EU-Investitionsoffensive: Österreich beim Lukrieren von Förderungen nur im Mittelfeld

Im Rahmen der Investitionsoffensive für Europa "investEU", dem sogenannten "Juncker Plan" unterstützt die EU europaweit Forschungs- und Investitionsprojekte. Damit sollen in hohem Maße auch Folgeinvestitionen angestoßen werden. Vor allem bei letzteren hinkt Österreich hinterher

EU-Investitionsoffensive: Österreich beim Lukrieren von Förderungen nur im Mittelfeld

500 Milliarden Euro an Fördermitteln wird die EU bis 2020 im Rahmen des zur Hochblüte der Wirtschaftskrise gestarteten Investitionsprogramms "investEU" ausschütten. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Projekten, die hohe Folgeinvestitionen nach sich ziehen. Bis Oktober 2018 wurden bereits 344 Milliarden Euro ausgeschüttet.

Die Zwischenbilanz zeigt, dass Österreich bei der Lukrierung von Förderungen aus dem Programm nur mittelmäßig abschneidet. Gemessen an den bereits von der Europäischen Investitionsbank (EIB) genehmigten Finanzierungen liegt Österreich mit einem Volumen von rund 1,37 Milliarden Euro nur an 13. Stelle, im Vergleich der voraussichtlichen Folgeinvestitionen im Verhältnis zum BIP sogar nur auf Rang 23 unter den 28 EU-Mitgliedsstaaten (siehe Tabelle).

Land Genehmigte EFSI-Finanzierungen (Mio. €) Voraussichtliche Folgeinvestitionen (Mio. €) Rang nach Folgeinvestitionen im Verhältnis zum BIP
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Fördermittel werden dabei für Unternehmen verschiedenster Größen vergeben. Laut EU-Kommission sollen EU-weit 793.000 Klein- und Mittelbetriebe vom Juncker-Plan profitieren, doch auch Forschungsprojekte in börsennotierten Konzernen werden co-finanziert.

investEU-Förderungen in Österreich

Die Diversität des europäischen Investitionsprogramms zeigt sich an den österreichischen Unternehmen, die bereits EIB-Förderungen erhalten haben. Das Wiener Biotechnologie-Unternehmen Apeiron, das sich auf die Entdeckung, Entwicklung und Kommerzialisierung neuartiger Immuntherapien für Krebserkrankungen spezialisiert hat, wurde etwa mit 25 Millionen bedacht. Der Fokus von Apeiron liegt auf der Therapie seltener Krebsarten, an denen vor allem Kinder erkranken. Die Apeiron-Therapien basieren zum einen auf gezielten, tumorspezifischen Ansätzen und zum anderen auf Mitteln zur Stimulation des Immunsystems durch neuartige Mechanismen, bei denen der Krebs durch die natürlichen Abwehrkräfte des Körpers bekämpft werden soll.

Der Motorradhersteller KTM erhielt für sein Forschungs- und Entwicklungsprogramm rund um elektrischen Antrieb, Leichtbau und Produktdesign ebenfalls einen EIB-Zuschuss von 120 Millionen Euro, die Forschungsaktivitäten der Vorarlberger Zumtobel-Gruppe zur Entwicklung neuer Beleuchtungstechnologien werden mit 80 Millionen unterstützt.

Mit EFSI-Mitteln werden auch Infrastrukturprojekte unterstützt. In Österreich gehören die Windparks in Bruckneudorf/Höflein, Simonsfeld und Bruck an der Leitha dazu. Für die drei Windparks wurden in Summe 107 Millionen Euro EIB-Finanzierung vorgeschlagen. Österreichweit die bislang höchste Fördersumme konnte die ÖBB lukrieren. Das 1,7 Milliarden schwere Infrastrukturprojekt zur Anschaffung von 260 Cityjets für den Nahverkehr wird zu fast einem Drittel von der EU finanziert. 500 Millionen Euro kommen aus dem EIB-Topf.


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