Fiat Chrysler im Visier der chinesischen "Great Wall Motors"

Fiat Chrysler im Visier der chinesischen "Great Wall Motors"

Fiat Chrysler: Bald unter chinesischer Flagge?

Die chinesische "Great Wall Motors Company" des Milliardärs Wei Jianjun hat große Pläne. Das Unternehmen will zu einem Vorreiter am Premium SUV-Markt werden. Und nun offenbar auch Fiat Chrysler übernehmen.

Der Chinese Wei Jianjun ist in Europa bislang weitgehend unbekannt. Doch das könnte sich nun bald ändern. Der 53-Jährige Milliardär, Gründer und Vorstandschef der "Great Wall Motors Company" will hoch hinaus. Das erklärte Ziel des von "Forbes" auf rund 7,5 Milliarden Dollar schweren Unternehmers ist, "Great Wall" zur größten SUV-Marke der Welt aufzubauen.

Zu diesem Zweck hat das Unternehmen Ende 2016 auch die Premium-Marke "Wey" gelauncht. Mit den Fahrzeugen will man auch im Westen punkten und den etablierten Herstellern Konkurrenz machen. Chef der Marke ist Jens Steingräber, der davor Entwicklungschef für den Audi Q3 war, Chefdesigner ist Pierre Leclercq, der federführend am BMW X5 und X6 mitgearbeitet hat.

Ein Wey W01 bei der Präsentation auf der International Automobile Exhibition in Guangzhou, China (18. November 2016).

Ein Wey W01 bei der Präsentation auf der International Automobile Exhibition in Guangzhou, China (18. November 2016).

Nun legt der Milliardär ordentlich nach: Die Chinesen wollen Fiat Chrysler Automobiles übernehmen. Entsprechende Gerüchte wurden von Great Wall bestätigt: "Wir haben derzeit die Absicht, zu kaufen. Wir sind daran interessiert", erklärte ein Unternehmenssprecher. Man habe den italienisch-amerikanischen Konzern um ein Treffen zu einer teilweisen oder vollständigen Übernahme gebeten.

Besonders großes Interesse dürften die Chinesen an der zu Fiat Chrysler gehörenden Marke "Jeep" haben. Eine Übernahme des Geländewagen-Spezialisten würde Great Wall seinem Ziel, der größte SUV-Hersteller der Welt zu werden einen großen Schritt näher bringen.

Widerstand gegen Übernahme aus China

Fiat dementierte in der Folge, in Kontakt mit den Chinesen zu sein. Auch sei Great Wall nicht offiziell herangetreten, um über das Geschäft oder einzelne Marken wie die Geländemarke Jeep zu sprechen. Derzeit sei man damit beschäftigt, den Geschäftsplan 2014 bis 2018 umzusetzen.

Leicht dürften es die Chinesen ohnehin nicht haben, die Kontrolle über Jeep oder den gesamten Fiat Chrysler Konzern zu übernehmen. Selbst wenn Fiat Chrysler schon länger auf der Suche nach einem Partner oder Käufer ist, um bei der teuren Entwicklung neuer Technologien wie selbstfahrenden Autos oder Elektroautos mithalten zu können. Das hat auch politische Gründe: Der US-Ausschuss für Auslandsinvestitionen (CFIUS) hat unter Präsident Donald Trump bereits einige Übernahmen amerikanischer Unternehmen durch chinesische Firmen verzögert oder untersagt.

Die US-Marken Jeep und Ram gehören zudem zu den profitableren des Fiat Chrysler Konzerns und werfen deutlich mehr Rendite ab wie die italienischen Marken. Fiat-Chef Sergio Marchionne hatte sich daher bislang immer gegen eine Aufsplittung des Konzerns gewehrt und den Investoren für Anfang 2018 eine neue Strategie in Aussicht gestellt.

Die Fiat Chrysler Aktien (ISIN NL0010877643) legten jedenfalls als Folge der Kaufabsichten aus China deutlich zu. An der Mailänder Börse stiegen sie um rund fünf Prozent auf den höchsten Stand seit 19 Jahren. Die Aktie des Autokonzerns ist seit längerem in der Aufwärtsbewegung. in den letzten fünf Jahren hat sie jährlich gut 30 Prozent an Wert zugelegt, binnen Jahresfrist um über 88 Prozent.

Fiat Chrysler Aktie (ISIN NL0010877643); 5-Jahres-Entwicklung. Stand vom 21. August 2017: 11,01 €. Für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

Fiat Chrysler Aktie (ISIN NL0010877643); 5-Jahres-Entwicklung. Stand vom 21. August 2017: 11,01 €. Für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

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