Eurozone: Wirtschaft erholt sich weiter - Die Gewinner, die Verlierer

Eurozone: Wirtschaft erholt sich weiter - Die Gewinner, die Verlierer

Die Wirtschaft in Frankreich erholt sich rasch.

Die Eurozone erholt sich zusehends. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft kletterte erreichte im August ein Sieben-Monats-Hoch. Wie Experten die weitere Entwicklung einschätzen.

Die Euro-Zone bleibt ungeachtet des widrigen weltwirtschaftlichen Umfelds auf Wachstumskurs. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft kletterte im August um 0,1 auf 53,3 Punkte und erreichte damit ein Sieben-Monats-Hoch. Das geht aus der neuen Umfrage des Instituts IHS Markit unter 5000 Unternehmen aus Industrie und Dienstleistungssektor hervor.

"Die Euro-Zone setzt ihren Wachstumskurs auch im dritten Quartal 2016 fort", erklärt dazu IHS-Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. "Der Aufschwung hat von der Unsicherheit nach dem 'Brexit'-Votum keinen weiteren Schaden davongetragen." Da das Barometer leicht über dem Jahresschnitt liege, dürfte die Euro-Zone im dritten Quartal ähnlich wachsen wie im ersten Halbjahr.

Dienstleister mit großem Auftragsplus

Die Industrie steigerte ihre Produktion in den Sommermonaten. Allerdings verbuchte sie die schwächste Nachfrage seit anderthalb Jahren: Darin spiegelt sich die zurückhaltende Weltkonjunktur wider, die etwa unter der Schwäche vieler großer Schwellenländer wie Brasilien und Russland leidet. Dagegen fiel das Auftragsplus bei den Dienstleistern so groß aus wie zuletzt vor vier Monaten. Zugleich bewerteten die Dienstleister ihre Geschäftsaussichten aber so schlecht wie seit Dezember 2014 nicht mehr.

Frankreich gelang der Umfrage zufolge das stärkste Wirtschaftswachstum seit Oktober 2015. Das Land liegt damit aber weiter hinter Deutschland, wo sich die Wachstumsrate von ihrem Sieben-Monats-Hoch im Juli abschwächte. Dennoch bleibe Deutschland weiter das Zugpferd der Euro-Zone. Auch die übrigen von der Umfrage erfassten Länder verzeichneten ein robustes Wachstum

EZB-Stimuli-Programm dürfte in die Verlängerung gehen

„Die Erholung der Wirtschaft sollte sich in der zweiten Jahreshälfte fortsetzen, der konjunkturelle Rückenwind wegen des Brexit-Entscheids wird jedoch abnehmen“, so Christian Nemeth, Vorstand der Zürcher Kantonalbank in Österreich. Dennoch ist der Aufschwung in der Eurozone längst kein Selbstläufer. "Die Konjunktur in Europa ist schlicht weiter auf Stimuli aus Frankfurt angewiesen", analysiert der Kapitalmarktexperte. Er erwartet, dass die EZB ihr im März 2017 auslaufendes Anleihekaufprogramm noch im Lauf dieses Jahres verlängern wird.

Das könnte allerdings zu Engpässen am Anleihenmarkt führen. Bislang achtet die EZB darauf, nicht mehr als 33 Prozent einer Emission von Staasanleihen der Mitgliedsländer zu erwerben. Nemeth: "Hält die EZB an dieser Regelung fest, könnte es im kommenden Jahr zu Engpässen bei verfügbaren Anleihen kommen." Weiche sie von ihrem Kapitalschlüssel ab, würde die Kritik der versteckten Staatsfinanzierung wieder lauter.

Anleger sollten nicht übermütig werden

Larry Hatheway, Chefökonom des Fondsanbieters GAM, ist zuversichtlich, dass die Weltwirtschaft in der zweiten Jahreshälfte insgesamt auf ein stabiles Wachstum zuzusteuert. Aktienanleger sollten trotzdem nicht übermütig werden. So manche Aktie, vor allem aus den USA, sei bereits überbewertet.

Trotz guter Wachstumsaussichten für die globale Wirtschaft dürften die Aktienkurse nicht mehr lange steigen, warnt Hatheway. Die Unternehmensgewinne werden in der kommenden Zeit wohl hinter den Erwartungen der Investoren zurückbleiben.

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