"Firmen sollten ihre Kredite sofort ausschöpfen"

US-Großinvestor Bill Ackman ringt bei einer Live-Sendung um Fassung. Warum Amerika, ohne entschiedenes Handeln der Regierung nicht mehr so sein wird wie zuvor, was Firmen sofort tun sollten, welchen zuerst die Pleite droht, warum den Banken eine entscheidende Rolle zukommt und wie US-Banken heute dastehen.

"Firmen sollten ihre Kredite sofort ausschöpfen"

Dass erfahrene Finanzprofis live auf Sendung dermaßen um Fassung ringen, kommt auch in Zeiten großer Krisen nicht oft vor. "Die Hölle wird kommen", warnte US-Großinvestor Bill Ackman jüngst im Finanzsender CNBC. Firmen sollten sofort ihre Kreditlinien ausschöpfen, so der eindringliche Appell des Hedgefonds-Managers.

"Hotels und Restaurants werden zuerst pleitegehen, Boeing wird nicht ohne staatliche Rettung überleben." Ohne entschiedenes Handeln der Regierung werde Amerika - "wie wir es kennen" - nicht fortbestehen.

Banken zählen nicht zu den größten Problemfällen
Während es bei den staatlichen Nothilfen für eine Reihe von besonders stark von der Coronakrise betroffenen Wirtschaftszweigen wie der Luftfahrtindustrie, dem Gastgewerbe oder dem Tourismus nur noch um die Höhe und Bedingungen zu gehen scheint, zählen die Banken diesmal nicht zu den größten Problemfällen. Das gilt zumindest auf den ersten Blick. Anders als beim Häusermarkt-Kollaps und Lehman-Crash im Jahr 2008 geht die Krise nicht vom Finanzsektor aus. Doch wenn die Banken mitgerissen werden, würde sich die Lage drastisch verschärfen.


Banken waren 2008 und 2009 Teil des Problems, nun sind sie Teil der Lösung

Denn die Geldhäuser - besonders die großen Geschäftsbanken wie JPMorgan Chase, Bank of America, Citigroup oder Wells Fargo - stellen dem Rest der Wirtschaft überlebenswichtige Kredite zur Verfügung. Die Zentralbank Federal Reserve (Fed) hat die Leitzinsen bereits bis an die Nulllinie gesenkt und riesige Notfallprogramme aufgelegt, um die nötige Liquidität ins Finanzsystem zu pumpen. Jetzt kommt es auf die Kreditinstitute an. Für die Branche ist dies eine Chance, mal etwas Gutes zu tun. "Banken waren 2008 und 2009 Teil des Problems, nun sind sie Teil der Lösung", meint Analyst Mike Mayo von Wells Fargo.

Finanzaktien sind trotzdem die großen Verlierer
Diese Sichtweise wird von Anlegern bis jetzt aber offenbar nicht geteilt. Im großen Börsenausverkauf, der seit der globalen Ausbreitung des neuartigen Coronavirus im Gange ist, zählen Finanzaktien klar zu den Verlierern. Nach all den Stresstests und Kapitalvorschriften, die dem Finanzsektor im Zuge der großen Krise von 2008 auferlegt wurden, stehen die Banken nun vor ihrer ersten ernsthaften Belastungsprobe. Es stellt sich die Frage: Was haben die Maßnahmen gebracht - wie krisenfest ist das Finanzsystem wirklich?

Hohe Kapitalausstattung
Geht es nach den Finanzaufsehern oder den Banken selbst, ist der Sektor weitaus besser in Schuss als vor gut zehn Jahren. Beim jüngsten Stresstest kam die Fed im vergangenen Jahr zu dem Schluss, dass die größten US-Banken über eine starke Kapitalausstattung verfügen, die auch einer heftigen Rezession standhalten würde. "Die Ergebnisse bestätigen, dass unser Finanzsystem belastbar ist", erklärte Notenbanker Randal Quarles. Analysten meldeten sich nach dem jüngsten Finanzaktien-Absturz rasch zu Wort - Investoren würden überreagieren, die Situation sei nicht mit 2008 vergleichbar.

Viele hoch verschuldete Firmen
Fest steht jedoch auch: Große Kreditrisiken gibt es auch diesmal, gerade was riskantere Unternehmensfinanzierungen angeht. Wegen der sehr niedrigen Zinsen der vergangenen Jahre haben sich viele Firmen hoch verschuldet, das könnte sich in einem drastischen Krisenszenario rächen. Sollte der Finanzsektor erneut ins Wanken geraten, bräche eine entscheidende Versorgungsstütze der Realwirtschaft weg. Angesichts der Rekordgewinne und des vielen Geldes, das die US-Banken in den Boomjahren an ihre Aktionäre ausgeschüttet haben, wäre eine erneute Rettung kaum vermittelbar. Das gilt aber eigentlich auch für viele andere US-Konzerne wie etwa die Fluggesellschaften oder Boeing.

Dietrich Mateschitz bei Formel 1 Tests in Jerez, 2015

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