Fahrdienst Uber: Kunden empört über zu hohe Preise an Silvester

Fahrdienst Uber: Kunden empört über zu hohe Preise an Silvester

Der US-amerikanische Fahrdienst Uber sorgt in vielen Ländern für Ärger in der Taxibranche.

166 Euro soll eine Fahrt mit Uber in der Wiener Innenstadt am Silvesterabend gekostet haben. In den sozialen Medien sorgten die hohen Preise des US-amerikanischen Anbieters gleich für Unmut. Uber hingegen verteidigt seine Tarifpolitik, die sich nach Angebot und Nachfrage richtet.

Der umstrittene US-amerikanische Fahrdienst Uber sorgt wieder für Ärger in Wien. Diesmal betrifft es die Kunden, die über erhöhte Preise zu Silvester berichten. Zum Teil seien Rechnungen von knapp 200 Euro für innerstädtische Verbindungen ausgestellt worden. Uber versichert laut einem Sprecher aber, dass die Preise vor Fahrantritt bekannt gegeben wurden.

"Wir haben kein Interesse daran, unsere Kunden abzuzocken", heißt es von Uber. Man habe bisher bei jedem Test als günstigster Anbieter abgeschnitten: "Das ganze Jahr liegen wir rund 30 Prozent unter vergleichbaren Optionen." Die Tarife seien stets transparent, das sei auch zu Silvester so gewesen. Vor der Bestellung müsse der erhöhte Preis akzeptiert werden, betonte der Uber-Vertreter. Wer das Angebot ablehne, erhalte eine Nachricht, sobald wieder günstigere verfügbar seien. "Wir wollen gar nicht, dass viele zu den Peak-Zeiten fahren", erklärte der Sprecher.

Die Idee von Uber ist, dass sich Fahrer von Mietwagenunternehmen bei dem Unternehmen melden und dann mit ihren eigenen Autos Fahrgäste chauffieren. Die Vermittlung der Mitfahrer erfolgt über eine Smartphone-App. Die Preise sind nicht wie beim Taxi an feste Tarife gebunden, sondern richten sich nach Angebot und Nachfrage.

Zum Jahreswechsel hätten 75 Prozent der Fahrten zum Normaltarif stattgefunden. Wer aber zu Spitzenzeiten unterwegs sein wollte, sei zum Teil mit höheren Preisen konfrontiert worden. Tatsächlich berichteten User etwa von Rechnungen für innerstädtische Verbindungen über fast 200 Euro.

Vorab über Spitzenzeiten gewarnt

Uber verwies bereits am Montag in einer Stellungnahme darauf, dass die Preise sich nach Angebot und Nachfrage richten würden. "Der dynamische Preis in Zeiten extrem hoher Nachfrage, wie es zu Silvesternacht der Fall war, ist ein Mechanismus, um Angebot und Nachfrage schnellstmöglich wieder anzugleichen. Durch eine kurzfristige Preiserhöhung setzen zwei Effekte ein: Erstens sinkt die Nachfrage, da Nutzer, die nicht unbedingt zum gegebenen Zeitpunkt fahren müssen, warten, bis der Preis wieder sinkt. Zweitens steigt gleichzeitig das Angebot, weil mehr Fahrer aufgrund der höheren Preise einen Anreiz haben, online zu gehen", wird der Anbieter zitiert.

Auf seiner Facebook-Seite postete das Unternehmen einen Hinweis, den es an die Nutzer vorab geschickt hat. Demnach wurde bereits darauf hingewiesen, dass zwischen 0.30 und 4.30 Uhr Spitzenzeiten zu erwarten wären und es höhere Preise geben würde.

Kritik von der Wirtschaftskammer

Die Wirtschaftskammer Wien verwies am Montag in einer Aussendung darauf, dass es eine einheitlich geregelte Tarifpflicht gibt - nämlich für konzessionierte Taxis. Diese sind an der "TX"-Nummerntafel zu erkennen. Preisliche "Ausreißer" um das Vielfache - wie zu Silvester bei Uber - seien bei Taxis nicht möglich.

Nun sei passiert, worauf man seit langer Zeit hinweise. Es gebe Unsicherheit für Konsumenten und Ärger über intransparente Preise: "Gleichzeitig gerät eine ganze Branche in Misskredit, weil einige schwarze Schafe das schnelle Geld wittern und glauben, sich über alle Spielregeln, die letztlich dem Schutz der Konsumenten dienen, hinwegsetzen zu können", kritisierte Davor Sertic, Obmann der Sparte Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer Wien.

Seit Februar 2014 ist Uber in Wien aktiv. Wie viele Wagen auf Wiens Straßen unterwegs sind, ist nicht bekannt. Es soll sich um eine tiefe dreistellige Zahl handeln. Die Taxibranche läuft gegen den Fahrdienstvermittler Uber Sturm. Juristen und Gerichte sollen klären, ob Uber in Österreich legal ist. Für die Fahrer ist es jedenfalls meist kein gutes Geschäft.

Geld

In diesen Urlaubsländern kriegen Sie am meisten für Ihren Euro

Sonja Sarközi wird Chefin der russischen Sberbank Europe

Wirtschaft

Sonja Sarközi wird Chefin der russischen Sberbank Europe

Auto & Mobilität

Bau Lobautunnel genehmigt: Stau auf der Tangente ade