FACC expandiert und nimmt 200 Mitarbeiter auf

FACC expandiert und nimmt 200 Mitarbeiter auf

Im Höhenflug mit Boeing: Die Rieder FACC ist wieder im Gewinn.

Turnaround geschafft: Der Luftfahrtzulieferer FACC schreibt wieder Gewinn und erwartet ein kräftiges Wachstum im Gesamtjahr. 200 neue Jobs werden geschafffen.

Ried im Innkreis. Der oberösterreichische Luftfahrtzulieferer FACC ist im ersten Geschäftshalbjahr 2015/16 wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Bei den Verhandlungen mit Kunden über ausstehende Geldforderungen, die im Mai 2015 auch zu einer Gewinnwarnung geführt haben, gebe es einen "deutlichen Verhandlungserfolg", es soll noch in diesem Geschäftsjahr einen für die FACC positiven Abschluss geben.

Bei den Verhandlungen geht es um Konfigurationsänderungen bei Komponenten von Boeing-Flugzeugen. Es werde aber nicht mit Boeing verhandelt. Der nicht genannte Kunde sei FACC entgegen gekommen und nun gelte es die noch letzten 20 Prozent des Vertrages zu finalisieren. "Es wird ein 'soft landing' geben und wir wissen schon, auf welcher Piste wir landen werden", sagte Vorstandsmitglied Robert Machtlinger bei der Halbjahres-Bilanzpressekonferenz am Donnerstag in Linz. Es gebe nur sieben große Kunden und da wolle man mit allen ein gutes Verhältnis haben.

FACC hat im ersten Halbjahr nach Steuern ein Nettoergebnis von 0,5 Mio. Euro geschrieben, nach einem Verlust von 14,0 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Das EBIT drehte auf 6,0 (-14,5) Mio. Euro ins Plus.

Von einer positiven Vertragsunterzeichnung hänge auch der Abschluss des Gesamtjahres 2015/16 ab. Bei einem positiven Ausgang sei auch ein zweistelliges Umsatzwachstum möglich, so Machtlinger. Außerdem sollen dann die Aktionäre nach dem Börsengang im vergangenen Jahr erstmals eine Dividende von 20 bis 30 Prozent des Gewinns erhalten. Im ersten Geschäftsjahr nach dem Börsengang wurde die Dividende gestrichen, nachdem das Unternehmen in die roten Zahlen gerutscht ist.

Das Umsatzwachstum werde aber im Gesamtjahr 2015/16 "definitiv im hohen einstelligen Bereich" liegen und auch das EBIT soll "sehr gut positiv" werden. Im Halbjahr wuchs der Umsatz um 14,5 Prozent auf 270,1 Mio. Euro. Für das Wachstum werden im zweiten Geschäftshalbjahr 200 neue Mitarbeiter aufgenommen. Von diesen wurden bereits 60 in den vergangenen sechs Wochen eingestellt. "Wir haben aktuell rund 60 Jobinterviews in einer Woche und davon stellen wir 20 bis 30 Bewerber ein", betonte Machtlinger die Bedeutung des oberösterreichischen Standortes. Seit Anfang Mai werden aber einfache Komponenten an einem Produktionsstandort in China produziert und einmal im Monat im Container zur Kontrolle oder Weiterverarbeitung nach Ried im Innkreis geliefert. Beim Produktionsstandort gibt es ein Joint-Venture zwischen dem chinesischen FACC-Eigentümers XAC (Xi'an Aircraft Industry), der lokalen Regierung und einer Organisation aus Hongkong.

Der Markt sei ungebrochen gut. 2015 ist der Luftverkehr um 6,5 Prozent gewachsen und FACC vertraue auf ein anhaltend starkes Marktwachstum. Das Segment der Business Jets sei 2008 weggebrochen und habe das Level bis heute nicht mehr erreicht. "Wir haben aber den Vorteil, dass wir bei zwei Flugzeugen in dem Bereich vertreten sind, die am Markt sehr gut gefragt sind."

Insgesamt werde am Markt aktuell mit den zuletzt getätigten Investments Geld verdient und es sei Zeit, das operative Geschäft zu stabilisieren. Es gehe nun nicht mehr um die Entwicklung ganzer Flugzeuge, sondern um die Verbesserung einzelner Komponenten, so Machtlinger.

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