Der Feind im eigenen Haus: Sabotage-Alarm bei Tesla

Macht Tesla ein Feind im eigenen Hause zu schaffen? Ein Mitarbeiter habe "umfassende und schädliche Sabotage" begangen, schrieb Tesla-Chef Elon Musk in einer E-Mail an die Angestellten.

Der Feind im eigenen Haus: Sabotage-Alarm bei Tesla

Tesla: Schwerer Schaden durch Sabotage.

Gibt es bei Tesla grobe Sabotage durch eigene Mitarbeiter? Wenn stimmt, was Firmenchef Elon Musk vermutet, dann ja. Zumindest ein Mitarbeiter soll dem Unternehmen schweren Schaden zugefügt haben. Das volle Ausmaß sei noch nicht klar, doch was der Mitarbeiter bis jetzt zugegeben habe, sei schon "ziemlich schlecht", schrieb Musk in einem vom US-TV-Sender CNBC veröffentlichten E-Mail an seine Mitarbeiter.

Der Angestellte nahm laut Musk unter falschen Nutzernamen direkte Änderungen an Teslas Produktionssystem vor und leitete große Mengen hochsensibler Daten an noch unbekannte Dritte weiter. Sein Motiv sei gewesen, dass ihm eine Beförderung versagt geblieben sei. Es könnte aber noch weit mehr dahinter stecken, deshalb werde die Untersuchung diese Woche in aller Tiefe fortgeführt. "Wie Ihr wisst, gibt es eine lange Liste von Organisationen, die wollen, dass Tesla stirbt", warnte Musk die Mitarbeiter mit Verweis auf die Öl- und Gasindustrie sowie auf Wall-Street-Spekulanten, die gegen die Aktie der Firma wetten.

In einer zweiten, ebenfalls von CNBC veröffentlichten E-Mail offenbarte Musk, dass die Produktion des Model 3 durch einen Brand gestört worden sei. "Letzte Nacht hatten wir einen weiteren merkwürdigen Zwischenfall, der schwer zu erklären ist", heißt es darin. Es sei zu "einem kleinen Feuer" gekommen, durch das der Karosseriebau für einige Stunden gestoppt worden sei. Auch hier deutete Musk einen Sabotageakt an. Es könne sich zwar durchaus um Zufall handeln, doch: "Nur die Paranoiden überleben". Die Mitarbeiter sollten auf alles achten, das "nicht im besten Interesse unseres Unternehmens ist".

SpaceX-Explosion - ein Sabotageakt?

An Sabotage hatte Musk auch schon einmal gedacht, als eine Rakete seiner Raumfahrt-Firma SpaceX 2016 beim Betanken auf der Startrampe explodierte. Am Ende erwies sich jedoch ein technisches Problem als Auslöser. Die Explosion vernichtete einen teuren Internet-Satelliten von Facebook.

Tesla kämpft derzeit weiter mit Anlaufproblemen bei der Massenfertigung seines ersten günstigeren E-Autos, dem Model 3. Musks Firma liegt bereits ein halbes Jahr hinter ihrem ursprünglichen Zeitplan und will die Marke von 5.000 Fahrzeugen pro Woche nun bis Ende Juni erreichen. Am Freitag gratulierte Musk den Mitarbeitern zwar zu den bereits gemachten Fortschritten, forderte aber zugleich "radikale Verbesserungen". Vor rund zwei Wochen hatte sich der Tesla-Chef beim Aktionärstreffen optimistisch für das Erreichen des Ziels gezeigt und die wöchentliche Produktionsrate mit rund 3.500 Model 3 angegeben.

Um das Ziel zu erreichen, ließ Musk eine weitere Montagelinie neben der Fabrik in Fremont in einem großen Zelt einrichten. Sie war zwar als provisorische Maßnahme gedacht, könne auch aber dauerhaft bleiben, deutete der Tesla-Chef bei Twitter an: "Bin nicht sicher, ob wir überhaupt ein Gebäude brauchen." Und sie sei binnen zwei Wochen zum Teil mit restlicher Technik aus dem Lager aufgebaut worden - "viel besser als die andere Montagelinie, die hunderte Millionen Dollar gekostet hat". Die automatisierte Linie des von Tesla übernommenen deutschen Maschinenbauers Grohmann sei in der "Gigafactory" in Nevada im Einsatz. Das Grohmann-Team habe gute Arbeit geleistet: "Heiliger Strohsack!", schrieb Musk auf Deutsch.

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