Flugpläne über Bord: Airlines kappen Prognosen

Weltweit schrauben Fluglinien angesichts der Flugausfälle wegen der Corona-Epidemie ihre Erwartungen zurück. Bei der Lufthansa und der AUA werden Mitarbeiter nach Hause geschickt.

AUA-CEO Alexis von Hoensbroech

AUA-Chef Alexis von Hoensbroech muss wieder einmal auf Rückschläge reagieren.

Die Luftfahrtbranche rechnet angesichts der Corona-Epidemie im Jahr 2020 mit deutlichen Ergebnisrückgängen. Airlines in der Region Asien-Pazifik werden dem internationalen Airline-Verband IATA zufolge etwa 28 Milliarden weniger Umsatz haben als geplant, alle anderen rund 1,5 Milliarden Dollar.

United Airlines und Air New Zealand haben bereits ihre Gewinnprognosen gekappt. Air France KLM kalkuliert für das erste Quartal mit 150 bis 200 Millionen Euro weniger Betriebsergebnis und wird nicht-kritische Investitionen wie in neue IT oder Werbung zurückfahren. Virgin legt sieben Flugzeuge ihrer Billigmarke Tigerair still und kündigte an, die Kapazität im restlichen Geschäftsjahr um drei Prozent und im Folgejahr um fünf Prozent zu kürzen

AUA schickt Mitarbeiter nach Hause

Weil wegen des Stopps der China-Flüge zwei der zwölf Austrian Airlines Langstreckenjets am Boden stehen, haben rund 150 bis 200 Mitarbeiter keine Arbeit. Ihnen wird nun unbezahlter Urlaub, Blockteilzeit und Bildungskarenz angeboten.

Auch der Lufthansa-Konzern, zu dem die AUA gehört, reagiert entsprechend. Um Einnahmeverluste wegen des massiv reduzierten Asien-Verkehrs aufzufangen, hat man ein neues Kostensparpaket verfügt. Unter anderem würden jetzt alle geplanten Neueinstellungen nochmals überprüft, ausgesetzt oder auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Ab sofort wird konzernweit unbezahlter Urlaub angeboten, ebenso die Ausweitung von Teilzeit.

Die ab April geplanten Stations- und Flugbegleiter-Lehrgänge werden nicht durchgeführt. Die Kursteilnehmer der bereits laufenden Lehrgänge würden vorerst nicht in ein Beschäftigungsverhältnis übernommen. Ziel bleibe es jedoch, den Teilnehmern langfristig einen Arbeitsvertrag anbieten zu können. Bei der AUA wird der letzte derzeit laufende Flugbegleiter-Basiskurs ebenfalls abgebrochen und bei den 18 Teilnehmern das Arbeitsverhältnis im Probemonat aufgelöst.

Gespart wird außerdem in der Verwaltung: In den administrativen Bereichen kürzt Lufthansa das Projektvolumen um zehn Prozent, das Sachkostenbudget um 20 Prozent.

Flugplan über Bord

Wegen des Coronavirus hatte die Lufthansa-Gruppe bereits alle Flüge - von Lufthansa, AUA und Swiss - von und nach Festland-China bis zum Ende des Winterflugplans am 28. März gestrichen. Weil auch die Nachfrage nach Flügen von und nach Hongkong rückläufig ist, wurden von der deutschen Airline, ebenso wie bei der Swiss, auf dieser Strecke bereits Kapazitäten gekürzt. Weitere Frequenzanpassungen von und nach Frankfurt, München und Zürich seien geplant. Rein rechnerisch stehen zurzeit 13 Langstreckenflugzeuge der Lufthansa Group am Boden, schrieb der Konzern heute. Die Verbindungen nach Italien fänden wie gewohnt statt, betonte ein Lufthansa-Sprecher.

Ein Sprecher der schweizerischen Swiss erklärte, die Besatzung habe die Möglichkeit, auf Flügen nach Hongkong und Italien Schutzmasken zu tragen. Der Crew und den Passagieren empfehle die Swiss bestimmte Hygienemaßnahmen wie intensives Händewaschen.

Corona-Krisenplan vorerst bis Juni

Bei der AUA gilt das freiwillige Angebot zu Urlaub, Teilzeit oder Karenz zunächst für den Zeitraum April bis Juni. Darüber hinaus gibt es ab sofort einen absoluten Aufnahmestopp, auch für bereits geplante Einstellungen. Ob es bei dem "temporären Mitarbeiterabbau" bleibt, lässt sich laut AUA-Chef Hoensbroech zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. "Es kann gut sein, dass sich die Lage noch weiter verschärft."

Die derzeit in Europa erkennbaren Entwicklungen seien eher Anlass, noch beunruhigter zu sein. Hoensbroech: "Wir werden möglicherweise noch weitergehende Maßnahmen ergreifen müssen. Wenn es zu weiteren Reiseeinschränkungen kommen sollte und wir weitere Flüge aussetzen müssten, dann müssen wir diese Maßnahmen nochmals erheblich verschärfen", sagte Hoensbroech.

Bei der AUA läuft bereits seit Ende 2019 ein Sparpaket wegen des Preiskampfs mit den Billigfliegern. Der Airline hatten schon ohne Virusausbruch rote Zahlen gedroht. Bis Ende 2021 sollen 700 bis 800 Stellen wegfallen, bereits ab April will die Österreich-Flugtochter mit 90 Führungskräften weniger auskommen. Das Sparpaket könnte deshalb deutlich rascher abgearbeitet werden. "Wir machen das logischerweise so schnell wie möglich, aber grundsätzlich bleibt die Aussage 'bis Ende 2021' bestehen", so Hoensbroech.

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