Flüchtlinge: Millionengewinn für Betreuungsorganisation ORS

Flüchtlinge: Millionengewinn für Betreuungsorganisation ORS
Flüchtlinge: Millionengewinn für Betreuungsorganisation ORS

Ein Flüchtling im Erstaufnahmezentrum Traiskirchen, das die ORS Service GmbH betreut.

Das Geschäft mit der Betreuung von Flüchtlingen läuft gut: Die nicht unumstrittene ORS Service GmbH, unter anderem zuständig für die Stelle Traiskirchen, weist für das letzte Jahr bei einer Bilanzsumme von 12,1 Millionen einen Gewinn von einer Million Euro aus. Die Hälfte davon geht an die Gesellschafter.

Dass sich das Ergebnis heuer nicht gerade verschlechtern wird, ist anzunehmen. Denn die Aufgaben für die Schweizer Betreiberfirma sind durch den aktuellen Flüchtlingsstrom nicht weniger geworden, sondern sind ganz im Gegenteil etliche Betreuungseinrichtungen mehr zu betreiben als noch im Vorjahr.

Eigenen Angaben zufolge betreuen die rund 400 Mitarbeiter täglich rund 6.000 Asylwerber. Neben den etablierten Einrichtungen wie in Traiskirchen und Thalham ist ORS nun auch für die neu eingerichteten Verteilerzentren sowie für Kasernen-Quartiere wie etwa jenes in Klosterneuburg zuständig. Auch die Grundversorgungseinrichtung im slowakischen Gabcikovo wird von ORS betrieben.

Die ORS Service GmbH hat den Auftrag der Flüchtlingsbetreuung vom Innenministerium erhalten. Dieses zahlte 2014 knapp 21 Millionen Euro an das Unternehmen. Bezahlt wird an ORS ein "pauschaler Sockelbetrag", in dem die Betreuungskosten enthalten sind und der sich je nach Auslastung der Betreuungsstelle staffelt, sowie eine Tagespauschale, die pro Person und Tag ausgezahlt wird.

Doch die ORS-Quartiere stehen sowohl in der Schweiz als auch in Österreich nicht im besten Ruf. Das hat auch damit zu tun, dass man mit hilfsbereiten Menschen, die spenden und Kontakt zu Flüchtlingen suchen wollen, bisher wenig anzufangen wusste, wie das "profil" im August berichtete.

Karikative NGOs haben das Nachsehen

Dass die Flüchtlingsbetreuung in Österreich von gewinnorientierten Privatunternehmen organisiert wird, geht auf die Zeit von Innenminister Ernst Strasser (ÖVP) zurück. Anfang 2003 entschied die deutsche Organisation "European Homecare" die Ausschreibung über die Ausgliederung der Bundesbetreuungs-Einrichtungen für sich. Österreichische Hilfsorganisationen hatten sich mit einem Konsortium rund um das Rote Kreuz vergeblich beworben.

Freilich lief es dann auch mit European Homecare nicht immer reibungslos. So kündigten die Deutschen zwischenzeitlich ihre Verträge, da die Umsätze sich angesichts zu geringer Flüchtlingszahlen nicht nach ihren Vorstellungen entwickelt hatten. Bei einer Neuausschreibung im Jahr 2011 setzte sich letztlich die ORS durch, die sich in der Schweiz schon seit 1992 mit der Betreuung von Flüchtlingen beschäftigt.

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