Fipronil: Eier-Skandal beschäftigt EU-Minister

Fipronil: Eier-Skandal beschäftigt EU-Minister

Von dem Skandal um mit Fipronil belastete Eier sind mittlerweile 45 Länder betroffen. Die EU-Agrarminister beschäftigen sich nun mit der Causa. Die in den Eiern gefundenen Mengen des Insektengifts sind Experten zufolge nicht gesundheitsschädlich.

Der Eier-Skandal, bei dem Eier mit dem Insektengift Fipronil verunreinigt wurden, ist nun auch Thema bei einem EU-Ministertreffen. Der für Lebensmittelsicherheit zuständige EU-Kommissar Vytenis Andriukaitis soll bei Gesprächen der EU-Agrarminister in der estnischen Hauptstadt Tallinn über die aktuelle Lage und die jüngsten Entwicklungen informieren.

Von dem Skandal sind mittlerweile 45 Länder betroffen. Österreich wurde Anfang August in den Skandal hineingezogen. Die oberösterreichische Lebensmittelaufsicht hatte als Reaktion eine Rückrufaktion für eine Charge aus den Niederlanden importierte Eier veranlasst. Frischeier sind von dem Skandal nicht betroffen. Bei den beanstandeten Produkten handelt es sich um gekochte und geschälte Eier, die in der Lebensmittelproduktion verwendet werden.

Nach den bisherigen Ermittlungen gelangte das Insektengift in die Eier, weil es unerlaubterweise zur Reinigung von Ställen eingesetzt wurde. Seit dem Bekanntwerden des Skandals wurden bereits riesige Mengen an Eiern vernichtet.

Die Experten der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) beruhigen: Fipronil ist weder krebserregend noch erbgutschädigend. Bei den Mengen Fipronil, die bisher in Eiern gefunden wurden, sei zudem von keiner gesundheitlichen Beeinträchtigung für Menschen auszugehen. Gehe man von dem höchsten in einem Ei gemessenen Wert aus, so wäre eine tägliche Aufnahmemenge von sieben Eiern für Erwachsene, beziehungsweise einem Ei für ein Kind mit zehn Kilogramm Körpergewicht tolerierbar.


Wissen

Fipronil

  • Tiermedizin Es wirkt schnell und lang anhaltend gegen Parasiten wie Flöhe, Läuse, Zecken und Milben und wird in der Tiermedizin unter anderem zum Schutz von Hunden und Katzen verwendet. Lebensmittel liefernde Tiere dürfen damit nicht behandelt werden.
  • Schädlingsbekämpfung Im Bereich der Schädlingsbekämpfung wird Fipronil in Form von Granulaten oder Gelen gegen Ameisen und Kakerlaken verwendet
  • Pflanzenschutz Als Pflanzenschutzmittel darf Fipronil ausschließlich zur Saatgutbehandlung verwendet werden. Die dafür im Jahr 2007 erteilte EU-Zulassung läuft per 31. Juli 2018 aus. In Frankreich gilt bereits seit 2004 wieder ein Verkaufsverbot für Pflanzenschutzmitttel mit dem Inhaltsstoff Fipronil, da die Vermutung besteht, dass es Honigbienen belastet.
  • Mensch Beim Menschen kann Fipronil neurotoxisch wirken und in höheren Dosen zu Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen bis hin zu Lähmungserscheinungen führen. Es gilt weder als krebserregend noch als erbgutschädigend

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