OeNB-Gouverneur Holzmann: Exportgeschäft zieht wieder an

Zum ersten Mal seit Beginn der Corona-Krise zeichnet sich eine Erholung der heimischen Exportwirtschaft ab. Die Probleme des Tourismussektors lasten allerdings schwer auf Österreichs Wirtschaft.

OeNB GeneraldirektorRobert Holzmann

OeNB GeneraldirektorRobert Holzmann

Einen Funken Hoffnung sieht Robert Holzmann, Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), für Österreichs Exportwirtschaft. Obwohl der Weltmarkt - allen voran die USA - wegen der Coroana-Pandemie immer noch weitgehend unzugänglich ist lagen Österreichs Exporte der OeNB-Statistik zufolge in der ersten Oktoberhälfte zum ersten Mal seit Beginn der Coronakrise wieder leicht im Plus.

Das Plus ergab sich in der Woche vom 5. bis zum 11. Oktober. Der Anstieg um 0,5 Prozent im Jahresabstand umfasst jedoch nicht den Tourismussektor, der durch die Krise besonders leidet. Dort haben om entgegeggesetzten Fall die gestiegenen Covid-19-Infektionszahlen und Reisewarnungen zahlreicher Länder für Österreich "zu einem zweiten Einbruch geführt", so Holzmann.

Die Prognose zur weiteren Konjunkturentwicklung ist auch aus OeNB-Sicht sehr verhalten. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal liege in Summe um 4,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau, so Holzmann. Er persönlich "bleibe grundsätzlich vorsichtig optimistisch: in Bezug auf die Eindämmung der zweiten Welle, eine medizinische Behandlung aber auch eine rasche Konjunkturerholung nächstes Jahr", versicherte der Gouverneur.

Weitere fiskalpolitische Maßnahmen in der Hinterhand

Sollte sich die Krise deutlich weiter verschärfen, die medizinische Behandlungsmöglichkeit sich weiter verzögern und die Konjunktur neuerlich weiter einbrechen, "dann wird man sicher auch über weitere geld- und insbesondere fiskalpolitische Maßnahmen nachdenken müssen", so Holzmann, der auch dem Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) angehört.

Die Maßnahmen sind möglich, nach heutigem Informationsstand sehe er aber keine Notwendigkeit, schon jetzt weitere geldpolitische Impulse zu setzen. Das Anleihenkaufprogramm PEPP der EZB als Reaktion auf die Covid-19-Krise sei schon im Juni auf 1.350 Milliarden Euro aufgestockt und zwischenzeitig der Recovery Fund der EU-Kommission mit über 750 Milliarden Euro Volumen beschlossen worden.

EZB-PEPP für Europa

Aus Sicht von EZB-Direktor Yves Mersch spielt das Krisen-Anleihenkaufprogramm der Euro-Notenbank in der Geldpolitik inzwischen eine immer größere Rolle. Das "PEPP" getaufte Programm habe in der Viruskrise einen Renditeanstieg bei Staatsanleihen bekämpft und so eine Verschärfung der Finanzierungsbedingungen für Haushalte, Unternehmen und Banken verhindert, sagte Mersch am Montag auf einer Finanzveranstaltung.

"Mit der Stabilisierung der Börsen und dem geringer werdenden Risiko der Fragmentierung ist die Rolle des PEPP für die Lockerung unserer geldpolitischen Ausrichtung und die Unterstützung der Inflation nun wichtiger geworden", sagte er. Gleichwohl blieben die Käufe ein Sonderinstrument, das an die Pandemie geknüpft sei.

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