Fehlende Frauen-Beschäftigung kostet Hunderte Milliarden

Nach Angaben der EU-Kommission beläuft sich der Schaden infolge der fehlenden Frauenbeschäftigung auf 370 Milliarden Euro. Ein neues EU-Sozialpaket soll das ändern, wird aber bereits als unzureichend kritisiert.

Fehlende Frauen-Beschäftigung kostet Hunderte Milliarden

Brüssel. Der wirtschaftliche Schaden durch die fehlende Beschäftigung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt wird von der EU-Kommission auf 370 Mrd. Euro jährlich in der EU geschätzt. Diese Zahl nannte EU-Sozialkommissarin Marianne Thyssen bei der Vorstellung neuer Vorschläge zum Elternurlaub am Mittwoch in Brüssel.

Die für Gleichstellungsfragen zuständige EU-Kommissarin Vera Jourova betonte, die Schätzung der EU-Kommission sei sehr konservativ. "Sie spiegelt die Realität wider", sagte Jourova. Der Vorschlag für einen längeren Väterurlaub und mehr Möglichkeiten für Väter, in Karenz zu gehen, sei wirtschaftlich zutiefst sinnvoll. Die Wirtschaft brauche Fachkräfte und neue Talente, vor allem auch das Arbeitsmarktpotenzial von Frauen.

Die grüne Europaabgeordnete Monika Vana kritisierte das Sozialpaket der EU-Kommission als unzureichend. EU-Kommissionschef Jean-Claude "Juncker glaubt offenbar, dass er mit den wenigen Verbesserungen in diesem Vorschlag von allen Fehlstellen der europäischen Sozialpolitik ablenken kann. Sicherlich sind zehn Tage bezahlter Vaterschaftsurlaub und vier Monate nicht übertragbare Elternzeit ein Schritt in die richtige Richtung. Klar ist aber auch, dass diese Vorschläge keine ausreichende Antwort sein können auf die sozialpolitischen Herausforderungen vor denen die EU steht. Von den lange verhandelten Punkten zur Mutterschutz-Richtlinie wurde keiner aufgenommen", kritisierte Vana.

Es sei "das Gebot der Stunde, dass der widersinnige Sparzwang in der EU beendet wird. Wir brauchen eine Sozialunion mit europaweit verbindlichen sozialen Mindeststandards für bessere Löhne und Arbeitsbedingungen der Bürgerinnen und Bürger".

Die NEOS-Europaabgeordnete Angelika Mlinar begrüßte "die heute angestoßene Debatte über eine soziale Säule der EU". Ziel müsse es sein, faire Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt zu schaffen und tragfähige Sozialsysteme in den einzelnen Mitgliedsstaaten zu entwickeln. "Eine starke Wirtschaftsunion muss auch für soziale Sicherheit sorgen - die Subsidiarität muss dabei natürlich Vorrang behalten", so Mlinar weiter.

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