Die Grundlagen für erfolgreiche Exporte

Worauf kommt es im Exportgeschäft heute an? Im Gespräch nennen zwei Experten der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich die Grundlagen für die Finanzierung erfolgreicher Exportgeschäfte.

Die Grundlagen für erfolgreiche Exporte

„Für den Export gibt es derzeit großartige Aussichten“, sagt Wolfgang Aschenwald, Vorstandsdirektor-Stellvertreter der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich.

Seine Bank unterstützt Exporteure bei der Finanzierung von Exportgeschäften, hilft bei der Nutzung von Förderungen und sieht sich generell als Ansprechpartner für Unternehmen, die ihren Fokus auf Auslandsgeschäfte sehen. „Die Auftragsbücher der Industrie sind derzeit voll, die Herausforderung ist derzeit eher die Lieferbarkeit in bestimmten Bereichen, etwa bei Mikrochips“, konkretisiert Aschenwald die Situation. Die Aussichten für 2021 sind demnach positiv, auch wenn die Coronakrise noch nicht ausgestanden ist.

Generell stehen österreichischen Exporteuren gute Möglichkeiten zur Verfügung. Die Oesterreichische Kontrollbank (kurz OeKB) ist ja von der Republik beauftragt, die Exportwirtschaft mittels günstigen Refinanzierungen und Haftungsübernahmen zu unterstützen. Als Treuhandbank für die OeKB wickelt die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich diese Geschäfte ab. Dazu gibt es unterschiedliche Möglichkeiten:

  • Finanzierung des laufenden Betriebsmittelbedarf über Exportfonds-Kredite für KMU und Kontrollbankfinanzierungsrahmen (KRR) für Großunternehmen. Dazu gibt es im Moment ein Sonderprogramm zur Coronakrise
  • Finanzierung von Investitionen im Ausland (Beteiligungsfinanzierung) von Investitionen im Ausland (Beteiligungsfinanzierung)
  • Finanzierung von Investitionen im Inland (Auftrags- bzw. Exportinvest; auch via Leasing möglich)
  • Finanzierung des Abnehmers im Ausland, etwa durch Forderungsankauf.

Worauf kommt es beim Export aber generell an? „Es ist wichtig, rechtzeitig auf die Hausbank zuzugehen, um alle Möglichkeiten zu erörtern – auch in Bezug auf den Zahlungsverkehr und die Währungsabsicherung“, sagt Aschenwald. Sicherung der Liquidität hat oberste Priorität in schwierigen Zeiten, das haben Unternehmen aus der Finanzkrise der Jahre 2008 und 2009 gelernt.

Eine goldene Regel ist in diesem Zusammenhang die fristenkonforme Finanzierung, das bedeutet langfristige Investitionen auch langfristig zu finanzieren – auf diese Weise wird verhindert, dass man in einen Liquiditätsengpass gerät.


Rechtzeitig auf die Hausbank zugehen und alle Möglichkeiten erörtern.

Zwei Faktoren sind laut Aschenwald in punkto Finanzen derzeit besonders wichtig: Erstens der sichere Zahlungsverkehr. Derzeit tut man sich nämlich schwer mit der Einschätzung, wie es dem Partnerunternehmen bzw. Abnehmer im Ausland wirklich geht. „Da gibt es viele Möglichkeiten für Exporteure, beispielsweise über Akkreditive.“ Zweitens die Währungsabsicherung. „Wenn Sie in US-Dollar fakturieren, ist es wichtig, im Zuge des Liefervertrags zu wissen, wann Zahlungen fällig sind – um auf dieser Basis die Fremdwährung abzusichern.“

Siegfried Raml, bei der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich für Exportfinanzierung zuständig, ergänzt: „Bewährt hat sich in den vergangenen Jahren vor allem das Instrument Exportinvest – dadurch können Investitionen im Inland finanziert und abgesichert werden.“ Jetzt in der Krise kann die OeKB durch ihr Sonderprogramm Covid-KRR die heimische Exportwirtschaft zusätzlich stützen, meint Raml. „Dafür gibt es noch immer freie Rahmen.“ Neben den oben erwähnten Förderungen durch die OeKB gibt es unter anderem auch die Internationalisierungsgarantie von aws und eine Reihe von Förderungen durch die Wirtschaftskammer sowie Landesförderungen. „Wir stehen im Vergleich zu anderen Ländern sehr gut da“, meint Raml.

Worauf kommt es im Export noch an? Die Experten haben weitere Tipps parat:

  • Operativ ist es für jedes Exportgeschäft wichtig, die Kunden und Abnehmer zu kennen. Und es sollten jene Risiken bedacht werden, die man im Inland nicht berücksichtigen muss – unter anderem die Bonität der ausländischen Banken, fremde Rechtsordnung und so weiter
  • Eine offene Kommunikation und rasche Weitergabe von Information sind für die OeKB und die Hausbank wichtig. „Damit können wir auf geänderte Rahmenbedingungen rasch eingehen“, erläutert Wolfgang Aschenwald.
  • Wenn bereits die Endverhandlungen mit den Unternehmen im Ausland laufen, ist es zu spät, sich um das nötige finanzielle Grundgerüst zu kümmern. „Oft ist den Unternehmen gar nicht bewusst, wie wichtig das ist“, sagt Raml.
  • Wegen der Coronakrise gibt es zwar seitens der OeKB keine Einschränkungen für Exporteure, sehr wohl aber wegen der Reisebeschränkungen. Persönliche Kontakte können durch Video- und Telefonkonferenzen nicht zur Gänze ersetzt werden. „Dadurch kann es für Vertriebsmitarbeiter von Exportunternehmen schwieriger sein, Neukunden zu akquirieren, weil die nötigen Beziehungen nicht so aufgebaut werden können“, warnt Siegfried Raml.

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