EZB-Direktor Coeure:Vorsicht bei der geldpolitischen Wende

Benoit Coeure

Benoit Coeure

Die EZB soll auf ihrem Weg in Richtung einer weniger expansiven Geldpolitik weiterhin sehr behutsam vorgehen, meint Notenbank-Direktor Benoit Coeure.

Wirtschaftsforscher sehen Europas Wirtschaft im Aufschwung und die aktive Geldpolitik der EZB als funktionierendes Mittel, um den positiven Trend aufrecht zu halten. In der EZB will man daher auch den Kurs der letzten Jahre, der von Niedrigzinsen und massiven Anleihenkäufen begleitet wird, beibehalten. Sonst bestünde die Gefahr, dass die signalisierten Änderungen für die Märkte zu abrupt kommen, erklärt Notenbank-Direktor Benoit Coeure in einem Interview mit den Zeitungen "Le Monde" und "La Stampa". "Wir müssen in unserer Kommunikation zu diesen Entwicklungen transparent sein."

Die Währungshüter sind sich im Klaren darüber, dass die - im Zuge des Konjunkturaufschwungs über kurz oder lang anstehende -geldpolitische Wende ein heikles Unterfangen ist. So warnten sie in den Protokollen zur Zinssitzung im Juni davor, dass selbst kleine Veränderungen in der Kommunikation als Signal für einen grundlegenden Richtungswechsel missverstanden werden könnten. "Falls nötig wird der EZB-Rat weiterhin seine Instrumente sowohl qualitativ als auch quantitativ anpassen", betonte Coeure. Dies würde dann "vorsichtig und flexibel" geschehen. Dabei komme es auf die Inflationsaussichten an.

Coeure verwies darauf, dass die Währungshüter ihr billionenschweres Anleihenkaufprogramm bereits etwas zurückgefahren haben. "Dies war möglich aufgrund der anhaltenden Verbesserung der wirtschaftlichen Lage", sagte der Franzose. Seit April erwerben die Euro-Wächter monatlich nur noch für 60 Milliarden statt zuvor 80 Milliarden Euro Staatsanleihen und andere Wertpapiere.

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