EU-Herbstprognose: Wachstum wird schwächer, Österreich besser

EU-Herbstprognose: Wachstum wird schwächer, Österreich besser

In ihrer Herbstprognose geht die EU von einem geringeren BIP-Wachstum für die gesamte Union und die Eurozone aus. Laut EU-Kommission wird das Wachstum zwar nachhaltig, aber angesichts steigender Unsicherheiten geringer ausfallen. Österreich wurde ein sinkendes Haushaltsdefizit attestiert.

Europas Wirtschaft wird in den nächsten Jahren weiter wachsen, allerdings nicht mehr so dynamisch wie noch zu Beginn des Jahres. Davon geht die EU-Kommission in ihrer Herbstprognse 2018 aus. Der Trend wird demzufolge sowohl in allen EU-Mitgliedsstaaten als auch in der Eurozone einheitlich sein.

Kommissions-Vizepräsident Valdis Dombrovskis, ermahnte die Staaten weiter zu einem Abbau ihrer Schulden. Obwohl die Arbeitslosigkeit generell sinke, und auch ein Anstieg der Erwerbstätigkeit zu erwarten sei, blieben Unsicherheiten und Risiken bestehen, die der Geschwindigkeit des wirtschaftlichen Aufschwungs Tribut zollten. "Wir müssen wachsam bleiben und härter daran arbeiten, die Widerstandskraft unserer Wirtschaften zu stärken". Dies bedeute eine weitere Stärkung der Wirtschafts- und Währungsunion. Auf nationaler Ebene sei es wesentlich, Finanzpolster aufzubauen und die Schulden zu reduzieren.

Musterschüler Österreich

Österreich ist dabei ein Musterschüler, denn hierzulande sinkt das Haushaltsdefizit stetig. Der Finanzierungssaldo des Staates verbessert sich den EU-Zahlen zufolge kontinuierlich. So sinkt der in der Frühjahrsprognose erwartete Abgang von -0,5 Prozent auf -0,3 Prozent 2018. Für 2019 erwartet die EU-Kommission ein ausgeglichenes Saldo und für 2020 sogar einen Überschuss von 0,1 Prozent.

Zum Vergleich die Zahlen der EU-27: Hier sinkt das Haushaltsdefizit von -0,8 Prozent des BIP 2017 auf -0,6 Prozent 2018. Für 2019 erwartet die EU-Kommission einen Anstieg des Defizits auf -0,8 Prozent, ehe es sich 2020 wieder auf - 0,6 Prozent verringern soll. Eine ähnliche Entwicklung gibt es in der Eurozone, hier sinkt das Defizit von -0,7 Prozent aus der Frühjahrsvorausschau auf -0,6 Prozent 2018. 2019 soll es auf -0,8 Prozent anwachsen, ehe es sich 2020 wieder auf -0,7 Prozent verringern soll.

Europaweit starke Wirtschaft

EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici unterstrich die Standfestigkeit der europäischen Wirtschaft. Jedenfalls gebe es in allen EU-Staaten ein Wachstum, wenn auch ein langsameres als bisher. Dieses Muster werde man auch in den nächsten beiden Jahren erwarten müssen. Auch Moscovici verwies auf die steigenden Unsicherheiten durch das internationale Umfeld. Deshalb müsse die Eurozone stark genug sein, um den Herausforderungen der Zukunft begegnen zu können.

Das Wachstum ist vor allem auf die anhaltend gute Konsumlaune und die Investitionstätigkeit der Unternehmen zurückzuführen. Die Kommission verwies darauf, dass 2019 erstmals seit 2007 die Investitionen in allen EU-Staaten steigen. Die Inflationserwartungen liegen für das laufende Jahr und 2019 in der Eurozone 1,8 Prozent. 2020 soll die Inflation wieder auf 1,6 Prozent zurückgehen. Aktuell wird die Inflationsrate vom Anstieg der Ölpreise angetrieben. In Österreich wird die Inflation laut Herbstprognose jeweils 2,1 Prozent 2018 und 2019 betragen und 2020 leicht auf 2,0 Prozent zurückgehen.

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