Die 6 Fakten zum Ölpreis nach dem OPEC-Treffen

24 Förderländer des Ölpreiskartells und einige Nicht-OPEC-Staaten haben sich in Wien auf eine weitere Förderkürzung geeinigt. Die Drosselung der Ölförderung wurde um neun Monate bis zum März 2018 verlängert.

Die 6 Fakten zum Ölpreis nach dem OPEC-Treffen

Frankfurt. Die Erwartungen an das OPEC-Treffen am Donnerstag in Wien waren hoch: Um den Rohölpreis zu stabilisieren, hat die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) die im November beschlossene Drosselung der Ölförderung um weitere neun Monate verlängert. Die Allianz von OPEC- und Nicht-OPEC-Staaten sieht in dieser Strategie einen Weg, Angebot und Nachfrage wieder in Einklang zu bringen. Das Nicht-OPEC-Mitglied Russland möchte das Bündnis mit der Organisation erdölexportierender Länder vertiefen. Am Donnerstag fiel der Preis zunächst. Für Verbraucher und Autofahrer dürfte sich trotzdem wenig ändern.

1. Was wurde bei dem Treffen entschieden?

Die OPEC-Mitglieder haben die im November beschlossene Kürzung der Fördermenge um neun Monate bis zum März 2018 verlängert. Auch Nicht-Mitglieder wie etwa Russland schlossen sich der Abmachung wieder an. Ziel ist es, die Lagerbestände zu senken und so den Ölpreis mittelfristig wieder in die Höhe zu treiben. Viele Ölförderländer wie zum Beispiel Venezuela bräuchten dringend einen höheren Preis, um die Löcher in ihren Budgets zu stopfen. Konkret haben sich die 24 Staaten darauf geeinigt, weiterhin 1,8 Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag weniger zu fördern als vor dem Beschluss.

2. Warum wurde die Drosselung im vergangenen Jahr beschlossen?

Die OPEC-Mitglieder beschlossen damals die Kürzung der Fördermenge um 1,8 Millionen Barrel pro Tag, um den Preis zu stabilisieren. Die Kürzung entspricht rund zwei Prozent der täglichen Weltproduktion und in etwa dem Überangebot. Im Dezember schlossen sich elf Nicht-Mitgliedsländer an. Tatsächlich stieg der Ölpreis an und pendelte sich bei über 50 Dollar pro Barrel (159 Liter) ein. Das entspricht allerdings nicht einmal der Hälfte seines Wertes im Juni 2014.
Die Drosselung der Fördermenge war eine scharfe Abkehr von der im Jahr 2014 auf Initiative Saudi-Arabiens begonnenen Strategie, die Märkte regelrecht zu fluten. Damit sollten neue Konkurrenten, insbesondere Fracking-Unternehmen in den USA, aus dem Markt gedrängt werden.

3. Warum verlängerte die OPEC jetzt die Drosselung?

Ziel der reduzierten Fördermenge war es, die Öl-Lagerbestände abzubauen, möglichst auf das Durchschnittsniveau der vergangenen fünf Jahre. Trotz einer relativ strikten Umsetzung der Kürzung in den ersten fünf Monaten des Jahres ist es der OPEC aber nicht gelungen, den Lagerüberhang auf dieses Zielniveau zu reduzieren, wie Commerzbank-Experten erklärten.
Mit einer Verlängerung der Drosselung könnte der Abbau möglicherweise besser gelingen: Analysten rechnen ab Juli konjunkturbedingt mit einer verstärkten Ölnachfrage.

4. Was bedeutet das etwa für Autofahrer?

Höhere Preise an der Tankstelle müssen Autofahrer auch in absehbarer Zukunft wohl nicht fürchten. Laut Analysten wird der Ölpreis heuer zwischen 50 und 55 Dollar (zwischen 44 und (49 Euro) pro Fass bleiben. 2018 soll er sogar wieder fallen. Dafür gibt es mehrere Gründe: Die USA bringen durch die Fracking-Methode wieder deutlich mehr Öl auf den Weltmarkt. Andererseits werden Anfang 2018 viele Ölfelder von Nicht-OPEC-Ländern fertig erschlossen sein, was das Angebot ebenfalls erhöht.

5. Wie werden sich die Ölpreise entwickeln?

Konkurrenten wie die USA könnten profitieren. "Mit der Fördermengenkürzung hat die OPEC ein Eigentor geschossen", sagte etwa Commerzbank-Experte Carsten Fritsch. Denn die Schieferölproduktion in den USA habe "fast die Hälfte der OPEC-Kürzungen ausgeglichen". Dieser Trend werde sich in der zweiten Jahreshälfte wahrscheinlich fortsetzen.
Der Analyst glaubt außerdem nicht, dass sich alle Länder an verlängerte Kürzungen halten. Durch drohende Verluste bei den Marktanteilen würden sie "langsam weichgekocht".

6. Wie werden sich die Ölpreise entwickeln?

Im Vorfeld des Treffens hat die OPEC die Erwartungen in die Höhe getrieben, etwa indem Mitglieder wie Saudi-Arabien erklärten, alle Länder seien zu einer Produktionskürzung bereit. Auch bilaterale Vereinbarungen wie etwa zwischen Saudi-Arabien und Russland oder zwischen Saudi-Arabien und dem Irak ließen die Ölpreise steigen.
Ob dieser Aufwärtstrend bestehen bleibt, ist unsicher. Die OPEC habe die Erwartungen dermaßen gesteigert, "dass eine bloße Verlängerung fast schon als Enttäuschung wahrgenommen würde", sagte Commerzbank-Experte Fritsch. Tatsächlich reagierten die Anleger enttäuscht, die Preise gaben am Donnerstag zunächst nach.

Christoph Weber, Head of Organization & Operations bei der Managementberatung Horváth in Österreich

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