EU und Japan bringen Freihandelsabkommen auf Schiene

Shakehands: EU Handelskommissarin Cecilia Malmström und der japanische Außenminister Fumio Kishida.

Shakehands: EU Handelskommissarin Cecilia Malmström und der japanische Außenminister Fumio Kishida.

Vor dem EU-Japan-Gipfel am Donnerstag und dem G20-Gipfel in Hamburg knüpfen die EU und Japan engere Bande. auf Ministerebene wurde nun eine grundsätzliche politische Einigung für ein Freihandelsabkommen erzielt.

Als Zeichen der Abgrenzung von der protektionistischen US-Handelspolitik haben die Europäische Union und Japan eine grundsätzliche Einigung auf ein Freihandelsabkommen erzielt. EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström gab via Twitter bekannt, dass auf Ministerebene eine politische Vereinbarung getroffen wurde.

Am Donnerstag solle beim EU-Japan-Gipfel eine Bestätigung auf höchster Ebene folgen. Der japanische Regierungschef Shinzo Abe trifft dann in Brüssel mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und EU-Ratspräsident Donald Tusk zusammen. Sie nehmen am Freitag am Gipfel der 20 größten Industrie- und Schwellenländern (G20) in Hamburg teil, bei dem auch US-Präsident Donald Trump erwartet wird.

Zollfreiheit für europäische Lebensmittelexporteure

Hochrangigen EU-Vertretern zufolge müssen noch Details des Abkommens zwischen der EU und Japan ausgearbeitet werden, was bis Jahresende abgeschlossen sein soll. Man sei sich aber bei "fast allem" einig, was für die jeweilige Seite besonders wichtig sei, sagte ein EU-Vertreter. Die europäischen Lebensmittelexporteure bekommen seinen Angaben zufolge nahezu zollfreien Zugang zu fast allen japanischen Märkten. EU-Autobauer würden zudem "nicht enttäuscht" sein, was eine Übergangsphase für japanische Fahrzeugimporte angehe. Die europäischen Hersteller verlangen eine mindestens sieben Jahre lange Übergangsphase, bevor die Zölle beendet werden.

Die EU rechnet durch das Abkommen mit Japan mit einer Zunahme des Handels zwischen Europa und Fernost um ein Drittel und einem langfristigen Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent. Das bilaterale Handelsvolumen zwischen der EU und Japan belief sich voriges Jahr auf 144 Milliarden Dollar.

Das Abkommen wäre, wenn es endgültig vereinbart wird, das bisher größte der EU. Ihm sollen möglichst bald Verträge mit den Mercosur-Staaten Südamerikas und Mexiko folgen. Trump fordert eine Neuverhandlung bestehender Vereinbarungen, die seiner Meinung nach schlecht für die USA sind. Die politische Einigung zwischen der EU und Japan soll deshalb vor allem ein Signal für offene Märkte und gegen Protektionismus senden. Beim G20-Gipfel wird eine harte Debatte über die Handelspolitik insbesondere mit Trump erwartet, der höhere Hürden für Importe in das Land angekündigt hat.

T-Mobile Österreich CEO Andreas Bierwirth

Wirtschaft

T-Mobile Austria wärmt sich auf für den Dreisprung

Der Apple Store an der Wiener Kärntner Straße

Wirtschaft

Brand- und Flagship-Stores: Handel in Händen der Hersteller

Interview

Wirtschaft

Handel: "Online und offline gehören untrennbar zusammen"