EZB-Rat will offenbar 500-Euro-Schein abschaffen

EZB-Rat will offenbar 500-Euro-Schein abschaffen

Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) will laut "Handelsblatt" den 500-Euro-Schein abschaffen. Das Gremium habe vor kurzem mit großer Mehrheit eine entsprechende Absichtserklärung getroffen, berichtete die Zeitung am Montag unter Berufung auf Notenbank-Kreise

Es gebe eine schriftlich vereinbarte Willensbekundung. Dies sei ein deutlicher Fingerzeig darauf, wie eine in wenigen Monaten geplante endgültige Entscheidung ausgehen werde.

Die EZB lehnte eine Stellungnahme ab und verwies auf eine Anhörung von EZB-Präsident Mario Draghi vor dem währungspolitischen Ausschuss des Europa-Parlaments. EZB-Chef Mario Draghi hat im Europaparlament konzediert, dass die 500 Euro-Note von immer mehr Menschen als "Instrument für illegale Machenschaften" gesehen werde. Ob die 500-Euro-Note abgeschafft werden sollte, darauf wollte Draghi am Montag nicht eingehen.

Er wolle aber klar betonen, dass die Debatte über die 500-Euro-Note nichts mit dem Ziel der Reduktion des Bargeldumlaufs zu tun habe. "Es gibt weltweit die Überzeugung, dass die Banknoten mit einem hohen Nennwert auch für kriminelle Zwecke verwendet werden. Da müssen wir auch ansetzen." Dies bedeute aber nicht, dass die Bürger ihr Sparvermögen in anderen Währungen oder Stückelungen anlegen könnten. Aber "man könnte auch 200-Euro-Banknoten sparen", meinte er am Nachmittag.

Draghi hatte zuletzt lediglich gesagt, es gebe technische Arbeiten dazu. Das EZB-Direktorium erwäge dies aber schon seit geraumer Zeit. Fraglich sei noch, wie man am besten eine Entscheidung umsetze und kommuniziere. Laut "Handelsblatt" soll der Banknotenausschuss dies innerhalb von zwei bis drei Monaten klären. Danach treffe der Rat die endgültige Entscheidung.

Sieben Millionen 500er in Österreich im Umlauf

Bereits Anfang Februar berichtete die "FAZ" über Pläne der EZB, den größten Euro-Schein abschaffen zu wollen.

Derzeit sind laut EZB-Statistik mehr als 600 Millionen 500-Euro-Scheine im Umlauf, in Österreich sind es laut Österreichischer Nationalbank (OeNB) sieben Millionen. Die OeNB spricht sich gegen eine Abschaffung des 500-Euro-Scheins aus. Für Kriminelle ist der 500-Euro-Schein eines der wichtigsten Hilfsmittel, wenn es um die Verschleierung ihrer illegaler Einkünfte und grenzüberschreitende Geldwäsche geht.

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