende 2016 zurücktritt.

Fresenius-Chef Schneider wird neuer Nestlé-Konzernchef

Der Nahrungsmittelriese Nestlé (ISIN CH0038863350) bekommt einen neuen Konzernchef. Ulf Mark Schneider, bisher Chef des deutschen Gesundheitskonzerns Fresenius (ISIN DE0005785802), wechselt zur Nestlé. Der bisherige Konzernchef Paul Bulcke tritt mit Jahresende ab und will sich auf der Generalversammlung im kommenden Frühjahr zum neuen Verwaltungsratschef küren lassen.

Die Wahl von Schneider kommt überraschend. Viele Experten hatten darauf getippt, dass Nestlé in bewährter Manier einen internen Kandidaten wählt. Als Favoriten galten unter anderen Asien-Chefin Wan Ling Martello und Amerika-Chef Laurent Freixe. Doch der Verwaltungsrat entschied sich für einen konzernfremden Manager. "Das Board hat interne und externe Kandidaten geprüft und sich dann für Herrn Schneider entschieden", sagte ein Nestlé-Sprecher.

Keine strategische Neuausrichtung

An der Strategie des Nahrungsmittelriesen ändere sich damit nichts, erklärte die Firma. Unter dem neuen Chef will Nestlé die beiden Gesundheitssparten Health Science und Skin Health vollständig integrieren und direkt an den neuen Konzernlenker anbinden. Dieser bekam von seinem künftigen Chef Bulcke bereits eine große Portion Vorschusslorbeeren: "Ulf Mark Schneider bringt eine ganze Reihe von erwiesenen und anerkannten beruflichen und persönlichen Fähigkeiten ein, die die erfahrene Führungsriege und die Kultur des Unternehmens ausgezeichnet ergänzen", sagte Bulcke. Schneider soll bereits Anfang September zu Nestlé stoßen, um sich einzuarbeiten.

Nestlé hat das Gesundheitsgeschäft bereits in den vergangenen Jahren schrittweise ausgebaut. Im Gegenzug hatte sich der Konzern von weniger gewinnträchtigen Sparten getrennt. Hintergrund: Nach einem Lebensmittelskandal in Indien und wegen des sinkenden Appetits vieler Konsumenten auf Fertigprodukte steht er unter Druck. Für das laufende Jahr erwartet Nestlé ein stagnierendes organischen Wachstum von 4,2 Prozent. Es wäre das vierte Jahr in Folge, in dem der Konzern sein selbst gestecktes Wachstumsziel von fünf bis sechs Prozent verfehlt.

Schneider soll nun Abhilfe schaffen. Der deutsch-amerikanische Manager steht seit 2003 an der Spitze von Fresenius. Während seiner Amtszeit hat sich der Umsatz des Konzerns in etwa vervierfacht. Am Sonntag hatte das deutsche Unternehmen angekündigt, Schneider verlasse Fresenius Ende Juni auf eigenen Wunsch. Finanzvorstand Stephan Sturm übernimmt dort zum 1. Juli 2016 das Ruder.

TRIGOS 2022: Die nachhaltigsten Unternehmen Österreichs

TRIGOS 2022: Die nachhaltigsten Unternehmen Österreichs

Die TRIGOS-Sieger 2022 stehen fest: Bereits zum 19. Mal wurde heuer die …

Günther Ofner, der neue Aufsichtsratschef der Staatsholding ÖBAG

Günther Ofner, der neue ÖBAG-Aufsichtsratschef [Porträt]

Mit Flughafen-Chef Günther Ofner übernimmt ein äußerst erfahrener, …

Das Cyber-Risiko für Unternehmen ist zuletzt stark gestiegen. Dennoch bleiben effiziente Schutzmaßnahmen oft außen vor.

Cybercrime: Jeder kann das nächste Opfer sein

Die Bedrohung von Cyberattacken wächst. Hacker nehmen vermehrt kleinere …

KSV1870 Group CEO Ricardo-José Vybiral

"Unternehmen fordern eine Ausbildungsoffensive"

Ricardo-José Vybiral, CEO der KSV1870 Holding AG, im trend-Interview über …