Eurostat: Lebensarbeitszeit steigt, Österreich über EU-Schnitt

Eurostat: Lebensarbeitszeit steigt, Österreich über EU-Schnitt

Österreicher kommen laut Eurostat auf 37,5 Arbeitsjahre - mehr als der EU-Durchschnitt.

Die Lebensarbeitszeit steigt der neuen Eurostat-Erhebung zufolge in ganz Europa kontinuierlich an. Heute 15-Jährige Österreicher werden es demzufolge auf 37,5 Arbeitsjahre bringen. Mehr als der EU-Schnitt, aber weit weniger als in Schweden, Dänemark, der Schweiz oder in Island.

Die Diskussion um die Lebensarbeitszeit, das Pensionsantrittsalter und die Finanzierbarkeit des Pensionssystems beherrscht die Politik seit einer gefühlten Ewigkeit. Ein neuer, vom EU-Statistikamt Eurostat erstellter Vergleich der zu erwartenden Lebensarbeitszeiten der heute 15 Jahre alten Bürger in den EU-Mitgliedsstaaten zeigt, dass die aktuell zum abschlagsfreien Bezug einer Pensionszahlung erforderlichen 45 Beitragsjahre (540 Monate) auch von den künftigen Berufseinsteigern noch klar verfehlt werden dürfte. Eine neue Prognose der Statistik Austria verheißt zudem aus demografischer Sicht nichts Gutes.

Bei der erwartete Lebensarbeitszeit liegt Österreich im EU-Vergleich im Mittelfeld. Die jungen Österreicher haben kommen demnach mit 37,5 Jahren auf etwas mehr Beschäftigungsjahre als der EU-Durchschnitt. Die durchschnittlichen Lebensarbeitszeiten der einzelnen EU-Mitgliedsstaaten weisen dabei eine erhebliche Bandbreite auf - von 31,8 Jahren in Italien bis zu 41,9 Jahre in Schweden. Noch größer wird die Schwankungsbreite, wenn man die vier Beitrittskandidaten und drei EFTA-Staaten in den Vergleich einbezieht: Die längsten Lebensarbeitszeiten gibt es in Island mit 46,3 Jahren, die kürzesten in der Türkei mit 29,4 Jahren

Steigende Lebensarbeitszeiten in ganz Europa

Generell ist die Lebensarbeitszeit in den EU-28 seit der Jahrtausendwende gestiegen, und Östererich ist dabei keine Ausnahme. Auf Basis des Jahres 2018 lag die durchschnittlich zu erwartende Lebensarbeitszeit der 15jährigen in der EU bei 36,2 Jahren - und damit um 0,3 Jahre (vier Monate) über dem Jahr 2017 und um 3,3 Jahre über dem Vergleichswert aus dem Jahr 2000.

Männer arbeiten auch länger als Frauen, und zwar in Österreich 39,5 Jahre (EU: 38,6), während Frauen 35,2 Jahre (EU: 33,7) im Job sind. Der Gender-Gap hat sich jedoch kontinuierlich dadurch verringert, dass die erwartete Lebensarbeitszeit der Frauen seither um 4,5 Jahre gestiegen ist, während sie bei Männern nur um 2,2 Jahre länger wurde.

Entwicklung der Lebensarbeitsjahre: Gelb = Gesamtbevölkerung; Blau = Männer; Rot = Frauen (Quelle: Eurostat)

Zahl der Erwerbstätigen sinkt weiter

Die steigende Lebensarbeitszeit darf aber nicht zum Schluss führen, dass deshalb auch die Finanzierung der Pensionen gesichert wäre. Die demografische Entwicklung lässt nämlich erwarten, dass sich die Entwicklung weiter zuspitzt. Laut Statistik Austria kommen derzeit noch auf 100 Menschen über 65 Jahren 276 Erwerbspersonen, laut Prognose werden es im Jahr 2080 aber nur noch 164 Erwerbspersonen pro 100 Pensionisten sein.

In dieser Entwicklung sind bereits mindernde Effekte einkalkuliert. Einerseits aus der sowohl vermehrten als auch längeren Beschäftigung von Frauen: So soll der Anteil der Frauen an der Erwerbsbevölkerung bis 2040 von derzeit 46 Prozent auf 49 Prozent steigen und dann konstant bleiben. Auch bei den Erwerbspersonen über 55 Jahren wird ein kräftiges Plus erwartet: Bis 2030 soll ihre Zahl von 0,74 Millionen auf 0,97 Millionen steigen, bis 2050 auf 1,08 Millionen.

Der zweite mindernde Effekt ist der Zuzug von Migranten, durch den besonders in der Gruppe der Personen im Haupterwerbsalter (35 bis 54 Jahre) der Arbeitskräfteschwund abgefedert wird. Von 2018 bis 2080 wird sich der Anteil der im Ausland geborenen an der österreichischen Bevölkerung von19,4 Prozent auf 16,9 Prozent erhöhen.

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