Fachkräftemangel wird zur massiven Wirtschaftsbelastung

Österreichs Unternehmen haben es immer schwerer, geeignete Fachkräfte zu finden. Vor allem der Mittelstand kämpft schwer mit dem Fachkräftemangel. Mehr als die Hälfte der heimischen Unternehmen klagt bereits über Umsatzeinbußen, die auf Personalnot zurückführen sind.

Fachkräftemangel wird zur massiven Wirtschaftsbelastung

Fachkräftemangel: Jedes zweite heimische Unternehmen kann ein Lied davon singen.

Der Fachkräftemangel wird für Österreichs Wirtschaft zu einem immer größeren Problem. Vor allem für den Mittelstand ist die Suche nach geeigneten Mitarbeitern eine große Sorge und Belastung. Das Prüfungs- und Beratungsunternehmen EY bezeichnet den Fachkräftemangel mittlerweile als das größte Risiko und sieht das Wachstum durch die bedrohliche Entwicklung gedämpft.

Der neuen EY Studie zufolge hat mittlerweile bereits mehr als die Hälfte der heimischen Unternehmen massive Probleme, offene Stellen mit entsprechendem Personal zu besetzen. Das macht nicht nur den Personalabteilungen zu schaffen, sondern schlägt sich auch auf die Umsätze nieder. Besonders gravierend ist der Mangel im Handel zu spüren, wo mehr als die Hälfte der Betriebe aufgrund der schwierigen Personalsuche Umsatzeinbußen von fünf Prozent oder mehr angibt.

„Die Wirtschaft brummt, die Konsumbereitschaft ist groß und die österreichischen Unternehmen haben volle Auftragsbücher. Die Zeichen für 2018 stehen auf Wachstum“, kommentiert Erich Lehner, Managing Partner Markets bei EY Österreich und verantwortlich für den Bereich Mittelstand. „Allerdings setzt die Situation auf dem Arbeitsmarkt dem Wachstum Grenzen. Regional herrscht in Österreich teilweise Vollbeschäftigung, gut ausgebildete Fachkräfte können sich ihren Arbeitgeber längst aussuchen. Gerade kleinere Unternehmen, die mit bekannteren, börsennotierten Unternehmen um Arbeitskräfte konkurrieren, können dadurch Stellen oft nur mühsam oder gar nicht besetzen.“

Situation im Westen am schwierigsten

Je weiter man im Land nach Westen kommt, desto schwieriger wird die Personalsuche für die Betriebe. Am entspanntesten ist die Lage noch in Wien, doch auch in der Bundeshauptstadt klagt dabei bereits jedes fünfte Unternehmen über große Probleme. Oft bleiben Stellen auch aufgrund ergebnisloser Suche lange Zeit unbesetzt.

Mittelstandsbarometer Februar 2018

Geeignetes Fachpersonal zu finden wird für die Unternehmen immer schwieriger.

Mittelstandsbarometer Februar 2018

In Westösterreich ist die Lage noch angespannter als im Osten.

Bei mehr als die Hälfte der Unternehmen sind bereits Positionen im Bereich der Produktion unbesetzt. Im Marketing oder Vertrieb müssen immerhin noch 28 Prozent der Unternehmen Stellen offenlassen und die Leitung des technischen Bereiches bleibt bei jedem fünften Betrieb offen.

„Es gibt innerhalb Österreichs keine Branche und keinen Ort mehr, der vom Fachkräftemangel verschont bleibt“, beobachtet Lehner. „Die Unternehmen müssen erfinderischer werden, um wirklich auch jedes Potenzial zu nutzen.“

Die Transportbranche sowie Bau- und Industrieunternehmen haben es ebenfalls sehr schwer, geeignete Fachkräfte zu finden und klagen über Umsatzeinbußen. "Die Branchen, die besonders stark von der guten konjunkturellen Entwicklung profitieren, haben auch besonders große Probleme, mit dem eigenen Wachstum Schritt zu halten“, weiß Lehner.

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Zur Person. Georg Schwondra, 51, ist Partner bei Deloitte und für den Ausbau und die Leitung des Bereiches Cyber Risk/Cyber Security bei Deloitte Risk Advisory verantwortlich. Er verfügt über umfangreiche Erfahrungen sowohl im Bereich von Security Strategy, der Beratung und Implementierung von Cybersecurity-Lösungen, dem Outsourcing von Security-Funktionen auf Auftraggeberseite und Dienstleisterseite als auch in der Begleitung und dem Management von Transformationsprojekten bei Unternehmen aller Größen, insbesondere auch im Bereich von Familien- und Privatunternehmen.

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