FACC startet mit Elektro-Lufttaxi neuen Geschäftsbereich

Der Rieder Luftfahrtzulieferer FACC richtet seine Strategie neu aus. Elektrisch betriebene Lufttaxis für unterschiedliche Anwendungen sollen dem zuletzt stark gerupften Technologieunternehmen neue Erlöse bescheren.

FACC startet mit Elektro-Lufttaxi neuen Geschäftsbereich

FACC will als Flugzeugzulieferer weiterhin reüssieren. Urban Air Mobility und der Weltraum sind neue lukrative Geschäftsfelder.

Wien/Ried. Neue Phantasie und neue Erlöse sollen den durch die Corona-Krise stark in Mitleidenschaft gezogenen Flugzeugausrüster wieder in Schwung bringen. Elektro-Lufttaxi sollen als neues Geschäftsfeld neues Wachstum bescheren.

FACC-Chef Chef Robert Machtlinger hat in einem Bericht mit der OÖN eine Kooperation mit einem "Milliardenkonzern" bestätigt. Namen wurde derweil noch nicht genannt. Im Rahmen der Präsentation der neuen Strategie hat der FACC-Chef am Montag erklärt bis zum Jahr 2030 zu den 50 größten Luft- und Raumfahrtkonzernen der Welt gehören zu wollen. Aktuell rangiert FACC unter den Top-100 der Industrie.

Der Einsatz der elektrisch betriebenen Flugtaxis soll ausschließlich im gewerblichen Umfeld erfolgen. Logistik, Überwachung und Ambulanz nannte der FACC-Chef als mögliche Einsatzfelder. Die Flugzeuge sollen als autonomes Fluggerät zum Einsatz kommen, also nicht von Piloten sondern ferngesteuert werden. Ausgeschlossen hat Mantler eine militärische Nutzung. Seit drei Jahren würde FACC demnach schon an einem Elektro-Lufttaxi arbeiten. Aber auch Bereich Drohnen will FACC künftig mitmischen. Damit wird FACC seinen vierten Geschäftsbereich offiziell aufziehen.

Dass Fliegen und Nachhaltigkeit kein Widerspruch sein müssen, hat FACC-Chef Mantler besonders hervorgehoben. Das Fliegen soll umweltfreundlicher und leiser werden, so Mantler. Flugzeugkabinen könnten aus nachwachsenden Rohstoffen und Leichtbaustrukturen aus recyclingfähigen Materialien hergestellt werden.

Pläne gibt es auch für die Raumfahrt, die als fünftes Geschäftsfeld neue Erlösströme bringen soll. Durch die zuletzt weltweit verstärkten Bemühungen zahlreiche Nationen Flugkörper ins All zu schicken, will nun auch der Rieder Flugzeugzulieferer am großen, wachsenden Kuchen einen Anteil mitschneiden.

Das Umsatzpotenzial für Lufttaxis schätzt der FACC-Chef auf 50 bis 90 Millionen Euro. Mit dem chinesischen chinesischen Konzern E-Hang hatte der Rieder Zulieferer bereits ein erstes Projekt präsentiert. Das Geschäft mit Lufttaxis soll vor allem durch neue Mobilität in Megacities befeuert werden.

Prognosen zufolge soll der Markt für Lufttaxis bis zum Jahr 2030 bei 30 Milliarden Dollar liegen, bis zum Jahr 2050 dann weiter auf 90 Milliarden Dollar ansteigen. Das Marktvolumen im Bereich Raumfahrt solle sich bis 2030 auf 900 bis 1.000 Milliarden Dollar erhöhen, nach 200 Milliarden Dollar im Jahr 2020.

Der Ergebniseinbruch

Im Geschäftsjahr 2020 hat FACC infolge der Corona-Pandemie einen deutlichen Umsatzeinbruch erlitten. Nach vorläufigen Zahlen von voriger Woche wurde ein Verlust von mehr als 74 Mio. Euro geschrieben. Der Umsatz beläuft sich für das Corona-Jahr 2020 auf 526,9 Millionen Euro. Im Jahr 2019 belief sich der Umsatz noch auf 665 Mio. Euro.

Im September hat FACC angekündigt 650 Arbeitsplätze zu streichen. Die Zahl der Mitarbeiter ist damit auf 2.700 Beschäftigte gesunken.

An der Börse folgte am Dienstag prompt die Reaktion auf die neuesten Zukunftspläne. Die Anleger goutieren die News zu Lufttaxis und Raumfahrt. Die FACC-Aktie [ISIN AT00000FACC2] notierte zeitweise um 10,9 Prozent stärker.


Der trend Podcast: Jungfernflug im Flugtaxi

Zukunftsvision oder bloßes Spektakel? trend-Redakteur Bernhard Ecker nimmt Platz im Flugtaxi.

Das Geschäft mit Apple-Produkten läuft trotz des herrschenden Chipmangels weiter wie geschmiert.

Apple & iPhone: Rekordumsatz trotz Chpimangel

Trotz der Lieferprobleme und des Chipmangels eilt Apple von Rekordumsatz …

Immofinanz-Übernahme: CPI Property bessert nach

Immofinanz-Übernahme: CPI Property bessert nach

Der tschechische Milliardär Radovan Vitek will mit seiner CPI Property …

Olympische Winterspiele: Die große Xi-Ski-Show

Viel Stärke, wenig Weltoffenheit - China wird auch bei den Olympischen …

Zur Person. Georg Schwondra, 51, ist Partner bei Deloitte und für den Ausbau und die Leitung des Bereiches Cyber Risk/Cyber Security bei Deloitte Risk Advisory verantwortlich. Er verfügt über umfangreiche Erfahrungen sowohl im Bereich von Security Strategy, der Beratung und Implementierung von Cybersecurity-Lösungen, dem Outsourcing von Security-Funktionen auf Auftraggeberseite und Dienstleisterseite als auch in der Begleitung und dem Management von Transformationsprojekten bei Unternehmen aller Größen, insbesondere auch im Bereich von Familien- und Privatunternehmen.

„Cyberangriffe können für Mittelständler existenzbedrohend sein“

Die Frage ist heute nicht mehr, ob ein Unternehmen Ziel eines …