EZB stellt bald Weichen für Zukunft des 500-Euro-Scheins

EZB stellt bald Weichen für Zukunft des 500-Euro-Scheins
EZB stellt bald Weichen für Zukunft des 500-Euro-Scheins

Bei der Europäischen Zentralbank (EZB) werden möglicherweise bald die Weichen für eine Abschaffung des 500-Euro-Scheins gestellt. Mehreren Insidern zufolge ist derzeit vorgesehen, darüber auf einer der nächsten Ratssitzungen der Notenbank zu entscheiden - vielleicht schon im Mai.

Der Banknoten-Ausschuss (Banco) der EZB arbeitete zuletzt an der Ausarbeitung von konkreten Plänen für einen solchen Schritt. Das Vorhaben ist allerdings umstritten: Die Bundesbank etwa ist gegen das Aus für den 500-Euro-Schein. Die EZB lehnte eine Stellungnahme zu den Informationen ab.

"Einer der Pläne sieht vor, den Neudruck der Scheine ab 2018 zu beenden", sagte einer der Insider. Danach solle die Banknote langsam aus dem Verkehr gezogen werden, ohne dass es ein Enddatum für den Umtausch in kleinere Scheine gebe. Dieser Weg würde der Vorgehensweise der Bundesbank bei der Einführung des Euro-Bargelds 2002 ähneln. Denn immer noch können D-Mark-Scheine bei Bundesbank-Zweigstellen in Euro umgetauscht werden.

EZB-Präsident Mario Draghi hatte sich zuletzt für eine Abschaffung des Fünfhunderters starkgemacht. Dem Italiener zufolge wird der Schein immer mehr als Instrument für kriminelle Aktivitäten gesehen. "Solange es einen glaubhaften Verdacht gibt, dass der 500-Euro-Schein für illegale Aktivitäten genutzt wird, hat die EZB eine moralische Verpflichtung zu handeln", so einer der Insider zu Reuters. Der 500-Euro-Schein gehört weltweit zu den Banknoten mit dem höchsten Wert. In den USA reicht die Skala nur bis 100 Dollar.

In der EU wird seit längerem darüber diskutiert, wie Geldwäsche und Terrorfinanzierung besser bekämpft werden können. Die jüngsten Anschläge in Paris und in Brüssel haben die Debatte noch einmal verstärkt. Die europäische Polizeibehörde Europol hatte 2015 empfohlen, zu prüfen, ob die Ausgabe von Banknoten, "die so eng mit Kriminalität verknüpft sind", weiterhin sinnvoll sei. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte sich unlängst offen dafür gezeigt, den Fünfhunderter abzuschaffen.

Bundesbank skeptisch

Nach einer Untersuchung der EZB von 2011 haben 56 Prozent der Bürger in der Währungsunion noch nie einen 500er gesehen. Kritiker wenden allerdings ein, dass die Abschaffung Sparer dazu zwingen würde, Teile ihres Bargeldvermögens bei Banken zu parken und dies zu einer Zeit ultra-niedriger Zinsen auf Konten und Bankguthaben. In einigen Euro-Ländern gibt es zudem die Sorge um die Stabilität mancher Institute.

Die Bundesbank sieht keine Notwendigkeit, an der derzeitigen Stückelung der Euro-Geldscheine etwas zu ändern. Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele hält das Argument, mit dem 500er-Aus würden Geldwäsche und Schwarzarbeit zurückgedrängt, für nicht Stichhaltig. Kriminelle könnten etwa auf die Cyber-Währung Bitcoin oder auf große Scheine anderer Währungen ausweichen. Zudem dürfe nicht der Eindruck entstehen, mit der Abschaffung würde der Bevölkerung nach und nach das Bargeld entzogen. Das würde einem Verlust von Freiheit gleichkommen.

Siemens Österreich Vorstandschef Wolfgang Hesoun

Wirtschaft

Siemens-Restrukturierung kostet Wien 200 Jobs

Effektives Innovationskonzept #GPDF17

Global Peter Drucker Forum 2017

Effektives Innovationskonzept #GPDF17

Die Siemens Zentrale in München

Wirtschaft

Siemens streicht 7.000 Stellen, auch Österreich betroffen