Forum Alpbach: Startschuss für heikle Nachfolgediskussion

Vor dem Abschied von Franz Fischler Präsident des Europäischen Forums Alpbach bringen sich Freunde und Gegner seines Kurses in Stellung.

Forum Alpbach: Startschuss für heikle Nachfolgediskussion

Ex-EU-Kommissar Fischler hat dem Forum in den Tiroler Bergen seinen Stempel aufgedrückt – nicht allen hat das gefallen.

Franz Fischler dürfte sich sein Finale als Forum-Alpbach-Präsident ruhiger vorgestellt haben. Doch nachdem nun bekannt geworden ist, dass die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) ihr Sponsoring für das traditionsreiche Nachdenk-Event Ende August beendet hat, erklärte der einflussreiche PR-Berater Wolfgang Rosam via Twitter die Veranstaltung zum „Notfall“, an dem Fischler „maßgeblich Schuld“ trage.

Dem trend gegenüber legt der „Falstaff“-Verleger noch einmal nach: „Fischler ist übers Jahr praktisch nicht vorhanden, er kann schwer mit Kritik umgehen und sucht auch das Gespräch mit abgesprungenen Sponsoren nicht.“ Der Präsidentenwechsel 2021 sei eine „Chance für eine Neuausrichtung“.

Alpbach-General Philippe Narval ist um Beruhigung bemüht: Anders als berichtet, bleiben die großen österreichischen Banken als Sponsoren an Bord, das OeNB-Engagement belaufe sich auf 10.000 Euro, rund 0,3 Prozent des Alpbach-Gesamtbudgets. „Und wenn Führungspositionen wechseln, kann das schon einmal vorkommen“, so Narval. Seit Herbst 2019 hat die Notenbank mit Robert Holzmann einen neuen Gouverneur, bereits im Jahr davor hatte Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer an der Spitze des OeNB-Generalrats Claus Raidl abgelöst, seines Zeichens Alpbach-Vizepräsident. Unter Mahrer hatte sich die Wirtschaftskammer, davor die Industriellenvereinigung als Unterstützer des Forums verabschiedet.

Politisches Tauziehen

Längst geht es laut Insidern jedoch nicht mehr um eine sachlich-konstruktive Debatte über die Zukunft eines Thinktanks, sondern um politische Macht. „Kanzler Kurz und seine Leute wollen das Forum übernehmen“, glaubt etwa Hannes Androsch, Aufsichtsratspräsident des AIT, das die Technologiegespräche in Alpbach ausrichtet. „Entweder Alpbach funktioniert im Sinne der Message Control, oder man will es zerstören.“

Mit dem im Juli 2019 erstmals abgehaltenen Salzburg Summit gibt es inzwischen eine Art Gegenveranstaltung, zu der nach trend-Informationen 2020 auch langjährige Alpbach-Sponsoren wie OMV und Verbund stoßen sollen. Bestätigung dafür gibt es zwar nicht, IV-Generalsekretär Christoph Neumayer spricht aber von einer Weiterentwicklung: „Der Summit wird 2020 quantitativ etwas größer sein, aber in keinerlei Konkurrenz zu Alpbach stehen.“

Auslöser für die Angriffe ist natürlich der Kampf um die Nachfolge von Fischler – und womöglich auch Narval. Offizielle Kandidaten gibt es noch nicht, der bisher genannte Ex-Neos-Chef Matthias Strolz hätte wohl nur Außenseiterchancen. Einen „Superkapazunder“ wünscht sich Rosam, und auf die trend-Frage, ob jemand wie Ex-Erste-Chef Andreas Treichl darunter falle: „Treichl wäre ein Traum.“ Seine Weindegustation mit Partnern am Rande des Forums will der PR-Mann auch 2020 dennoch wieder durchführen.

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