EZB-Entscheidung löst Euro-Kurssturz aus

Der Kurs des Euro stürzt gegenüber wichtigen Währungen senkrecht in die Tiefe. Experten erwarten, dass die europäische Währung als Folge der Anleihen-Ankaufsentscheidung der EZB noch deutlich schwächer wird.

EZB-Entscheidung löst Euro-Kurssturz aus

Investoren flüchten derzeit scharenweise aus dem Euro. Schuld daran ist die EZB, die am Nachmittag des 22. Jänner ihre Geldschleusen geöffnet hat. Als Reaktion auf den Beschluss ging der Euro gegenüber dem Dollar, dem Rubel oder dem Pfund auf Sturzflug - pfeilgerade in die Tiefe. Die europäische Währung verlor etwa gegenüber dem Dollar rund zwei Prozent. Seit dem Höchstkurs des Vorjahres von einem Euro/Dollar-Kurs von 1,391 liegt der Kursrückgang bei rund 17 Prozent.

Kein Wunder, dass Investoren ihr Geld in großen Mengen aus dem Euroraum holen. Der hat - das zeigen auch die massiven Marktinterventionen der EZB - wirtschaftlich etwa gegenüber den USA einen massiven Aufholbedarf. Auch aus diesem Grund pumpt die bisher zurückhaltende EZB jetzt Geld in den Markt. Und zwar deutlich mehr, als Experten erwartet hatten.

Langfristig mehr als 1.000 Milliarden Euro um die Wirtschaft anzukurbeln

Das Anleihenkaufprogramm der EZB scheint geradezu monströs. Über die geplante Laufzeit von 19 Monaten werden 1140 Milliarden Euro in den Markt fließen. Das entspricht elf Prozent des Bruttoinlandsproduktes der EU. Kaum jemand hatte mit so einer gewaltigen Geldflut gerechnet.

Die massive Intervention und die Massenflucht der Euro-Investoren wirft auch ein bezeichnendes Licht auf die Verfassung Europas. Weder das politische noch das wirtschaftliche Umfeld scheint stabil. Investoren zeigen damit auch großen Märkten wie Frankreich und Italien, die rote Karte. Märkte, in denen Reformen bisher nur sehr zaghaft angegangen wurden. Und mit Griechenland lastet ein weiterer großer Unsicherheitsfaktor auf der Euro-Zone. Vor der Wahl am WOchenende stellt sich die Frage, ob sich das Land von seinen Sparplänen oder womöglich gar vom Euro verabschieden wird.

Fluchtpunkt USA

Die Deutsche Asset Management hat weitere schlechte Nachrichten: Ihrer Einschätzung zufolge wird es es mit dem Euro noch weiter bergab gehen. „Wir rechnen mit einer Fortsetzung der Abwertung gegenüber dem US-Dollar. Das wird die Unternehmensgewinne in der Eurozone stützen und damit auch den Aktienmarkt“, so Johannes Müller, Chief Investment Officer Wealth Management Germany der Deutschen Asset & Wealth Management. Zudem haben die Investoren einen idealen Fluchtpunkt: Die USA. Dort laufen die Anleihenkaufprogramme der FED langsam aus, die Zinsen sind attraktiver als in Europa und den Anlegern wird nicht nur ein stabiles wirtschaftliches, sondern auch ein politisches Umfeld geboten.

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