Exporteure reißen sich um Kreditgarantien

Die Exporteure stürzen sich auf die Kreditgarantien, die der Staat ihnen aufgrund der Corona-Krise gewährt.

Exporteure reißen sich um Kreditgarantien

Von den zwei Milliarden Euro an Kreditgarantien, die die Regierung über die Oesterreichische Kontrollbank (OeKB) Exporteuren zur Verfügung stellt, die durch die Coronavirus-Krise in Bedrängnis geraten sind, wurden innerhalb nur einer Woche bereits knapp 500 Millionen Euro abgerufen, berichtete OeKB-Vorstand Helmut Bernkopf.

160 Anfragen
"Das Instrument wird sensationell gut angenommen", sagte Bernkopf. Nach nur einer Woche habe man schon fast 50 Anträge von Exporteuren und deren Hausbanken erhalten, mit einem Volumen von knapp 500 Mio. Euro. "Wir haben auch über 160 Anfragen. Wenn ich das noch dazurechne, dann bin ich schon bei einem Volumen von 1,5 Milliarden, das wird sicher in den nächsten Tagen dann großteils auch beantragt werden." Das zeige, dass die Exporteure jetzt diese Liquidität in Form von Rahmenkrediten suchen würden, um in der Krise ihre Lieferanten und Mitarbeiter bezahlen zu können und ihren Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten. Man sei auch zuversichtlich, das Volumen von zwei Milliarden Euro bei Bedarf auch aufstocken zu können, sagte Bernkopf.

40 Milliarden nur für Liquiditätssicherung
Die OeKB hat auch in Nicht-Krisenzeiten die Aufgabe, Exporteure mit Haftungen und Finanzierungen zu unterstützen. "In diesem Geschäft agieren wir mit Haftungen der Republik, und dafür gibt es einen Rahmen von 40 Milliarden, wo wir standortrelevante Exportgeschäfte begleiten können", erklärte Bernkopf. Einen Teil dieser 40 Mrd. Euro habe man nun dafür bestimmt, Liquiditätssicherungsmaßnahmen durchzuführen.

Zehn bis 15 Prozent Kredit des Exportumsatzes
Konkret können Exportunternehmen einen Kreditrahmen in Höhe von zehn Prozent (Großunternehmen) bzw. 15 Prozent (Klein- und Mittelunternehmen) ihres Exportumsatzes bei der OeKB beantragen. Dieses Angebot ist unabhängig davon, ob das jeweilige Unternehmen bisher schon Kunde bei der OeKB ist und ob ein etwaiger bestehender Kreditrahmen bereits ausgeschöpft ist.


Stellen Kreditrahmen der Hausbank zur Verfügung


"Wir refinanzieren und stellen diesen Rahmen der Hausbank des Kunden zur Verfügung. Der Exporteur beantragt den Kreditrahmen über die Hausbank und für dieses Produkt gibt es dann eine Haftung der Republik - es ist also im Prinzip ein Finanzierungs- und ein Haftungsinstrument", erklärte Bernkopf, "wobei die Haftung der Bank dient, wenn der Exporteur den Kredit nicht zurückführen kann".

Voraussetzung dafür, diese Variante des Betriebsmittelkredits nutzen zu können, sei neben einer bestehenden Exporttätigkeit der Nachweis, dass das Unternehmen bis zum Start der Covid-19-Auswirkungen in Österreich wirtschaftlich gesund war. Der Bund übernehme dann, abhängig von der Bonität der Unternehmen, Haftungen für 50 bis 70 Prozent dieser Kredite

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