Rekordjahr: Rosenbauer setzt die rosa Brille auf

Rosenbauer CEO Dieter Siegel

Rosenbauer CEO Dieter Siegel

Der Feuerwehrausrüster Rosenbauer hat ein Jahr mit Superlativen hinter sich. Mit dem höchsten Umsatz in der Geschichte in der Tasche und vollen Auftragsbüchern ist das Unternehmen sehr optimistisch für das Jahr 2019.

Der höchste Umsatz in der Unternehmensgeschichte, ein Rekord-Auftragseingang, das stärkste Einzelquartal aller Zeiten: Der Feuerwehrausrüster Rosenbauer kann durch die rosa Brille in die Zukunft schauen. "Wir sehen einem erfreulichen Jahr 2019 entgegen", sagt Unternehmenschef Dieter Siegel und stellt den Aktionären des börsennotierten Unternehmens (ISIN AT0000922554) eine höhere Dividende in Aussicht.

Dass Konjunkturindikatoren in den Hauptmärkten des Unternehmens, Europa und Nordamerika, nach unten zeigen irritiert Siegel nicht. "Wir spüren Konjunkturentwicklungen immer zeitversetzt", kommentiert er die Entwicklung. Hintergrund ist, dass die Kunden zumeist aus dem öffentlichen Sektor kommen, der eben auf Konjunkturschwankungen verzögert reagiert.

2018 setzte das Unternehmen mit Werken rund um den Globus weltweit 2.300 Feuerwehr-Fahrzeuge ab. Neben den Fahrzeugen werden die Geschäftsbereiche Löschsysteme (Pumpen), Ausrüstungen, Service sowie stationärer Brandschutz bedient. Wobei sich letzterer im Vorjahr besonders gut entwickelte

Rosenberger in Zahlen

Der Konzernumsatz näherte sich dadurch der Milliardengrenze. Die Umsatzerlöse stiegen um sieben Prozent auf 909,4 Millionen Euro. Das stärkste Plus verzeichnete der Feuerwehrausrüster mit je 28 Prozent in den Regionen "NISA" (Nordeuropa, Iberien, Südamerika, Afrika) und "MENA" (Mittlerer Osten, Nordafrika). Der Umsatz in der Region Asien-Pazifik sei wegen Unsicherheiten am chinesischen Markt unter dem Jahr 2017 gelegen. Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg auf 48,8 Millionen Euro, mehr als doppelt so viel wie 2017. Auch der Nettogewinn stieg kräftig von 18,5 auf 34,7 Millionen Euro.

Der Auftragseingang erreichte im abgelaufenen Jahr 1,11 Milliarden Euro, der Auftragsbestand per Jahresende 2018 betrug 1,05 Milliarden Euro. Damit sieht sich das Unternehmen für 2019 gewappnet. "Die globale Feuerwehrbranche zeigt sich robust und trotzt der schwächelnden Weltwirtschaft" erklärt Siegel. Eine weiterhin starke Nachfrage erwartet Siegel insbesondere in Nordamerika, Österreich, Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Im Nahen und Mittleren Osten rechnet der Firmenchef trotz geopolitischer Unsicherheiten und einem niedrigeren Ölpreis mit einer weiteren Erholung des Beschaffungsvolumens.

Da der öffentliche Sektor seine Budgets am Ende des Jahres ausschöpfte und wegen Änderungen bei der Rechnungslegung sei das vierte Quartal 2018 das stärkste Einzelquartal in der Unternehmensgeschichte gewesen, sagte Finanzchef Sebastian Wolf. Allein in den letzten drei Monaten 2018 betrugen der Umsatz 357,4 Millionen Euro und das EBIT 31,8 Millionen Euro. Die drei Quartale davor entwickelten sich umsatzmäßig hingegen schwächer als im Vorjahr. Siegel bezeichnete es als "besorgniserregend", dass sich alles auf das vierte Quartal konzentrierte. "Deshalb sind wir auch so vorsichtig mit Jahresprognosen", räumte der CEO ein.

Finanzbedarf steigt

Weniger gut sehen die Finanzkennzahlen von Rosenbauer aus: Die Eigenmittelquote sank vor dem Hintergrund der gestiegenen Bilanzsumme auf 30,3 Prozent (2017: 38,2 Prozent) und lag damit unter der Orientierungsgröße von 40 Prozent. Die Nettoverschuldung stieg aufgrund des starken Kundengeschäfts und einem damit höheren Zwischenfinanzierungsbedarf von 184,1 auf 231,5 Millionen Euro. Der Nettogeldfluss aus der operativen Tätigkeit war 2018 mit 13,6 Millionen Euro negativ. Ausschlaggebend dafür sei der signifikante Aufbau von Vorräten und Kundenforderungen gewesen, erläuterte Finanzvorstand Wolf.

Rosenbauer beschäftigte per Ende 2018 weltweit 3.621 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, 1.442 davon in Österreich, 841 in den USA, 906 in Deutschland und 432 im Rest der Welt. In Summe hat sich der Mitarbeiterstand gegenüber 2017 um mehr als 200 Personen erhöht. Der Frauenanteil im gesamten Konzern liegt bei gerade einmal rund 12 Prozent, in Führungspositionen sind es rund 13 Prozent. Es sei eine sehr männerdominierte Branche, räumte Siegel ein.

Von einem Fachkräftemangel in Österreich sieht sich der Konzern nur teilweise betroffen. Er sei "positiv überrascht" gewesen, dass man die Anzahl der benötigten Beschäftigten gut abdecken konnte, sagte Siegel. In Österreich hat Rosenbauer den Personalstand im Vorjahr um fast 100 Personen erhöht. Der Großteil der Lehrlinge bleibe im Unternehmen, auch Leiharbeiter würden zum Teil fix übernommen werden. Aktuell beschäftigt der Konzern 355 Leiharbeiter. Knapp werde es hingegen in der Elektrik und bei IT-Spezialisten. Hier tut sich das Unternehmen nicht so leicht, entsprechendes Personal zu finden.

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